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Seligenstadt - die Einhardstadt

Seligenstadt - die Einhardstadt

Eigentlich nennen die Seligenstädterinnen und Seligenstädter ihre Heimatstadt schon immer liebevoll Einhardstadt. Doch seit dem Jahr 2020 ist es sogar amtlich: Seligenstadt bekommt offiziell den Namenszusatz "Einhardstadt". Der Antrag der Stadt Seligenstadt fand im Hessischen Ministerium des Inneren Gehör.

Einhard, der Gelehrte am Hofe Kaiser Karls des Großen und der Verfasser der Biografie Karls des Großen, der "Vita Karoli Magni - Das Leben Karls des Großen" wird mit vielen Benennungen in seiner Stadt lebendig gehalten. So gibt es die Einhardbasilika, die Einhardschule, die Einhardstraße, den Einhardweg - ein Rad- und Wanderweg - und das Einhardhaus, aus dem Einhard die Szenerie der Stadt bis zum heutigen Tag beobachtet - so wird das auf jeden Fall gerne von den Seligenstädtern erzählt.

Die um 830 durch Einhard erbaute karolingische Basilika im Stadtkern ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt. Aus der Gründung entwickelte sich ein Benediktinerkloster, das zu besichtigen ist. Der Gang durch den rekonstruierten rund 8.000 Quadratmeter großen Konventgarten mit seinen Nutz- und Zierpflanzen, dem Apotheker- und Kräutergarten kommt einem Kurzurlaub gleich. Als faszinierendes und abwechslungsreiches Ausflugsziel beliebt, darf es in Seligenstadt gerne ein wenig mehr Fachwerkluft und Mainbrise sein!

"Selig sei die Stadt genannt"

Das Einhardhaus von 1596 am Marktplatz erinnert uns an eine Volkssage, wie Seligenstadt zu seinem schönen Namen gekommen sein soll.

Es war am Hofe Kaiser Karls in Aachen...
Einhard, der Berater des Kaisers am Aachener Hof, verliebte sich in Emma, eine Tochter Karls des Großen. Als er in den frühen Morgenstunden die Kammer der Geliebten verlassen wollte, war über Nacht Schnee gefallen. Aus Angst, die Fußspuren könnten ihren Liebsten verraten, trug die kräftige Emma den kleinen Einhard huckepack über den verschneiten Hof.

Doch das Geschehen blieb nicht unbeobachtet.
Der von Reichssorgen geplagte, schlaflose Kaiser beobachtete das Paar. Erbost über diese nicht standesgemäße Beziehung verbannte er die beiden. So kamen die Verliebten nach Mulinheim und ließen sich hier nieder.

Viele Jahre später verirrte sich der Kaiser bei einer Jagd in den Wäldern der Umgebung und fand hier am Main eine gastliche Herberge - ausgerechnet bei seiner Tochter!

Einhard fürchtete den Zorn des Kaisers, war man doch vor vielen Jahren nicht in Frieden in Aachen auseinander gegangen. Emma, die Tochter Karls, wusste Rat. Sie servierte dem Kaiser dessen Leibspeise: Pfannkuchen!

An diesen leckeren Pfannkuchen, die nur von Emma sein konnten, erkannte Karl seine Tochter und er soll gerufen haben:

"Selig sei die Stadt genannt, da ich meine Tochter wieder fand!"

Die Basilika - Wahrzeichen der Stadt

Die Historie der Einhardstadt Seligenstadt beginnt mit den Römern, die hier um 100 n. Chr. ein Kastell errichteten. Nach dem Fall des Limes im Jahr 260 siedelten sich Alemannen an. "Obermühlheim", wie Seligenstadt zur Karolingerzeit hieß, wurde am 11. Januar 815 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Einhard erhielt es von Ludwig dem Frommen für seine Dienste am kaiserlichen Hof geschenkt. Über dem Grab der frühchristlichen Märtyrer Marcellinus und Petrus, deren Reliquien auf verschlungenen Wegen von Rom ins fränkische Reich kamen, errichtete Einhard eine imposante Wallfahrtskirche. Durch die einsetzende Pilgerschaft erhielt die Ortschaft ihren neuen Namen "Saligunstat" - heil- und segenbringende Stätte.

Der karolingische Bau des 9. Jahrhunderts bestand aus einem Langhaus mit Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, einem Querhaus, einer halbrunden Mittel-Apsis sowie einer Ringkrypta. Die Mauern des Langhauses wurden weitestgehend aus Steinen des römischen Kastells errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte erfolgten etliche bauliche Veränderungen, je nach Zeitgeschmack der jeweiligen Epochen.

Zur 900-Jahrfeier 1725 wurde die Klosterkirche barockisiert. Mit der Säkularisation 1803 ging die Abtei in den Besitz des Landgrafen von Hessen-Darmstadt über. Seit 1812 ist die Basilika katholische Pfarrkirche. 1925 wurde die Kirche zur päpstlichen Basilika minor erhoben.

Die Einhardbasilika ist die einzige karolingische Kirche nördlich der Alpen, in der bis heute liturgische Gottesdienste gefeiert werden.

Das Kloster - Ehemalige Benediktinerabtei
Das ehemalige Kloster Seligenstadt, um 830 von Einhard gegründet, zählt mit seinen Klausur- und Wirtschaftsgebäuden sowie der die Abtei umschließenden rund 700 Meter langen Klostermauer zu den wenigen nahezu komplett erhaltenen Klosteranlagen in Hessen. Die in den 1980er Jahren begonnene sukzessive Restaurierung der Klosteranlage zeigt sich heute im Stil ihrer letzten Blütezeit des 17. und 18. Jahrhunderts.

Fast tausend Jahre lebten hier Benediktinermönche, die dem in der Regel Benedikts von Nursia (um 480 -547 n. Chr.) festgelegten Rhythmus aus Gebet und Arbeit folgten. Nach Zerstörungen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg erstrahlt die Abtei nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen heute im barocken Glanz.

Mit der Säkularisation 1803 endete die Zeit der Mönche in Seligenstadt. Unter napoleonischer Herrschaft wurde kirchlicher Besitz verweltlicht und das Kloster fiel an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Bis in die 1960er Jahre dienten die Klostergebäude als Domizil verschiedener Behörden.

Klostergarten
Der rekonstruierte Klostergarten zählt zu den schönsten Gärten in der ganzen Region. Hier wachsen auf den mit Blumenrabatten und Zwergobstbäumen eingefassten Beeten wieder Gemüse, Salat und Kräuter. An Spalieren entlang der Klostermauer ranken sich Färberpflanzen und Spalierobst.

Zu jeder Jahreszeit ist der Klostergarten eine kleine Oase, in der Hektik unserer Zeit! Die Farbenvielfalt - ein Fest für die Augen und der Duft der Blumen ein Fest für die Nase.

Das Gemüse, das im Klostergarten biologisch angebaut wird, ist im Klosterladen käuflich zu erwerben.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Apothekergarten. Die Heilpflanzen sind nach ihrer Wirkung, den jeweiligen Organen zugeordnet. Im Süden des Gartens anschließend steht die Orangerie mit dem typischen Schwanenhausdach. In ihr überwintern die Zitruspflanzen. Im 18. Jahrhundert wurden hier Ananas gezüchtet. Diese Tradition wird bis heute gepflegt.

Seligenstadt - ein Ort zum Leben

Die Gegenwart von Frankfurt am Main als pulsierende Metropole ist omnipräsent, doch am Rande dieses urbanen Glanzes eröffnet sich eine andere, ebenso reizvolle Seite der Region: Seligenstadt am Main. Rund 20 Kilometer von der Mainmetropole entfernt, mit eigenem A3-Zubringer, bietet die Mittelstadt eine klassische Balance zwischen urbanem Lebensstil, regionaler Verwurzelung und persönlicher Lebensqualität. Wer hier wohnt, erlebt eine Vielfalt, die sowohl für Pendler als auch für Familien und Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter überzeugend ist.

Historisches Erbe
In Seligenstadt trifft moderne Infrastruktur auf historischen Charme: Wer sich für die Geschichte der Einhardstadt interessiert, stößt auf Spuren Barbarossas am Palatium am Mainufer oder am Romanischen Haus, auf die Einhard-Basilika aus dem 9. Jahrhundert und auf das ehemalige Benediktinerkloster mit Konventgarten, Klosterapotheke, Klostermühle und der Wasserburg als ehemaliger Sommerresidenz der Äbte. All diese Zeugnisse der Jahrhunderte machen Seligenstadt zu einem Ort, an dem Geschichte lebendig wird - nicht als Museumsrelikt, sondern als gelebte Gegenwart. Die Stadt versteht es, ihre historische Identität behutsam in das moderne Leben zu integrieren.

Bildung und Versorgung
Die Infrastruktur Seligenstadts ist im sozialen und medizinischen Bereich sehr gut aufgestellt. Es gibt zwei Kliniken, ein Dialysezentrum, Radiologie sowie eine breit gefächerte ärztliche Versorgung. Die Kinderbetreuung ist gut organisiert, und es stehen alle Schulformen bereit: von der frühkindlichen Bildung bis zur weiterführenden Schule, inklusive einer Sprachheilschule und einer sonderpädagogischen Schule. Das Angebot reicht von Krippen über - auch mehrsprachige - Kindertagesstätten bis zur betreuten Hausaufgabenhilfe. Durch eine verlässliche Nahversorgung, gut erreichbare ÖPNV-Verbindungen und eine Mischung aus städtischem Ambiente und ländlicher Ruhe bleibt die Lebensqualität konstant hoch - sowohl für Singles als auch für Familien und Senioren.

Vielfalt von Freizeit und Kultur
Seligenstadt ist auch eine Stadt der Vielfalt, wenn es um Freizeit und Kultur geht. Die rund 170 Vereine, Verbände und Organisationen decken ein breites Spektrum ab - musikalisch, sportlich, gesellschaftlich oder spirituell. Kultur wird hier nicht nur als Accessoire verstanden, sondern als integrale Lebensgrundlage. Das Angebot ist reichhaltig und über das Jahr verteilt: Festlichkeiten, Märkte und Bräuche wie das einzigartige "Seligenstädter Geleit" oder der lebendige Fastnachtsumzug mit rund 40.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich prägen das städtische Leben, genauso wie regelmäßige Ausstellungen, Konzerte oder Theateraufführungen.

Einkaufs- und Gastronomieerlebnis
Die Innenstadt bietet eine abwechslungsreiche Einkaufs- und Gastronomieszene mit einer großen Auswahl an Einzelhändlern, Eisdielen und gemütlichen Lokalen. Seligenstadt präsentiert sich damit als Ort, an dem man bequem shoppen, regionale Spezialitäten genießen und das lebendige Flair der historischen Altstadt bei jedem Bummel erleben kann. Von familiengeführten Geschäften über kleine Boutiquen bis hin zu charmanten Cafés gelingt es hier, Tradition und Gegenwart harmonisch zu verbinden.

Seligenstadt bietet damit mehr als nur ein attraktives Wohngebiet: Es ist ein Ort, an dem Bauvorhaben auf eine beständige Lebensqualität, eine lebendige Gemeinschaft und eine enge Verzahnung von Geschichte und Moderne treffen. Wer hier baut, investiert in nachhaltiges Wachstum, kurze Wege und eine stabile Infrastruktur. Entdecken Sie die Chancen, die diese Stadt in sich vereint, und gestalten Sie Ihr neues Zuhause dort, wo Tradition und zeitgemäßes Wohnen Hand in Hand gehen.