Informationsbroschüre Raschau-Markersbach

Leben und Arbeiten in Langenberg Förstel und Langenberg waren zunächst zwei getrennte Ortschaften. Im Jahr 1764 zählte Langenberg 13 Häusler, 1807 waren es bereits 14 Häuser. Die Bewohner lebten überwiegend vom Bergbau, der Eisenverarbeitung, Holzeinschlag und Köhlerei. Daneben betrieben sie etwas Viehzucht, während viele Frauen und Kinder Spitzen klöppelten. Mit den Gruben St. Katharina, Gottesgeschick und dem Grauler Bergwerk entwickelte sich der Bergbau in der Umgebung weiter. Im Ort arbeiteten neben Bergleuten und Hammerarbeitern auch Schmiede, Blecharbeiter, Zimmerleute, Handwerker, ein Fleischer und ein Schneider. Ein Spitzenhändler förderte zusätzlich das Klöppelhandwerk. Förstel im Wandel Das Gut Förstel wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. Unter Johann Querfurth entstanden Ende des 18. Jahrhunderts die landwirtschaftlichen Gebäude auf der rechten Seite des Schwarzbachs. 1807 wurde dort das bis heute prägende Herrenhaus errichtet. Bereits 1787 wird außerdem ein Kalkbruch mit Brennofen erwähnt – der älteste bekannte Nachweis der Kalkgewinnung in diesem Gebiet. Von der Grundherrschaft zur Gemeinde Bis ins 19. Jahrhundert mussten die Hauseigentümer Abgaben an den Gutsherrn leisten. Erst die sächsischen Staatsreformen beendeten diese feudalen Verpflichtungen. Karl Christian Edler von Querfurth verzichtete später sogar auf die noch ausstehenden Ablösezahlungen. Mit den Reformen wurde Langenberg eigenständig. 1839 fanden die ersten Gemeindewahlen statt. Nach einer zwischenzeitlichen Vereinigung mit Raschau erhielt der Ort 1876 seine Selbstständigkeit zurück. Unter Bürgermeister Hermann August Rötsch wurde schließlich 1921 beschlossen, Förstel und Langenberg zu einer Gemeinde zusammenzuführen. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage nach der Inflation konnte die kleine Gemeinde ihre Selbstständigkeit jedoch nicht dauerhaft erhalten. Seit 1924 gehört Langenberg als Ortsteil zu Raschau. Schule für den eigenen Ort Lange Zeit besuchten die Kinder die Schule in Raschau. Später stellte das Rittergut Förstel einen Unterrichtsraum zur Verfügung, sodass der weite Schulweg entfiel. Nach der erneuten Selbstständigkeit beschloss der Gemeinderat den Bau einer eigenen Schule. Obwohl die Finanzierung zunächst schwierig war, konnte das Schulhaus 1893 errichtet werden. Es beherbergte ein Klassenzimmer, eine Lehrerwohnung sowie später eine Turmuhr und eine Glocke. Generationen von Kindern wurden hier unterrichtet, bis der Schulbetrieb 1969 eingestellt und nach Raschau verlegt wurde. Kindergarten und jüngere Entwicklung Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl deutlich. Viele junge Familien sowie Bergleute der Wismut fanden in Langenberg ein Zuhause. Um den steigenden Bedarf zu decken, entstand 1955 ein Kindergarten. Der erste Holzbau fiel bereits ein Jahr später einem Brand zum Opfer, wurde jedoch durch einen Massivbau ersetzt. Über Jahrzehnte begleitete er viele Generationen von Kindern. Im Jahr 2015 wurde der Kindergarten geschlossen und in die Einrichtung nach Raschau integriert. So entwickelte sich aus einem Hammerwerk im Schwarzbachtal über Jahrhunderte ein eigenständiges Dorf mit enger Verbindung zu Bergbau, Eisenverarbeitung und Handwerk. Bis heute prägen diese Wurzeln die Geschichte und Identität von Langenberg. 13 Chronik Langenberg

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