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Wirtschaft und Stadtentwicklung

Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts brachte für Teterow, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, einige Herausforderungen mit sich. So wurden innerhalb weniger Jahre u. a. der Teterower Betriebsteil des Reparaturwerks Neubrandenburg, die Großbäckerei, die Kleiderwerke und die Industriewerke geschlossen und abgewickelt. Damit verlor die Stadt nach und nach den größten Teil der seit Jahrzehnten angesiedelten Betriebe und Arbeitgeber. Als einziger größerer Arbeitgeber verblieb zunächst lediglich der Schlachthof.

Gleichzeitig führten viele Veränderungen in den landwirtschaftlichen Betrieben des Umlandes zu einem enormen Stellenabbau. Auch büßte Teterow den Status als Kreisstadt und die Kreisverwaltung, durch den Zusammenschluss der Kreise Güstrow, Bützow und Teterow im Zuge der Kreisgebietsreform 1994, ein. Hohe Arbeitslosigkeit, sinkende Geburtsrate und Binnenmigration führten zwischen 1990 und 2010 zum Sinken der Einwohnerzahl um gut 12 %. Parallel zu diesem Abbau begann die Stadt neue Wege zu beschreiten. So wurden neue Gewerbegebiete geplant, erschlossen und neue Unternehmen angesiedelt. Heute verfügt die Stadt über Gewerbegebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 124 Hektar. Die Gewerbegebiete sind vollständig, inkl. Breitbandzugang, erschlossen und zu 90 % belegt. Hier entstanden über 1.200 neue Arbeitsplätze in den Sektoren Dienstleistung, Handwerk, Bauhandwerk, Industrieproduktion, Groß- und Einzelhandel sowie Biomedizin und -technologie.

Auch wurde in den 90ern damit begonnen das Erscheinungsbild der Stadt aufzuwerten. Seit 1991 nimmt Teterow am Städtebauförderungsprogramm teil. So konnte, durch die erfolgte Sanierung einer großen Anzahl an Gebäuden, die Lebensqualität in der Stadt deutlich erhöht und neuer Wohnraum erschlossen werden. Ebenso wurden nach und nach die meisten städtischen Straßen saniert und die unterirdische Infrastruktur erneuert. All diese Sanierungsmaßnahmen erwiesen sich als Motor für die Teterower Firmen der Bauwirtschaft sowie des Straßen- und Tiefbaus.

Die Stadt verfügt mit dem DRK-Krankenhaus, den Praxen mehrerer Allgemein-, Fach- und Zahnmediziner, den Apotheken, den Ergo- und Physiotherapiepraxen sowie den verschiedenen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen über eine gute medizinische Infrastruktur, die ständig weiterentwickelt wird. Daneben bietet Teterow mit mehreren Kindergärten, einer Grundschule, einer Förderschule, einer Regionalschule, einem Gymnasium und einer Musikschule ein umfassendes pädagogisches Angebot. Ergänzt wird dieses durch eine große Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten, sowohl in den Supermärkten und Discountern an den Stadträndern als auch bei den Einzelhändlern in der Innenstadt, den vielfältigen kulturellen Einrichtungen und die verkehrstechnische Anbindung. Diese Aspekte begründen die große Bedeutung der Stadt Teterow für die Region als Mittelzentrum.

Die demographische Veränderung der Bevölkerung mit Rückgang der Einwohnerzahl und Anstieg des Anteils an älteren Menschen in der Stadt wird auch zukünftig eine Herausforderung sein. Hier kommt es darauf an, die Barrierefreiheit, wo möglich, auszubauen, die medizinische Versorgung zu erhalten und zu verbessern sowie junge Menschen durch attraktive Arbeits-, Wohn- und Unterstützungsangebote für die Stadt zu gewinnen. Die Stadt Teterow bietet deshalb ihre Hilfe bei der Ansiedlung weiterer Betriebe und medizinischer Einrichtungen an, arbeitet an der Erschließung neuer Eigenheimstandorte und plant die Aufwertung der Plattenbauwohngebiete.

Der Stärkung der funktionalen Beziehungen zwischen der Stadt als Wohnort und Lebensmittelpunkt, der Arbeit, der Schule, den Versorgungs-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie den zentralörtlichen Funktionen für die Region kommt zukünftig eine immanent wichtige Bedeutung zu.