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Geschichte

Geschichte
Ein Blick zurück

70 n. Chr.
Im Zusammenhang mit dem Bataveraufstand wird Zülpich zum ersten Mal vom bekannten römischen Historiker Tacitus als "Tolbiacum" schriftlich erwähnt. Archäologische Funde sprechen jedoch dafür, dass Kelten und Germanen den Zülpicher Raum bereits zuvor besiedelt haben. Schon die Römer nutzten die exponierte Lage von Zülpich und bauten den Landort an der ältesten Heerstraße des Rheinlandes, die von Lyon über Trier nach Köln führte, aus.

2. Jh.
Die Römer errichten in Zülpich eine Badeanlage, die heute im neuen Haus "Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur" als eine der besterhaltenen Thermen nördlich der Alpen betrachtet werden kann. Im 4. Jahrhundert wird erstmals ein Mauerring um die Kernstadt errichtet.

496
Nach der Überlieferung hat der berühmte Frankenkönig Chlodwig im Jahr 496 n. Chr. ein Heer der Alemannen bei Zülpich mit göttlichem Beistand besiegt ("Schlacht bei Zülpich"). Die Franzosen sehen in dieser siegreichen Schlacht die Geburtsstunde des französischen Reiches. Zwei von Kaiser Napoleon I. veranlasste Tafeln in der Krypta der Pfarrkirche St. Peter in Zülpich sowie der Pont de Tolbiac (Zülpicher Brücke) und die Rue de Tolbiac (Zülpicher Straße) in Paris zeugen von der Bedeutung dieses Ereignisses für die französische Geschichte.

ca. 531
Zülpich wird als "civitas" bezeichnet, ein geschlossenes Gemeinwesen, das mit einer kleinen selbständigen Stadt vergleichbar ist. Bedingt durch seine Lage am Kreuzungspunkt mehrerer Römerstraßen (Köln/Trier, Neuss/Reims, Jülich/Bonn) wird Zülpich Königssitz im fränkischen Herrschaftsbereich.

925
König Heinrich I. besiegt in Zülpich den lothringischen Herzog Giselbert und gliederte das Rheinland dem ostfränkisch-deutschen Reich an.

13 Jh.
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts werden Zülpich die Stadtrechte erteilt. Zwischen den Jahren 1278 und 1285 wird die Stadt durch den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg befestigt. Im Jahr 1288 wird Zülpich durch den Grafen Walram von Jülich zerstört. Unter kurkölnischer Herrschaft (endgültig seit 1368) wird die Stadt im Jahr 1395 wieder aufgebaut. Augenfällige Zeugen jener Epoche sind die Stadtmauer mit den vier Tortürmen und die Kurkölnische Landesburg, die Anfang des 15. Jahrhunderts vollendet werden und bis heute zu einem großen Teil erhalten sind.

1944
Beim Bombenangriff der alliierten Streitkräfte werden am 24. Dezember große Teile der Zülpicher Kernstadt zerstört.

1953-1967
Als Teil des Rheinischen Braunkohlereviers wird vor den Toren von Zülpich in großem Stil Braunkohle abgebaut. Im Zuge der Rekultivierung des Abbaugebietes entstehen der Wassersportsee Zülpich (85 Hektar) und der Naturschutzsee Füssenich
(60 Hektar). Sie bilden zusammen mit dem historischen Stadtkern eine Achse, die von der Landesregierung als Freizeit- und Erholungsschwerpunkt deklariert wurde.

1969/1972
Im Zuge der kommunalen Neugliederung werden im Jahr 1969 die Ortschaften Bessenich, Dürscheven, Enzen, Langendorf, Linzenich, Lövenich, Merzenich, Mülheim, Nemmenich mit Lüssem, Niederelvenich, Oberelvenich, Rövenich, Sinzenich, Ülpenich, Weiler in der Ebene und Wichterich in die Stadt Zülpich eingegliedert. 1972 kommen Bürvenich, Eppenich, Füssenich, Geich und Juntersdorf sowie Schwerfen mit Irnich und Virnich hinzu.

2014
Unter dem Motto "Zülpicher Jahrtausendgärten - Von der Römerzeit bis ins 21. Jahrhundert" ist die Stadt Zülpich Gastgeberin der nordrhein-westfälischen Landesgartenschau. Große Teile des Geländes bleiben auch nach der Landesgartenschau unter dem Namen Seepark Zülpich erhalten.