Wohn(t)raum Landkreis Calw

Im Zeitraum von 1982 bis 1995 mussten zwar schon vorgeschriebene Wärmedämmstandards erfüllt werden, die Anforderungen waren jedoch bei Weitem nicht so hoch wie heute. Die Ursachen für mögliche Wärmeverluste bei älteren Häusern sind vielfältig. Deshalb sollte bei einer geplanten Sanierung das Haus insgesamt betrachtet werden: Beginnt man an einer Stelle mit einer Sanierungsmaßnahme, muss gleichzeitig die Auswirkung auf alle anderen Bestandteile bedacht werden. Vor diesem Hintergrund sind Gebäudehülle und Heizungstechnik eines Hauses als funktionierende Einheit zu betrachten. Dies ist die Aufgabe von Energieberatern und Energieberaterinnen. Zunächst analysieren sie Gebäude und Anlagentechnik im Zusammenhang. Im Anschluss empfehlen sie sinnvolle und aufeinander abgestimmte Maßnahmen und erstellen ein Gesamtkonzept, mit dem Hausbesitzer/-innen ihr Haus energetisch optimieren und die Heizkosten gezielt senken können. Mit der konsequenten Umsetzung des Sanierungskonzeptes wurde es möglich, Wärmeverluste der Gebäudehülle zu verringern und somit die Heizkosten zu senken. Die Heizungsanlage wurde im Zuge der Sanierung auf eine effiziente, erneuerbare Technik in Form eines Pelletkessels umgerüstet. Der Altbau wandelte sich nun in ein technisch modernes und attraktives Wohngebäude um. Wohnqualität und Behaglichkeit haben sich zur Freude der Bewohner spürbar verbessert. Auch der Wert der Immobilie ist durch die energetische Sanierung gestiegen. Planung und Bauüberwachung eines so umfangreichen Sanierungskonzeptes sind ungemein wichtig. Solche Maßnahmen werden mit einem Zuschuss vom Staat honoriert. Daher entschloss sich die Familie für eine Baubegleitung des Vorhabens durch einen Experten. Alle Arbeiten wurden von qualifizierten Fachbetrieben aus dem Landkreis Calw ausgeführt. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes in Althengstett sank signifikant. Dem kommenden Winter können die Bewohner/-innen nun entspannt entgegensehen. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, alle Maßnahmen auf einmal durchzuführen. Denn ein solches Konzept kann durchaus Schritt für Schritt verwirklicht werden und so zum bestmöglichen Ergebnis führen. Am nachhaltigsten wirkt sich allerdings eine Gesamtsanierung auf die zukünftigen Heizkosten aus. Allgemein ist es Hausbesitzern/-innen möglich, verschiedene Förderungen bei der BAFA und KfW zu beantragen bzw. einen zinsvergünstigten Kredit für ihr Vorhaben zu beantragen. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigen die Förderzuschüsse pro Jahr nochmals zusätzlich an. Neu ist ein sogenannter Steuerbonus, der im Einkommensteuergesetz (EStG) beschrieben wird: § 35c Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden. Praxisbeispiel I Sanierung zum Effizienzhaus 85 Ein Zweifamilienhaus in Althengstett aus dem Jahr 1976 sollte umfassend saniert werden. Da die Ölheizung den Betrieb einstellte und das Dach an einigen Stellen undicht war, lagen die Gründe für eine Sanierung auf der Hand. Nach einer fundierten Energieberatung wurde schnell klar, dass es sinnvoll wäre, die energetischen Maßnahmen gesamtheitlich aufeinander abzustimmen. Vorher/Bj. 1976 Nachher Dach Holzkonstruktion, ungedämmt U-Wert* 0,8 W/m2K Aufdachdämmung mit 16cm PU-Hartschaum WLS 023 U-Wert 0,14 W/m2K Außenwände Massive Konstruktion Mauerwerk U-Wert 1,0 W/m2K Dämmung mit 14cm Mineralwolle WLS 030 U-Wert 0,20 W/m2K Fenster 2-fach Verglasung, Holz U-Wert 2,7 W/m2K 3-fach Verglasung, Kunststoff U-Wert 0,95 W/m2K Kellerdecke Betondecke U-Wert 0,7 W/m2K Dämmung mit 12cm Styropor WLS 032 U-Wert 0,22 W/m2K Heizung Ölkessel 35 KW Biomasse-Wärmeerzeuger (Holzpellets) 16 KW Warmwasser Über die Heizungsanlage Zentrale Warmwasserbereitung über Heizungsanlage Primärenergiebedarf 526 kWh/(m²a) 28 kWh/(m²a) *Der U-Wert bezeichnet den Wärmedurchgangskoeffizienten eines Bauteils. Er gibt den Wärmestromdurchgang durch eine oder mehrere Materialschichten an. Je geringer der U-Wert, umso besser die Dämmeigenschaften des Materials. Die durchgeführten Maßnahmen im Überblick 19 ERNEUERBARE ENERGIEN

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