Ratgeber für Stadt und Landkreis Goslar

Ausgabe 2026/2027 Ratgeber für Stadt und Landkreis Goslar Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Goslar e.V. Tipps zu den Themen A = Ambulant, D = Demenz, Z = Zuhause/auch Senioreneinrichtungen

Schmidt Augenoptik & Hörakustik Inhaber Matthias Schmidt e.K. optik-akustik-goslar.de OptikAkustikSchmidt schmidt_augenoptik_hoerakustik Wer gut hört, hält sein Gehirn auf Trab: Denn Hören hilft dabei, gut vernetzt zu sein und aktiv zu bleiben. Diese geistige und kommunikative Aktivität senkt auch das Demenzrisiko! Deshalb empfehlen wir Ihnen: Kommen Sie regelmäßig zur Hörvorsorge! So erkennen wir eine Schwerhörigkeit frühzeitig und helfen, einer Demenz vorzubeugen. GUTES HÖREN HÄLT AUCH GEISTIG FIT! Aufladbar & unsichtbar: Modernste Hörgeräte mit Akku für maximalen Hörkomfort – jetzt bei uns! Rosentorstraße 10/11 38640 Goslar 05321- 22078 Bahnhofstraße 12 d 38315 Schladen 05335 - 201 Lindenstraße 26 38704 Liebenburg 05346 - 1362 ALLES FÜR IHRE GESUNDHEIT Demenz ist nicht nur eine Herausforderung für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Gesellschaft, Pflegeheime und Krankenhäuser. Umgang mit Patienten, die an Demenz erkrankt sind, erfordert oft eine besondere Sensibilität und Fachwissen der Mitarbeiter zum Beispiel bei der Gestaltung der Beziehung, Kommunikation und Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen. In den Asklepios Harzkliniken Goslar werden seit längerer Zeit speziell konzipierte Aufenthaltsräume eingesetzt, die als sogenannte „Gute Stuben“ einen geschützten Rückzugsort für Patientinnen und Patienten darstellen. Diese Räume sind nach evidenzbasierten, milieutherapeutischen Prinzipien gestaltet und zielen darauf ab, durch eine gezielte Kombination aus vertrauten, wohnraumähnlichen Elementen sowie strukturierenden und beruhigenden Umweltreizen das Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Hierzu zählen unter anderem visuell gestaltete Wandflächen mit alltagsnahen Motiven, natürliche Materialien, eine klare Raumstruktur sowie multisensorische Reize wie beispielsweise ein Aquarium. Ergänzend wurde von einem interprofessionellen Team ein multisensorisches Kissen („Frieda“) für Menschen mit Demenz entwickelt. Es ermöglicht eine individuell angepasste sensorische Stimulation und trägt zur Entspannung sowie Reduktion von Unruhe bei. Die Asklepios Harzkliniken haben schon vor Jahren reagiert und eine Demenzbeauftragte eingestellt, eine studierte Pflegeexpertin im Fachgebiet Demenz. Sie kümmert sich nicht nur um Demenz-Kranke, sondern entwickelt und betreut weitere Spezial-Projekte, auch allgemein für ältere Patienten, Projekte, die teilweise preisgekrönt sind, auch mit inter- nationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Asklepios ist mit seinen Harzkliniken (Standorte: Goslar und Bad Harzburg) sowie der Schwesterklinik Schildautal in Seesen und seinen Medizinischen Versorgungszentren im Landkreis Goslar, in der Region, der Gesundheitsanbieter Nr.1 – auch Geriatrie gehört bei Asklepios im Harz seit Jahren fest zum Leistungsangebot. Asklepios Harzkliniken GmbH Kösliner Str. 12 - D - 38642 Goslar Tel.: +49 5321 44-0 E-Mail: info.goslar@asklepios.com | www.asklepios.com/goslar Demenzraum Multisensorisches Kissen Frieda

Sie erreichen uns Im Fliegerhorst 6b 38642 Goslar oder unter der Telefonnummer 05321 3943131 Parkmöglichkeiten vor dem Haus oder Bushaltestelle Fliegerhorst Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Sie halten hiermit die 6. Auflage unseres Demenz Ratgebers in den Händen. Da wir seit 2013 hier im Landkreis aktiv sind dürfen wir uns über das große Interesse auch an dieser Publikation freuen. Aussehen und Inhalt sind in dieser Auflage anders, denn das gesamte ambulante Hilfsangebot ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass ein, hoffentlich, langes Verweilen in der vertrauten Umgebung gegeben ist. Viele von Ihnen, ob als Familienangehörige, Freunde, Nachbarn, Fachkräfte und Ehrenamtliche, wissen um die Lebensaufgabe bei der Betreuung und Pflege der erkrankten Menschen und somit um die großartige Leistung derer, die ihre Angehörigen zu Hause versorgen oder die sich um sie kümmern, wenn sie in eine Tagespflege gehen oder in einem Altenheim wohnen. Wie oft kommen wir da an unsere Grenzen. Hierbei möchte die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, mit Sitz in Berlin, und wir als „Zweigstelle“ hier im Landkreis Goslar Sie unterstützen. Dieser Ratgeber enthält für Sie die wichtigsten und grundlegenden Informationen rund um diese Erkrankung. Die Vielfalt unserer Gesellschaft besonders derer aus ihrer Mitte, die durch manche Erkrankung oft am Rande stehen, braucht nicht nur verständiges Mitgefühl, sondern tatkräftige Unterstützung. Damit dieser Ratgeber entstehen konnte, haben uns viele Mitbürger durch Gespräche, Informationen, Hinweise und finanzielle Beiträge geholfen. Dafür sagen wir unseren Dank! Gudrun Ribbe und Erhard Stahl Vorstand der Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Goslar e.V. GRUSSWORT GRUSSWORT DES VORSTANDES 03

04 Pflegehelden Goslar  05321 - 358 90 10  pflegehelden.de Ihr Sascha Thiel Persönlicher Ansprechpartner vor Ort mit 98% Weiterempfehlung Sofortige Entlastung als Alternative zum Pflegeheim Jederzeit kündbar & volle Kostentransparenz Jetzt scannen, um mehr zu erfahren! 24H- PFLEGE ZUHAUSE …die herzliche Alternative zum Pflegeheim SOZIALE DIENSTE UND EINRICHTUNGEN AWO Senioren & Pfl ege in Goslar Raum zum Leben Weitere Infos: www.awo-bs.de Tappenstr. 22 | 38640 Goslar Tel. +49 5321 68568–23 Krugwiese 13 | 38640 Goslar Tel. +49 5321 783–0 „Hier fühle ich mich zu Hause.“

ALZHEIMER-GESELLSCHAFT IM LANDKREIS GOSLAR E.V. Menschen, die an einer Demenz erkranken, und ihre Familien stehen am Beginn eines langen, oftmals sehr schwierigen Weges. Doch sie müssen und sollen diesen Weg nicht alleine gehen. Sie brauchen Information, Beratung und Unterstützung. Und sie brauchen Wegbegleiter: Freunde, Kollegen, Nachbarn und kompetente Fachleute in der Pflege, Medizin und Beratung. Die Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Goslar e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Demenz und ihre Familienangehörigen zu beraten und über Hilfen vor Ort zu informieren. Wir finanzieren uns überwiegend durch Mitgliederbeiträge und Spenden. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, spenden Sie bitte auf unser Konto. Vielen Dank! Bankverbindung: Sparkasse Hildesheim Goslar Peine IBAN DE37 259501300096194634 BIC NOLA DE 21 HIK EIN WORT AN DIE ANGEHÖRIGEN Gesprächskreis für Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich zum vertraulichen Erfahrungsaustausch, zum wechselseitigen Zuhören und zur gegenseitigen Stärkung. Denken Sie auch an sich selbst! Teilen Sie sich Ihre Kräfte gut ein! Sie brauchen Erholung und Ausgleich. Durch die Erkrankung Ihrer Angehörigen sind Sie stark beansprucht. Sie handeln verantwortungsvoll, wenn Sie sich freie Stunden verschaffen, in denen Sie Ihren eigenen Interessen nachgehen. Im Gespräch mit Menschen in ähnlichen Situationen tauschen Sie Erfahrungen aus und holen sich Anregungen. Sie stärken sich gegenseitig, damit Sie auch künftige Herausforderungen gut bewältigen können. Jeden 1. Mittwoch im Monat von 17.00–19.00 Uhr in unseren Räumen Im Fliegerhorst 6B, 38642 Goslar Telefon 05321 3943131 alzheimer-goslar@gmx.de www.alzheimer-goslar.de Sie sind herzlich willkommen! Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Goslar e.V. Im Fliegerhorst 6B (Asklepios Bildungszentrum Harz) 38642 Goslar Telefon 05321 3943131 alzheimer-goslar@gmx.de www.alzheimer-goslar.de Jeden Mittwoch ist in der Zeit von 15.30–17.00 Uhr das Büro besetzt für Telefonate bzw. persönliche Gespräche. In der Asklepios Harzklinik, Kösliner Str. 12, Goslar, stehen wir für persönliche Beratungs- gespräche zur Verfügung, und zwar jeden 2. Dienstag im Monat von 14.30–17.00 Uhr. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, melden Sie sich bitte telefonisch vorher an. Vielen Dank. ALZHEIMER-GESELLSCHAFT IM LANDKREIS GOSLAR E.V. 05

06 ALLES FÜR IHR HÖREN UND SEHEN

GRUSSWORT DES LANDRATES GRUSSWORT Liebe Mitglieder, sehr geehrte Angehörige und Interessierte, Rund 1,8 Millionen Menschen, Tendenz steigend – so viele Menschen sind nach aktuellen Schätzungen in Deutschland von Demenzerkrankungen betroffen. Es ist eine unwiderrufliche und belastende Diagnose, die zurecht von vielen gefürchtet ist. Auch wenn Demenz als „Krankheit des Vergessens“ bekannt ist, wirkt sie sich auf so viel mehr als das Gedächtnis aus: Bewusstsein, Denken und selbst das Sprachvermögen erfahren so massive Beeinträchtigungen, dass ein eigenständiges Leben mit fortschreitender Erkrankung unmöglich werden kann. Demenzerkrankungen bedeuten einen unumkehrbaren Einschnitt in das alltägliche Leben – und das nicht nur für die Betroffenen selbst: Nicht erfasst in den Statistiken sind die vielen Angehörigen, die Leid erfahren, weil sie den fortschreitenden Verlust der kognitiven Fähigkeiten ihrer Liebsten miterleben. Sie müssen mit ansehen, wie nahestehende Personen mit der Zeit immer mehr verschwinden, obwohl sie doch körperlich noch anwesend zu sein scheinen. Und das ohne die Aussicht darauf, dass die Erkrankten wieder genesen können, denn eine Behandlung, die endgültige Heilung verspricht, gibt es bedauerlicherweise noch immer nicht. In diesen schwierigen Zeiten reicht die Alzheimergesellschaft mit ihrem Demenzratgeber Betroffenen eine Hand. Auch die mittlerweile sechste Ausgabe bietet nicht nur Informationen rund um die Krankheitsbilder, die Demenz mit sich bringt. Der Ratgeber liefert ebenso ganz gezielt Impulse und Anlaufpunkte in der Region, die speziell Angehörigen Unterstützung versprechen – ein Engagement, für das ich den Verantwortlichen außerordentlich dankbar bin. Es hilft dabei, ein wenig Last von den Schultern der Betroffenen zu nehmen, die oftmals eine so große Verantwortung zu tragen haben. Und insbesondere vermittelt er eine Botschaft, die in den schwierigen Stunden Mut macht und Hoffnung schenken kann. Die Diagnose Demenz bedeutet ein schweres Schicksal – doch allein gelassen werden sie damit nicht. Mit freundlichen Grüßen Dr. Alexander Saipa Landrat Landkreis Goslar 07

ALZHEIMER GESELLSCHAFT NIEDERSACHSEN E.V. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. ist der bundesweite Dachverband der Selbsthilfe Demenz. Er setzt sich von seinem Sitz in Berlin aus für ein besseres Leben von Menschen mit Demenz und ihren Familien bundesweit ein. In den meisten Bundesländern gibt es Landesverbände der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. In Niedersachsen ist das die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e.V. – Selbsthilfe Demenz mit Sitz in Hannover. Sie macht sich für rund 180.000 Menschen mit Demenz sowie ihre An- und Zugehörigen gezielt in Niedersachsen stark. Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen hat insgesamt 23 Mitglieder. Diese sind regionale Alzheimer Gesellschaften und Selbsthilfegruppen. Zu den Aufgaben des Landesverbandes zählt unter anderem, seine Mitglieder im Land zu unterstützen. Dazu gehört auch, die Anliegen gegenüber der Landespolitik zu vertreten, Öffentlichkeitsarbeit und Demenzprojekte in Niedersachsen umzusetzen sowie die Vernetzung von Akteuren der Demenz Selbsthilfe voranzutreiben. Die Alzheimer Gesellschaft Landkreis Goslar e.V. ist eines der Mitglieder bei der Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen. Ihr Engagement im Landkreis Goslar zeigt, wie wichtig die Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen direkt vor Ort ist. Im Ratgeber der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist zu lesen: „Z.B. kann es sein, dass die Betroffenen weniger Antrieb und Initiative haben, sich impulsiv oder distanzlos verhalten, sich weniger in andere Menschen einfühlen können oder soziale Regeln missachten. Bei manchen Formen der Demenz, insbesondere bei denen, die durch Erkrankungen des Stammhirns hervorgerufen werden, stehen die Verhaltensänderungen sogar im Vordergrund.“ Nach der fachärztlichen Feststellung werden gleichzeitig nicht-medikamentöse Trainings- und ähnliche Therapien eingesetzt, welche z.B. sind: Hirnleistungstraining, Ergo-, Verhaltens-, Erinnerungs-, Musik- und Physiotherapie. Die Unterstützung der Angehörigen ist ganz wichtig, denn durch die Erkrankung beginnt ein Rollenwandel in der Familie. Die Dinge beim Namen nennen und damit die Scham zur Öffnung überwinden, hilft sehr. Unter www.ratgeber-junge-demenz.de können wertvolle Hinweise und Anregungen abgerufen werden. ALZHEIMER GESELLSCHAFT NIEDERSACHSEN E.V. Demenz braucht ... Geduld Verständnis Respekt Musik Geborgenheit Gelassenheit Zeit Humor Liebe Ansprache Akzeptanz Empathie Normalität Unterstützung Zuneigung Zärtlichkeit Aufklärung Vertrauen 08

Gesetzliche Regelungen und Leistungen der Pflegeversicherung SGB XI sowie Leistungen des Sozialhilfeträgers SGB XII ����� S. 32 "Im Alter selbstbestimmt leben und wohnen "Leben und Wohnen in der eigenen Wohnung "Ambulante Pflegedienste "24-Stunden-Pflege "Die Pflege-Wohngemeinschaften "Betreutes Wohnen "Teilstationäre Pflege/ Tagespflegeeinrichtungen "Vollstationäre Pflege/ Pflegeheime "Kurzzeitpflege "Leistungen des Sozialhilfeträgers im Rahmen der Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII Broschüren, Bücher, wertvolle Tipps �����������������������S. 40 "Schriftreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. "Was kann ich tun? – Tipps und Informationen bei beginnender Demenz "Weitere Ratgeber Telefonnummern für den Notfall �������������������������S. 42 "Asklepios Harzklinik Goslar/ Bad Harzburg "Asklepios Klinik Schildautal Seesen "Klinik Dr. Fontheim Liebenburg IMPRESSUM & INHALTSVERZEICHNIS Grußwort des Vorstandes �����S. 03 Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Goslar e. V. ������������� S. 05 Grußwort des Landrates �������S. 07 Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e. V. ����������������� S. 08 Impressum & Inhaltsverzeichnis ������������������� S. 09 Diagnose & Therapien �����������S. 10 "Veränderungen "Wie kommt es zur Erkrankung? "Alzheimer und Demenz "Demenz im Alter "Die Diagnose "Demenz in jüngeren Jahren "Risikofaktoren für Demenz "Medikamente richtig einnehmen "Hält die Seele Schritt? "Die 12 goldenen Regeln für den Umgang mit Menschen mit Demenz "Geistig fit bleiben – Mit 10 Maßnahmen Demenz vorbeugen "11 Tipps zur besseren Verständigung mit Menschen mit Demenz " Ernährung – damit muss man rechnen… "Gut Essen … Bei Demenz- patienten nicht immer leicht. "Medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für pflegende Angehörige "Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus Hilfe und Unterstützung ���������S. 20 "Vorstellung Senioren- und Pflegestützpunkt "compass private pflegeberatung "Alltagshilfen Goslar vermitteln Kontakte "Kreisvolkshochschule – Seniorenakademie "Häuslichkeit hat Grenzen "Die letzte Wegstrecke in Würde im Hospiz Christophorus Haus Goslar "Die Beschwerdestelle Pflege im Sozialministerium Hannover Vorsorge und Betreuung �������S. 28 "Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung "Dies sollten Betroffene stets bei sich tragen IMPRESSUM & INHALTSVERZEICHNIS Herausgeber: BVB-Verlagsgesellschaft mbH © BVB-Verlagsgesellschaft mbH, 2026 Titelfoto: © pikselstock - shutterstock.com Hinweis: Ein paar Textteile des Demenzratgebers wurden mit freundlicher Genehmigung der Stadt Jülich aus der Publikation „ALT WERDEN IN JÜLICH – LEBEN MIT DEMENZ IN JÜLICH“ entnommen. Alle Angaben nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr oder Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit. Irrtümer vorbehalten. Titel, Umschlaggestaltung, Fotos, Kartographien sowie Art und Anordnung des Inhalts sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck – auch auszugsweise – ist nicht gestattet. Alle Rechte vorbehalten. In unserem Verlag erscheinen unter anderem Informationsbroschüren aller Art, Wirtschafts- und Gesundheitsmagazine, Firmenbroschüren sowie Faltpläne und sonstige kartographische Erzeugnisse. Das verwendete Papier wird im ECF-Verfahren (elementarchlorfrei) hergestellt. Friedrichstraße 4 48529 Nordhorn Tel. 05921 9730-0 Fax 05921 9730-50 kundenservice@bvb-verlag.de www.bvb-verlag.de 09

© Chinnapong - AdobeStock.com Die Anzahl der an Demenz erkrankten Menschen nimmt in Deutschland zu. Weit über zwei Millionen sind betroffen. Der Alltag verändert sich – Vergesslichkeit stellt sich ein. Unser Gehirn hat Schaden genommen und mit unserem Gedächtnis können wir nicht mehr kreative Ideen entwickeln, klare Gedankengänge sind nicht mehr möglich. Was hat sich alles im Laufe unseres Lebens an Erlebnissen und Erfahrungen angesammelt und doch lässt bei Demenz das Erinnerungsvermögen erheblich bis fast ganz nach. VERÄNDERUNGEN Sich auf Dauer nicht mehr erinnern zu können bedeutet: „Der Boden unter den Füßen wird entzogen; glückliche und bereichernde, aber auch sorgenvolle und traurige Zeiten waren abrufbar. Frohe Momente schafften Zufriedenheit; traurige Situationen gaben Kraft und Zuversicht für die Zukunft. Am Anfang oft nicht ernstgenommen, schleicht sich Demenz ein. Vieles wird als harmlos und dem Alter entsprechend angesehen. Doch das Kurzzeitgedächtnis leidet zuerst. Während zunächst noch die Erinnerung der Vergangenheit, z.B. Kindheits-, Schul- und Ausbildungserlebnisse präsent sind, finden sich Erkrankte oftmals in der gewohnten Umgebung nicht mehr zurecht und verlieren schnell die Orientierung. Gewohnte Handgriffe des Alltages wie Kochen, Putzen, Waschen, Anziehen, Autofahren fallen immer schwerer. Schreitet die Demenz fort, ist auch das Langzeitgedächtnis betroffen. Orientierungslosigkeit und Gedächtnisverlust verändern massiv das Leben. Die Ergebnisse bisheriger Forschung erklären zwar das Geschehen im Gehirn bei Demenz, aber wir sind noch weit von Behandlungsmöglichkeiten bzw. Heilung entfernt. Jeden Tag neu nehmen unsere DIAGNOSE & THERAPIEN DIAGNOSE & THERAPIEN 10

Sinnesorgane wiederkehrende und neue Eindrücke auf; seien es Gefühle, Reize, Gerüche, Geräusche u.a.m. Unser Gehirn entscheidet ziemlich schnell, was da für uns wichtig ist und was wir speichern wollen. Über 100 Milliarden Nervenzellen, miteinander verbunden, bewerkstelligen dies. Sprechen wir von Demenz, so ist das Zusammenspiel von Nervenzellen und Botenstoffen im Gehirn gestört. Auf Dauer findet eine Mangelversorgung der Nervenzellen statt und sie sterben ab. Auf der ganzen Welt forschen Mediziner nach Ursachen und Therapien, die auf die Wiederherstellung der Signalwege abzielen. Dabei kommt der Nervenwachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived: Neurotrophic-Factor) ins Spiel. Zum heutigen Zeitpunkt lässt sich sagen, dass kognitives Training ebenso effektiv ist wie die eingesetzten Medikamente. Trotz des schwierigen Einsatzes von Medikamenten und Therapien mag es eine „Faustregel“ geben: 1. Lektüre: die grauen Zellen anregen 2. Pillen und Pulver: nur fachärztlich verordnete Medikamente einnehmen 3. Bewegung: den Körper fordern 4. Sozialleben: Freunde treffen, gemeinsam lernen 5. Schlafenszeit: den Geist zur Ruhe kommen lassen 6. Denkaufgaben: kreativ trainieren 7. Herz und Hirn: Risikofaktoren ausschalten 8. Ernährung: gesund genießen WIE KOMMT ES ZUR ERKRANKUNG? Als Oberbegriff gilt Demenz für mehr als 50 Krankheitsformen. Jede dieser Formen verläuft sehr unterschiedlich. ALZHEIMER UND DEMENZ Zu den Ursachen lässt sich sagen: Diese und andere Formen der Demenzerkrankung sind nicht heilbar, sind aber durch gezielte Therapien beim Fortschreiten verzögernd wirksam. DEMENZ IM ALTER Auf alle Fälle sollte eine Facharztpraxis oder Gedächtnisambulanz aufgesucht werden. DIE DIAGNOSE Die fortschreitende Medizinforschung in der Feststellung einer Demenzerkrankung kann heute mehr. Für viele Menschen ist es leider immer noch ein Makel, an Demenz zu denken. Aber es geht ja um den rechtzeitigen Einsatz von Hilfsmöglichkeiten, um den Erhalt der Würde und Selbstständigkeit, um gelingendes Miteinanderleben. Einzelne Verfahren sollen hier nicht benannt werden. In den Sprechstunden der Gedächtnisambulanzen kann allerdings durch etliche Termine ein Vergleich erfolgen, der es dem Mediziner erleichtert, eine gesicherte Diagnose zu stellen. In Angehörigengruppen erzählen sich die pflegenden Angehörigen von ihren Erfahrungen und welche Methoden evt. Abhilfe schaffen. DEMENZ IN JÜNGEREN JAHREN Alles war bisher normal. Schleichend treten Verminderungen im Gedächtnis, der Aufmerksamkeit, des Denkvermögens, der Sprache und fehlende Orientierung auf. Dies bringt für die Betroffenen, aber auch für die Familien, ganz besondere Belastungen mit sich. Die Berufstätigkeit muss aufgegeben werden und somit entstehen erhebliche finanzielle Auswirkungen. Oftmals leben auch noch minderjährige Kinder in den betroffenen Familien. Passende Unterstützungsangebote gibt es in diesem und für dieses Alter kaum; oft werden sie als „Exoten“ angesehen, weil Unverständnis und Unwissen vorhanden ist. DIAGNOSE & THERAPIEN 11

MEDIKAMENTE RICHTIG EINNEHMEN Ohne Plan geht nichts Sie müssen regelmäßig Medikamente einnehmen? Dann hilft Ihnen ein Arzneimittelplan. Darin werden die wichtigsten Besonderheiten festgehalten: "Welches Medikament (Name, Konzentration, Anwendungsgebiet)? "Welche Dosierung zu welcher Tageszeit? "Stichworte, wie z.B. „nicht mit Milch einnehmen“ oder „Einnahme vor dem Essen“. Gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg "Nutzen Sie Wochen-Dosetts. Zur Befüllung die Arzneimittelschachteln und den Medikationsplan vor sich auf dem Tisch legen. Zunächst die Schachtel mit dem kürzeren Haltbarkeitsdatum aufbrauchen, bevor Sie die neue Schachtel anbrechen. "Gehen Sie die Arzneimittelschachteln nach der Auflistung im Plan einzeln durch: Der Schachtel entnehmen, in das Dosett einfüllen, auf dem Medikamentenplan abhaken. "Das gefüllte Dosett an einen Ort legen, an dem Sie regelmäßig vorbeikommen, z.B. Küchenschrank. Praktische Tricks: 9 Wenn Sie z.B. ein Medikament abends einnehmen sollen, empfiehlt es sich, das Medikament auf den Nachttisch zu legen. 9 Wenn Sie ein Medikament nach dem Frühstück einnehmen sollen, können Sie die leere Verpackung neben den Kühlschrank legen. Wichtig ist, dass Sie an einem „Alltags“-Platz erinnert werden. 9 Wenn Sie Ihre Medikamente immer zu einer bestimmten Tageszeit einnehmen müssen, können Sie sich auch einen Wecker stellen. In der Apotheke gibt es dazu auch professionelle Ausführungen. 9 Wenn Sie die Medikamenteneinnahme vergessen haben sollten, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wie Sie sich verhalten sollen. 45% aller Demenzerkrankungen könnten durch Reduktion von Risikofaktoren vermieden oder verzögert werden Quelle: Lancet Commissions, Dementia prevention, intervention and care 2024 ABC? Körperliche Inaktivität Alkoholkonsum Übergewicht Luftverschmutzung Diabetes Hohes Cholesterin Bluthochdruck Schwerhörigkeit Sehverlust Depression mangelnder Sozialkontakt Bildungsarmut Kopfverletzungen Rauchen RISIKOFAKTOREN FÜR DEMENZ DIAGNOSE & THERAPIEN 12

Sichere Einnahme: Keine (große) Kunst. "Wenn möglich, Tabletten, Kapseln und Dragees immer stehend oder aufrecht sitzend mit einem Glas Leitungswasser einnehmen. "Hinweise/Tipps für Patienten, die schlecht schlucken können: 9 Ggf. nachfragen, ob es das Medikament auch in flüssiger Form oder als Tablette, die bereits im Mund zerfällt, gibt. Bleibt eine Tablette/Kapsel in Hals oder Speiseröhre stecken, viel Wasser nachtrinken und ein kleines Stückchen Brot dazu essen. Einige Faustregeln: "Eisentabletten immer mit einem Glas Orangensaft einnehmen. "Die meisten Medikamente mindestens im 2-Stunden-Abstand zu Milch- und Calcium- produkten einnehmen. Tabletten richtig teilen. Gewusst wie. Grundsätzlich lassen sich nur Tabletten mit tiefer Bruchkerbe sicher teilen. Leider haben manche eine flache Einkerbung, die wie eine Bruchkerbe aussieht: Diese Tabletten dürfen trotzdem nicht geteilt werden. "In der Regel dürfen retardierte oder magensaftresistente Tabletten nie geteilt werden. Klären Sie das deshalb unbedingt ab, wenn Sie unsicher sind. Viele Tabletten verlieren dadurch ihre Wirkung oder es wird zu viel Wirkstoff auf einmal freigesetzt. Tropfen genau dosieren: So wird´s gemacht. Tropfflasche ruhig halten: Senkrecht bei Zentraltropfern bzw. schräg bei Randtropfern. "Nicht schütteln, sonst verändert sich die Tropfengröße unkalkulierbar. "Richtiges Abzählen gelingt am besten, wenn Sie die Dosierung „hörbar“ machen, indem Sie die Tropfen in einen leeren Plastikbecher zählen. HÄLT DIE SEELE SCHRITT? Über einen oft sehr langen Zeitraum spielte sich der Alltag ein. Rollenverhältnisse, Verantwortlichkeiten und Erwartungen wurden geklärt. Frohe Momente haben das gemeinsame Leben bereichert. Schicksalsschläge wurden gemeistert. Und nun das: Diagnose Demenz. Plötzlich verändert sich vieles bis alles. Erlebtes wird infrage gestellt. Belastungen im täglichen Umgang werden zur „Last“. Aber es muss ja weitergehen. Anderen ja nicht zur Last fallen. Viele Angehörige schleppen sich so über lange Zeit dahin. „Ich musste ja funktionieren“, hören wir später, wenn endlich Hilfe angefragt wird. Leib und Seele schafft – das die Seele? Einfühlungsvermögen, Geduld und Grundkenntnisse dieses Krankheitsbildes sind auch nötig; aber die Seele? Vordergründig geht es um Auszeiten, Entspannung bei aller Anspannung. Die Gefahr der Isolierung ist nicht zu unterschätzen. Betroffene Menschen sind sehr verletzlich geworden, darum will Seelsorge zur Würde verhelfen. DIE 12 GOLDENEN REGELN FÜR DEN UMGANG MIT MENSCHEN MIT DEMENZ 1. Augenkontakt! Augenhöhe! Echte, hilfreiche Begegnung findet immer auf Augenhöhe statt. 2. Wie man in den Wald hineinruft ... Wenn Sie ungeduldig, genervt und bevormundend mit dem dementen Menschen sprechen – was soll dabei herauskommen? Freundlichkeit gewinnt! 3. Einfache Sprache! Möglichst nicht mehr als 5 Wörter in einem Satz. Keine Warum-Fragen. 4. Zuhören und ernst nehmen. Auch mit scheinbar wirren Aussagen möchte uns der demente Mensch etwas mitteilen. Hören Sie auf den Gefühlsausdruck! Welche Resonanz spüren Sie in den Gefühlen? DIAGNOSE & THERAPIEN 13

14 1. Gehstock: Ob beim Einkaufen, beim Spaziergang oder in Ihrer Wohnung. Mit einem Gehstock aus qualitativ hochwertigem Leichtmetall bewegen Sie sich sicher im Alltag. 2. Rollator: Die richtige Höhe des Rollators gewährleistet, dass Ihr Rollator nicht wegrollt, wenn Sie fallen oder sich auf ihn stützen möchten. 3. Leichtgewicht-Rollstuhl: Der Leichtgewichtrollstuhl hat gegenüber dem Standardrollstuhl den Vorteil, dass er leichter zu handhaben ist. Leichtgewichtrollstühle sind oftmals Faltrollstühle. Jakobikirchhof 3a + 4 38640 Goslar info@werner-habermalz.de 05321 469710 www.werner-habermalz.de 4. Pflegebett: Trotz Pflegebedürftigkeit zuhause bleiben, das ist der Wunsch vieler Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger. Ein richtiges Pflegebett kann die Pflege dabei erheblich erleichtern. Es fördert außerdem die Selbständigkeit des Pflegebedürftigen, weil er sich z. B. alleine aufrichten kann. 5. Kleine Alltagshelfer: Unsere Alltagsbegleiter sind kleine Helfer für jeden Tag, die Ihnen alltägliche Dinge erleichtern sollen, einfach nur praktisch und natürlich bei uns im Sanitätshaus Werner & Habermalz erhältlich. 6. Barrierefreiheit: Wer pflegebedürftig ist und in ein Pflegegrad eingestuft ist, hat über die Pflegekasse Anspruch auf Zuschüsse für einen barrierefreien Umbau seiner Wohnung oder seines Hauses. (siehe §40 Abs.4SGBXI) Lassen Sie sich sehr gern kostenlos und unverbindlich bei Werner & Habermalz beraten. SANITÄTSHÄUSER KOSTENFREIE PFLEGEHILFSMITTEL Wert bis zu 504€ pro Jahr! Haben Sie einen Pflegegrad? 05321 / 6 51 94 Bahnhofstraße 21, 38642 Goslar www.loewen-apotheke-oker.de v a O Sprechen Sie uns gerne an – für Sie vor Ort Montag bis Freitag: 8.00 bis 20.00 Uhr | Samstag: 9.00 bis 18.00 Uhr Kösliner Str. 12, 38642 Goslar  05321 3198990  www.apotheke-am-krankenhaus-goslar.de APOTHEKEN

5. Langsam ist am schnellsten. Durchatmen. Einen Gang zurückschalten. Langsam sprechen! 6. Jeder macht sich gerne nützlich. Geben Sie dem dementen Menschen Alltags-Aufgaben, die er bewältigen kann. Ohne Aufgaben und kleine Erfolgserlebnisse verliert der Mensch den Lebensmut. 7. F este gewohnte Strukturen/Rituale! Das Altbekannte, das Gewohnte gibt Halt und Sicherheit. Neues macht Angst. 8. Der Demente hat immer recht. Diskussionen führen nur zu schlechter Stimmung und sonst zu nichts. Bedenken Sie: Der demente Mensch hat morgen alles vergessen – nur die schlechte Stimmung nicht! 9. Mit Humor geht alles leichter. Natürlich aber nur mit dem dementen Menschen lachen – nicht über ihn! 10. Reize dosieren! Keine Dauerberieselung mit Radio oder TV! Aber immer wieder die Sinne anregen mit alten Liedern, vertrauten Gerüchen, frische Luft, Sonne, Natur, Bewegung. 11. Hören Sie nie auf zu reden! Auch wenn der demente Mensch nichts mehr versteht und selbst nicht mehr spricht: Er hört die vertraute Stimme. die Wärme in der Stimme, den wohlmeinenden Tonfall. (Natürlich ist nicht gemeint, sie sollten ständig quasseln) 12. B erührung, Trost, Nähe geben! Der Mensch braucht Berührung eines anderen Menschen, braucht körperlichen Trost und Beistand. Der Körper versteht die Zeichen der Zuneigung, die der Verstand nicht mehr versteht. Das Herz wird nicht dement. Nach Buijsen, Huub: „Die magische Welt von Alzheimer“, 2015. Text bearbeitet und zusammengefasst — dort sind 25 Regeln zu finden. Mehr Infos: www.aktiv-mit-senioren.de GEISTIG FIT BLEIBEN – MIT 10 MASSNAHMEN DEMENZ VORBEUGEN Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es eine ganze Reihe von beeinflussbaren Faktoren gibt, mit denen man das Risiko von Demenzerkrankungen deutlich reduzieren kann. Vor allem ein gesunder und aktiver Lebensstil spielt dabei eine große Rolle. Doch dieses Wissen ist bisher wenig verbreitet. 1. Beziehungen pflegen 2. Neugierig bleiben 3. Pausen einlegen und für Entspannung sorgen 4. Auf guten und erholsamen Schlaf achten 5. Eine Hör- oder Sehhilfe nutzen, wenn notwendig 6. Sich aktiv bewegen: Sport treiben, spazieren gehen, schwimmen 7. Sich ausgewogen ernähren und Übergewicht vermeiden 8. Mäßig Alkohol trinken und mit dem Rauchen aufhören 9. Den Kopf schützen 10. Grunderkrankungen behandeln lassen Weitere Informationen Eine ausführliche Vorstellung der Materialien zu „Geistig fit bleiben – mit 10 Maßnahmen Demenz vorbeugen“ finden Sie unter: www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/ fachinformationen/demenzpraevention Bestellung über: news@deutsche-alzheimer.de Fragen zum Projekt beantwortet: Susanna Saxl-Reisen susanna.saxl@deutsche-alzheimer.de DIAGNOSE & THERAPIEN 15

11 Tipps zur besseren Verständigung mit Menschen mit Demenz Das Essen ist fertig. Er ist so groß! W i r g e h e n g l e i c h Magst Du Eis oder Kuchen? Ähm... Warum…? Wann…? Wo…? Weshalb…? 1. Führen Sie das Gespräch auf gleicher Augenhöhe. 6. Achten Sie auch auf die Gefühle, die mitschwingen. 5. Unterstreichen Sie Ihre Worte durch Gesten und Mimik. 8. Hören Sie aufmerksam zu und achten Sie auf die Körpersprache. 11. Zeigen Sie Anerkennung für das, was gelungen ist und weisen Sie nicht auf Fehler hin. 9. Sagen oder fragen Sie immer nur eine Sache auf einmal. 10. Stellen Sie keine „Warum, Weshalb, Wann und Wo“-Fragen. 2. Seien Sie freundlich und zugewandt. 7. Lassen Sie Zeit zum Antworten. 3. Verwenden Sie einfache, kurze Sätze. 4. Sprechen Sie langsam und deutlich. www.deutsche-alzheimer.de

ERNÄHRUNG – DAMIT MUSS MAN RECHNEN… …denn wer wollte es verheimlichen: mit zunehmendem Alter gibt es „Umbauprozesse“. Knochen- und Muskelmasse, Körperwasser und Nervengewebe nehmen ab. Zwangsläufig sinkt auch der Energiebedarf. Tritt die Muskelmasse zurück, so betrifft es z.B. nicht nur die Skelettmuskulatur, sondern auch die Muskulatur des Darmes. Die Verlangsamung bei der Verdauung ist die Folge. Nimmt die Verminderung des Nervengewebes Einfluss im Körper, so verändert sich die Nahrungsaufnahme, auch die Verdauung, und als Folge stellen sich Veränderungen des Geruchs- und Geschmackssinnes ein. Selbst das Gleichgewicht unterliegt einer Veränderung, so dass die Sturzgefahr im Alter nicht ausgeschlossen ist. Es darf auch zu keiner Mangelernährung z.B. durch Gewichtsverlust, Zahn- und Zahnprothesenproblemen kommen, genauso muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Wie sieht es aus mit folgerichtigem Umgang mit dem Essbesteck? Ratsam sind über den Tag verteilte kleinere Mahlzeiten. Größere Mengen werden schnell kalt und schrecken gefühlsmäßig ab. Die Ernährung ist lediglich ein Baustein im Verlauf der Erkrankung – jedoch trägt die richtige Ernährung zum Wohlbefinden bei. Angehörige und Pflege-Dienstleister geraten dadurch nicht selten unter Druck. Mangelernährung stellt immer ein ernährungsbezogenes Gesundheitsrisiko da. Appetitlosigkeit und Nahrungsverweigerung bis hin zum Vergessen der Nahrungsaufnahme sind Auslöser für dieses Krankheitsbild. Schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre während der Mahlzeiten. Auch auf nicht so gute Momente muss eingegangen werden, denn Essen ist immer für Leib und Seele. Immer wieder, auch beim Essen, kommt es auf Zuwendung und ggf. Tröstung an. Scheuen Sie sich nicht, auch Lieblingsessen aus Kindertagen herzurichten. Hektik und „Lieblosigkeit“ sind „Gift“ – nicht immer ist es einfach für die Pflegenden, in Ruhe und Gelassenheit Essen und Trinken vorzubereiten und anzubieten. Doch frühere Gewohnheiten sind oft Auslöser für negative oder positive Reaktionen. Und alles soll das Gefühl vermitteln: ich bin hier sicher. Erfährt der Demenzkranke das Gegenteil, kann es zum Abbruch der Mahlzeit kommen. Störende Geräusche sollten immer vermieden werden. Für den Demenzkranken ist das Erfahren von Sicherheit und Stabilität ganz wichtig und: auch jeder Pflegende profitiert davon, weil das Gefühl des Wohlfühlens für beide Seiten wunderbar ist. Gut Essen… BEI DEMENZPATIENTEN NICHT IMMER LEICHT. (Text der Apotheken im Bezirk Goslar-Salzgitter) Das kennt jeder Mensch: Bei Zeitdruck schmeckt das Essen oftmals nicht. Ebenso können belastende Krankheiten den gesunden Appetit hemmen. So erkennt man: Erst Ruhe und Entspanntheit geben der Freude am Essen den nötigen Rahmen. Doch diese stabile Umgebung ist für Demenzpatienten oftmals in Unordnung geraten. So können sich Betroffene von der Situation am Tisch leicht überfordert fühlen: Wie ging das denn noch mit dem Besteck, warum schwappt die Suppe ständig über den Tellerrand? Scheinbar einfache Tätigkeiten können zu Stressoren werden. Gerade zum Beginn der Erkrankung paart sich zur Orientierungsunsicherheit ein Gefühl der Scham. Wer vor einem gefüllten Teller sitzt und sich erst mühsam wieder bewusst macht, was als nächstes zu tun ist, ist oftmals peinlich berührt. DIAGNOSE & THERAPIEN 17

Vom guten Miteinander Wer im Umgang mit dementiell Erkrankten unerfahren ist, ist vielleicht versucht, besonders sachlich zu argumentieren. Und lässt leicht die Falle Überforderung zuschnappen. Auch das Gegenteil ist oft wenig hilfreich: Wird der Tonfall zu kindlich, reagiert der Erkrankte vielleicht mit Ärger und Verweigerung, weil er den Verlust von Respekt und Würde spürt. "Der Ton macht die Musik. Empfehlenswert ist eine ruhige, liebevolle Ansprache. "Je mehr Eigenständigkeit möglich, desto besser. Vorhandene Fähigkeiten fördern, aktives Mitmachen loben. "Richtig fragen. Nicht bedrängen. „Hast du Hunger?“ ist besser als „Du musst jetzt endlich etwas essen“. "Zeit für neue Ansätze einplanen: Es kann oft helfen, das abgelehnte Essen wenige Minuten später noch einmal anzukündigen. Wie könnte ein gut vorbereiterer Essbereich aussehen? "Den Tisch übersichtlich decken und nur Gegenstände auf dem Tisch belassen, die notwendig sind. "Kontraste schaffen, damit die Speisen gut erkannt werden: Einfarbige Teller, einfarbige Tischdecken. Weiße Speisen wie etwa Quark, Fischfilet, Blumenkohl und Reis besser auf farbigem Geschirr servieren. "Tisch gut ausleuchten. "Ruhige Atmosphäre anstreben: Kein TV, kein Radio, kein Straßenlärm. Wie sollten die Speise am besten serviert werden? "Nicht zu heiß bzw. zu kalt servieren. Demenz- Erkrankte merken oft nicht, wenn etwas zu heiß ist, und verbrühen sich. "Menuegänge getrennt auftischen: Viele verschiedene Gerichte verwirren unnötig. Erkrankte können sich nicht entscheiden, was sie essen sollen; also gerne erst die Kartoffel und dann die Erbsen servieren. "Immer auf Veränderung von Vorlieben gefasst sein: Wer früher lieber Saures oder Bitteres möchte, kann durchaus auf Süß umsteigen. Probieren geht über Studieren. "Zeit mitbringen: Je mehr Muße ein verwirrter Mensch beim Essen hat, desto mehr wird er letztendlich essen. "Wenn möglich: Gemeinsam essen. Mit vertrauten Menschen am Tisch haben Demenz-Patienten mehr Appetit. Außerdem: Das Vorbild eines Mitessers kann durchaus eine „technische“ Erinnerungshilfe sein, der man gerne folgt. Was sind Anforderungen an die Speisen, Getränke? "Viele essen und trinken zu wenig, weil sie weder Hunger noch Durst spüren. Immer wieder Essen und Trinken anbieten. Evtl. an einigen Stellen in der Wohnung „Imbissstationen“ einrichten. "Die betroffenen Personen mit genügend Kalorien und Flüssigkeit versorgen: Vor allem unruhige Kranke mit hohem Bewegungsdrang müssen ausreichend essen, um nicht an Gewicht zu verlieren und in eine Mangelernährung zu geraten. Auf hohe Energiedichte achten. "Möglichst oft Gerichte anbieten, die die Betroffenen lange kennen und lieben. Was kann man sonst noch tun? "Mahlzeiten regelmäßig zur selben Tageszeit anbieten. "Für körperliche Bewegung sorgen. "Auf Befindlichkeitsstörungen achten: Verstopfung löst Völlegefühl und Unbehagen aus. In der Apotheke nach Hausmitteln fragen, z.B. nach Lactulose-Sirup. "Wenn der Umgang mit Messer und Gabel schwerfällt, versuchsweise auf Finger-Food- Angebote setzen bzw. Essen in mundgerechte Stücke schneiden, die mit den Fingern gegriffen werden können. DIAGNOSE & THERAPIEN 18

"Unruhigen Menschen, die kaum sitzen bleiben wollen und viel herumwandern, Mahlzeiten mit „auf den Weg“ geben (z.B. Klappstullen oder Brötchen). Gibt es andere Gründe für mangelnden Appetit? "Natürlich haben Demenz-Patienten auch andere Erkrankungen. Deshalb nachforschen, ob solche zusätzlichen Krankheiten die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen können, z.B. schlecht sitzende Zahnprothesen, Depressionen, nicht ausreichend behandelte Schmerzen, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. "Und immer gilt: Fragen Sie Arzt und Apotheker zur Medikation. Man sollte die Arzneimittel vermeiden, die zu reduziertem Hunger führen können, wie z.B. einige Herzmittel, einige Antibiotika, einige Antidepressiva. MEDIZINISCHE VORSORGE- UND REHABILITATIONSMASSNAHMEN FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE Pflegende erbringen eine wertzuschätzende Leistung in der Versorgung von Angehörigen in der Häuslichkeit. Die Pflege ist nicht nur eine große Belastung, die viel Zeit in Anspruch nimmt, sondern ist auch eine seelische und körperliche Anstrengung und Belastung. Erschöpfung, Unruhe, Schlafstörungen, Rücken- und Kopfschmerzen, Einsamkeit und soziale Isolation sind einige Symptome, die bei Pflegenden auftreten können, wenn die Belastungsgrenze erreicht ist. Eine medizinische Vorsorgemaßnahme (früher Kur), soll Krankheiten vermeiden die medizinische Rehabilitationsmaßnahme (Reha) soll bereits vorhandene Krankheiten heilen oder mindern. Die Kurberatung und -vermittlung berät, unterstützt und begleitet bei Beantragung einer stationären Kur. Voraussetzungen für eine Kur, auf die ein gesetzlicher Anspruch besteht: "Sie sind länger als 6 Monate pflegende Angehörige oder pflegender Angehöriger. "Der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) hat die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen offiziell festgestellt. "Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin bestätigt mit einer Verordnung (Kuranspruch nach §§ 23 bzw. 40 SGB V), dass eine stationäre Vorsorgemaßnahme oder Rehabilitation notwendig ist. "Sie sind gesetzlich krankenversichert. Bei privaten Anbietern muss im Versicherungsvertrag geprüft werden, ob eine solche Kur abgedeckt ist. MENSCHEN MIT DEMENZ IM AKUTKRANKENHAUS Aufgrund einer akuten Erkrankung ergibt sich unter Umständen für demenziell veränderte Menschen ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus. Je nach Schweregrad der Demenz und Krankheit verändert sich für demente/kognitive beeinträchtigte Menschen plötzlich der bisherige Lebensrhythmus. Eine zeitnahe Diagnostik, Therapie sowie schnellstmögliche Genesung stehen während des Aufenthaltes im Vordergrund. Die Demenz selbst wird nicht therapiert, erschwert jedoch oftmals den Genesungsprozess der Betroffenen, da diese mit der Situation überfordert sind, bspw., wenn plötzlich eine Bettruhe eingehalten werden muss. Diese Patient*innen benötigen gefestigte Strukturen – plötzlich sind diese nicht mehr vorhanden, aufgrund der kognitiven Einschränkung sind die Betroffenen überfordert und reagieren häufig mit Verwirrtheit, Ängsten oder Aggressivität. DIAGNOSE & THERAPIEN 19

© fizkes - AdobeStock.com VORSTELLUNG SENIOREN- UND PFLEGESTÜTZPUNKT Für die meisten Menschen besteht der Wunsch, trotz Hilfe- und Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich aktiv und selbstbestimmt zuhause zu bleiben. Oftmals benötigt man dazu Unterstützung von Dritten. Wir bieten Ihnen unterschiedliche Beratungen rund um das Thema Pflege, bei Bedarf auch als Hausbesuch. Gemeinsam mit Ihnen ermitteln wir den Hilfebedarf und unterstützen Sie bei der Suche nach wohnortnahen Versorgungs- und Betreuungsangeboten, die auf Sie und Ihre Angehörigen abgestimmt sind. Wir möchten Sie unterstützen, dass Sie möglichst lange in der eigenen Wohnung verbleiben können. Wir beraten Sie zu den Leistungen der Pflegeversicherung sowie des Sozialhilfeträgers und zeigen Ihnen Möglichkeiten der ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung auf. Zudem bereiten wir Sie auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst vor. Sollte eine Umgestaltung Ihrer Wohnumgebung notwendig sein, beraten wir Sie auch gerne zum Thema Wohnraumanpassung. Darüber hinaus qualifizieren und vermitteln wir ehrenamtliche Personen zu Ihrer Unterstützung und helfen Ihnen bei Antrag- stellungen. Unser Beratungsangebot ist qualifiziert, unabhängig und kostenlos. HILFE UND UNTERSTÜTZUNG HILFE UND UNTERSTÜTZUNG 20

Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Goslar (SPN) Jakobikirchhof 5–6, 38640 Goslar Telefon 05321 767878, Fax 05321 319033 spn@landkreis-goslar.de www.landkreis-goslar.de Persönliche Erreichbarkeit Mo., Di., Do., Fr.: 8.30–13.00 Uhr Do. zusätzlich: 14.00–17.00 Uhr Mittwoch geschlossen Telefonische Erreichbarkeit Mo., Di.: 13.30–16.00 Uhr Mi.: 8.30–13.00 Uhr Do.: 17.00–18.00 Uhr COMPASS PRIVATE PFLEGEBERATUNG Wer pflegebedürftig wird, sieht sich mit einer ganzen Reihe von Fragen und Herausforderungen konfrontiert – gut also, dass Pflegebedürftige einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung haben. So bietet compass private pflegeberatung GmbH, ein unabhängiges Tochterunternehmen des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, kostenfreie und unabhängige Pflegeberatung auf drei Wegen: Die telefonische Pflegeberatung steht allen Ratsuchenden und ihren Angehörigen offen und ist unter der gebührenfreien Servicenummer 0800 1018800 bundesweit zu erreichen. compass private pflegeberatung GmbH Gustav-Heinemann-Ufer 74c, 50968 Köln (Zentrale) Telefonische Pflegeberatung: 0800 1018800 (bundesweit gebührenfrei) E-Mail: info@compass-pflegeberatung.de Internet: www.pflegeberatung.de Auf Wunsch vermitteln die Mitarbeitenden am Telefon eine Pflegeberatung vor Ort für privat Versicherte. Die aufsuchende Pflegeberatung von compass reicht von einem einmaligen Gespräch bis hin zu einer umfassenden Begleitung. Auch eine Pflegeberatung per Videogespräch ist möglich. So können beispielsweise auch nicht am Wohnort befindliche Angehörige einfach in das Beratungsgespräch eingebunden werden. Die meisten Pflegebedürftigen werden zuhause gepflegt. Insofern ist die Organisation der ambulanten Versorgung – auch bei Demenz – eines der am häufigsten besprochenen Themen in der Beratung. Ambulante Versorgung ist oft von Veränderung geprägt, denn die Möglichkeiten des familiären Umfelds oder der Zustand der pflegebedürftigen Person können sich im Laufe der Zeit wandeln. Die Pflegeberatenden von compass begleiten diese Prozesse auf Wunsch auch über einen längeren Zeitraum und erörtern die Optionen für jede individuelle Pflegesituation. HILFE UND UNTERSTÜTZUNG 21

22 Liebe Leserin, lieber Leser, der Umgang mit Trauernden folgt keinem festen Konzept. Unser Bestattungshaus schon. Wünsche Trauernder sind für uns kein Ballast, sondern Anlass, ihnen nachzukommen und sie umzusetzen. Deswegen ist von der Beratung bis zum Trauercafe alles in unserem Haus möglich. Unser Haus Unser Bestattungshaus befindet sich in der Kunigunder Straße 9A in Liebenburg (Dörnten). Unsere Hilfe wurde schon in Gegenden und Regionen in Anspruch genommen, die weit über die Landkreisgrenzen hinausgehen, sodass wir Ihnen versichern können: Wir sind überall für Sie da - wenn Sie es wünschen . Der Prozess des Abschiednehmens darf sich in unserem Haus ungestört und geschützt entfalten. Die Geborgenheit soll am Beginn des Weges stehen, den jeder vor sich hat, der einen Menschen loslassen muss. Abschiedsräume Wir stellen Ihnen unsere Abschiedsräume zur Verfügung, damit Sie die kostbaren Stunden bis zur Bestattung nach Möglichkeit zur persönlichen Abschiednahme nutzen können . Feierhalle In unserer Feierhalle setzen wir bei jedem Abschied unser wichtigstes Anliegen wieder neu um, nämlich die Individualität eines Menschen noch einmal ganz deutlich zu zeigen . Dafür wird dieser Raum ausgestaltet, der dann für die Zeit des Abschieds ausschließlich auf den Verstorbenen abgestimmt ist. Die Individualität ist das Ursprüngliche und Ewige im Menschen. Darum soll auch sein Abschied individuell sein.

23 Café Hora - jede Stunde ist eine Blume. Hora ist das griechische Wort für Stunde. Als Horen werden in der griechischen Mythologie die Göttinnen bezeichnet, die das geregelte Leben überwachen. Hora bezeichnet nicht nur die Stunde, sondern auch die Jahreszeit. Hora bedeutet also eine Einteilung dessen, was wir Zeit nennen; eine Einheit, an der wir uns orientieren können. Unser Café Hora nimmt diesen Gedanken auf. Jeder Gast verbringt hier eine Stunde der Ruhe, eine Stunde in Gesellschaft oder allein. Es ist ein Ort, an dem einkehren darf, wer loslassen musste, aber auch ein Platz, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Hier ist Raum, um über die geschenkten Stunden nachzudenken oder das Geschenk des Lebens anzustaunen.

ALLTAGSHILFEN GOSLAR VERMITTELN KONTAKTE Die Alltagshilfen Goslar sind tätig im Bereich Nachbarschaftshilfe. Hilfegesuche können an das Büro der Alltagshilfen unter Telefon 05321 24747 gerichtet werden. Die im Jahr 2025 gestartete Initiative „Kontakte gegen Einsamkeit“ wird weiter ausgebaut. Das Angebot richtet sich an Menschen, die Gesellschaft suchen – sei es für Gespräche, gemeinsame Café-Besuche, Spaziergänge oder kleine Ausflüge mit Rollstuhl, Auto oder Bus. Die Alltagshilfe unterstützen dabei, den passenden Kontakt zu vermitteln. Weiterhin besteht die Vermittlung von Nachbarn, wenn Sie jemand brauchen, der oder die für Sie einkaufen geht, Sie zum Arzt begleitet, das Bild in der Wohnung auf- oder abhängt, eine neue Birne in die Lampe schraubt, Ihren Rasen mäht, den Hund füttert und ausführt. Die Alltagshilfen Goslar vermitteln Menschen, die gerne helfen, an solche, die Hilfe benötigen. Ziel ist ein Netzwerk von Nachbarn und Nachbarinnen zu schaffen, die anpacken und sich umeinander kümmern. Die Alltagshilfen sorgen in Ihrem Zuhause für ein schönes Stück Lebensqualität. Das Büro der Alltagshilfen befindet sich im Kleinen Heiligen Kreuz, Frankenberger Plan 8 in Goslar. KREISVOLKSHOCHSCHULE – SENIORENAKADEMIE Gemeinsam mit anderen immer wieder Neues lernen und ins Gespräch kommen, altes Wissen auffrischen, Gedanken und Erinnerungen austauschen, an aktuellen Entwicklungen teilhaben, Fähigkeiten und Talente in sich entdecken – einfach so, weil es Freude macht und gut tut. Das alles hält unseren Geist und unseren Körper fit, erhält unsere Lebensfreude und stärkt unser Selbstbewusstsein. In einem Großteil unserer Kurse sind auch ältere Menschen willkommen, zusätzlich bieten wir speziell für die Seniorinnen und Senioren im Rahmen der Seniorenakademie ein entsprechendes Bildungs- und Begegnungsangebot im Landkreis Goslar an. In jedem Semester entsteht aufs Neue ein breites Weiterbildungsspektrum in Form von Kursen, Vorträgen, Erzählcafés und Studienfahrten. Dazu kooperieren wir mit dem Kreisseniorenrat, den Seniorenvertretungen der Stadt Goslar und Seesen, dem Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Goslar (SPN) und der Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Goslar. Ob mir mal jemand helfen kann? Jetzt ein netter Nachbar... alltagshilfen goslar  24747 HILFE UND UNTERSTÜTZUNG 24 WEITERBILDUNG Volkshochschule Landkreis Goslar Kvhs Goslar Telefon 05321 76-7560 • info@vhs-goslar.de Wir laden Sie herzlich ein, unser vielfältiges Angebot kennenzulernen – bleiben Sie neugierig.

HÄUSLICHKEIT HAT GRENZEN Erhöhte Demenz ist oft mit körperlicher Pflege verbunden. Pflegende Angehörige kommen nicht selten an ihre Grenzen. Eigenes Alter und die ständige seelische Belastung setzen sie unter Druck. Sie wissen es und an vielen Stellen dieses Ratgebers sagten wir schon, wie sehr das Leben innerhalb des 24 Stunden mal 7 Tage mal 365 Tage mal (oft) Jahre sich verändert. Unverstandene Verhaltensweisen wechseln sich mit guten Momenten ab. Pflegende Angehörige durchleben ständig „Wechselbäder“ der Hoffnung und dann wieder der enormen Belastung. Und dann das Bewusstsein: zunehmend wird es schwieriger. Was müssen da Angehörige alles aushalten. Die vertraute Wohnung erhält über lange Zeit das Gefühl der Geborgenheit. Dies mag eine ganze Weile gut gehen, doch was dann? Betreutes Wohnen – Wohngemeinschaften – Altenwohn- und Pflegeheime mit der 24-Stunden-Versorgung; da gilt es abzuwägen, auszusuchen. Dement und pflegebedürftig und doch in den eigenen vier Wänden, wohltuende Gemeinschaftsräume, wiederkehrende Tagesangebote je nach Bedürfnis und Möglichkeiten und rund um die Uhr fachlich qualifizierte Mitarbeiter zur Seite zu haben. Das zeichnet gute Altenhilfeeinrichtungen aus, die sich besonders um ihre Demenzkranken kümmern. Darum: zögern Sie nicht, jede Hilfe, die beiden Seiten helfen kann, anzunehmen. Natürlich ist es emotional sehr schwer, gewisse Entscheidungen zu treffen; im Besonderen bei der notwendig anstehenden Frage nach einem Pflegeheim. DIE LETZTE WEGSTRECKE IN WÜRDE IM HOSPIZ CHRISTOPHORUS HAUS GOSLAR Der ambulante Hospizverein christophorus haus e.V. begleitet seit 1981 schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrem Zuhause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Seit dem Jahr 2002 bietet der älteste Hospizverein Deutschlands zusätzlich die Möglichkeit an, in einem eigenen Hospiz in der Robert-Koch-Str. 42 während der letzten Lebenszeit betreut zu werden. Für maximal drei schwerstkranke und sterbende Gäste besteht die Möglichkeit, die letzten Tage oder Wochen in geschütztem, familiärem Umfeld zu verbringen. Wenn aus verschiedenen Gründen ein Zuhausebleiben nicht möglich ist, kommen wir auf Anfrage beratend hinzu, um zu schauen, ob eine Aufnahme ins Hospiz erfolgen kann. Voraussetzung ist, dass es sich um eine Erkrankung mit absehbarer Lebenszeit handelt, der Betroffene informiert und einverstanden ist und die Familie sich mit in die Begleitung einbindet. Die meisten unserer Gäste leiden an einer Tumorerkrankung, in unserem Haus finden aber auch Menschen mit Hirnerkrankungen, wie z. B. Schlaganfall, Aufnahme, sofern auf jede weitere lebensverlängernde Maßnahme wie z. B. künstliche Ernährung verzichtet werden soll. Eine Aufnahme ist nicht abhängig von einer kulturellen, sozialen, finanziellen oder religiösen Haltung. Wir gewährleisten eine 24-Stunden-Betreuung durch geschulte, ehrenamtliche und hauptamtliche Hospizmitarbeiterinnen. Gern stehen wir auch den Angehörigen in allen Fragen über die letzte Wegstrecke zur Verfügung. Wir beraten ebenso zum Thema Pflegegrade, Vorsorgevollmacht, Patienten- verfügung. Die Bildungsangebote finden Sie unter dem Suchbegriff „Seniorenakademie“ im Internet auf unserer Website www.vhs-goslar.de sowie in unserer Seniorenakademie-Broschüre (erhältlich im Kreishaus und bei den Kooperationspartnern). HILFE UND UNTERSTÜTZUNG 25

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