Infobroschüre Gemeinde Saarwellingen

21. JAHRHUNDERT Gemeinde- und Bildarchiv Zur Dokumentation der Geschichte Saarwellingens wird mit großem ehrenamtlichem Engagement Schritt für Schritt ein umfangreiches (Online-)Archiv aufgebaut. So werden im Gemeindearchiv Materialien gesammelt, professionell eingelagert und katalogisiert. Gleichzeitig wird eine Präsenzbibliothek aufgebaut, die es interessierten Bürger:innen ermöglicht, Nachforschungen zu geschichtlichen Themenfeldern zu betreiben oder auch die eigene Familiengeschichte zu untersuchen. Interessierten steht das digitale Bildarchiv Saarwellingen zur Verfügung, das Fotos, Dokumente und Erinnerungen öffentlich zugänglich macht und insbesondere den Opfern der Weltkriege sowie der jüdischen Gemeinde gedenkt. www.bildarchiv-saarwellingen.de 19. JAHRHUNDERT Nach der Besetzung durch französische Revolutionstruppen gehörte Saarwellingen ab 1795 zum französischen Saar-Departement. 1800 wurden die Orte Saarwellingen, Reisweiler, Labach und Schwarzenholz zu einer Bürgermeisterei (Mairie) zusammengeschlossen. Nach dem Sturz Napoleons fiel die Region zunächst an Österreich und Bayern, 1815 schließlich an Preußen. Saarwellingen wurde Teil des Regierungsbezirks Trier im Kreis Saarlouis. 17.–18. JAHRHUNDERT Im Dreißigjährigen Krieg wurden Saarwellingen und seine Burg zerstört; ab 1660 kehrten Überlebende zurück und begannen mit dem Wiederaufbau. Bereits 1659 war der Ort zur „freien Reichsherrschaft“ unter den Grafen von Kriechingen erhoben worden, später ging er durch Erbschaften an die Grafen von Ostfriesland und schließlich an die von Wied-Runkel über. Ein Schlossbrand im Jahr 1764 löste eine Auswanderungswelle ins Banat aus; kurz darauf ließ Graf Christian Ludwig von Wied-Runkel das heutige Schloss errichten. Schwarzenholz bildete bis zur Französischen Revolution eine eigenständige Reichsherrschaft unter der Äbtissin von Fraulautern, zu der auch Labach, Labacher Hof sowie Kunzen- und Hausermühle gehörten. Zeugnisse dieser Zeit sind unter anderem die Reste der alten Bannmühle und Grenzsteine mit der Jahreszahl 1777. Reisweiler war bis zur Revolution geteilt: teils gehörte es zur Grafschaft Saarbrücken, teils als reichsritterschaftliches Gut den Herren von Hagen und den Grafen von Kriechingen (Herrschaft Kriechingen-Püttlingen). 20. JAHRHUNDERT Saarwellingen durchlief die politischen Umbrüche vom Deutschen Kaiserreich über das Saargebiet unter Völkerbundsmandat bis hin zum Dritten Reich. Die jüdische Gemeinde, die über 250 Jahre lang in Saarwellingen eine Heimat hatte, fiel dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer. An diese gemeinsame Geschichte erinnern heute der jüdische Friedhof, die ehemalige jüdische Schule, das heutige Leo-Grünfeld-Haus sowie rund 100 Stolpersteine, die in den Gehwegen vor einstigen jüdischen Wohnhäusern eingelassen sind. Im Jahr 1937 schlossen sich Reisweiler und Labach zur Gemeinde Reisbach zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1948 zur Auflösung des Amtsbezirks Saarwellingen; die Gemeinden Saarwellingen, Schwarzenholz und Reisbach erlangten ihre Selbstständigkeit zurück. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 erfolgte schließlich wieder der Zusammenschluss der drei Orte zur heutigen Einheitsgemeinde Saarwellingen, die diesen Namen bis heute trägt. 09 Geschichte |

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