Vom guten Miteinander Wer im Umgang mit dementiell Erkrankten unerfahren ist, ist vielleicht versucht, besonders sachlich zu argumentieren. Und lässt leicht die Falle Überforderung zuschnappen. Auch das Gegenteil ist oft wenig hilfreich: Wird der Tonfall zu kindlich, reagiert der Erkrankte vielleicht mit Ärger und Verweigerung, weil er den Verlust von Respekt und Würde spürt. "Der Ton macht die Musik. Empfehlenswert ist eine ruhige, liebevolle Ansprache. "Je mehr Eigenständigkeit möglich, desto besser. Vorhandene Fähigkeiten fördern, aktives Mitmachen loben. "Richtig fragen. Nicht bedrängen. „Hast du Hunger?“ ist besser als „Du musst jetzt endlich etwas essen“. "Zeit für neue Ansätze einplanen: Es kann oft helfen, das abgelehnte Essen wenige Minuten später noch einmal anzukündigen. Wie könnte ein gut vorbereiterer Essbereich aussehen? "Den Tisch übersichtlich decken und nur Gegenstände auf dem Tisch belassen, die notwendig sind. "Kontraste schaffen, damit die Speisen gut erkannt werden: Einfarbige Teller, einfarbige Tischdecken. Weiße Speisen wie etwa Quark, Fischfilet, Blumenkohl und Reis besser auf farbigem Geschirr servieren. "Tisch gut ausleuchten. "Ruhige Atmosphäre anstreben: Kein TV, kein Radio, kein Straßenlärm. Wie sollten die Speise am besten serviert werden? "Nicht zu heiß bzw. zu kalt servieren. Demenz- Erkrankte merken oft nicht, wenn etwas zu heiß ist, und verbrühen sich. "Menuegänge getrennt auftischen: Viele verschiedene Gerichte verwirren unnötig. Erkrankte können sich nicht entscheiden, was sie essen sollen; also gerne erst die Kartoffel und dann die Erbsen servieren. "Immer auf Veränderung von Vorlieben gefasst sein: Wer früher lieber Saures oder Bitteres möchte, kann durchaus auf Süß umsteigen. Probieren geht über Studieren. "Zeit mitbringen: Je mehr Muße ein verwirrter Mensch beim Essen hat, desto mehr wird er letztendlich essen. "Wenn möglich: Gemeinsam essen. Mit vertrauten Menschen am Tisch haben Demenz-Patienten mehr Appetit. Außerdem: Das Vorbild eines Mitessers kann durchaus eine „technische“ Erinnerungshilfe sein, der man gerne folgt. Was sind Anforderungen an die Speisen, Getränke? "Viele essen und trinken zu wenig, weil sie weder Hunger noch Durst spüren. Immer wieder Essen und Trinken anbieten. Evtl. an einigen Stellen in der Wohnung „Imbissstationen“ einrichten. "Die betroffenen Personen mit genügend Kalorien und Flüssigkeit versorgen: Vor allem unruhige Kranke mit hohem Bewegungsdrang müssen ausreichend essen, um nicht an Gewicht zu verlieren und in eine Mangelernährung zu geraten. Auf hohe Energiedichte achten. "Möglichst oft Gerichte anbieten, die die Betroffenen lange kennen und lieben. Was kann man sonst noch tun? "Mahlzeiten regelmäßig zur selben Tageszeit anbieten. "Für körperliche Bewegung sorgen. "Auf Befindlichkeitsstörungen achten: Verstopfung löst Völlegefühl und Unbehagen aus. In der Apotheke nach Hausmitteln fragen, z.B. nach Lactulose-Sirup. "Wenn der Umgang mit Messer und Gabel schwerfällt, versuchsweise auf Finger-Food- Angebote setzen bzw. Essen in mundgerechte Stücke schneiden, die mit den Fingern gegriffen werden können. DIAGNOSE & THERAPIEN 18
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