Zwischen zwei Welten verbunden Ein Teil ihrer Familie lebt noch in der Türkei: ihre Mutter, Geschwister, Verwandte. Der Kontakt ist eng. „Wir telefonieren jeden Tag“, erzählt sie. Zuletzt war sie 2025 dort, als ihr Vater gestorben ist. Im Sommer möchte sie wieder hinreisen, um Zeit mit ihrer Mutter zu verbringen. „Sie ist jetzt viel allein“, sagt Ayse leise. Am liebsten würde sie ihre Mutter nach Deutschland holen. „Das wäre schön, ist aber nicht so einfach“, sagt sie. Ihr eigenes Leben spielt sich heute in Wetzlar ab. Aber die Verbindung zur Türkei bleibt ein wichtiger Teil davon. Beides gehört für sie zusammen. „Ich liebe Wetzlar und mein Leben hier“, sagt Ayse. Mut wächst mit jedem Schritt Ayse ist heute eine Frau, die ihren Platz gefunden hat. Das war nicht immer so. Früher war sie zurückhaltend, unsicher beim Sprechen. „Ich hatte Angst, etwas falsch zu sagen“, erzählt sie. „Ich dachte, die Leute lachen mich dann aus.“ Heute sieht sie das anders. „Hier leben so viele Menschen aus verschiedenen Ländern. Ich bin also nicht allein. Warum sollte ich mich schämen?“ Sie ist stolz. Auf ihre Kinder. Aber auch auf ihren Weg. Und darauf, dass sie etwas geschafft hat, das sie sich früher nicht zugetraut hätte: schwimmen lernen – und später anderen dabei helfen. Wenn sie heute am Beckenrand steht, strahlt sie eine Ruhe aus, die anderen Mut macht. Kaum vorstellbar, dass sie selbst einmal Angst vor dem Wasser hatte. Vielleicht ist genau das ihre größte Stärke: dass sie diesen Weg selbst gegangen ist und heute anderen zeigen kann, dass er möglich ist. | 53
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