Bauherrenbroschüre Stadt Seligenstadt

Die Basilika – Wahrzeichen der Stadt Die Historie der Einhardstadt Seligenstadt beginnt mit den Römern, die hier um 100 n. Chr. ein Kastell errichteten. Nach dem Fall des Limes im Jahr 260 siedelten sich Alemannen an. „Obermühlheim“, wie Seligenstadt zur Karolingerzeit hieß, wurde am 11. Januar 815 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Einhard erhielt es von Ludwig dem Frommen für seine Dienste am kaiserlichen Hof geschenkt. Über dem Grab der frühchristlichen Märtyrer Marcellinus und Petrus, deren Reliquien auf verschlungenen Wegen von Rom ins fränkische Reich kamen, errichtete Einhard eine imposante Wallfahrtskirche. Durch die einsetzende Pilgerschaft erhielt die Ortschaft ihren neuen Namen „Saligunstat“ – heil- und segenbringende Stätte. Der karolingische Bau des 9. Jahrhunderts bestand aus einem Langhaus mit Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, einem Querhaus, einer halbrunden Mittel-Apsis sowie einer Ringkrypta. Die Mauern des Langhauses wurden weitestgehend aus Steinen des römischen Kastells errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte erfolgten etliche bauliche Veränderungen, je nach Zeitgeschmack der jeweiligen Epochen. Zur 900-Jahrfeier 1725 wurde die Klosterkirche barockisiert. Mit der Säkularisation 1803 ging die Abtei in den Besitz des Landgrafen von Hessen-Darmstadt über. Seit 1812 ist die Basilika katholische Pfarrkirche. 1925 wurde die Kirche zur päpstlichen Basilika minor erhoben. Die Einhardbasilika ist die einzige karolingische Kirche nördlich der Alpen, in der bis heute liturgische Gottesdienste gefeiert werden. Das Kloster – Ehemalige Benediktinerabtei Das ehemalige Kloster Seligenstadt, um 830 von Einhard gegründet, zählt mit seinen Klausur- und Wirtschaftsgebäuden sowie der die Abtei umschließenden rund 700 Meter langen Klostermauer zu den wenigen nahezu komplett erhaltenen Klosteranlagen in Hessen. Die in den 1980er Jahren begonnene sukzessive Restaurierung der Klosteranlage zeigt sich heute im Stil ihrer letzten Blütezeit des 17. und 18. Jahrhunderts. Fast tausend Jahre lebten hier Benediktinermönche, die dem in der Regel Benedikts von Nursia (um 480 –547 n. Chr.) festgelegten Rhythmus aus Gebet und Arbeit folgten. Nach Zerstörungen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg erstrahlt die Abtei nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen heute im barocken Glanz. Mit der Säkularisation 1803 endete die Zeit der Mönche in Seligenstadt. Unter napoleonischer Herrschaft wurde kirchlicher Besitz verweltlicht und das Kloster fiel an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Bis in die 1960er Jahre dienten die Klostergebäude als Domizil verschiedener Behörden. Klostergarten Der rekonstruierte Klostergarten zählt zu den schönsten Gärten in der ganzen Region. Hier wachsen auf den mit Blumenrabatten und Zwergobstbäumen eingefassten Beeten wieder Gemüse, Salat und Kräuter. An Spalieren entlang der Klostermauer ranken sich Färberpflanzen und Spalierobst. Zu jeder Jahreszeit ist der Klostergarten eine kleine Oase, in der Hektik unserer Zeit! Die Farbenvielfalt – ein Fest für die Augen und der Duft der Blumen ein Fest für die Nase. Das Gemüse, das im Klostergarten biologisch angebaut wird, ist im Klosterladen käuflich zu erwerben. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Apothekergarten. Die Heilpflanzen sind nach ihrer Wirkung, den jeweiligen Organen zugeordnet. Im Süden des Gartens anschließend steht die Orangerie mit dem typischen Schwanenhausdach. In ihr überwintern die Zitruspflanzen. Im 18. Jahrhundert wurden hier Ananas gezüchtet. Diese Tradition wird bis heute gepflegt. 12 Seligenstadt – die Einhardstadt

RkJQdWJsaXNoZXIy MTcxNzc3MQ==