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Pflegebedürftigkeit / Leistungen der Pflegeversicherung

Seit dem Jahr 1995 gibt es bereits die gesetzliche Pflegeversicherung zusammengefasst im Sozialgesetzbuch XI. Demnach ist derjenige pflegebedürftig, der auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate der Hilfe in einem gesetzlich festgelegten Ausmaß bedarf.

Die Pflegeversicherung hat im Lauf der Jahre viele Neuerungen erfahren. Ab 2017 gilt das Pflegestärkungsgesetz. In der Begutachtung werden sechs Bereiche des Lebens (Module) näher betrachtet und ein Punktwert ermittelt, der dann die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade erlaubt.

Die Leistungen der Pflegeversicherung beinhalten u. a. Pflegegeld, häusliche Pflegehilfe durch einen ambulanten Pflegedienst, Tagespflege, Verbesserung des Wohnumfeldes und Pflegehilfsmittel.

Über die aktuellen Leistungen der Pflegeversicherung informieren die Pflegeberater der Pflegekassen, die COMPASS - Private Pflegeberatung für Privatversicherte und der Senioren- und Pflegestützpunkt.

Das neue Begutachtungsassessment

1. Mobilität
Wie selbständig bin ich?
  • Positionswechsel im Bett
  • Halten einer stabilen Sitzposition
  • Umsetzen
  • Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs
  • Treppensteigen
2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
In wie weit ist diese Fähigkeit vorhanden?
  • Erkennen von Personen aus dem näheren Umfeld
  • Örtliche Orientierung
  • Zeitliche Orientierung
  • Erinnern an wesentliche Ereignisse oder Beobachtungen
  • Steuern von mehrschrittigen Alltagshandlungen
  • Treffen von Entscheidungen im Alltagsleben
  • Verstehen von Sachverhalten und Informationen
  • Erkennen von Risiken und Gefahren
  • Mitteilen von elementaren Bedürfnissen
  • Verstehen von Aufforderungen
  • Beteiligen an einem Gespräch
3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
Wie häufig brauche ich bei diesen Verhaltensweisen Hilfe?
  • Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten
  • Nächtliche Unruhe
  • Selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten
  • Beschädigen von Gegenständen
  • Physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen
  • Verbale Aggression
  • Andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten
  • Abwehr pflegerischer oder anderer unterstützender Maßnahmen
  • Wahnvorstellungen
  • Ängste
  • Antriebslosigkeit bei depressiver Stimmungslage
  • Sozial inadäquate Verhaltensweisen
  • Sonstige pflegerelevante inadäquate Handlungen
4. Selbstversorgung
Wie selbständig bin ich?
  • Waschen des vorderen Oberkörpers
  • Körperpflege im Bereich des Kopfes
  • Waschen des Intimbereichs
  • Duschen und Baden + Waschen der Haare
  • An- und Auskleiden des Oberkörpers
  • An- und Auskleiden des Unterkörpers
  • Mundgerechtes Zubereiten der Nahrung/Eingießen von Getränken
  • Essen
  • Trinken
  • Benutzen einer Toilette oder eines Toilettenstuhls
  • Bewältigen der Folgen einer Harninkontinenz/Dauerkatheter/Urostoma
  • Bewältigen der Folgen einer Stuhlinkontinenz und Umgang mit Stoma
  • Ernährung parenteral oder über Sonde
5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Belastungen
Wie häufig brauche ich bei diesen Maßnahmen Hilfe?
  • Medikation
  • Injektionen
  • Versorgung intravenöser Zugänge
  • Absaugen oder Sauerstoffgabe
  • Einreibungen oder Kälte- und Wärmeanwendungen
  • Messung und Deutung von Körperzuständen
  • Körpernahe Hilfsmittel (z.B. Kompressionsstrümpfe)
  • Verbandswechsel und Wundversorgung
  • Versorgung mit Stoma
  • Regelmäßige Einmalkatheterisierung/Nutzung von Abführmethoden
  • Therapiemaßnahmen in häuslicher Umgebung
  • Zeit- und technikintensive Maßnahmen in häuslicher Umgebung
  • Arztbesuche
  • Besuche anderer med. oder therapeutischer Einrichtungen (< 3 Std.)
  • Besuche anderer med. oder therapeutischer Einrichtungen (> 3 Std.)
  • Einhaltung einer Diät/therapiebedingter Verhaltensvorschriften
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
Wie selbständig bin ich?
  • Gestaltung des Tagesablaufs und Anpassung an Veränderungen
  • Ruhen und Schlafen
  • Sichbeschäftigen
  • Vornehmen von Planungen
  • Interaktion mit Personen im direkten Kontakt
  • Kontaktpflege zu Personen außerhalb des direkten Umfelds
Auf dieser Internetseite können Sie einen Pflegegrad berechnen:
Internet: www.smart-rechner.de/pflegegrade/rechner.php

Pflegeberatung im Senioren- und Pflegestützpunkt

Die Pflegeberatung im Senioren- und Pflegestützpunkt ist neutral, unabhängig und kostenfrei. Die Pflegeberaterinnen sind bemüht eine gute ambulante Versorgung aufzubauen, helfen bei Anträgen und sind behilflich bei einem notwenigen Umzug in ein Heim.

Kontaktdaten und Sprechzeiten finden Sie auf der Seite "Beratung und Information".
  • Landkreis Hameln-Pyrmont
    Süntelstraße 9
    31785 Hameln
  • Eugen-Reintjes-Haus
    Osterstraße 46
    31785 Hameln
  • Rathaus Bad Pyrmont
    Rathausstraße 1
    31812 Bad Pyrmont
Eine Beratung kann telefonisch, in den Sprechstunden oder nach Vereinbarung in der eigenen Häuslichkeit stattfinden.

Private Pflegeberatung

compass private pflegeberatung GmbH bietet - kostenfrei und unabhängig - Pflegeberatung auf zwei Wegen für privat Pflegeversicherte: Die telefonische Pflegeberatung steht allen Ratsuchenden offen und ist unter der gebührenfreien Servicenummer bundesweit zu erreichen. Auf Wunsch wird eine Pflegeberatung vor Ort in der eigenen Häuslichkeit vermittelt.
Telefon: 0800 / 1018800

Demenz

Je älter man wird, desto öfter kommt es vor, dass man sich nicht sofort an den Namen des Gegenübers erinnern kann, den Arzttermin vergisst oder der Schlüssel verloren scheint. Dies ist ganz normal. Doch manchmal gibt es Anzeichen dafür, dass das Vergessen nicht normal ist. Dann kann es sein, dass eine Demenz vorliegt. Bei einem solchen Verdacht sollte man die Schwierigkeiten von einem Arzt abklären lassen.

Typische erste Symptome sind: Kurzzeitgedächtnis wird schwächer, man ist zeitlich oder örtlich desorientiert, hat Probleme richtige Worte zu finden, Fragen werden wiederholt, Gesagtes wird nicht verstanden, Sachen werden verlegt und nicht wiedergefunden... Für Betroffene und Interessierte gibt es unter den folgenden Adressen Hilfen und Informationen.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hilft Demenzkranken und ihren Familien dabei, ihre Situation zu verbessern und steht beratend zur Seite. Hier findet man alle Informationen und Kontaktadressen rund um das Thema Demenz.

Alzheimer Gesellschaft Hameln-Pyrmont e.V.
Demenzsprechstunde
Terminabsprache über: Regina Heller
Osterstraße 46
31785 Hameln
Telefon: 05151 / 576113
regina.heller@paritaetischer.de
Termine nach Vereinbarung

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Selbsthilfe Demenz
Friedrichstraße 236
10969 Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030 / 25937950
E-Mail: info@deutsche-alzheimer.de
Internet: www.deutsche-alzheimer.de

Lokale Allianz für Menschen mit Demenz - Netzwerk DEMENZ
Das Netzwerk DEMENZ ist eine Gruppe von ca. 45 Einrichtungen und Personen aus dem gesamten Landkreis, die durch Beratung und Informationsweitergabe, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Unterstützung das Lebensumfeld für Menschen mit Demenz verbessern will. Dieses Netzwerk ist für alle Interessierten offen. Jedes Jahr im Monat September organisiert das Netzwerk Demenz rund um den 21. September, den Welt-Alzheimertag, viele Veranstaltungen und Aktionen, um auf diese Erkrankung aufmerksam zu machen und Berührungsängste abzubauen.

Ansprechperson im Landkreis
Karoline Adamski
Süntelstraße 9
31785 Hameln
Telefon: 05151 / 903-3333
karoline.adamski@hameln-pyrmont.de
Internet: www.hameln-pyrmont.de

Lokale Allianz für Menschen mit Demenz in Bad Pyrmont - Bathildiskrankenhaus
In Bad Pyrmont hat das AGAPLESION ev. Bathildiskrankenhaus ein Netzwerk für Beratung und Information aufgebaut und eine Demenzsprechstunde eingerichtet:

AGAPLESION ev. Bathildiskrankenhaus
Maulbeerallee 4
31812 Bad Pyrmont
  • Ansprechperson für die Lokale Allianz Bad Pyrmont:
    Kersten Langohr (Facharzt für Neurologie)
    Telefon: 05281 / 99 2017
    E-Mail: kersten.langohr@bathildis.de
    Internet: www.bathildis.de
  • Demenzsprechstunde im Bathildiskrankenhaus
    Maulbeerallee 4
    31812 Bad Pyrmont
    Termine zu vereinbaren unter Telefon: 0174 / 876 7185
In einer Selbsthilfegruppe können Angehörige oder Betroffene auch Unterstützung erfahren. Nähere Informationen gibt es bei der Kontaktstelle für Selbsthilfe.

Tipps zum Umgang mit Menschen mit Demenz

Respekt und Wertschätzung zeigen:
  • Nehmen Sie sich Zeit!
  • Wenden Sie sich dem Erkrankten zu und nehmen Sie Blickkontakt auf!
  • Achten Sie auf Berührung, Mimik, Gestik, Blickkontakt
  • Nonverbale Kommunikation ist sehr wichtig!
  • Lächeln Sie!
Ruhe und Sicherheit vermitteln:
  • Sprechen Sie langsam und deutlich in kurzen Sätzen!
  • Lassen Sie Zeit zum Antworten, wiederholen Sie ihre Frage ggf. mehrmals!
  • Sorgen Sie für gleichbleibenden Tagesablauf, Rituale, Gewohnheiten...
  • Geben Sie Orientierung: Erinnerungszettel, Uhr, Kalender, Farben, Fotos...
Nicht auf Defizite hinweisen:
  • Stellen Sie keine schweren Fragen!
  • Stellen Sie den Erkrankten nicht bloß!
  • Streiten Sie nicht (, wer Recht hat)!
  • Diskutieren Sie nicht!
  • Sprechen Sie Lob, Bestätigung und Anerkennung aus!
  • Heben Sie positive lobenswerte Gegebenheiten aus der Vergangenheit hervor! - wo hat derjenige gearbeitet, was hat er alles geleistet...
Ernst nehmen:
  • Zeigen Sie Verständnis! Was der Erkrankte erlebt, ist für ihn Realität!
  • Verneinen Sie Not, Probleme, Sorgen nicht, sondern lenken Sie eher davon ab oder bieten Lösungen an!
Selbständigkeit unterstützen:
  • Nehmen Sie dem Erkrankten nichts ab, was er selbst machen kann.
  • Überfordern sie nicht mit schweren Aufgaben!
  • Machen Sie etwas mit dem Erkrankten, was Ihnen beiden Spaß macht (z.B. kochen, spielen...)
Sich selbst schützen:
  • Versetzen Sie sich in die Welt des Demenzkranken und versuchen Sie zu verstehen.
  • Nehmen Sie Aggressionen und Beschuldigungen nicht persönlich!
  • Lassen Sie sich beraten!
  • Holen Sie sich professionelle Hilfe und Unterstützung bei der Versorgung und Pflege!
  • Nehmen Sie sich Zeiten der Erholung und tun Sie etwas für sich!
  • Denken Sie an Ihre Grenzen! Sie können nicht mehr helfen, wenn Sie selber krank sind!