„Selig sei die Stadt genannt“ Das Einhardhaus von 1596 am Marktplatz erinnert uns an eine Volkssage, wie Seligenstadt zu seinem schönen Namen gekommen sein soll. Es war am Hofe Kaiser Karls in Aachen… Einhard, der Berater des Kaisers am Aachener Hof, verliebte sich in Emma, eine Tochter Karls des Großen. Als er in den frühen Morgenstunden die Kammer der Geliebten verlassen wollte, war über Nacht Schnee gefallen. Aus Angst, die Fußspuren könnten ihren Liebsten verraten, trug die kräftige Emma den kleinen Einhard huckepack über den verschneiten Hof. Doch das Geschehen blieb nicht unbeobachtet. Der von Reichssorgen geplagte, schlaflose Kaiser beobachtete das Paar. Erbost über diese nicht standesgemäße Beziehung verbannte er die beiden. So kamen die Verliebten nach Mulinheim und ließen sich hier nieder. Viele Jahre später verirrte sich der Kaiser bei einer Jagd in den Wäldern der Umgebung und fand hier am Main eine gastliche Herberge – ausgerechnet bei seiner Tochter! Einhard fürchtete den Zorn des Kaisers, war man doch vor vielen Jahren nicht in Frieden in Aachen auseinander gegangen. Emma, die Tochter Karls, wusste Rat. Sie servierte dem Kaiser dessen Leibspeise: Pfannkuchen! An diesen leckeren Pfannkuchen, die nur von Emma sein konnten, erkannte Karl seine Tochter und er soll gerufen haben: „Selig sei die Stadt genannt, da ich meine Tochter wieder fand!“ Seligenstadt – die Einhardstadt 11
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