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Aus der Geschichte

Deidesheim

Eine der berühmtesten Weinstädte und anerkannter Luftkurort an der Deutschen Weinstraße ist Deidesheim, seit 1.1.1973 Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Dass der romantische Ort mit seinen rund 4000 Einwohnern immer wieder in den Schlagzeilen der Weltpolitik steht, verdankt er der Vorliebe von Altkanzler Kohl für den "Deidesheimer Hof". Staatsoberhäupter wie Großbritanniens Premierministerin Maggie Thatcher, der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow, US-Vizepräsident Dan Quayle, Kanadas Premier Mulroney, Russlands Präsident Boris Jelzin und der spanische König Juan Carlos mit seiner Gattin Sophie ließen sich hier verköstigen. Bereits 1930 war Reichspräsident von Hindenburg zu Gast. Ebenso berühmt wie die Gäste, von denen viele einen Patenrebstock im "Paradiesgarten" in Deidesheim bewirtschaften lassen, sind die Weine. Ein Museum für Weinkultur vermittelt alles zum Thema Weinbau und dem Wein als Kulturgut. Rund 540 Hektar Rebfläche gehören zu Deidesheim, hier ist der älteste Winzerverein der Pfalz zu Hause.
Um 900 angelegt wurde die keltische Fliehburg zwei Kilometer westlich, heute "Heidenlöcher" genannt. Von 1100 bis 1801 gehörte der Ort zum Hochstift Speyer. Dessen Wasserburg wurde 1292 zum Schloss ausgebaut, in einem der erhaltenen Türme wird alle zwei bis drei Jahre ein "Turmschreiber" untergebracht. Der Schlosspark lädt ein zum erholsamen Spaziergang. Die Fürstbischöfe erwirkten 1395 von König Wenzel die Stadtrechte. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt 1689 verwüstet, sie kam 1891 unter französische und 1816 unter bayrische Herrschaft. Der Marktplatz ist das Zentrum der Stadt. Hier dominiert das alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert mit seiner
charakteristischen Freitreppe. Gegenüber steht die"Kanne", das älteste Gasthaus der Pfalz (12. Jahrhundert).
Die Pfarrkirche St. Ulrich (1440 - 1480) als dreischiffige Basilika und der Andreasbrunnen umrahmen den Platz mit dem "Deidesheimer Hof", einem Gutshaus von 1702. Fachwerk macht den Reiz der Stadt aus. In der Weinstraße dominieren die Weingüter von Winning, Bassermann - Jordan und Reichsrat von Buhl.
Zu Pfingsten geht es hoch her: Dienstags wird der Geißbock versteigert. Nach einem Vertrag aus dem 15. Jahrhundert, der durch Napoleon erneuert wurde, muss Lambrecht für Weiderechte im Deidesheimer Wald alljährlich einen Tributbock liefern. Beide Städte gestalten an den Pfingsttagen dazu historische Spiele. Sichtbarer Ausdruck: Der Geißbockbrunnen von Prof. Gernot Rumpf an der Stadthalle.

Forst

Inmitten von Weinbergen und Obstbäumen liegt die Gemeinde Forst, mit ihren rund 840 Einwohnern das kleinste Dorf der Verbandsgemeinde Deidesheim.
Im Jahre 1100 schenkte der Graf und Bischof Johann I. von Speyer seine Besitzungen im Speyergau, darunter auch Deidesheim mit seiner Burg, dem Hochstift Speyer. Der große Wald nördlich von Deidesheim (auch Vorst bzw. Forst genannt) war der gemeinsamen Nutzung ausgenommen und der fürstlichen Jagd vorbehalten. In diesem "Forst" liegen die Anfänge des heutigen Dorfs.
Die hohe Fruchtbarkeit dieser Fluren veranlasste die Römer, hier aus ihrer Heimat stammende Bäume wie Edelkastanien, Mandeln, Pfirsiche, Pflaumen, aber insbesondere den Weinbau einzuführen. Die hier erzeugten Weine gelangten schon sehr früh zu Weltruhm. Die vielen Forster Weingüter und der Forster Winzerverein setzen diese Tradition erfolgreich fort.
Forst ist ein "Straßendorf", d. h. die Weinstraße führt auf einer Länge von ca. 1 km geradeaus durch den Ort und die Denkmalzone des Ortskerns. Die Erwerbstätigkeit ist geprägt durch den Weinbau, im zunehmenden Maß auch durch die Gastronomie und den Fremdenverkehr.
Am Sonntag Lätare (3 Wochen vor Ostern) feiert Forst sein Hanselfingerhut-Fest, ein Sommertagsspiel, das bis in das Jahr 1721 nachweisbar und seit 2017 in das deutsche Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen ist. Das Spiel zeigt den Kampf zwischen Sommer und Winter, verkörpert durch zwei junge Burschen in zwei kegelförmigen Häuschen aus Efeu bzw. Stroh. Es hat seinen Namen von der Figur des Hanselfingerhut, der im Lumpenkleid eines Narren mit geschwärztem Gesicht und Händen auftritt, immer zu Streichen aufgelegt ist und den Mädchen nachstellt um sie zu küssen. Weitere Mitspieler wie der Henrich-Fähnrich, der Scherer und die Nudelgret vervollständigen das Ensemble.

Meckenheim

Die Besiedlung des Platzes Meckenheim ist durch ist durch Funde von Neubaugebieten für die jüngere Steinzeit, Bronzezeit und von den Kelten belegt. Sogar die Merowinger lebten einmal hier. Im April 768 erhielt das Kloster Lorsch durch einen gewissen Duda eine Schenkung aus "Macchenheim" für den Heiligen Märtyrer Nazarius. Ursprünglich reichsunmittelbar, wurde Meckenheim verpfändet, 1243 besaß Reichsschultheiß Marquardt die Hälfte des Zehnten. Verkauft wurde der Besitz an das Speyerer Domkapital und 1287 an Pfalzgraf Ludwig II. Bis 1794 gehörte der Ort der Kurpfalz an bis er dann 1816 zu Bayern dazu kam.
Meckenheim gilt mit 1300 Hektar landwirtschaftlicher Anbaufläche als eine der größten Agrargemeinden der Pfalz.
Stattliche Winzerhäuser, die das typische Straßendorf an der Rheinebene ausmachen, bestätigen den Qualitätswein seit der Römerzeit. Auf 250 Hektar Rebfläche wachsen ausgezeichnete Weine, die zum Großteil in einer Winzergenossenschaft mit 280 Mitgliedern ausgebaut und auf Flasche gezogen werden.

Niederkirchen

Niederkirchen ist über 1300 Jahre alt. Die Gemeinde mit etwa 2400 Einwohner gehört seit 1972 zur Verbandsgemeinde Deidesheim. Mit Deidesheim verbindet sie aber auch die Geschichte. Der heutige Ort war ursprünglich der älteste Ortsteil von Deidesheim, sozusagen die "Mutter" der heute weltberühmten Weinstadt.
Niederkirchen ist das 699 erstmals erwähnte "Didinisheim". Um 1360, als sich Oberdeidesheim weiterentwickelte, wurde das Dorf Niederdeidesheim genannt. Volkstümlich (1430) hieß es "zu Niederkirchen", dieser Name wurde 1828 offiziell. Vom Ende des 11. Jahrhunderts bis 1794 war der Ort im Besitz des Hochstifts Speyer. Seit 1750 ist Niederkirchen unabhängige Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche St. Martin geht auf eine fränkische Gründung des 9. Jahrhunderts zurück. Die über den pfälzischen Raum hinausreichende Bedeutung erlangt sie durch ihre Monumentalität. Formal gehört sie kunsthistorisch in die Nähe des Doms zu Speyer und des monumentalen Klosters Limburg bei Bad Dürkheim - der mächtige romanische Vierungsturm von 1080 ist einer der ältesten Deutschlands. Er ist gegliedert durch Rundbogenfriese und Schallarkaden.
Das Ortsbild wird mitbestimmt von alten und neuen Winzeranwesen. Ein Blick in die Höfe durch die typisch pfälzischen Torbogen lohnt sich meist für den Besucher. Viele romantische Winkel sind zu entdecken.

Ruppertsberg

Die Geschichte des Dorfes reicht weit in die Vergangenheit zurück. Im Hochmittelalter wurde es in dieser Gemarkung gegründet, die bereits in römischer Zeit besiedelt war. Funde bezeugen den Bestand von Gutshöfen, die vom ersten bis vierten nachchristlichen Jahrhundert bewirtschaftet wurden. Der Ort entstand vermutlich im Schutz einer Burg, der "Hoheburg", die im vierzehnten Jahrhundert zerstört wurde. Danach errichteten die Ritter von Ruppertsberg an der Nordostecke des Dorfes eine Wasserburg, das Schloss, wie sie genannt wurde, als neuen Wohnsitz. Im Mittelalter gehörte Ruppertsberg zwei Herren. Das Obergericht, westlich der Kirche unterstand dem Bischof von Speyer, das östlich gelegene Niedergericht den Rittern von Ruppertsberg und deren Erben. Mit der Besetzung des linken Rheinufers durch die französischen Revolutionsarmeen endeten diese Herrschaftsverhältnisse. Das Schloss wurde zerstört und von seinen damaligen Besitzern, den Freiherrn von Dalberg, an Ruppertsberger Bürger verkauft.
Die Gemeinde Ruppertsberg - mit rund 1400 Einwohnern - ist 800 ha groß und davon sind mehr als die Hälfte Weinberge. In einem ausgezeichneten Klima mit sehr vielen Sonnentagen reifen in den bevorzugten Ruppertsberger Weinlagen Hoheburg, Linsenbusch, Reiterpfad, Nußbien und Gaisböhl. Rot- und Weißweine von hervorragender Qualität.