HISTORISCHE EREIGNISSE ZUR ORTSGESCHICHTE NEUENKIRCHEN Im Folgenden sollen einige Ereignisse aus der Geschichte der Gemeinde Neuenkirchen Neugierde bei Einheimischen wie Interessierten wecken: ca. 10.000 v. Chr. – Christi Geburt Zahlreiche steinzeitliche Funde auf dem heutigen Gebiet der Gemeinde Neuenkirchen. Dazu gehören u. a. Feuersteinwerkzeuge, Streitäxte und Pfeilspitzen. Siedlungsspuren und Gräberfunde der so genannten Trichterbecherkultur. Zahlreiche Urnenfunde mit reichen Beigaben durch den örtlichen Kiesabbau weisen in die Bronzezeit und vorrömische Eisenzeit. Um 1000 Erste dauerhafte Siedlungen und Ersterwähnung der Bauerschaften Uffenhem, Snedwinklia, Harhem, Suthem und Landrikashem. 7.1.1247 Gründung der späteren Kirchengemeinde von Neuenkirchen durch die Erlaubnis des Bischofs von Münster eine eigene Kirche in der Bauerschaft Snedwinkila bauen zu dürfen und von St. Dionysius in Rheine unabhängig zu sein. 16.–19. Jahrhundert Hollandgängerei – ein Phänomen, das über Jahrhunderte prägend für die Region und Neuenkirchen gewesen ist. Viele Kötter, Heuerleute und Tagelöhner verdingten sich für mehrere Wochen oder Monate in den Niederlanden als Grasmäher oder Torfstecher. Diese sehr strapaziöse und kräftezehrende Arbeit wurde in der Regel nur von jungen und gesunden Männern geleistet, um ein wenig Geld zu verdienen. Manch Hollandgänger erlag der strapaziösen Arbeit oder verliebte sich auch fern der Heimat und kehrte nicht zurück. Erst in den 1870er Jahren verebbte die Hollandgängerei, da die einsetzende Industrialisierung eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze bot und nun auch Arbeiter für die heimische Textilindustrie aus den Niederlanden und Flandern in großer Zahl nach Neuenkirchen führte. 1537–1539 Wiedertäufer in Neuenkirchen – ein Beleg unruhiger Zeiten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Nach Ende des Täuferreiches in Münster im Jahre 1535 und der Hinrichtung ihrer Anführer ein Jahr später, versuchten die überlebenden Täufergruppen in kleineren Orten des Münsterlandes eine neue Organisationsstruktur mit neuen Gemeinden und Predigern aufzubauen, um ihr neues Jerusalem, die Stadt Münster, zurück zu erobern. Auch in Neuenkirchen gab es eine solche Gemeinde unter der Führung des Vizekurates (Pfarrer ohne eigene Pfarre) Hinrich Becker. Seine Aktivitäten in den Folgejahren bis etwa 1538 reichen von Missionsversammlungen vor Ort, eine Teufelsaustreibung bis zu Treffen mit weiteren führenden Täufern im Münsterland. Der Droste zu Bevergern, in dessen Zuständigkeit Neuenkirchen lag, berichtete detailliert regelmäßig an seinen Dienstherrn, den Bischof von Münster. Nach 1539 ist Hinrich Becker nicht mehr nachweisbar und mit ihm verschwindet der „Spuk“ der Täuferbewegung in Neuenkirchen. Durch verstärkte Verfolgung „versandet“ die Bewegung nicht nur im Münsterland immer mehr und verliert schließlich seine Bedeutung. 1669 | 1742 | 1771 Brandkatastrophen und ihre Folgen waren auch in Neuenkirchen in den Jahren 1669, 1742 und zuletzt 1771 verheerend in ihrer Wirkung. Grund für die Brände waren oft Fahrlässigkeit oder Übermut. Viele Häuser standen gerade im Ortskern um die Pfarrkirche dicht zusammen, waren aus Holz und strohgedeckt. Für die Brände von 1742 und 1771 sind die verheerenden Folgen belegt, die jeweils zur fast völligen Verlust der Häuser im Kern des Wiegboldes Neuenkirchen führten. Beim letzten verheerenden Brand von 1771 zahlte erstmals die wenige Jahre zuvor im Fürstbistum eingerichtete Feuerversicherung ein Teil der Schäden. 10 | Gemeinde Neuenkirchen
RkJQdWJsaXNoZXIy MTcxNzc3MQ==