Informationsbroschüre - Vielfalt und Integration in Wetzlar

3.3 Angekommen: Ayse Aygün Mut weitergeben Ankommen zwischen Familie und Alltag Die ersten Jahre waren geprägt vom Ankommen. In Niedergirmes fand sie schnell Anschluss, viele Menschen dort hatten ähnliche Wurzeln. Später zogen sie und ihr Mann nochmal um – und Ayse musste noch einmal neu beginnen. „Ich war viel allein, meine einzige Stütze war mein Mann“, sagt sie. Mit der Geburt ihrer Kinder veränderte sich vieles. Der Alltag bestand aus Haushalt und Kinderbetreuung. „Dann ging die Zeit schnell vorbei.“ Die Kinder, die Familie, gaben ihr Halt. „Meine Kinder sind das Wichtigste für mich.“ In dieser Zeit hat sie vor allem funktioniert, den Alltag organisiert, sich um alles gekümmert. Für sich selbst blieb wenig Raum. Erst nach und nach entstand der Wunsch, wieder etwas Eigenes zu machen. Etwas nur für sich. Freundschaften entstanden nach und nach. Auch durch Begegnungen im Alltag. Sie arbeitete mehrere Jahre bei einem älteren Ehepaar in der Pflege. „Sie waren wie eine Familie für mich“, sagt sie. „Sehr liebe Menschen.“ „Ich hatte immer sehr große Angst vor Wasser“, sagt Ayse Aygün und lächelt. Heute leitet sie mehrere Schwimmkurse in Wetzlar, sowohl für Kinder, für Erwachsene und für Frauen mit Migrationserfahrung. Ein Weg, der viel Mut gebraucht hat. Ayse ist 45 Jahre alt und lebt seit 22 Jahren in Wetzlar. Geboren wurde sie in Çorum, einer Stadt in der Türkei. Nach der Hochzeit zog sie zu ihrem Mann nach Deutschland. „Am Anfang war es sehr schwer“, erzählt sie. Keine Familie, keine Freunde, eine neue Sprache, ein neues Leben. Ayse Aygün © Regina Polle 50 |

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