Im 17. Jahrhundert wurde Schwedt zur Residenzstadt: Kurfürstin Dorothea, die zweite Ehefrau des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, erwarb die Herrschaft SchwedtVierraden. Unter ihrem Einfluss wurden feudale Strukturen abgebaut und wirtschaftliche Reformen eingeleitet. Französische Hugenotten brachten den Tabakanbau in die Region. Das machte Schwedt bald zur „Tabakstadt“ Preußens. Die Markgrafen von BrandenburgSchwedt verwandelten die Stadt in eine barocke Residenz, deren Spuren noch heute sichtbar sind. Nach dem Ende der Markgrafschaft 1788 blieb der Tabak ein wichtiger Wirtschaftszweig – bis weit ins 20. Jahrhundert war ein Drittel der Bevölkerung in der Tabakverarbeitung tätig. Im Zweiten Weltkrieg wurde Schwedt zu 85 % zerstört. Doch ab den 1960er Jahren begann ein neuer Aufschwung: Der Bau großer Industriebetriebe – unter anderem der Papierfabrik (heute LEIPA Georg Leinfelder GmbH) und der Erdölraffinerie (heute PCK Raffinerie GmbH) – machte Schwedt zu einem bedeutenden Industriestandort der DDR. Zahlreiche Menschen zogen mit ihren Familien hierher. Neue Wohngebiete, Schulen, Freizeiteinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten entstanden. Nach der Wende befand sich die Stadt vor großen Herausforderungen, die von Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Strukturwandel geprägt waren. Doch Schwedt nutzte den Wandel als Chance. Heute steht die Stadtentwicklung im Zeichen von Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Naturerlebnis – mit dem Nationalpark Unteres Odertal direkt vor der Haustür. Schwedt/Oder ist heute nicht nur ein Ort mit Geschichte – sondern eine Stadt mit Zukunft. 15 Lang ist‘s her © agentur one
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