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Barrierefreies Bauen

Die Zukunft des Wohnens

In Norden sind rund 30 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner über 60 Jahre alt. Grund genug, um sich über die Zukunft des Wohnens Gedanken zu machen. In Politik und Gesellschaft wird dieses Phänomen unter den Schlagworten "demographischer Wandel" und "sozialer Veränderung" heiß diskutiert.
Eins ist klar: Deutschland wird älter. Lag vor 150 Jahren die Lebenserwartung eines Menschen noch bei unter 40 Jahren, werden heute geborene Mädchen durchschnittlich 83, Jungen 78 Jahre alt.

So bekommen die Themen flexibles Wohnen und Wohnen im Alter eine ganz neue Bedeutung. Norden hat hier vieles zu bieten. Einerseits Baugebiete, die besonders für Familien interessant sind und andererseits Gebäude in interessanten Wohnlagen mit hervorragender Infrastruktur. So entscheiden sich immer mehr Menschen, ihren Ruhestand in Norden zu verbringen.
Es ist ganz natürlich, dass die Wohnung mit zunehmendem Alter aus verschiedenen Gründen eine wachsende Bedeutung für die eigene Lebensqualität bekommt.
In den letzten Jahren ist der Trend zum selbstbestimmten Wohnen in den eigenen vier Wänden immer deutlicher geworden. Schließlich verbringen Sie gerade im Alter mehr Zeit zuhause, da Ihnen zum einen durch den Wegfall geregelter Arbeitszeiten mehr Freizeit zur Verfügung steht, zum anderen aber auch aufgrund von gesundheitlichen Herausforderungen, die den Weg nach draußen und zurück erschweren. Zudem ist die eigene Wohnung noch in einer ganz anderen Hinsicht zentral: Durch eine barrierefreie Ausgestaltung der Innenräume ist sie der Schlüssel zu einer aktiven Teilnahme am Leben und dem Erhalt der eigenen Selbstständigkeit bis ins hohe Alter.

Zudem haben sich in den letzten Jahren ganz verschiedene Strategien entwickelt, trotz körperlicher Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dabei kann zum einen modernste Technik eine Hilfe sein - aber auch die verschiedensten Lebensgemeinschaften bieten gegenseitige Unterstützung und ein sicheres Wohnumfeld.

Barrierefreies Wohnen durch vorausschauende Planung und Wohnraumanpassung

Auch wenn sich heutzutage dank einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung viele Menschen bis ins hohe Alter einer exzellenten Gesundheit erfreuen, gehen mit dem natürlichen Alterungsprozess zumeist auch einige gesundheitliche Veränderungen einher. Somit kann sich durch eine Beeinträchtigung des Körpers das gewohnte Umfeld in einen Hindernisparcours verwandeln, indem die Treppe zu lang und ohne Halterung nicht zu bezwingen ist, Armaturen sowie Lichtschalter unerreichbar entfernt sind und Stufen oder Kanten sich in Stolperfallen verwandeln.

Durch eine barrierefreie Ausgestaltung der Wohnräume kann vielen dieser natürlichen Schwächen jedoch Rechnung getragen werden. Dieses Thema spielt nicht nur im Alter eine wichtige Rolle, sondern auch für Familien, denn viele der Maßnahmen, die Barrierefreiheit garantieren, kommen auch Kindern zu Gute. Höhenverstellbare Waschbecken sorgen zum Beispiel dafür, dass Kleinkinder beim Zähneputzen nicht auf den Zehenspitzen balancieren müssen und ebenerdige Zugänge machen das Haus auch für Kinderwägen viel leichter befahrbar. Außerdem spielt für junge Familien beim Thema Wohnen vor allem eines eine große Rolle: Flexibilität. Denn Kinder wachsen schließlich und dadurch ändern sich auch die Ansprüche, die sie an ihr Wohnumfeld stellen. So benötigen Kleinkinder zum Beispiel die ständige Aufsicht ihrer Eltern, wohingegen Teenager eine Möglichkeit brauchen, sich zurückzuziehen.

Es lohnt sich daher, sich bereits bei der Planung ein Höchstmaß an Flexibilität zu erhalten, indem zum Beispiel nicht alle Räume fest verplant werden. Dann steht im Bedarfsfall dem Umzug von ersten in die zweite Etage oder umgekehrt nichts im Weg.

Barrierefreiheit - was heißt das eigentlich?

Bei einer barrierefreien Ausgestaltung wird dafür gesorgt, dass die alltäglichen Wege begehbar bzw. befahrbar sind und all die Dinge des täglichen Lebens erreichbar sind. Das geschieht beispielsweise durch eine bessere Ausleuchtung von möglichen Stolperfallen oder die sinnvolle Anbringung von Handläufen zur Verbesserung der Sicherheit beim Gehen.

Auch zu viel Mobiliar oder zu wenig Platz vor Waschtischen oder in der Küche können einschränken. Türschwellen und Treppen sind weitere Hindernisse des Alltags, die ebenfalls relativ einfach behoben werden können, zum Beispiel durch die Anbringung von Rampen und Treppenliften. Somit machen sich Maßnahmen zur Barrierefreiheit nicht nur für ältere Menschen bezahlt - sie ersparen jungen Familien auch Probleme mit dem Kinderwagen und machen den Wohnraum an das Wachstum eines Kindes anpassbar. Vor allem das Bad möchten die Menschen jeden Alters am liebsten ohne fremde Unterstützung nutzen können.
Eine innovative Gestaltung des Sanitärbereichs, die einen barrierefreien Zugang ermöglicht, verhilft körperlich eingeschränkten Menschen, die eventuell auf einen Rollstuhl angewiesen sind oder eine geringe Körpergröße haben, zu einer unkomplizierten Nutzung.

Dabei helfen können zum Beispiel ebenerdige Duschen, ein höhenverstellbares Waschbecken und ein Badewannenlift. Auch beim Zugang zur Wohnung spielt Barrierefreiheit eine wichtige Rolle. Wie im Wohnbereich selbst können bei Stufen im Eingangsbereich Rampen schnell Abhilfe schaffen.
Einige gesetzliche Rahmenbedingungen und Regeln sowie die DIN-Normen 18024 und 18025 bzw. 18040 liefern Richtlinien zu den allgemeinen Aspekten der Architektur wie beispielsweise Bewegungsflächen, Zugängen oder dem Boden und den Merkmalen einzelner Aspekte wie Toilette, Waschbecken und Griffe.
Deutlich muss jedoch gesagt werden, dass es keine allgemeingültigen Vorschriften geben kann, denn die Bedürfnisse der einzelnen Menschen sind sehr unterschiedlich und müssen individuell gelöst werden. Dabei sind sicherlich Kompromisse mit den Vorgaben einzugehen, weil hier gilt: Der Mensch ist der Maßstab für Planung und Bau.

Beratung ist alles

Sie möchten an Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus bauliche Veränderungen vornehmen, sind sich aber nicht sicher, welche Maßnahmen für Sie infrage kommen oder wie Sie Ihr Vorhaben finanzieren sollen? Bei allen Fragen rund um das Thema "Wohnen im Alter" helfen Ihnen die Architekten in Norden und dem Umland. Achtung! Vorab nach den Beratungskosten fragen.
Auch im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Webseiten, die sich mit dem Thema barrierefreies Wohnen auseinandersetzen. Eine erste kostenfreie und unverbindliche Online-Beratung bietet zum Beispiel der Internetauftritt des Vereins "Barrierefrei leben e. V." unter www.online-wohn-beratung.de.

Auf der Internetseite der Stadt Norden www.norden.de finden Sie unter "Lebenslagen" den Punkt "Älter werden". Hier werden diverse Punkte zur Gesundheit und Pflege, MehrGenerationenhaus, Rentenberatung, Seniorenwegweiser, und Senioren in Niedersachsen mit vielen Informationen angeboten.

Barrierefreie Stadt

In den vergangenen Jahren wurden die Rechte von behinderten Menschen zur selbstständigen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben durch eine Reihe von Gesetzen, Normen und Standards gestärkt. Viele Errungenschaften kommen nicht nur ihnen, sondern auch älteren Menschen zu Gute, denen zum Beispiel stufenlose Zugänge zu öffentlichen Gebäuden und Aufzüge an Bahnhöfen die selbständige Lebensführung ebenfalls erleichtern. Die Stadt Norden arbeitet daran die Teilhabe aller Menschen am öffentlichen Leben kontinuierlich zu verbessern.