Ratgeber für Stadt und Landkreis Goslar

HÄUSLICHKEIT HAT GRENZEN Erhöhte Demenz ist oft mit körperlicher Pflege verbunden. Pflegende Angehörige kommen nicht selten an ihre Grenzen. Eigenes Alter und die ständige seelische Belastung setzen sie unter Druck. Sie wissen es und an vielen Stellen dieses Ratgebers sagten wir schon, wie sehr das Leben innerhalb des 24 Stunden mal 7 Tage mal 365 Tage mal (oft) Jahre sich verändert. Unverstandene Verhaltensweisen wechseln sich mit guten Momenten ab. Pflegende Angehörige durchleben ständig „Wechselbäder“ der Hoffnung und dann wieder der enormen Belastung. Und dann das Bewusstsein: zunehmend wird es schwieriger. Was müssen da Angehörige alles aushalten. Die vertraute Wohnung erhält über lange Zeit das Gefühl der Geborgenheit. Dies mag eine ganze Weile gut gehen, doch was dann? Betreutes Wohnen – Wohngemeinschaften – Altenwohn- und Pflegeheime mit der 24-Stunden-Versorgung; da gilt es abzuwägen, auszusuchen. Dement und pflegebedürftig und doch in den eigenen vier Wänden, wohltuende Gemeinschaftsräume, wiederkehrende Tagesangebote je nach Bedürfnis und Möglichkeiten und rund um die Uhr fachlich qualifizierte Mitarbeiter zur Seite zu haben. Das zeichnet gute Altenhilfeeinrichtungen aus, die sich besonders um ihre Demenzkranken kümmern. Darum: zögern Sie nicht, jede Hilfe, die beiden Seiten helfen kann, anzunehmen. Natürlich ist es emotional sehr schwer, gewisse Entscheidungen zu treffen; im Besonderen bei der notwendig anstehenden Frage nach einem Pflegeheim. DIE LETZTE WEGSTRECKE IN WÜRDE IM HOSPIZ CHRISTOPHORUS HAUS GOSLAR Der ambulante Hospizverein christophorus haus e.V. begleitet seit 1981 schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrem Zuhause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Seit dem Jahr 2002 bietet der älteste Hospizverein Deutschlands zusätzlich die Möglichkeit an, in einem eigenen Hospiz in der Robert-Koch-Str. 42 während der letzten Lebenszeit betreut zu werden. Für maximal drei schwerstkranke und sterbende Gäste besteht die Möglichkeit, die letzten Tage oder Wochen in geschütztem, familiärem Umfeld zu verbringen. Wenn aus verschiedenen Gründen ein Zuhausebleiben nicht möglich ist, kommen wir auf Anfrage beratend hinzu, um zu schauen, ob eine Aufnahme ins Hospiz erfolgen kann. Voraussetzung ist, dass es sich um eine Erkrankung mit absehbarer Lebenszeit handelt, der Betroffene informiert und einverstanden ist und die Familie sich mit in die Begleitung einbindet. Die meisten unserer Gäste leiden an einer Tumorerkrankung, in unserem Haus finden aber auch Menschen mit Hirnerkrankungen, wie z. B. Schlaganfall, Aufnahme, sofern auf jede weitere lebensverlängernde Maßnahme wie z. B. künstliche Ernährung verzichtet werden soll. Eine Aufnahme ist nicht abhängig von einer kulturellen, sozialen, finanziellen oder religiösen Haltung. Wir gewährleisten eine 24-Stunden-Betreuung durch geschulte, ehrenamtliche und hauptamtliche Hospizmitarbeiterinnen. Gern stehen wir auch den Angehörigen in allen Fragen über die letzte Wegstrecke zur Verfügung. Wir beraten ebenso zum Thema Pflegegrade, Vorsorgevollmacht, Patienten- verfügung. Die Bildungsangebote finden Sie unter dem Suchbegriff „Seniorenakademie“ im Internet auf unserer Website www.vhs-goslar.de sowie in unserer Seniorenakademie-Broschüre (erhältlich im Kreishaus und bei den Kooperationspartnern). HILFE UND UNTERSTÜTZUNG 25

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