6 DIE PARCHIMER KLINIK IM WANDEL DER ZEIT Die medizinische Versorgung in Parchim blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1831 entstand mit dem Choleralazarett am Kreuztor die erste stationäre Einrichtung der Stadt. Mitte des 19. Jahrhunderts folgte der Umzug in die Alte Mauerstraße, wo ein kleines städtisches Krankenhaus mit sieben Krankenzimmern errichtet wurde. Der Wunsch der Parchimer Bürgerinnen und Bürger nach einer leistungsfähigeren Klinik führte Ende des 19. Jahrhunderts zur Gründung eines städtischen Krankenhausfonds durch den Kommerzienrat und Ehrenbürger Albert Heucke. Auch der Apotheker Schumacher unterstützte das Vorhaben maßgeblich. Mit ihren Stiftungen legten sie den finanziellen Grundstein für ein neues Krankenhaus am Wockersee. Nach dem Ankauf der Heucke’schen Villa begann der Bau; am 11. Juli 1905 wurde das neue Krankenhaus feierlich eröffnet. Es verfügte zunächst über 33 Betten und wurde von den damals in Parchim niedergelassenen Ärzten mitbetreut. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Haus kontinuierlich weiter. Ab 1935 gehörten auch geburtshilflich-gynäkologische Behandlungen zum Angebot. In der DDR-Zeit war das Krankenhaus als Kreiskrankenhaus und Kreispoliklinik zentraler Bestandteil der regionalen medizinischen Versorgung. 1975 entstanden unter Leitung engagierter Fachleute die eigenständige Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin sowie das Zentrallabor — wichtige Schritte in Richtung moderner Krankenhausstruktur. Nach der Wiedervereinigung bestand erheblicher Sanierungsbedarf. Durch die Integration in die Asklepios Kliniken zum 1. Januar 1998 konnten notwendige Modernisierungen umgesetzt und das medizinische Angebot nachhaltig weiterentwickelt werden. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Krankenhaus durch spezialisierte Fachabteilungen wie Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie/Orthopädie, Gefäßchirurgie, Innere Medizin, Gastroenterologie, Kardiologie/Angiologie und Geriatrie deutlich differenziert. Ergänzt wird das Portfolio durch Gynäkologie/Geburtshilfe, Anästhesie/Intensivmedizin und die Zentrale Notaufnahme. Seit 2017 ist die Asklepios Klinik Parchim akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock. Das angeschlossene MVZ trägt mit seinen radiologischen, allgemeinmedizinischen und pädiatrischen Praxen wesentlich zur ambulanten Versorgung der Region bei und stärkt die Verzahnung zwischen klinischer und ambulanter Medizin. ZUM 800-JÄHRIGEN JUBILÄUM GRATULIEREN WIR DER STADT PARCHIM HERZLICH. Als fester Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung sind wir stolz darauf, die medizinische Geschichte dieser Stadt seit fast zwei Jahrhunderten mitprägen zu dürfen. Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Vertrauen und freuen uns darauf, die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Parchim weiterhin aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten.
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