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Geschichte unserer 6 Stadtteile

Kurzer Überblick über die Geschichte Florstadts und der Stadtteile

Die Stadt Florstadt - Chronik der Stadtteile

Die gemeinsame Geschichte der Stadt Florstadt beginnt am 1.7.1970 mit dem Zusammenschluss der Stadtteile Nieder- und Ober-Florstadt, nachdem bereits 1820 -1861 eine gemeinsame Verwaltung bestand.
Mit Unterzeichnung eines Grenzänderungs- und Auseinandersetzungsvertrages zwischen der Gemeinde Florstadt und der Gemeinde Staden wurde am 6.12.1971 mit Wirkung ab 31.12.1971 Staden neuer Ortsteil von Florstadt. Aus dem ehemaligen Landkreis Büdingen wurden zum 1.2.1972 und zum 1.8.1972 die ehemals selbständigen Gemeinden Leidhecken und Nieder-Mockstadt eingemeindet. Die Eingliederung des heutigen Ortsteils Stammheim wurde durch das Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg vom 11.7.1972 zum 1.8.1972 vollzogen.
Durch diese gemeindlichen Zusammenschlüsse und der Fusion der beiden Landkreise Friedberg und Büdingen ist aus der Landgemeinde eine Mittelpunktgemeinde im geographischen Sinne und überregionalem planerischen Interesse geworden.
Am 15. März 2007 wurden der bisherigen "Großgemeinde" die Stadtrechte auf historischer Basis wieder verliehen.

Nieder- und Ober-Florstadt

Diese Stadtteile entstanden spätestens gegen Ende des ersten Jahrhunderts nach Christi, als im Zusammenhang mit dem Ausbau des Limes während der Chattenkriege (83-85) unter Kaiser Domitian (81-96) das Kastell im Stadtteil Ober-Florstadt angelegt wurde.
Als die Römer 259/260 die Limesgrenze aufgaben und sich auf die Rheingrenze zurückzogen, bestand die Siedlung Nieder- und Ober-Florstadt weiter bis zum heutigen Tage. Im 8. Jahrhundert war der Ort Mittelpunkt des Staatseigentums (Fiskalgut). Im Lorcher Reichsurbar wurde Florstadt als einziger Königshof in der Wetterau anerkannt. Von hier aus hat man einen erheblichen Teil des umfangreichen Wetterauer Reichsgutes verwaltet.
1365 erwirkte der Lehensherr von Florstadt, Gerlach III., von Kaiser Karl IV. das Recht, Florstadt mit Gräben, Mauern, Türmen, Pforten und Erkern zu befestigen. Mit dieser Verleihung der Stadtrechte erlebte das damalige Nieder-Florstadt seine Krönung. Diese Stadtrechte (zusammen mit den Stadtrechten für den Stadtteil Staden, aus dem Jahr 1305) waren Grundlage für die erneute Stadtrechtverleihung im Jahr 2007.

Besonders im 30jährigen Krieg, aber auch in den Kriegen nach der französischen Revolution wurde die Gemeinde stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Krieg 1870-71 entwickelte sich der Stadtteil Nieder-Florstadt von einem Bauerndorf zu einer Arbeiterwohnsitzgemeinde.
1924 gründete Bürgermeister Lux den "Kraftwagenbetrieb Wetterau", der lange als einer der wichtigsten Standorte des öffentlichen Personenverkehrs in der Wetterau galt. Der Standort wurde zwischenzeitlich zum Feuerwehrstützpunkt in Nieder-Florstadt umgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg (1939-1945) nahmen in Nieder-Florstadt und Ober-Florstadt viele Heimatvertriebene ihren Wohnsitz. Rege, bis heute anhaltende, Bautätigkeiten vergrößerten die Stadtteile auf die heutigen Ausmaße.

Leidhecken

Der Name des Stadtteils wird im 12. Jahrhundert das erste Mal als Leydthecken urkundlich erwähnt. Die Tatsache, daß Leidhecken schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein eigenes Gotteshaus erhielt, beweist, dass das Dorf im Mittelalter einige Bedeutung hatte. Als die Äbte von Fulda ihren Besitz in der Wetterau den Grafen von Ziegenhain zu Lehen gaben, diese 1450 ausstarben, kam das Dorf unter die Hoheit des Landgrafen von Hessen. Über den Darmstädter Zweig des Gesamthauses kam Leidhecken in den Jahren 1648-1681 zu den Landgrafen Christoph von Hessen-Homburg, der im Schloß zu Bingenheim Hof hielt.

Staden

Im Jahr 1156 wurde in Staden ein fester Burgsitz errichtet. 1304 erwarb der Burgherr vom Kaiser für die bürgerliche Niederlassung die Stadtrechte. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gelangten Burg und Gericht Staden als Heiratsgut vom Haus Büdingen zum Haus Isenburg-Limburg, in dessen Hand es bis 1405 verblieb. In diesen Jahren bekam das Städtchen große Bedeutung als Markt. Im Jahre 1405 veräußerte das Haus Isenburg-Limburg den Besitz an eine Reihe von Familien und in den darauf folgenden Jahren kam es zu heftigen Streitigkeiten über die Besitzverhältnisse. Erst 1756 wurde Staden dem Amtmann des Isenburgischen Hauses unterstellt. In der ersten hessischen Kreisteilung fiel die Stadt 1821 zum Kreis Büdingen, wurde jedoch 1852 dem Kreis Friedberg angegliedert. Zu einer Ausweitung des Dorfbildes ist es erst um die jüngste Jahrhundertwende gekommen und dauert bis heute an.

Nieder-Mockstadt

Im Jahre 930 wird Nieder-Mockstadt zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Ort war im Jahre 1131 der Hoheit der Herrn von Büdingen unterstellt, dessen Ahnen, die "Hartmanns-Sippe", zwischen Nieder- und Ober-Mockstadt die erste Pfarrkirche errichteten. Dieser wurde von einer Dame Hildigunt einem Kollegiatstift angegliedert, dessen Aufgabe es war, Leihenspriester heranzubilden. Über die Entwicklung des Stiftes ist so gut wie nichts bekannt. Ende des 16. Jahrhunderts verlegt das Stift Mockstadt seinen Sitz nach Frankfurt.
Von der Hartmannsfamilie ging die Hoheit über die Herren von Büdingen an das Haus Isenburg-Limburg über. Jahrelange Streitigkeiten und der 30jährige Krieg zehrten an dem Ort und dessen Bewohner. Erst 1706 wurden die Besitzverhältnisse endgültig geklärt und das Haus Isenburg bekam das Lehen über das Gericht Mockstadt eingeräumt.
Erst dann wurde Nieder-Mockstadt Amtssitz. Das Anwesen wurde von einem Amtmann und in den Dörfern von eingesetzten Schultheißen verwaltet. Diese Verwaltung bestand bis 1822, dem Jahr der Trennung von Verwaltung und Justiz.
Die damit erforderlich gewordene Stelle eines Landrates für den Bezirk Büdingen wurde von einem Nieder-Mockstädter, Christoph Hoffmann, besetzt.
Nieder-Mockstadt ist heute der zweitgrößte Stadtteil der Stadt Florstadt und Sitz des größten Gewerbegebietes der Stadt, direkt an der BAB A 45 gelegen.

Stammheim

Ein Hügelgrab in der sogenannten "Lücke" zeugt noch heute von dem Vorhandensein einer Ansiedlung in frühgeschichtlicher Zeit. Der Stadtteil Stammheim entstand vermutlich im Zusammenhang mit dem Ausbau des Limes während der Chattenkriege (83-85) unter Kaiser Domitian. Bis heute sind noch Reste eines Wachturm-Fundamentes und zweier Brunnenschächte von der Limesbefestigung zu erkennen bzw. wurden 1906 im Zuge der Steinbrucherweiterung erhaltene Limesreste zerstört. Stammheim wurde 1244 das erste Mal urkundlich erwähnt. Im Hochmittelalter gehörte der Ort zum Gericht der Stadt Staden.
Am 11. September 1819 erhielt das Großherzogtum Hessen die Hoheit über die Gemeinde. Stammheim gehörte zeitweilig dem Kreis Bad Vilbel an, ehe es nach dessen Auflösung 1874 zum Kreis Friedberg kam. Rege Bautätigkeit nach dem letzten Krieg, durch Bauholzzuteilung und verbilligter Baulandabgabe durch die Gemeinde unterstützt, vergrößerte Stammheim auf die heutige Größe, als drittgrößter Stadtteil von Florstadt.

Die Stadt Florstadt ist nicht mehr nur eine Wohnsitzgemeinde, wie sie es in den zurückliegenden Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg lange war, sondern hat sich in den letzten Jahren auch zu einem anschaulichen Gewerbe- und Dienstleistungsstandort entwickelt.

Eingebettet in eine geschäftige Zivilisations- und Wirtschaftswelt kann Florstadt auf eine von Traditionen geprägte wechselvolle Geschichte zurückblicken. Mit seinen rund 9.000 Einwohnern ist Florstadt mit einem unmittelbaren Autobahnanschluss an die A 45 wirtschaftlich eng mit dem Ballungsraum Frankfurt am Main verbunden. Geprägt durch städtischen Charakter mit ländlichem Flair zeigt sich Florstadt deshalb heute als ein beliebter Handels-, Gewerbe-, Einkaufs- und Wohnstandort im grünen Herzen der goldenen Wetterau. Besonders die Gewerbegebiete in Nieder-Mockstadt und Nieder-Florstadt, sowie das neue Dienstleistungszentrum an der Willy-Brandt-Straße/Messeplatz in Nieder-Florstadt leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Aber auch die "Stadtmitte" zwischen Nieder- und Ober-Florstadt mit Rat- und Bürgerhaus, Einzelhandel, Gastronomie und dem AWO-Pflegeheim "Marie Juchacz" stellt einen Meilenstein in der Entwicklung unserer Stadt dar. Ein reges Vereinsleben mit der erforderlichen Infrastruktur in allen Stadtteilen runden den positiven Eindruck ebenso ab, wie Bürgerhäuser, Jugendräume und Kinderbetreuungseinrichtungen, die bedarfsorientiert, zeitgemäß und zu einem Großteil mit Vorbildcharakter vorhanden sind.

Alles in Allem bietet das heutige Florstadt alles, was man zum Leben und Wohlfühlen benötigt.