Klimagerechtes Bauen & Sanieren in Worms

Klimagerechtes Bauen & Sanieren in Worms Ausgabe 2026 | 2027

Für Sie vor Ort OBST & GEMÜSE FLORISTIK BACKERZEUGNISSE FEINKOST GESCHENKIDEEN DEKOARTIKEL www.hofladen-worms.de | @hofladenworms Pipinstraße 4a | 67549 Worms | Tel.: 06241 20580-45 Mo. Ruhetag Di.-Fr. 10 - 18 Uhr | Sa. 10 - 14 Uhr Ob Photovoltaik, Speicher oder Wärmepumpe: Bei uns finden Sie verständliche Beratung, zukunftsfähige Technik und vernetzte Lösungen aus einer Hand – persönlich, transparent und regional. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. FÜR EUER KLIMAFREUNDLICHES ZUHAUSE. Besuchen Sie uns am Gallborn 6 in Worms oder online unter ewr.de/one!

Grußwort der Bürgermeisterin Liebe Wormserinnen und Wormser, Ich lade Sie herzlich ein, die Informationen dieser Broschüre zu nutzen. Machen Sie mit und gestalten Sie Worms aktiv mit. Gemeinsam können wir zeigen, dass Klimaschutz und Klimaanpassung nicht nur notwendig, sondern auch bereichernd sind – für uns heute und für die kommenden Generationen. Ihre Stephanie Lohr Bürgermeisterin der Stadt Worms Klimaschutz und Klimaanpassung sind große Aufgaben unserer Zeit. Sie betreffen uns nicht nur auf internationaler Ebene, sondern direkt hier in Worms. In unseren Häusern, Gärten und Nachbarschaften können wir gemeinsam viel bewirken. Jede und jeder Einzelne trägt dazu bei, unsere Stadt fit für die Zukunft zu machen. Die Stadt Worms hat sich dafür ehrgeizige Ziele gesetzt. Mit dem Kommunalen Klimapakt Rheinland-Pfalz bekennen wir uns dazu, Treibhausgase konsequent zu reduzieren. Unser Ziel ist es, Worms klimafreundlich, lebenswert und widerstandsfähig zu gestalten. Dabei unterstützt uns das Klimaschutz- und Klimaanpassungsmanagement, das Maßnahmen koordiniert und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. In dieser Broschüre finden Sie viele Angebote und Hilfestellungen. Dazu gehören unabhängige Energieberatungen, die Energiekarawane, das Bürgernetzwerk Solar oder praktische Werkzeuge wie das Solar- und Gründachkataster. Diese Angebote helfen Ihnen, den ersten Schritt zu gehen und konkrete Maßnahmen umzusetzen. Ob eine Solaranlage, ein Balkonkraftwerk oder eine Dämmung Ihres Hauses – jeder Schritt zählt. Er spart Energie, verbessert Ihre Wohnqualität und macht unsere Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze und Starkregen. rk mt 3

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Inhaltsverzeichnis Klimaschutz in Worms: Warum ist das für Worms relevant? S. 6 Ziele, Maßnahmen & Konzept im Wormser Klimaschutz S. 7 Wie schneidet Worms bei den Energieverbräuchen und Treibhausgasemissionen ab? Erneuerbare Energien: Meine private Energiewende S. 10 Photovoltaik für Privathaushalte: Wo fange ich an & wie gehe ich vor? S. 10 Unabhängige Nachbarschafts-Begleitung auf dem Weg zur eigenen PV-Anlage BürgerNetzwerk Solar S. 11 Balkonkraftwerke, der Einstieg für jeden Geldbeutel S. 11 Der erste Schritt zu meinem optimalen Energiespeicher Energieeffizienz: So mache ich mein Haus klimafit S. 12 Der erste Schritt ist eine unabhängige Energieberatung S. 13 Energiekarawane (Energieberatung vor Ort sowie Thermografie-Spaziergang für den genauen Durchblick auch bei Ihnen) S. 14 Mein Stromverbrauch: Mit dem Strommessgerät den eigenen Verbrauch identifizieren S. 14 Welche Förderungen sind für mich geeignet? S. 15 Was ist ein Energieausweis und wie bekomme ich ihn? S. 15 Die Anlaufstelle für Energieeffizienz, Bauen und Klimaschutz S. 15 Energie und Kosten sparen wenn das Geld knapp ist S. 16 Energetische Sanierung und Denkmalschutz, wie geht das? Klimaanpassung: Wie mache ich mein Haus zukunftsfit? S. 17 Wie stark wäre mein Haus vom Starkregen betroffen und wie kann ich mich schützen? S. 19 Dämmung, Hitzeschutz und BiodiversitätsHotspot in einem – Ist ein Gründach für mein Haus geeignet? S. 20 Wände, Fassaden und sonstige vertikale Flächen in Lebensräume umwandeln – Die Vorteile der Fassadenbegrünung S. 21 Wie kann ich auf meinem Grundstück das Regenwasser versickern? S. 22 Was bringt die Entsiegelung meines Hofs? S. 22 Regenwassernutzung mit Zisternen – nachhaltig, praktisch, kostensparend Klimaschutz & Nachhaltigkeit im Alltag (Klimagerechtes Leben) S. 23 Bildung fürs Klima in Worms S. 24 Wie viel Energie kann ich ganz einfach sparen? S. 25 Mit Leitungswasser in der eigenen Flasche vor der Hitze schützen S. 25 Verpackungsmüll vermeiden mit Mehrweg in Worms S. 25 Augen auf beim Neukauf: Welche Geräte sind besonders sparsam? S. 26 Was besagt das EU-Energielabel? S. 26 Wie kann ich Klimaschutz in meinen Alltag integrieren? S. 26 Warum sollte ich bei meiner Beleuchtung auf LED setzen? Friedrichstraße 4 48529 Nordhorn Tel. 05921 9730-0 Fax 05921 9730-50 kundenservice@bvb-verlag.de www.bvb-verlag.de Herausgeber: BVB-Verlagsgesellschaft mbH © BVB-Verlagsgesellschaft mbH, 2026 Umschlag: © MAXSHOT_PL - AdobeStock.com © Serenkonata - AdobeStock.com Bilder: © Stadt Worms Alle Angaben nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr oder Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit. Irrtümer vorbehalten. Titel, Umschlaggestaltung, Fotos, Kartographien sowie Art und Anordnung des Inhalts sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck – auch auszugsweise – ist nicht gestattet. Alle Rechte vorbehalten. In unserem Verlag erscheinen unter anderem Informationsbroschüren aller Art, Wirtschafts- und Gesundheitsmagazine, Firmenbroschüren sowie Faltpläne und sonstige kartographische Erzeugnisse. Das verwendete Papier wird im ECF-Verfahren (elementarchlorfrei) hergestellt. 5

Klimaschutz in Worms: Warum ist das für Worms relevant? Die Bewältigung der globalen Klimakrise ist die zentrale ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Die Hauptursachen der Erderwärmung liegen im wachsenden Energieverbrauch und der Verbrennung fossiler Rohstoffe sowie den damit verbundenen CO2-Emissionen. Bereits heute zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels die auch in Worms spürbar sind. Daher gilt es, den Energieverbrauch zu reduzieren, die Energieeffizienz zu steigern und den Ausbau regenerativer Energieträger konsequent voranzutreiben, um den Ausstoß an Treibhausgasemissionen drastisch und nachhaltig zu verringern. Wie viele andere Städte hat sich auch die Stadt Worms zu den Zielen des Landes verpflichtet. Zur Erreichung dieser Klimaschutzziele auf lokaler Ebene sind Anstrengungen aller Akteurinnen und Akteure wie Industrieunternehmen, Organisationen und Einwohnerinnen und Einwohner in Worms notwendig. Jede und jeder mit ihren jeweiligen Möglichkeiten und Einflussbereichen muss den eigenen Beitrag leisten, denn Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. |www.klimaschutz.worms.de Ziele, Maßnahmen & Konzept im Wormser Klimaschutz Durch den Beitritt zum Klima-Bündnis im Jahr 2006 verfolgt die Stadt Worms das Ziel, alle fünf Jahre ihren CO2-Ausstoß um 10% zu reduzieren. Im Jahr 2023 hat die Stadt Worms den Kommunalen Klimapakt RLP unterzeichnet und sich damit als eine der Vorreiterkommunen den Klimaschutzzielen der Landesregierung (THG-Neutralität bis 2035–40) verpflichtet. Um diese Ziele zu erreichen wird in Worms die Strategie des Energie-Dreisprungs verfolgt. Daher wird bei der Planung von Maßnahmen für effektiven Klimaschutz folgende Herangehensweise gewählt. Zuerst liegt der Fokus auf der Suffizienz, d.h. Energie- und Ressourcenverbräuche sollen vermieden werden, um den Bedarf an Energie zu senken. Danach wird geschaut, wie der nötige Energieaufwand reduziert werden kann, damit h Einwohnerinnen und Einwohn nd jeder mit ihren jeweiligen chen muss den ne Gemeinschaftsaufgabe , ©H alfpoint dA- eSob cktocom.

1: Verwaltungsinterne Aktivitäten 2: Erneuerbare Energien 3: Energieeffizienz 4: Mobilität 5: Öffentlichkeits- & Netzwerkarbeit lz Die fünf Handlungsfelder im kommunalen Klimaschutz in Worms. |www.klik.worms.de Wie schneidet Worms bei den Energieverbräuchen und Treibhausgasemissionen ab? Bei einer Betrachtung der Endenergieverbräuche zwischen 2011 und 2021 können folgende Beobachtungen gemacht werden: Während der Endenergieverbrauch zwischen 2011 und 2016 in wenigen Jahren um fast zwei Drittel zugenommen hat, flacht der Verbrauch in 2017 und 2018 etwas ab und sinkt im Jahr 2019 erstmalig nach 2015. Die Jahre 2020 und 2021 zeigen einen Rückgang der Endenergieverbräuche auf ca. 4.200 GWh. Bei Betrachtung der einzelnen Verbrauchssektoren wird deutlich, in welchen Verhältnissen die einzelnen Sektoren zueinanderstehen und wie dominant und damit sehr einflussreich die Endenergieverbräuche des Sektors Industrie sind. Diese lassen sich mit der hohen regionalen Bedeutung des Wormser Industriestandorts ergeben, welche Worms über die Stadt hinaus zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort machen. Die Energieverbräuche in diesem Sektor unterliegen starken Schwankungen, welche mit den wirtschaftlichen Entwicklungen in diesem Bereich zusammenhängen. In den anderen vier Sektoren ist der Energieverbrauch kontinuierlich leicht zurückgegangen, zwischen 2011 und 2019 um ca.6%. die benötigte Energie sparsam eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die Effizienz gesteigert wird. Zum Schluss wird darauf geschaut, wie der verbleibende Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden kann, also konsistent ist. Die Klimaziele wurden in fünf Handlungsfelder entlang des Energie-3-Sprungs übertragen und so nochmal 22 Teilziele identifiziert und 141 Maßnahmen identifiziert. Durch deren Umsetzung soll die Erreichung der Klimaziele in Worms ermöglicht werden. Die Maßnahmen basieren auf Ideen einer Online-Bürgerbeteiligung und wurden gemeinsam mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in Arbeitsgruppen-Workshops ausgearbeitet. Die Erkenntnisse flossen in die Fortschreibung des Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzeptes (KLIK²) ein. Dort werden vier zentrale Hebel identifiziert, mit denen die Stadtverwaltung den Klimaschutz in Worms vorantreiben kann. Ein Aspekt ist die Einsparung kommunaler Energieverbräuche sowie Nutzung der Vorbildfunktion der Verwaltung. Die Möglichkeiten reichen von der Anpassung der Beschaffungsstrategie, über die energetische Sanierung der kommunalen Gebäude bis zur Installation von Solaranlagen auf städtischen Gebäuden. Zweitens können die Infrastruktur und die Angebote angepasst werden, um energiesparende Verhaltensweisen zu ermöglichen. Hier zu erwähnen sind der städtische Busverkehr und der städtische Wohnungsbestand. Auch strukturelle und ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen können angepasst werden. Ein zentrales Projekt in dem Zusammenhang ist die kommunale Wärmeplanung. Abschließend hat die Stadt die Aufgabe, den Austausch in der Stadt voranzutreiben und die Menschen zu motivieren. Dazu zählen diverse Informationsveranstaltungen, Arbeitsgruppen-Treffen und runde Tische. 7

Über die komplette Zeitreihe wurden im Sektor Private Haushalte mehr als 13% und bei Gewerbe, Handel, Dienstleistungen knapp 10% des Endenergieverbrauchs im Vergleich zum Jahr 2011 vermieden. Eine leichte Steigerung von einem halben Prozentpunkt zwischen 2011 und 2019 erfolgte im Sektor Verkehr. Hier ist die Zeitreihe nur bis 2019 aussagekräftig. Grund dafür sind die Auswirkungen der COVID19-Pandemie mit den Einschränkungen im Verkehrsbereich durch diverse Lockdowns und Homeoffice. So wird deutlich, dass für eine treibhausgasneutrale Stadt Worms noch große Schritte zu gehen sind. Zudem besteht aber auch ein hohes Potenzial, das genutzt werden muss. Dazu zählt ein weiteres konsequentes Voranbringen der Energiewende durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit dem Fokus auf potenzielle Dachflächen und versiegelte Flächen, das Vorantreiben der Wärmewende auf Basis Erneuerbarer Energien durch die Nutzung von Abwärme und einen Energieträgerwechsel sowie eine sozialverträgliche Mobilitätswende. Zudem erhält die Effizienzwende durch die energetische Sanierung eine wichtige Bedeutung zu. Der Industriesektor macht in Worms einen höheren Anteil als in vergleichbaren Städten aus, weshalb diesem Bereich einerseits eine hohe Verantwortung zukommt und andererseits verdeutlicht, dass dort ein hohes Potenzial durch Energieverbrauchsvermeidung, Solarausbau und Abwärmenutzung genutzt werden kann. Einerseits hat jedwede Reduktion und Vermeidung in allen Sektoren eine positive Auswirkung auf dem Weg zur Zielerreichung. Andererseits tragen alle Sektoren gleichermaßen Verantwortung für die eigenen Verbräuche und Emissionen. Bei Betrachtung der Anwendungen (Zwecke des Energieverbrauchs) wird deutlich, dass die Wärmeanwendungen die Wormser Bilanzergebnisse dominieren, von denen ein sehr großer Anteil aller Anwendungen weiterhin aus fossilen Energieträgern gespeist werden. |www.co2.worms.de Strom 13 % Wärme 71 % Verkehr 12 % lz Energieverbrauch 2021 aufgeteilt nach Anwendungen (Zweck des Energieverbrauchs) 1.000.000 „ Verkehr „ Private Haushalte „ Kommunale Einrichtungen „ Gewerbe, Handel, Dienstleistungen „ Industrie 2.000.000 3.000.000 0 4.000.000 5.000.000 6.000.000 lz Energieverbräuche in Worms zwischen 2011 und 2021 in MWh, aufgeteilt in die fünf Sektoren und Klima-Ziele von EU, der Bundesrepublik Deutschland und dem Land. 8

Erneuerbare Energien: Meine private Energiewende Die Sonne liefert täglich genügend Energie, um die ganze Menschheit zu versorgen. Diese nahezu unerschöpfliche Energiequelle kann durch Photovoltaik und Solarthermie genutzt werden. In Worms gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote zur privaten Nutzung von Solarenergie. Die Online-Seminarreihe Solar vermittelt umfassendes Wissen, während das ehrenamtliche BürgerNetzwerk Solar mit Beratung, Potenzialanalyse und Begleitung kostenlos bis zur Inbetriebnahme unterstützt. Auch eine kostenlose Energieberatung der Verbraucherzentrale findet im Rathaus oder auch online statt. Hier erhalten Sie eine Erstauskunft zu Ihrer energetischen Sanierung und auch einer möglichen PV-Anlage. Mit dem Solarpotenzialkataster können Sie prüfen, ob Ihr Dach für Solaranlagen geeignet ist. Aber auch Mieterinnen und Mieter können mit Balkonkraftwerken zur Energiewende beitragen. Bereits über 2.000 Dächer sind mit Solaranlagen ausgestattet – werden Sie Teil der Bewegung! |www.solar.worms.de f er gen. Bereits über 2.000 Däche ttet – werden Sie Teil der

Unabhängige Nachbarschafts-Begleitung auf dem Weg zur eigenen PV-Anlage BürgerNetzwerk Solar Dachbesitzerinnen und Dachbesitzer, die sich für die Einrichtung einer Photovoltaik-Anlage interessieren, können eine kostenlose, anbieterunabhängige und umfassende Beratung erhalten. Die des BürgerNetzwerks Solar Worms begleiten Sie über den gesamten Umsatz- und Entscheidungsprozess einer Solaranlage. Dieses Angebot bietet eine hervorragende Ergänzung zu anderen Angeboten wie der Energieberatung der Verbraucherzentrale und dem Solarkataster. Interessierte können sich online in einer Kartei eintragen und werden dann im Laufe der nächsten Woche von den ehrenamtlich Engagierten kontaktiert, um einen Vor-Ort-Treffen zu vereinbaren. Bei diesem, werden erste Fragen geklärt und die verschiedenen Optionen besprochen. Das weitere Vorgehen sowie die Unterstützungsmöglichkeiten werden gemeinsam abgestimmt. Das BürgerNetzwerk Solar ist ein Zusammenschluss ehrenamtlich Engagierter, die sich für die bürgerschaftliche Energiewende ohne wirtschaftliche Interessen einsetzen. Nach dem Motto „Bürger beraten Bürger“ möchten Sie andere Wormserinnen und Wormsern bei ihrem Solarprojekt begleiten. Dazu erhielten die Berater eine fachliche Ehrenamtsschulung. Die Experten stellen sich regelmäßig bei Informationsabenden in der Volkshochschule vor, um in das komplexe Themenfeld der Solarenergie einzuführen. Außerdem haben Sie diverse Checklisten und Handouts erarbeitet, welche auf der Webseite kostenfrei abgerufen werden können. |www.bns. worms.de Photovoltaik für Privathaushalte: Wo fange ich an & wie gehe ich vor? Als Hilfestellung wird im Folgenden eine kurze Anleitung zur Anschaffung der eigenen Solaranlage in neun Schritten gegeben. Als Erstes sollte das Potenzial des Daches geprüft werden. Mithilfe des Solarkatasters können Sie eine automatische Erstauskunft erhalten. Mit dem Solarkataster der Stadt Worms können Sie jederzeit online nachschauen, ob ihr Dach für eine PV- oder Solarthermieanlage geeignet ist. Mithilfe einer grafischen Übersicht erhalten Sie einen ersten Eindruck über die Eignung des Daches. Für eine genaue Auskunft muss ein Kennwort angefordert werden. Dies kann aus datenschutzrechtlichen Gründen nur von den Eigentümerinnen und Eigentümern des Gebäudes oder in deren Auftrag angefordert werden. Für eine genaue Berechnung kontaktieren Sie bitte die ehrenamtlich Engagierten des BürgerNetzwerks Solar für eine kostenfreie Beratung. Grundsätzlich ist der Bau einer Solaranlage genehmigungsfrei, aber bei Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, muss eine Genehmigung der unteren Denkmalbehörde eingeholt werden. Danach sollten die Statik und der Zustand der Dacheindeckung durch eine Fachfirma geprüft werden. Heutzutage gibt es zahlreiche Firmen, die so eine Dienstleistung anbieten. Wurde die Firma des Vertrauens gefunden, findet ein Beratungsgespräch vor Ort statt. Als Nächstes sollten von mehreren Fachbetrieben detaillierte Angebote eingeholt werden. Auch hier kann Sie das ehrenamtliche BürgerNetzwerk Solar kostenfrei unterstützen. Wenn technische Details geklärt sind und die Kosten feststehen, geht es an die Finanzierung. Auch der Kontakt mit einem Steuerbüro ist ratsam. Mit Erteilung des Auftrags sollte eine schriftliche Auftragsbestätigung angefordert werden und diverse Vereinbarung niedergeschrieben werden. Nach dem Aufbau und der Inbetriebnahme der Solaranlage muss die Anlage der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Dadurch erhalten Sie vom Netzbetreiber eine Einspeisevergütung. Als Letztes sollten Sie den Aufbau der PV-Anlage Ihrer Gebäudeversicherung und dem Finanzamt melden. |www.solarweg.worms.de 10

Balkonkraftwerke, der Einstieg für jeden Geldbeutel Steckersolar-Geräte, sog. steckerfertige Balkonkraftwerke sind kleine Solaranlagen, die z.B. an einem Balkongeländer, auf einem Flachdach oder im Garten eigenständig montiert und installiert werden können. Auch Mieterinnen und Mieter können so einen Teil des eigenen Strombedarfs decken und aktiv zur Energiewende beitragen, denn die Installation ist genehmigungsfrei. Die Balkonkraftwerke bestehen aus ein bis fünf Photovoltaikmodulen (sog. Solarpanelen), die Strom aus Sonnenenergie erzeugen. Die einzelnen Module haben jeweils eine Nennleistung (maximale Stromerzeugung bei optimalen Bedingungen) von 400–450 Wattpeak (Wp) und dürfen zusammen eine maximale Nennleistung von 2000Wp nicht überschreiten. Diese Module sind mit einem Wechselrichter verbunden, der die elektrische Leistung (Gleichspannung) in nutzbaren Haushaltsstrom (Wechselstrom) umwandelt. Seine Einspeiseleistung ist auf 800 Watt (W) / Voltampere (VA) begrenzt. Durch eine Anschlussleitung wird das Balkonkraftwerk mit einem handelsüblichen Schutzkontaktstecker in die Haushaltssteckdose gesteckt und so unmittelbar an das Hausnetz angeschlossen. Nach dem Kauf, der Installation und Inbetriebnahme, muss das Balkonkraftwerk bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. |www.balkonkraftwerk.worms.de Der erste Schritt zu meinem optimalen Energiespeicher Die Energiepreise steigen und können unberechenbar sein. Um vom Stromkauf aus dem öffentlichen Netz und von den Preisschwankungen unabhängiger zu werden, kann sich ein Energiespeicher lohnen. Um die beste Kombination aus erneuerbaren Energiequellen und Batteriespeicher für das eigene Haus zu ermitteln, hilft das kostenlose Online-Tool „Autarky Rate Tool“. Mithilfe dieser Webseite können Sie herausfinden, welche Art von Investition für Ihren Haushalt und Ihr Energieverbrauchsverhalten am effektivsten ist. Mit wenigen Klicks erhalten Sie Auskunft darüber, wie viel Geld und wie viele CO₂-Emissionen Sie mithilfe der Anlagen einsparen können. Zudem berechnet das Tool, nach wie vielen Jahren sich Ihre Investition rentieren wird (Amortisation). Zusätzlich erhalten Sie Informationen darüber, inwieweit Sie ihre eigenen Energiequellen unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung machen, indem Sie Ihren Stromverbrauch mit der eigenen Erzeugung decken (Autarkiegrad). |www.energiespeicher. worms.de © Katrin Berlinghoff © Katrin Berlinghoff 11

Energieeffizienz: So mache ich mein Haus klimafit Energie begegnet uns alltäglich. Wir brauchen sie zur Befriedigung wichtiger Bedürfnisse, wie z.B. Raumwärme. Erneuerbare Energie aus der Sonne, Erde und dem Wasser, rückt immer mehr in den Fokus. Auf der Webseite der Stadtverwaltungen Worms finden Sie detaillierte Informationen zielgruppenspezifisch aufbereitet. Sie reichen von allgemeinen Infos zu Erneuerbarer Energie, Tipps wie Mieterinnen und Mieter Energie einsparen können und wie Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ihre Immobilie energetisch sanieren können. |www.energiesparen.worms.de Der erste Schritt ist eine unabhängige Energieberatung Ein erster Schritt beim Heizungswechsel, dem Tausch der Fenster oder sonstigen Fragen rund um die energetische Sanierung ist eine kompetente Beratung. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. bietet daher in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Worms seit 2008 Energieberatung an. Die Beratung ist unabhängig von jeglichem Anbieterinteresse und wird kostenlos angeboten. Der Wormser Architekt und Energieberater Harms Geißler, bespricht mit Ihnen, wo im Haus am effektivsten Energie eingespart werden kann und welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge dafür erforderlich sind. Auch werden relevante Förderprogramme aufgezeigt. © Katrin Berlinghoff e © reimax16 - AdobeStock.com

tümerinnen und Hauseigentümer in einem anderen Stadtteil die Chance von der Energiekarawane zu profitieren. In einem ein- bis zweistündigen Rundgang durch das Haus erläutern geschulte Energieberaterinnen und Energieberater unter anderem mit Hilfe von Thermografie-Kameras, welche Sanierungsmaßnahmen am und im jeweiligen Haus sinnvoll ergriffen werden könnten. Die Vorschläge reichen von der Dämmung der obersten Geschossdecke bis zur Heizungsanlage im Keller. Dabei sind es oft kleine und kostengünstige Maßnahmen, die besonders rentabel sind. Nach dem Beratungsgespräch gibt es ein Protokoll, welches einen Überblick über die empfohlenen Maßnahmen gibt. Ob und wann daraus Maßnahmen umgesetzt werden, liegt anschließend in der Hand der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer. Zum Start der Kampagne werden alle berechtigten Haushalte mit einem Brief der Stadtverwaltung eingeladen, das kostenlose Beratungsangebot in Anspruch zu nehmen. Die Auswertung ein Jahr nach der Beratung zeigt, dass über 90% der Beratenen mit der Beratung sehr zufrieden waren. Etwa 70% der teilnehmenden Haushalte planen nach Abschluss der Karawane Maßnahmen zur energetischen Sanierung am Gebäude tatsächlich umzusetzen. Besonders häufige Maßnahmen sind der Fenstertausch, das Dämmen von Keller- und oberer Geschossdecke sowie der Einbau einer neuen Heizung. Von 2016 bis 2019 war die Energiekarawane Bestandteil des EU-Interreg-Programms „Climate Active Neighbourhoods“ (CAN) und wurde von der EU anteilig gefördert. Der regelmäßige Austausch zwischen den fünf europäischen Programmpartnern zielte darauf ab, das Energieeinsparpotenzial in Wohnquartieren mit hohem Sanierungsbedarf besser auszuschöpfen. Im Rahmen des CAN-Programms hat Worms die Energiekarawane um den Thermografie-Spaziergang erweitert. Die Beratung findet jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat nachmittags im Wormser Rathaus statt und wird zusätzlich digital über eine Videokonferenz angeboten. Alle Ratsuchende können einen individuellen 45-minütigen Termin erhalten, um ihre ganz persönlichen Anliegen anzusprechen. Damit die Gespräche ungestört, gut vorbereitet und ohne lange Wartezeit erfolgen können, ist eine telefonische Terminvereinbarung unter der Nummer v 09800 6075600 oder v 06241 8537006 für erforderlich. Im Anschluss an das persönliche Gespräch im Rathaus oder digital kann eine aufsuchende Vor-Ort-Beratung im Haus durchgeführt werden. Diese kann im Nachgang für eine Kostenbeteiligung von 30€ gebucht werden. |www.energieberatung.worms.de Energiekarawane (Energieberatung vor Ort sowie Thermografie-Spaziergang für den genauen Durchblick auch bei Ihnen) Ein prämiertes Projekt mit dem Ziel die energetische Sanierung voranzutreiben, ist seit 2011 die Energiekarawane in Worms. Die Maskottchen des Projekts sind bewusst Kamele, denn sie sind geradezu vorbildlich, wenn es um den effizienten Einsatz natürlicher Ressourcen geht. Das dichte Haar schützt die Tiere vor Kälte, sie können Sonnenenergie speichern und haushalten sehr effizient mit Wasser. Die Energiekarawane stellt eine Ergänzung zu dem ganzjährig kostenfreien Angebot der unabhängigen Energieberatung der Verbraucherzentrale, mit der möglichen aufsuchenden Vor-Ort-Beratung für eine Kostenbeteiligung von 30 €, dar. Durch ein Sponsoring sowie eine Kostenbeteiligung der Stadtverwaltung Worms wird bei diesem Projekt sowohl die Energieberatung als auch die aufsuchende Vor-Ort-Beratung kostenfrei angeboten. Jedes Winterhalbjahr erhalten Hauseigen13

Die Teilnehmenden des abendlichen alternativen STADTWANDELN-Rundgangs bei frostigen Temperaturen erlebten ein farbenfrohes Schauspiel. Denn ein Energieberater zeigte und interpretierte ausgewählte Häuser als farbenfrohe Wärmebilder. Da Thermografie-Aufnahmen wärmere Bereiche in rotgelben Tönen zeigen, kann erkannt werden, an welchen Stellen Wärmeverluste der Gebäude liegen. Mit diesem ergänzenden Angebot sollen noch mehr Bürgerinnen und Bürger auf die Potenziale ihres Hauses aufmerksam gemacht und das Interesse geweckt werden, sich mit energetischer Gebäudesanierung zu befassen. Dadurch kann das eigene Zuhause nicht nur behaglicher werden, sondern es lässt sich auch bares Geld sparen. Zudem ist die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ein wichtiger Baustein im Klimaschutz, denn das Energieeinsparpotenzial durch fachgerechtes Sanieren und moderne Gebäudetechnik liegt bei bis zu 80 %. In der Sanierung des Gebäudebestands vereinen sich also Energiesparen, finanzielle Anreize und Klimaschutz. Auch in Betrieben ist das Einspar- und Effizienzpotenzial sehr hoch. Deshalb fand im Jahr 2017 auch erstmals die Energiekarawane Gewerbe in Worms statt. Ähnlich wie bei dem Projekt für Privathaushalte wurden hierbei alle Unternehmen in einem Gewerbegebiet adressiert. Bei Unternehmen können auch häufig schon mit geringinvestiven Maßnahmen signifikante Einsparungen erzielt werden. Vor allem bei der Beleuchtung kann bis zu 70 % des Energiebedarfs reduziert werden. Ist auch eine Produktionsanlage dabei, stehen häufig Druckluft oder elektrische Antriebe im Fokus, mit Effizienzpotenzialen von bis zu 50%. Aber auch bei Büro- und Betriebsgebäuden geht es – wie bei Wohnhäusern – vor allem um die Reduzierung von Kosten für die Wärmebereitstellung. Bei der Wärmeversorgung sind Heizkosten-Einsparungen, etwa bei einem Austausch des Kessels, von bis zu 30 % möglich. |www.energiekarawane.worms.de Mein Stromverbrauch: Mit dem Strommessgerät den eigenen Verbrauch identifizieren Mit einem Strommessgerät können Sie zu Hause eigenständig den Verbrauch der elektrisch betriebenen Geräte messen. Ein durchschnittlicher Haushalt kann, ohne Komfortverlust, etwa 30 % an Stromkosten einsparen. Um Ihr persönliches Stromspar-Potenzial zu ermitteln, können Sie bei der Stadtverwaltung Worms kostenlos ein Strommessgerät der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausleihen. Das Strommessgerät wird einfach zwischen Steckdose und Verbrauchsgerät gesteckt. Die wichtigsten Werte, die das Messgerät liefert, sind der Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) und die momentan dem Stromnetz entnommene Leistung in Watt (W) oder Kilowatt (kW). Wenn Sie ein Strommessgerät ausleihen möchten, wenden Sie sich bitte an das Klimaschutzmanagement unter v 06241 853-7007 oder a klimaschutz@worms.de Welche Förderungen sind für mich geeignet? Eine individuelle Auskunft über die aktuell verfügbaren Fördermittel für energetische Sanierung, erneuerbare Energien oder Klimaanpassung rund ums eigene Haus erhalten Sie in der kostenfreien Energieberatung. Einen ersten Überblick erhalten Sie im Fördermittelkompass der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Dabei werden Programme von EU, Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgern einbezogen. Er zeigt in wenigen Schritten, welche Fördermittel für die individuellen Vorhaben in Frage kommen. Zusätzlich erfahren Sie auf der Webseite der Stadt Worms, welche Förderungen es explizit in Worms gibt. |www.foerderkompass. worms.de |www.strommessgeraete. worms.de 14

Was ist ein Energieausweis und wie bekomme ich ihn? Seit 2009 ist der Energieausweis, auch Energiepass genannt, für Gebäude Pflicht. Die rechtliche Grundlage stellt die Energieeinsparverordnung dar. Dieses Dokument bewertet die energetische Qualität des Gebäudes und dient als wichtige Entscheidungshilfe für Mieterinnen und Mieter als auch für Eigentümerinnen und Mieter. Es gibt verschiedene Varianten, je nach Gebäudetyp und Zweck. Um zu erfahren, welcher Energieausweis für Sie relevant wäre und wie einer erstellt werden kann, kontaktieren Sie am besten die kostenfreie Energieberatung. |www.energieausweis.worms.de Die Anlaufstelle für Energieeffizienz, Bauen und Klimaschutz Seit 2010 veranstaltet die Stadtverwaltung Worms jährlich im Herbst eine zweitägige Messe zum Thema Sanieren, Bauen und Energiesparen. Zahlreiche regionale Aussteller und Dienstleister informieren Samstag und Sonntag umfassend und anschaulich über ihre Angebote. An den zwei Messetagen kommen bei freiem Eintritt immer zwischen 1.000 bis 1.500 Besucher. Neben den Messeständen bieten die Vortragsveranstaltungen eine gute Möglichkeit, interessante Themen, wie die Potenziale der energetischen Sanierung von Gebäuden, den Weg zu einer unabhängigen Stromversorgung sowie den erfolgreichen Einbruchschutz, zu vertiefen. Zwischen 2010 und 2013 fand die Messe unter dem Namen „Umweltmesse“ und ab 2014 als „Energie- und Baumesse“ statt. Erstmalig 2018 fand parallel der Hochwasserschutztag statt und es gab Sonderflächen und Infostände zum Thema Starkregenvorsorge und dem Projekt Regen // Sicher // Worms. Am Stand des kommunalen Klimaschutzmanagements der Stadtverwaltung Worms erhalten Besuchende wertvolle Tipps und Beratung rund ums Energiesparen im Haushalt und eine Auskunft, aus dem Solar- und Gründachkataster der Stadt Worms zu ihrem Gebäude. Am Stand können zudem auch Strommessgeräte ausgeliehen werden und Termine zur kostenlosen Energieberatung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gebucht werden. |www.messe.worms.de Energie und Kosten sparen wenn das Geld knapp ist Für Hauseigentümerinnen und Bauherren gibt es zahlreiche Energieberatungsangebote. Doch häufig sind es Haushalte mit geringem Einkommen, die besonders von den steigenden Energiekosten betroffen sind. Für diese Zielgruppe sind die vorhandenen Beratungsangebote nicht immer geeignet. Seit 2018 bietet die Stadt Worms ihren betroffenen Bürgerinnen und Bürgern durch zwei weitere kostenlose Angebote, Hilfestellungen für das Einsparen von Energiekosten und so auch beim Klimaschutz. Die Energiekostenberatung der Verbraucherzentrale bietet Haushalten mit Stromschulden oder zu hohem Verbrauch kostenlos Hilfe an. Es handelt sich hierbei um ein Beratungsangebot für Haushalte, die Probleme haben, ihre Energiekosten zu bezahlen. Oft sind die Ratsuchenden bereits verschuldet und von Sperren und Sperrandrohungen betroffen. Hinzu kommen häufig weitere persönliche Probleme, die nicht selten zu einer Überforderung führen. Die Energiekostenberatung begegnet diesen komplexen Fragestellungen mit einem systemischen Ansatz und prüft zunächst Abrechnungen, Zahlungsforderungen und Tarife der Energieversorger. Erst dann werden der Verbrauch bewertet und mögliche Einsparmaßnahmen unter Berücksichtigung der Gesamtsituation formuliert. Bei auffälligen Energieverbrauchswerten wird auf Wunsch des Betroffenen auch eine Beratung vor Ort durchgeführt. Ziel der Energiekostenberatung ist es, Stromsperren zu verhindern oder aufzuheben und durch die schnelle Kontaktaufnahme mit dem Versorger weiter auflaufende Kosten zu vermeiden. Eine telefonische Terminvereinbarung ist über v 0800 6075700 oder v 06241 8537006 möglich. Der Stromspar-Check des Caritas-Verbands ist ein Projekt, bei dem Haushalte mit geringem Einkommen vor Ort in der eigenen Wohnung kostenlos zum Energie- und Wassersparen beraten werden. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass die Stromsparhelferinnen und -helfer Langzeitar15

beitslose sind, die speziell für diese Beratungstätigkeit qualifiziert werden. Sie erhalten eine umfassende energiefachliche Schulung durch professionelle Energieberaterinnen und Energieberater sowie ein intensives Training bei der Caritas vor Ort, um ihre sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln und zu festigen. Die Beratung selbst richtet sich an Menschen, die unter die Pfändungsgrenze fallen, die direkt in ihrer Wohnung praktische Tipps bekommen, wie alleine durch Verhaltensänderungen Energie eingespart werden kann, ganz ohne bauliche Maßnahmen. Nach Messung der Energieverbräuche und einer Analyse des Verbrauchsverhaltens werden kostenlos Soforthilfen wie LED-Lampen, Wasserspar-Duschköpfe gewährt oder der Neukauf eines Kühlschranks bezuschusst. So können die Energiekosten eines Haushalts durchschnittlich um ca.150€ pro Jahr gesenkt und pro Beratung knapp 2 Tonnen CO2 vermieden werden. Im Rahmen des EU-Interreg-Programms „Climate Active Neighbourhoods“ (CAN) unterstützte die Stadt Worms die Einrichtung des StromsparChecks in Worms. Ein Netzwerk aus Energieversorger, Job-Center, Arbeitsamt, Schuldnerberatung und anderen Beratungsstellen der Stadt Worms stellt sicher, dass Ratsuchende vom Stromsparcheck und der Energiekostenberatung erfahren. Beide Projekte gehen Hand in Hand, nutzen Synergien und vermitteln Ratsuchende auch gegenseitig an das jeweils andere Projekt weiter. So können Bürgerinnen und Bürger optimal von beiden Projekten profitieren – und ganz nebenbei auch der Klimaschutz. |www.energiekostenberatung.worms.de |www.stromsparcheck.worms.de Energetische Sanierung und Denkmalschutz, wie geht das? Der Denkmalschutz soll Baudenkmale vor vermeidbaren Veränderungen schützen, um sie als authentische Zeugnisse der Vergangenheit zu erhalten. Dabei liegt der Fokus auf der Erhaltung der denkmalwerten Bausubstanz und des geschützten Erscheinungsbildes. Dennoch sollen die Denkmale auch weiterhin zum Leben genutzt werden können, wofür eine wirtschaftliche und energiebewusste Instandsetzung wichtig sind. Veränderungen der Bausubstanz, An- oder Umbaumaßnahmen, Änderungen an der Fassade (Wärmedämmung, Fensteraustausch) oder an erscheinungsbildrelevanten Dachflächen (z.B. durch Anbringen von Solaranlagen) dürfen nicht ohne vorherige behördliche Erlaubnis durchgeführt werden (Genehmigungsvorbehalt). Daher ist es wichtig, dass Sie vor dem Umsetzen etwaiger Sanierungsmaßnahmen sowohl eine Energieberatung konsultieren als auch Kontakt zur unteren Denkmalschutzbehörde unter a denkmalpflege@worms.de aufnehmen. Es gibt verschiedene Energieberaterinnen und Energieberater, die zudem eine spezielle Qualifikation für Baudenkmäler besitzen und Ihnen somit bei der individuellen Betrachtung Ihres Einzelstücks helfen können. Auch im Rahmen der kostenfreien Energieberatung der Verbraucherzentrale kann auf die Thematik eingegangen werden. |www.denkmalsanieren. worms.de 16 BAU UND MÖBELTISCHLEREI Tuchschererstraße 11 67551 Worms Tel. 06247 3299940 Fax 06247 3299943 info@hoch-holz.de www.hoch-holz.de INDIVIDUELLER MÖBELBAU HAUSTÜREN NACH HISTORISCHEM VORBILD LADENBAU RESTAURIERUNG MESSEBAU ENERGETISCHE BERATUNG VON WOHNGEBÄUDEN Ihr Profi im Handwerk

Klimaanpassung: Wie mache ich mein Haus zukunftsfit? Der Klimawandel ist in auch in Rheinland-Pfalz spür- und messbar. Er hat Auswirkungen auf sämtliche Umwelt- und Gesellschaftsbereiche. Städte und Gemeinden sind dabei von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Bewältigung des Klimawandels. Neben Klimaschutzmaßnahmen und der Vermeidung von Treibhausgasen werden geeignete Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels zu einer wichtigen Aufgabe, die sich auch die Stadt Worms stellt. Viele Vorkehrungen zur Vorsorge vor Starkregen und Hitze auch rund um das Gebäude werden immer wichtiger. |www.klak.worms.de Wie stark wäre mein Haus vom Starkregen betroffen und wie kann ich mich schützen? Strahlend blauer Himmel über Worms an einem warmen Sommertag. Kaum eine halbe Stunde später beginnt ein heftiger Platzregen. Nach kurzer Zeit strömen sturzflutartig Wassermassen durch die Wormser Stadtteile. Viel Zeit bleibt nicht, um sich und sein Hab und Gut ins Trockene zu retten. Wer an seinem Haus nicht vorgesorgt hat und ungünstig liegt, dem kann bei einem solchen Starkregenereignis schon mal der Keller volllaufen. © bilanol - AdobeStock.com

damit durch das Umleiten des Wassers die Gefährdung nicht an anderer Stelle höher wird, wie beim Nachbarn. Auf der Webseite der Stadt Worms gibt es zudem eine Starkregen-Tatenbank. Dort finden Sie gute Beispiele aus der Praxis von Wormser Bürgerinnen und Bürgern im Bereich Starkregenvorsorge. Diese umfassen Maßnahmen zum Regenwasserrückhalt wie Entsiegelung, zum Schutz vor Oberflächenabfluss wie die Erhöhung von Bodenschwellen und Maßnahmen zum Schutz vor Rückstau aus dem Kanal wie die Installation einer Rückschlagklappe. |www.starkregen.worms.de Durch den Klimawandel werden solche Extremwetterereignisse nicht nur häufiger, sondern auch intensiver auftreten. Um die Wormser Bürgerinnen und Bürger für die Folgen von Starkregenereignissen zu sensibilisieren und zur Eigenvorsorge zu motivieren, nahm die Stadt Worms am Modellprojekt „Regen // Sicher // Worms“ des Umweltbundesamts teil, bei dem innovative, informelle Beteiligungsprozesse zur Starkregenvorsorge durchgeführt wurden. Ziel der Stadt Worms ist die wassersensible Stadtplanung nach dem Schwammstadt-Prinzip, damit das Wasser vor Ort gehalten wird, um bei starken Niederschlägen Überschwemmungen zu verhindern und bei Hitzeperioden vor Dürre zu schützen. Für das Stadtgebiet von Worms liegen sogenannte Starkregenkarten vor. Darin sind Regenabflüsse an der Erdoberfläche bei einem definierten Regenereignis berechnet und grafisch dargestellt. Die Karten sind online einsehbar, damit sich alle Menschen über die eigene Betroffenheit und mögliche Auswirkungen von Starkregenereignissen informieren können. Wichtig neben der Eigenvorsorge ist auch die Vorsorge in Gemeinschaften, lz Ausschnitt (Horchheim) aus der Starkregenkarte. Der in der Simulation überflutete Bereich unterhalb des Parkplatzes wurde durch die Herstellung von Flutmulden mittlerweile entschärft © BGS Wasser 18 Dacheindeckungen | Spenglerarbeiten | Reparaturen | Fassadenbekleidung | Flachdachabdichtung | Speicherdämmung ALLES AUS EINER HAND: Rheingoldstraße 5 | 67551 Worms Telefon: + 49 (0) 6241 2103528 E-Mail: info@dachdeckerei-schott.de www.dachdecker-schott.de Seit 10 Jahren für Sie im Einsatz! S. SCHOTT Dachdecker Meisterbetrieb Dachdeckereien

Dämmung, Hitzeschutz und Biodiversitäts-Hotspot in einem – Ist ein Gründach für mein Haus geeignet? Begrünte Dächer leisten einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Sie speichern Regenwasser, reduzieren den Oberflächenabfluss und entlasten so die öffentliche Kanalisation – was besonders bei Starkregen ein großer Vorteil ist. Durch die Verdunstung des gespeicherten Wassers wird die Umgebungsluft abgekühlt, was sich wiederum positiv auf das Mikroklima auswirkt, vor allem in dicht bebauten Stadtgebieten bei Hitze. Neben diesen ökologischen Vorteilen profitieren auch die Gebäude selbst. Die Begrünung wirkt als natürlicher Wärme- und Kältepuffer und verbessert die Dämmung des Dachs. Das schützt die Dachhaut vor extremen Temperaturschwankungen und verlängert deren Lebensdauer. Gleichzeitig tragen begrünte Dächer zur Luftreinhaltung bei: Sie filtern Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft und bieten Lebensraum für Insekten und Vögel. Auch finanziell lohnt sich ein Gründach – durch die Rückhaltung von Regenwasser kann die Niederschlagswassergebühr gesenkt werden. Unterschieden wird zwischen extensiver und intensiver Dachbegrünung: Extensive Gründächer sind pflegearm und mit einer dünnen Substratschicht sowie niedrigwüchsigen Pflanzen wie Moos, Kräutern oder Gräsern versehen. Intensive Gründächer hingegen ermöglichen vielfältige Bepflanzungen bis hin zu Sträuchern, Bäumen und sogar Teichen, benötigen jedoch mehr Pflege und ein tragfähigeres Dach. Ein besonderes System stellen sogenannte Retentionsdächer dar. Sie verfügen unterhalb der Begrünung über eine zusätzliche Speicherschicht, die Regenwasser zurückhält und gedrosselt ableitet. Dadurch wird der Abfluss bei Starkregen gezielt verzögert. Wichtig bei der Planung sind die statische Tragfähigkeit des Dachs, die richtige Entwässerung, die Einhaltung des Brandschutzes und der Einsatz wurzelfester Materialien. Auch ist eine regelmäßige Pflege, wie die Kontrolle der Dachabdichtung und das Reinigen der Abläufe, unerlässlich. Extensive Gründächer kommen meist mit einem geringen Pflegeaufwand aus, während intensive Systeme eine kontinuierliche Betreuung benötigen. Mit dem Gründachpotenzialkataster der Stadt Worms erhalten Sie gebäudescharfe Informationen über die Eignung von Dachflächen für eine Begrünungsmaßnahme, Hinweise zur Planung und Bau sowie wertvolle Hilfen für die weitere Umsetzung. Dachbegrünungen bieten also sowohl funktionale als auch ökologische Vorteile – und verwandeln ungenutzte Flächen in kleine grüne Oasen mit großem Mehrwert für Stadt, Umwelt und Bewohnerinnen und Bewohner. Ein erster Schritt, um zu schauen, ob Ihr Dach geeignet ist bietet das Gründachpotenzialkataster. Dort wird die Eignung der Dachfläche eines Gebäudes für eine Dachbegrünung visualisiert, denn dieses hängt u.a. von der Neigung ab. Mit dem Gründachkataster der Stadt Worms können Sie sich mit wenigen Klicks anzeigen lassen, ob die Dachfläche Ihres Gebäudes für eine Dachbegrünung geeignet ist und welche Vorteile Sie dadurch haben. Auch eine Kombination mit Photovoltaik ist möglich und in dem Tool visualisierbar. |www.gruendachkataster. worms.de 19

Wände, Fassaden und sonstige vertikale Flächen in Lebensräume umwandeln – Die Vorteile der Fassadenbegrünung Die zunehmende Bodenversiegelung in urbanen Lebensräumen führt dazu, dass sich die Oberflächen immer stärker erwärmen. Besonders unangenehm und störend fällt dieser Effekt in den Sommermonaten auf, wenn die nächtliche Abkühlung ausbleibt. Grünflächen helfen durch ihre positiven Eigenschaften dem negativ wahrzunehmenden Effekt der Bodenversiegelung entgegenzuwirken. Freie Fassaden bieten als ungenutzte und verfügbare Flächen großes Potenzial, begrünt zu werden. Eine Möglichkeit mehr Grün in urbane Lebensräume zu bringen, ist die Fassadenbegrünung. In der Welt der Pflanzen gibt es verschiedene Exemplare, die über die Zeit unterschiedliche Strategien entwickelt haben, um an Wänden emporwachsen zu können. Fassadenbegrünung ist eine Form der Bauwerksbegrünung und bedeutet planmäßigen und mindestens kontrollierten Bewuchs geeigneter oder speziell vorgerichteter Fassaden mit Pflanzen. Die Begrünung von Fassaden, eröffnet eine Vielzahl von Vorteilen, die sich auf ökologischer, ökonomischer und ästhetischer Ebene entfalten. Einer der primären Umweltaspekte ist die Luftreinigung durch die Pflanzen, die Schadstoffe absorbieren und somit die Luftqualität verbessern. In Bezug auf die Energieeffizienz von Gebäuden fungiert die Begrünung als natürliche Wärmedämmung. Die Pflanzenschicht auf der Fassade reduziert den Wärmeverlust und trägt somit zur Verbesserung der energetischen Leistung bei. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schaffung eines angenehmen Mikroklimas rund um das Gebäude. Die Begrünung hilft, die Temperaturen zu regulieren, indem sie im Sommerwärme absorbiert und die Umgebung kühlt. Dies trägt nicht nur zum Komfort der Bewohnenden bei, sondern kann auch zu einer Reduzierung des Bedarfs an künstlicher Kühlung beitragen. Die Fassadenbegrünung spielt ebenfalls eine Rolle in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Regenwasser. Durch die Absorption von Regenwasser wird der Oberflächenabfluss reduziert, was dazu beisteuert, die Kanalisation zu entlasten und die Versickerung des Wassers zu fördern. Ökologisch betrachtet schafft die Begrünung von Fassaden Lebensräume für Flora und Fauna, insbesondere für Insekten und Vögel. Dies fördert die städtische Biodiversität und unterstützt das ökologische Gleichgewicht. Ästhetisch betrachtet trägt die Fassadenbegrünung zur Verschönerung von Gebäuden und städtischen Umgebungen bei. Die Möglichkeit, verschiedene Pflanzenarten und -muster zu verwenden, eröffnet kreative Gestaltungsmöglichkeiten, die den architektonischen Charakter betonen können. Zusätzlich zur ästhetischen und ökologischen Aufwertung kann die Fassadenbegrünung einen Beitrag zur Werterhöhung von Immobilien leisten. Nachhaltige Elemente werden zunehmend von Immobilienkäufern und -mietern geschätzt, was die Attraktivität von begrünten Gebäuden steigert. Insgesamt trägt eine gezielt gewählte Fassadenbegrünung dazu bei, eine nachhaltigere, lebensfreundlichere und ästhetisch ansprechendere städtische Umgebung zu schaffen. |www.fassadenbegruenung. worms.de 20

Wie kann ich auf meinem Grundstück das Regenwasser versickern? Die naturnahe Versickerung von Regenwasser stellt eine zentrale Maßnahme dar, um den natürlichen Wasserkreislauf trotz zunehmender Versiegelung urbaner Flächen zu erhalten. Während früher nahezu das gesamte Niederschlagswasser über die Kanalisation abgeführt wurde, geht der heutige Trend in Richtung dezentraler Regenwasserbewirtschaftung. Das liegt nicht nur an den gestiegenen Anforderungen durch den Klimawandel – etwa durch häufigere Starkregenereignisse – sondern auch an der Erkenntnis, dass eine lokale Versickerung viele ökologische und ökonomische Vorteile mit sich bringt. Wenn Regenwasser über befestigte Flächen wie Dächer, Höfe oder Straßen nicht mehr in den Boden gelangen kann, fehlt es dem Grundwasser an Nachschub. Gleichzeitig steigt der Oberflächenabfluss, der bei Starkregenereignissen schnell zu überlasteten Kanalsystemen und in der Folge zu Überflutungen führen kann. Mit Versickerungsanlagen lässt sich dieser Problematik wirksam begegnen: Regenwasser wird direkt auf dem Grundstück aufgenommen, zwischengespeichert und kontrolliert in den Untergrund abgegeben. So werden natürliche Speicherprozesse unterstützt, die öffentliche Kanalisation entlastet und die Hochwasservorsorge gestärkt. Ein weiterer Anreiz besteht in der finanziellen Entlastung: Wer das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern lässt, kann von einer Reduzierung oder sogar vollständigen Befreiung von der Niederschlagswassergebühr profitieren. Das macht Versickerungsanlagen nicht nur zu einer ökologischen, sondern auch zu einer wirtschaftlich sinnvollen Investition. Je nach Platzangebot, Nutzung und Bodenverhältnissen kommen verschiedene Arten von Versickerungsanlagen in Betracht: Die einfachste Variante ist die Flächenversickerung – hier wird Regenwasser ohne technische Hilfsmittel direkt auf geeignete Rasen- oder Grünflächen geleitet, wo es in den Boden eindringen kann. Diese Form ist besonders wartungsarm, erfordert jedoch größere Flächen. Kompakter, aber mit etwas mehr baulichem Aufwand verbunden, ist die Muldenversickerung. Dabei wird das Wasser zunächst in einer bepflanzten Bodenmulde gesammelt und anschließend über die bewachsene Bodenzone versickert. Bei geringer Fläche oder schlechterem Boden kann zusätzlich eine Rigole unterhalb der Mulde angelegt werden – eine sogenannte Mulden-Rigolen-Versickerung – die zusätzliches Speichervolumen schafft und auch bei schlecht durchlässigen Böden eine Versickerung ermöglicht. Wo kein Platz für oberirdische Lösungen vorhanden ist, können unterirdische Systeme wie Rigolen oder Versickerungsschächte eingesetzt werden. Rigolen bestehen aus einem mit Kies oder speziellen Kunststoffkörpern gefüllten unterirdischen Speicherraum, durch den das Wasser langsam in den Boden abgegeben wird. Versickerungsschächte wiederum speichern das Wasser in einem senkrechten Schacht, der das Niederschlagswasser gezielt ableitet. Beide Systeme sind auch für überbaute Flächen geeignet, benötigen jedoch eine vorgeschaltete Behandlung des Regenwassers sowie regelmäßige Wartung. Wichtig für jede Versickerungsanlage ist die Einhaltung bestimmter technischer und rechtlicher Voraussetzungen. So darf ausschließlich unbelastetes Niederschlagswasser versickert werden – also etwa von Dächern ohne Zink- oder Kupferanteile. Außerdem müssen die Bodenverhältnisse (z. B. Durchlässigkeit und Grundwasserflurabstand) vorab geprüft werden. In Schutzgebieten, etwa Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebieten, gelten besondere Vorgaben, die eine Versickerung teilweise ausschließen oder nur in Ausnahmefällen zulassen. Besonders unterirdische Versickerungsanlagen wie Schächte oder Rigolen sind häufig genehmigungspflichtig und müssen durch eine fachkundige Person geplant und bei der zuständigen Wasserbehörde beantragt werden. Auch aus städtebaulicher Sicht bieten Versickerungsanlagen Potenziale: Begrünte Mulden können zur Aufwertung von Grünflächen beitragen, neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen und das Stadtklima positiv beeinflussen. Oberirdische Systeme mit Verdunstungsanteil wirken zudem kühlend und verbessern die Luftqualität. Damit sind sie auch eine wertvolle Maßnahme zur Klimaanpassung in dicht besiedelten Räumen. 21

Insgesamt tragen Versickerungsanlagen in mehrfacher Hinsicht zur nachhaltigen Stadtentwicklung bei: Sie fördern die Grundwasserneubildung, reduzieren die Hochwassergefahr, entlasten die öffentliche Infrastruktur und unterstützen eine ökologische Gestaltung von Freiflächen – eine Investition in die Zukunft, die sich für Umwelt, Kommune und Eigentümer gleichermaßen lohnt. |www.versickerung.worms.de Was bringt die Entsiegelung meines Hofs? Die Entsiegelung befestigter Flächen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer klimaangepassten und wassersensiblen Stadtgestaltung. Versiegelte Böden verhindern das Versickern von Regenwasser und blockieren so die natürliche Grundwasserneubildung. Durch das Entfernen von Asphalt, Pflaster oder Beton wird der Boden wieder durchlässig und kann Regenwasser aufnehmen und verdunsten lassen. Auf diese Weise wird der natürliche Wasserkreislauf gestärkt und die öffentliche Kanalisation entlastet, besonders bei starkem Niederschlag und Starkregen. Zudem verringert sich die Wärmeabstrahlung, was besonders an bei Hitze zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt. Zugleich entstehen neue, naturnahe Flächen, die als Lebensraum für Pflanzen und Tiere dienen, das Mikroklima verbessern und städtische Räume gestalterisch aufwerten. Entsiegelte Bereiche können begrünt werden; es ist aber auch eine Teilentsiegelung und mithilfe wasserdurchlässigen Untergrunds, wie Rasengittersteinen oder Porenpflaster möglich. Damit ist Entsiegelung eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme für mehr Umweltqualität und nachhaltigen Umgang mit Regenwasser. |www.entsiegelung.worms.de Regenwassernutzung mit Zisternen – nachhaltig, praktisch, kostensparend Die Nutzung von Regenwasser in Zisternen bietet eine umweltfreundliche und zugleich wirtschaftliche Alternative zur herkömmlichen Trinkwasserversorgung. Regenwasser, das auf Dachflächen gesammelt wird, kann gespeichert und anschließend für verschiedene Zwecke genutzt werden – etwa zur Gartenbewässerung, für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder als Reinigungswasser. Dadurch wird wertvolles Trinkwasser eingespart, was nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schont. Zisternen bestehen in der Regel aus Beton oder Kunststoff und werden unterirdisch eingebaut. Über die Fallrohre der Dachentwässerung gelangt das Regenwasser in einen Vorfilter, der grobe Verschmutzungen wie Laub oder Moos zurückhält. Anschließend fließt das Wasser ruhig in den Speicher, wo sich feine Sedimente am Boden absetzen. Bei Bedarf wird das gespeicherte Wasser über eine Pumpe entnommen. Für die Nutzung im Haushalt ist allerdings ein separates Leitungssystem notwendig, was vor allem im Neubau sinnvoll umsetzbar ist. Neben der Einsparung von Trinkwasser entlasten Zisternen auch die Kanalisation, insbesondere bei Starkregen. Ist die Zisterne voll, wird das überschüssige Wasser gedrosselt an die Kanalisation oder über eine Versickerungsanlage abgegeben. Dadurch wird das öffentliche Entwässerungssystem weniger belastet und Überflutungen können reduziert werden. Zusätzlich kann sich durch den Rückhalt von Regenwasser auch die Niederschlagswassergebühr verringern, wenn zuvor ein Anschluss an die Kanalisation bestand. Wichtig ist, dass nur geeignete Dachflächen genutzt werden. Bei Dächern aus Kupfer, Zink oder Bitumen können Schadstoffe ins Wasser gelangen. Ebenso sollten Filter regelmäßig gewartet und die Zisterne lichtdicht sowie sauber gehalten werden, um eine gute Wasserqualität sicherzustellen. Die Größe des Speichers richtet sich nach der angeschlossenen Dachfläche; als Faustregel gelten etwa 25–30l Speichervolumen pro m2. Zisternen sind ein effektives Mittel, um einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Starkregenvorsorge zu leisten – selbst im kleinen Maßstab. Sie verbinden ökologische Verantwortung mit praktischem Nutzen im Alltag. |www.regenwassernutzung. worms.de 22

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