Ratgeber für Stadt und Landkreis Goslar

Sichere Einnahme: Keine (große) Kunst. "Wenn möglich, Tabletten, Kapseln und Dragees immer stehend oder aufrecht sitzend mit einem Glas Leitungswasser einnehmen. "Hinweise/Tipps für Patienten, die schlecht schlucken können: 9 Ggf. nachfragen, ob es das Medikament auch in flüssiger Form oder als Tablette, die bereits im Mund zerfällt, gibt. Bleibt eine Tablette/Kapsel in Hals oder Speiseröhre stecken, viel Wasser nachtrinken und ein kleines Stückchen Brot dazu essen. Einige Faustregeln: "Eisentabletten immer mit einem Glas Orangensaft einnehmen. "Die meisten Medikamente mindestens im 2-Stunden-Abstand zu Milch- und Calcium- produkten einnehmen. Tabletten richtig teilen. Gewusst wie. Grundsätzlich lassen sich nur Tabletten mit tiefer Bruchkerbe sicher teilen. Leider haben manche eine flache Einkerbung, die wie eine Bruchkerbe aussieht: Diese Tabletten dürfen trotzdem nicht geteilt werden. "In der Regel dürfen retardierte oder magensaftresistente Tabletten nie geteilt werden. Klären Sie das deshalb unbedingt ab, wenn Sie unsicher sind. Viele Tabletten verlieren dadurch ihre Wirkung oder es wird zu viel Wirkstoff auf einmal freigesetzt. Tropfen genau dosieren: So wird´s gemacht. Tropfflasche ruhig halten: Senkrecht bei Zentraltropfern bzw. schräg bei Randtropfern. "Nicht schütteln, sonst verändert sich die Tropfengröße unkalkulierbar. "Richtiges Abzählen gelingt am besten, wenn Sie die Dosierung „hörbar“ machen, indem Sie die Tropfen in einen leeren Plastikbecher zählen. HÄLT DIE SEELE SCHRITT? Über einen oft sehr langen Zeitraum spielte sich der Alltag ein. Rollenverhältnisse, Verantwortlichkeiten und Erwartungen wurden geklärt. Frohe Momente haben das gemeinsame Leben bereichert. Schicksalsschläge wurden gemeistert. Und nun das: Diagnose Demenz. Plötzlich verändert sich vieles bis alles. Erlebtes wird infrage gestellt. Belastungen im täglichen Umgang werden zur „Last“. Aber es muss ja weitergehen. Anderen ja nicht zur Last fallen. Viele Angehörige schleppen sich so über lange Zeit dahin. „Ich musste ja funktionieren“, hören wir später, wenn endlich Hilfe angefragt wird. Leib und Seele schafft – das die Seele? Einfühlungsvermögen, Geduld und Grundkenntnisse dieses Krankheitsbildes sind auch nötig; aber die Seele? Vordergründig geht es um Auszeiten, Entspannung bei aller Anspannung. Die Gefahr der Isolierung ist nicht zu unterschätzen. Betroffene Menschen sind sehr verletzlich geworden, darum will Seelsorge zur Würde verhelfen. DIE 12 GOLDENEN REGELN FÜR DEN UMGANG MIT MENSCHEN MIT DEMENZ 1. Augenkontakt! Augenhöhe! Echte, hilfreiche Begegnung findet immer auf Augenhöhe statt. 2. Wie man in den Wald hineinruft ... Wenn Sie ungeduldig, genervt und bevormundend mit dem dementen Menschen sprechen – was soll dabei herauskommen? Freundlichkeit gewinnt! 3. Einfache Sprache! Möglichst nicht mehr als 5 Wörter in einem Satz. Keine Warum-Fragen. 4. Zuhören und ernst nehmen. Auch mit scheinbar wirren Aussagen möchte uns der demente Mensch etwas mitteilen. Hören Sie auf den Gefühlsausdruck! Welche Resonanz spüren Sie in den Gefühlen? DIAGNOSE & THERAPIEN 13

RkJQdWJsaXNoZXIy MTcxNzc3MQ==