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Chronik Langenberg

Die Anfänge des Hammerwerks Förstel

Der durch die Sage von der Dudelskirche bekannte Hammerherr Caspar Klinger erbte das Hammerwerk Tännicht bei Schwarzbach. Sein Sohn Nicolaus heiratete 1539 Ottilie von Elterlein, eine Schwester der Barbara Uthmann. Zur Hochzeit erhielt das junge Paar den neu errichteten Hammer im Förstel, der 1540 mit einem Rennofen die Produktion aufnahm. Erzschmelze und Hammerwerk lagen am linken Ufer des Schwarzbachs.

Nach dem frühen Tod Ottilies heiratete Nicolaus Klinger Margaretha Göppert aus Marienberg. Aus dieser Ehe ging 1551 Nicol Klinger der Jüngere hervor, der später zu den bedeutendsten und wohlhabendsten Hammerherren des Erzgebirges zählen sollte.

Wie Langenberg entstand

Als Nicol Klinger erst sieben Jahre alt war, starb sein Vater. Vormund Wolfgang Klinger und seine Mutter führten das Hammerwerk weiter, bis Nicol 1570 selbst die Leitung übernahm. Unterstützt von erfahrenen Berg- und Hammerherren entwickelte er den Betrieb konsequent weiter. Der alte Rennofen wurde wieder in Betrieb genommen und 1585 ein zweiter errichtet.

Mit der steigenden Eisenproduktion wuchs der Bedarf an Arbeitskräften. Viele Hammerknechte kamen täglich aus Raschau und Markersbach und mussten bei jedem Wetter den "langen Berg" überwinden. Um ihnen den beschwerlichen Arbeitsweg zu ersparen und Familien in der Nähe des Hammerwerks anzusiedeln, entstanden die ersten Häuser - der Ursprung des späteren Dorfes Langenberg.

Wann entstand das Dorf?

Der genaue Zeitpunkt der Dorfgründung ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Ortschronisten gehen davon aus, dass Nicol Klinger bereits 1588 ein größeres Gelände am "Langen Berg" von der Gemeinde Raschau kaufte. Aus diesem Flurnamen entwickelte sich später der Ortsname Langenberg.

Sicher belegt ist, dass Rudolf von Schmertzing, ein Schwiegersohn Klingers und Besitzer des Förstels, 1619 beim Kurfürsten die Genehmigung beantragte, zwölf Häuser für Bergleute und Hammerschmiede zu errichten.
Ob bereits kurz nach 1588 erste Gebäude entstanden, lässt sich heute nicht mehr nachweisen.

Schmertzing erweiterte seinen Besitz außerdem um Wald- und Landwirtschaftsflächen, wodurch sich die wirtschaftliche Grundlage des Vorwerks weiter verbesserte.

Leben und Arbeiten in Langenberg

Förstel und Langenberg waren zunächst zwei getrennte Ortschaften. Im Jahr 1764 zählte Langenberg 13 Häusler, 1807 waren es bereits 14 Häuser. Die Bewohner lebten überwiegend vom Bergbau, der Eisenverarbeitung, Holzeinschlag und Köhlerei. Daneben betrieben sie etwas Viehzucht, während viele Frauen und Kinder Spitzen klöppelten.

Mit den Gruben St. Katharina, Gottesgeschick und dem Grauler Bergwerk entwickelte sich der Bergbau in der Umgebung weiter. Im Ort arbeiteten neben Bergleuten und Hammerarbeitern auch Schmiede, Blecharbeiter, Zimmerleute, Handwerker, ein Fleischer und ein Schneider. Ein Spitzenhändler förderte zusätzlich das Klöppelhandwerk.

Förstel im Wandel

Das Gut Förstel wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. Unter Johann Querfurth entstanden Ende des 18. Jahrhunderts die landwirtschaftlichen Gebäude auf der rechten Seite des Schwarzbachs. 1807 wurde dort das bis heute prägende Herrenhaus errichtet.

Bereits 1787 wird außerdem ein Kalkbruch mit Brennofen erwähnt - der älteste bekannte Nachweis der Kalkgewinnung in diesem Gebiet.

Von der Grundherrschaft zur Gemeinde

Bis ins 19. Jahrhundert mussten die Hauseigentümer Abgaben an den Gutsherrn leisten. Erst die sächsischen Staatsreformen beendeten diese feudalen Verpflichtungen. Karl Christian Edler von Querfurth verzichtete später sogar auf die noch ausstehenden Ablösezahlungen.

Mit den Reformen wurde Langenberg eigenständig. 1839 fanden die ersten Gemeindewahlen statt. Nach einer zwischenzeitlichen Vereinigung mit Raschau erhielt der Ort 1876 seine Selbstständigkeit zurück.

Unter Bürgermeister Hermann August Rötsch wurde schließlich 1921 beschlossen, Förstel und Langenberg zu einer Gemeinde zusammenzuführen. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage nach der Inflation konnte die kleine Gemeinde ihre Selbstständigkeit jedoch nicht dauerhaft erhalten. Seit 1924 gehört Langenberg als Ortsteil zu Raschau.

Schule für den eigenen Ort

Lange Zeit besuchten die Kinder die Schule in Raschau. Später stellte das Rittergut Förstel einen Unterrichtsraum zur Verfügung, sodass der weite Schulweg entfiel.

Nach der erneuten Selbstständigkeit beschloss der Gemeinderat den Bau einer eigenen Schule. Obwohl die Finanzierung zunächst schwierig war, konnte das Schulhaus 1893 errichtet werden. Es beherbergte ein Klassenzimmer, eine Lehrerwohnung sowie später eine Turmuhr und eine Glocke. Generationen von Kindern wurden hier unterrichtet, bis der Schulbetrieb 1969 eingestellt und nach Raschau verlegt wurde.

Kindergarten und jüngere Entwicklung

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl deutlich. Viele junge Familien sowie Bergleute der Wismut fanden in Langenberg ein Zuhause. Um den steigenden Bedarf zu decken, entstand 1955 ein Kindergarten.
Der erste Holzbau fiel bereits ein Jahr später einem Brand zum Opfer, wurde jedoch durch einen Massivbau ersetzt.
Über Jahrzehnte begleitete er viele Generationen von Kindern. Im Jahr 2015 wurde der Kindergarten geschlossen und in die Einrichtung nach Raschau integriert.

So entwickelte sich aus einem Hammerwerk im Schwarzbachtal über Jahrhunderte ein eigenständiges Dorf mit enger Verbindung zu Bergbau, Eisenverarbeitung und Handwerk.
Bis heute prägen diese Wurzeln die Geschichte und Identität von Langenberg.