Ratgeber für Stadt und Landkreis Goslar

Sinnesorgane wiederkehrende und neue Eindrücke auf; seien es Gefühle, Reize, Gerüche, Geräusche u.a.m. Unser Gehirn entscheidet ziemlich schnell, was da für uns wichtig ist und was wir speichern wollen. Über 100 Milliarden Nervenzellen, miteinander verbunden, bewerkstelligen dies. Sprechen wir von Demenz, so ist das Zusammenspiel von Nervenzellen und Botenstoffen im Gehirn gestört. Auf Dauer findet eine Mangelversorgung der Nervenzellen statt und sie sterben ab. Auf der ganzen Welt forschen Mediziner nach Ursachen und Therapien, die auf die Wiederherstellung der Signalwege abzielen. Dabei kommt der Nervenwachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived: Neurotrophic-Factor) ins Spiel. Zum heutigen Zeitpunkt lässt sich sagen, dass kognitives Training ebenso effektiv ist wie die eingesetzten Medikamente. Trotz des schwierigen Einsatzes von Medikamenten und Therapien mag es eine „Faustregel“ geben: 1. Lektüre: die grauen Zellen anregen 2. Pillen und Pulver: nur fachärztlich verordnete Medikamente einnehmen 3. Bewegung: den Körper fordern 4. Sozialleben: Freunde treffen, gemeinsam lernen 5. Schlafenszeit: den Geist zur Ruhe kommen lassen 6. Denkaufgaben: kreativ trainieren 7. Herz und Hirn: Risikofaktoren ausschalten 8. Ernährung: gesund genießen WIE KOMMT ES ZUR ERKRANKUNG? Als Oberbegriff gilt Demenz für mehr als 50 Krankheitsformen. Jede dieser Formen verläuft sehr unterschiedlich. ALZHEIMER UND DEMENZ Zu den Ursachen lässt sich sagen: Diese und andere Formen der Demenzerkrankung sind nicht heilbar, sind aber durch gezielte Therapien beim Fortschreiten verzögernd wirksam. DEMENZ IM ALTER Auf alle Fälle sollte eine Facharztpraxis oder Gedächtnisambulanz aufgesucht werden. DIE DIAGNOSE Die fortschreitende Medizinforschung in der Feststellung einer Demenzerkrankung kann heute mehr. Für viele Menschen ist es leider immer noch ein Makel, an Demenz zu denken. Aber es geht ja um den rechtzeitigen Einsatz von Hilfsmöglichkeiten, um den Erhalt der Würde und Selbstständigkeit, um gelingendes Miteinanderleben. Einzelne Verfahren sollen hier nicht benannt werden. In den Sprechstunden der Gedächtnisambulanzen kann allerdings durch etliche Termine ein Vergleich erfolgen, der es dem Mediziner erleichtert, eine gesicherte Diagnose zu stellen. In Angehörigengruppen erzählen sich die pflegenden Angehörigen von ihren Erfahrungen und welche Methoden evt. Abhilfe schaffen. DEMENZ IN JÜNGEREN JAHREN Alles war bisher normal. Schleichend treten Verminderungen im Gedächtnis, der Aufmerksamkeit, des Denkvermögens, der Sprache und fehlende Orientierung auf. Dies bringt für die Betroffenen, aber auch für die Familien, ganz besondere Belastungen mit sich. Die Berufstätigkeit muss aufgegeben werden und somit entstehen erhebliche finanzielle Auswirkungen. Oftmals leben auch noch minderjährige Kinder in den betroffenen Familien. Passende Unterstützungsangebote gibt es in diesem und für dieses Alter kaum; oft werden sie als „Exoten“ angesehen, weil Unverständnis und Unwissen vorhanden ist. DIAGNOSE & THERAPIEN 11

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