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Braukunst und Kulinarisches

In seinem Buch "Riewekooche onn Schmatzbäckel" begrüßte der Autor Dr. Trutzhart Irle seine Leser vor über 30 Jahren so: "Auch der hartnäckigste und kompromissloseste Freund des Siegerlandes wird sich wohl kaum zu der Ansicht verleiten lassen, bei diesem schönen Landstrich handele es sich um ein Dorado für Lukullusjünger und Gourmets. ... So war man auf genügsame Getreidearten angewiesen und seit zwei Jahrhunderten vor allem auf ein südamerikanisches Nachtschattengewächs, das hier regelrecht Furore machte - die Kartoffel. ... Fast hatte es den Anschein, der gesamte Magenfahrplan bestehe aus "Duffeln" in allen Variationen ..."

Die markanteste siegerländische Spezialität ist eine Symbiose aus beidem: Der Riewekooche ist ein Kartoffelbrot, welches mit dem vor allem im Rheinland bekannten Reibekuchen oder Kartoffelpuffern verwandt ist. Dazu Dr. Trutzhart Irle: "Inzwischen schickt sich der Schlachtruf "Riewekooche" bereits an, die entferntesten Winkel des Erdballs zu erobern." Traditionell isst man Riewekooche bestrichen mit "dick Butter" (gorrer bodder) oder mit Butter und Pflaumenmus (Gwäddschekrutt).

Auch wenn die Siegerländer Küche weiterhin geprägt von Kartoffeln und einer enormen Viefalt von Brotsorten ist, verstehen es die Köche und Direktvermarkter der Kooperation "Zwischen Rubens und Landluft" diese neu und modern zu interpretieren.

Riewekooche

1 Kilogramm Mehl
2 Eier
1 Würfel Hefe
1 Esslöffel Salz
1/4 Liter Milch
1 Kilogramm geriebene rohe Kartoffeln

Die Zutaten werden zu einem Hefeteig verarbeitet und gut gehen gelassen. Den Teig füllt man in eine große, gefettete Kastenform und lässt ihn dort nochmals gehen, bevor er rund 75 Minuten bei 220 Grad Celsius gebacken wird.


Karl Friedrich Schenk hingegen beschreibt nicht nur die Siegerländer Ess- sondern auch die einheimischen Trinkgewohnheiten: "... Der Siegerländer trinkt häufig Bier, Wein und Branntwein. ... Er weiß sich aber zu beherrschen, und nur selten führt ihn eine fröhliche Gesellschaft zum übermäßigen Genuß."

Das Siegerland ist nach wie vor Heimat der umsatzstärksten deutschen Brauerei in Deutschland, die sich in privatem Familienbesitz befindet. Mit jährlich knapp sechs Millionen Hektolitern Gesamtausstoß befinden sich die Krombacher Brauer weiterhin auf Wachstumskurs. Auch in 2016 konnte das Krombacher Pils seine Position als Marktführer verteidigen und im Vergleich zum Vorjahr sogar ausbauen. Das bedeutet, dass in Deutschland nahezu jedes zehnte Pils, das getrunken wird, aus Krombach kommt.

Und schließlich bescheinigt Karl Friedrich Schenk schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Siegerländern, dass "die Gastfreundschaft hier einheimisch ist".