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Bauliche Veränderungen

Neben baulichen Veränderungen müssen auch bestimmte Nutzungsänderungen des Wohngebäudes oder von Wohnräumen genehmigt werden, da sich aus der veränderten Nutzung auch andere Anforderungen des öffentlichen Baurechts ergeben können.

Ausnahmen und Befreiungen

Bei einer Abweichung von den planungsrechtlichen Zulässigkeitskriterien kann eine Ausnahme und/oder Befreiung (§ 31 BauGB) ein formal nicht zulässiges Vorhaben unter Umständen doch noch ermöglichen. Dabei bietet das Baugesetzbuch zwei Möglichkeiten.
Zum einen kann eine Ausnahme ausdrücklich im Bebauungsplan vorgesehen sein, wie zum Beispiel der spätere Ausbau eines Dachgeschosses. Zum anderen können Sie einen städtebaulich begründeten Befreiungsantrag stellen.
Eine Befreiung müssen Sie im Gegensatz zur Ausnahme schriftlich beantragen, außerdem wird sie nicht bereits im Bebauungsplan aufgeführt. Befreiungen sind jedoch nur bei Einhaltung von zwei Gesichtspunkten möglich: Die Grundzüge der gemeindlichen Planungsabsichten dürfen nicht verletzt werden und die beantragte Abweichung muss außerdem städtebaulich vertretbar sein. In aller Regel muss deshalb eine besondere Grundstückssituation eine Befreiung rechtfertigen. Individuelle Gründe, die sich nicht auf das Grundstück beziehen, sondern Sie als Person betreffen, sind nicht baurechtsrelevant. Als Bauherrin oder Bauherr sollten Sie im Einzelfall einen begründeten und den Nachbarschutz berücksichtigenden Antrag mit der Bauaufsichtsbehörde klären.

Verfahrensfreie Baumaßnahmen
In der Niedersächsischen Bauordnung sind die verfahrensfreien Maßnahmen komplett aufgeführt.

Hier eine kleine Auswahl der gängigsten Baumaßnahmen:
  • Gebäude und Vorbauten ohne Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten (also z.B. Gartenhäuser) mit nicht mehr als 40 Kubikmeter Bruttorauminhalt, im Außenbereich bis 20 Kubikmeter und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken noch dem Abstellen von Kraftfahrzeugen dienen.

  • Garagen mit nicht mehr als 30 m² Grundfläche, außer im Außenbereich, Garagen mit notwendigen Einstellplätzen jedoch nur, wenn die Errichtung oder Änderung der Einstellplätze genehmigt oder nach § 62 genehmigungsfrei ist.

  • Gewächshäuser mit nicht mehr als 5 m Firsthöhe, die einem landwirtschaftlichen Betrieb oder einem betrieb der gartenbaulichen Erzeugung dienen.

  • Terrassenüberdachungen mit nicht mehr als 30 m² Grundfläche und mit nicht mehr als 3 m Tiefe.

  • Einfriedungen mit nicht mehr als 2 m Höhe und Stützmauern mit nicht mehr als 1,50 m über Geländeoberfläche nach § 5 Abs. 9 NBauO

  • Werbeanlagen mit nicht mehr als 1 m² Ansichtsfläche an der Stätte der Leistung

  • Dächer von vorhandenen Wohngebäuden einschließlich der Dachkonstruktion ohne Änderung der bisherigen äußeren Abmessungen.