12 Reiskirchen ist mit 285 Metern der am höchsten gelegene Ort von Hüttenberg und wird bereits 975 erstmalig als „Richolveschiricha“ erwähnt. Unauslöschlich in die Überlieferung eingeprägt hat sich der Brand von 1706, bei dem fast das gesamte Dorf ein Raub der Flammen wurde. Reiskirchen Mag sein, dass verheerende Schicksalsschläge wie dieser die Dorfgemeinschaft zusammen geschweißt haben, jedenfalls nennt man die Reiskirchener Einwohner auch heute noch die „Ähniche“ – auf Hochdeutsch „die Einigen“. In Reiskirchen werden heute noch viele Besonderheiten gepflegt, wie die jährliche Kirmes und der große Kirmesumzug. Der Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz, an dem sich alle Vereine beteiligen, bildet den Höhepunkt am Jahresende. Auch außerhalb der Feste wird Geselligkeit in Reiskirchen groß geschrieben. Wie in bisher keinem anderen Ortsteil haben sich die Einwohner von Reiskirchen mit der Geschichte ihres Dorfes beschäftigt und bringen interessante Ergebnisse in Fotoschauen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit. Kein Wunder, befindet sich das Archiv der Gemeinde Hüttenberg mit seinen umfangreichen Überlieferungen zur Geschichte von Hüttenberg doch in diesem Ortsteil. Im Zuge des Dorferneuerungsprogramms wurde Reiskirchen in den 90er Jahren durch Ortsumgehungen und Sanierung vieler Fachwerkgehöfte zu einem idyllischen Dörfchen umgestaltet. Den Stoppelberg im Blick führen von hier viele Wander- und Radwege durch die Hüttenberger Gemarkung, in Richtung Wetzlar und durch das Siebenmühlental. Im Sommer 2025 feierten die Reiskirchner ihr 1050. Dorfjubiläum mit einem Tag der offenen Höfe und präsentierten sich den vielen Tausend Gästen nicht nur als Dorf mit bewegter Vergangenheit, sondern auch mit vielen neuen Ideen für morgen. Reiskirchen
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