Gehe zum Inhalt, überspringe Menüs

 

Chronik 16. Jahrhundert

1501
Der Brandenburger Kurfürst Joachim I. bescheinigt den Cottbuser Bürgern am 28.12. eine Reihe verbriefter Rechte. So wird den hiesigen Handwerkern das Meilenprivileg zugesprochen; es durften sich somit außerhalb der Stadt keine fremden Handwerker niederlassen und auch in Cottbus selbst mußten die Handwerker Mitglied der jeweiligen Innung sein. Damit verbunden war die Einführung des Bierzwanges. Innerhalb einer Meile rund um Cottbus durfte nur das Cottbuser Bier ausgeschenkt werden, allerdings brauten die Adligen ebenso wie die Kirchen weiter ihr eigenes Bier. Eine Ausnahme bildete der Cottbuser Ratskeller: hier durfte der Wirt auch fremdes Bier ausschenken. Neben Bier galt den Cottbusern aber auch ihr Wein als tägliches Getränk, rund um die Stadt gab es damals etwa 200 Weinberge. Von diesem Wein sagte man später immer noch, daß er durch den Hals ging wie eine Säge. Im Verlaufe des 19. Jahrhundert wurden die letzten Weinberge aufgegeben - heute erinnern nur noch Straßennamen daran. Weiterhin wurden für die Stadt Cottbus zwei Wollmärkte festgesetzt, mit denen verhindert werden sollte, daß die hier produzierte Wolle nach Sachsen oder Schlesien verbracht wurde. Der Kurfürst bestätigte zudem das alte Cottbuser Erbrecht, die Cottbuser Willkür.

1506
Noch immer ist das Land unsicher, denn Raub- und Strauchritter treiben weiterhin ihr Unwesen. Deshalb beauftragte der kurfürstliche Rat Hans von Rödern Ostern den Cottbuser Erzpriester Hieronymus Scultetus und Hans von Pannwitz mit dem Abschluß eines Vertrages mit Polen und Vertretern aus der Ober- und Niederlausitz. Dank der angedrohten drakonischen Strafen und der gegenseitigen Auslieferungen, nahmen nun die Übergriffe ab und es zog wohl Ruhe in das Land ein. Hieronymus Scultetus geht noch im selben Jahr als Probst nach Salzwedel.

1510
Der Kurfürst von Brandenburg übereignet am 12.03. die Mühle in Madlow der Stadt Cottbus mit allen Rechten. Dafür zahlt die Stadt jährlich 3 Malter Getreidezins an das Amt, jährlich 1 Malter Getreidezins an das Hospital und 1 Malter Getreidezins an den Pfarrer in Madlow. Die Mühle in Madlow hatte bereits am 29.7.1495 ihren Betrieb aufgenommen.

1511
Der Kurfürst Joachim I. von Brandenburg überträgt die Verwaltung der Amthauptmannschaft dem Hans von Rödern, nachdem die Pfandherrschaft des Fürsten Georg von Anhalt abgelaufen ist. Er löst damit den 1409 als Amtshauptmann eingeführten Siegmund von Chlum ab. In diesem Zusammenhang wird eine Inventarliste für das Cottbuser Schloß angelegt und gibt einen interessanten Einblick in den Alltag auf dem Cottbuser Schloß.

1513
Erstmalig müssen die Cottbuser Steuern auf das Bier zahlen. Der Kurfürst erhebt eine "Bierziese", von der nur die Prälaten, Ritter, Herren befreit waren. Zahlen mußten die Bürger je Tonne 8 Pfennige an den Kurfürsten und 4 Pfennige an die Stadt.

1515
Am 2.11. die Stadt Cottbus kauft das Dorf Madlow von seinem Besitzer und verwaltet es von nun an als Amtsdorf.

1516
Da in Frankfurt an der Oder die Pest wütete, ordnete der Kurfürst die Verlegung der dortigen Universität nach Cottbus an. Die Studenten und Professoren blieben bis zum Frühjahr 1517 in Cottbus.

1521
Wie schon 1514 sucht die Pest erneut die Stadt heim. Zur Bestattung der Toten wird vor dem Spremberger Tor ein Kirchhof angelegt.

1522
In diesem Jahr weilt Johannes Briesmann in Cottbus und predigt in seiner Heimatstadt erstmalig lutherisch. Er kann sich jedoch nicht gegen die Franziskaner und auch den Einfluß des Landesherrn durchsetzen, der den Besuch der "Ketzeruniversität Wittenberg" wie auch die Teilnahme an lutherischen Predigten verbietet. Gegen Ende des Jahres verläßt Briesmann Cottbus und übermittelt ein ausführliches "Sendschreiben" nach Cottbus. Der Titel lautet: "Unterricht und Ermahnung... ... an die Christliche Gemeinde zu Cottbus".

1524
Der Kurfürst ordnet den Marktzwang für Cottbus am 1.11. an und verbietet den Handel in den Vorstädten. In diesem Zusammenhang finden die Vororte Brunschwig, Ostrow, Sandow und Schmellwitz ausdrückliche Erwähnung.

1525
Für das Handwerk in Cottbus wird festgelegt, daß "deutsche Geburt, eigene Unbescholtenheit und Vorfahren aus Cottbus" als Voraussetzung für den Zunfteintritt gelten. Es heißt aber auch, daß "Kinder aus der Ehe eines Deutschen und einer Wendin in die Vier-Gewerke aufzunehmen seien". So setzten z. B. die Sorben/Wenden im Jahre 1539 ihre Aufnahme in die Cottbuser Zunft der Leineweber durch. Aus dem Jahre 1544 ist ein Zinsregister überliefert, in dem von 371 Cottbuser Bürgern 97 sorbisch/wendische Namen führen. Diese besitzen von den etwa 130 brauberechtigten Bierhäusern 54. Dies ist neben den zahlreichen sorbisch/wendischen Namen der Cottbuser Hauseigentümer auch ein Beleg, daß Deutsche und Sorben in der Stadt über viele Jahre friedlich miteinander lebten.

1528
Jakubica Miklawes übersetzt das Neue Testament in die niedersorbische Sprache. Leider erfolgt kein Druck, erst 1574 erscheint das älteste niedersorbische gedruckte Buch, ein Gesangbuch mit Katechismus von Albin Moller (1541 - 1618). Jedoch erfolgte bereits 1543 die Übersetzung einer "Wendischen Taufagenda", die somit als eines der ältesten Dokumente der sorbisch/wendischen Kirchenliteratur gilt.

1531
Erstmals findet eine Cottbuser Apotheke Erwähnung. Sie soll bis 1557 am Oberkirchplatz betrieben worden sein. Vermutlich war sie nicht privilegiert und mehr eine Offizin für Gewürze, Kräuter und Weine.

1535
Am 11.7. stirbt der Brandenburger Kurfürst Joachim I.. Seine Besitzungen werden entgegen des bestehenden Hausgesetzes der Hohenzollern auf seine beiden Söhne verteilt. Die Herrschaften Cottbus und Peitz, sowie der Kreis Crossen kommen mit der Neumark in den Besitz des Markgrafen Johann V., genannt Hans von Küstrin. Ihm huldigen die Stände als Vertreter des Adels, der Geistlichkeit und der Bürgerschaft am 6.1.1536 auf dem Cottbuser Schloß. Er regierte bis zu seinem Tod 1571 und verschaffte der Stadt Cottbus manche günstige Regelung.

1537
In den beiden Cottbuser Kirchen wird Fronleichnam, dem 1. Juni 1537, erstmals offiziell lutherisch gepredigt. Der in Cottbus geborene Johann Mantel, gleichzeitig Beichtvater der Kurfürstin, predigt in der Oberkirche und in der Klosterkirche verkündet Johann Ludeck das Wort Gottes. Die wenigen verbliebenen katholischen Geistlichen verlassen die Stadt. Das Kloster wird aufgelöst, seine Güter werden säkularisiert. So kommen die bisher vom Franziskanerkloster verwalteten Dörfer in den Besitz der Stadt. Die Klosterkirche wird zudem Pfarrkirche der umliegenden Dörfer, der Gottesdienst wird in sorbisch / wendischer Sprache gehalten. Über die Jahrhunderte hinweg bürgerte sich so der Name "Wendische Kirche" ein, während die Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai zunächst als "Deutsche Kirche" und später als "Oberkirche" bezeichnet wurde. Die wenigen in der Stadt verbliebene Katholiken dürfen etwa bis 1550 die Katharinenkapelle nutzen, später müssen sie ihren Gottesdienst in profanen Räumen abhalten. Erst am 27.10.1850 weiht Pfarrer Florian Birnbach aus Neuzelle die katholische Christuskirche als "Kirche zum Guten Hirten" in der Dresdner Straße.

1539
Immer wieder werden die Cottbuser von Unwettern und Katastrophen heimgesucht. Zunächst erleben sie Hochwasser und Überschwemmungen, 1541 / 42 brennt nach einem Blitzschlag der Rathausturm nieder, der 1545 wieder erneuert wird. Dies ist die älteste Erwähnung des Cottbuser Rathauses, in einer alten Überlieferung heißt es: "Thurmspitze des Rathaus-Thurmes durch einen Blitz zerschmettert". Archäologische Grabungen wiesen jedoch Mauerreste aus dem 13. Jahrhundert nach und bestätigen, daß die Verwaltung der Stadt schon seit langen durch die Bürger geleitet wurde. In den Jahren 1542, 1544 und 1552 wird die Stadt erneut von der Pest heimgesucht. Während der Pestepidemie 1552 sterben 1.783 Menschen. Die Häuser, in denen Pestkranke wohnten, werden mit einem großen weißen Kreuz gekennzeichnet. Auch die Personen, die Umgang mit den Kranken und Toten hatten, die Totengräber und der Pastor pestilentarius tragen ein weißes Kreuz. Aber auch andere Plagen erlebten die Cottbuser, so müssen sie 1544 eine Heuschreckenplage überstehen, die sicher große Ernteverlusten fordert.

1540
Markgraf Johann erläßt eine Polizeiordnung für Cottbus, die für Jahrhunderte Bestand behielt. Sie regelte das öffentliche Leben und griff auch in die privaten Belange der Bürger ein. In diesem Zusammenhang finden die 12 Ratsmänner erstmals Erwähnung. Jährlich durften die Cottbuser den Rat der Stadt wählen, dessen 12 Mitglieder dann aus ihren Reihen den Bürgermeister bestimmten, der vom Kurfürsten bestätigt wurde. Dieser führte die Geschäfte der Stadt nebenberuflich, prüfte die Rechnungen, nahm Beschwerden entgegen und erteilte die notwendigen Bescheide. Er zog von den Hauptgewerken den Zins ein. Wichtigste Einnahmequellen der Stadt waren die Abgaben der Stadtwaage und aus dem Ratskeller: "Es soll aber den Räthen in den Städten frei stehen, mit allerley fremden Bier und Wein den Stadtkeller zu versehen", hieß es dazu in der Polizeiordnung. Aber auch die Bauern der Kämmereidörfer mußten Fronleistungen und Abgaben an die Stadt machen, ebenso brachten die Stadtheide bei Kolkwitz und die Madlower Mühle Gewinn in die städtischen Kassen. Geregelt wurden nicht nur die Gästezahl und Bewirtung bei Kindtaufen und Hochzeiten, sondern auch die Verwaltung der Stadt und der Brandschutz. So war es von nun an verboten, Getreide innerhalb der Stadtmauern zu lagern, auch mußte jeder Hausbesitzer die notwendigen Feuerlöschgeräte wie Eimer und Haken auf eigene Kosten bereithalten und sich im Falle eines Brandes an den Löscharbeiten beteiligen.

1544
Im Mai weilt der Markgraf auf dem Cottbuser Schloß. Während seines Aufenthaltes legt er fest, daß das schwere Geschütz von Cottbus auf die neu erbaute Festung Küstrin zu bringen ist. Andere Geschütze sind nun auf die ebenfalls neu errichtete Festung nach Peitz zu schaffen - Cottbus verliert seine militärische Funktion in der Region. Zwar schützen noch die Stadtmauern, aber schon während des Dreißigjährigen Krieges müssen die Cottbuser erleben, daß ihre Stadt immer wieder von den feindlichen Truppen eingenommen wird und kaum zu verteidigen ist.

1551
Das Cottbuser Brauwesen wird am 24.8. neu geregelt. Markgraf Johann erläßt eine Braukonstitution, in der vor allem Produktionsumfang und Absatz geregelt waren. Insgesamt durften in Cottbus in einem Jahr damals ca. 57.000 Tonnen Bier gebraut werden. Festgeschrieben waren für die Stadt Cottbus 2.850 Biere, dies entsprach etwa 46.650 Hektolitern. Für die Brauhäuser wurde die jährliche Höchstmenge auf 20 Biere festgelegt, wobei ein Halbes Stübchen Bier ca. 2,4 Liter groß war. In den folgenden Jahrhunderten wurde diese Braukonstition immer wieder geändert und es erfolgte die Festlegung neuer Höchstmengen des herzustellenden Bieres, beispielsweise 1560 und 1712.

1554
Am 2.6. verstirbt der Cottbuser Amtshauptmann Heinrich von Pack. Noch heute erinnert ein prachtvoller Renaissance-Epitaph in der Cottbuser Oberkirche an ihn. Sein Nachfolger wird Berthold von Mandelsloh bis 1580, dessen Grabstein heute an der äußeren Südseite der Klosterkirche, früher aber in der Oberkirche steht. Für das Schloß wird eine Inventarliste angelegt.

1555
Der Markgraf Johann von Küstrin erläßt für die Stadt Cottbus und die umliegenden Dörfer eine neue Mühlenordnung am 31.3. Darin legt er fest, "wie es im Amte Cottbus hinfort mit Korn- und Malzmahlen und künftig mit Einnehmung der zinsen, mit den Zeichen der Kerbhölzer, auch mit der Vermeßung des Malter Weitzens, Rogkens auch mit den Mahlgästen solle gehalten werden". Zudem werden die Dörfer den jeweiligen Mühlen zugeordnet, so mußten die Bauern aus Leuthen, Hänchen, Schorbus, Illmersdorf, Straußdorf, Oßnigk, Rehnsdorf, Klinge, Tranitz, Grötsch, Gablenz, Raakow die Markgrafenmühle nutzen, während die meisten anderen Dörfer der Cottbuser Stadtmühle zugewiesen waren, die damals auch auf zehn Mahlgänge erweitert wurde. Zwei Jahre später errichtet Benedict Marstaller 1557 eine Papiermühle im späteren Eichenpark, die bis 1883 im Betrieb blieb.

1561
Der Markgraf Hans von Küstrin erläßt eine revidierte Polizei- und Kirchenordnung. Darin ist u. a. festgelegt, wie Hochzeiten zu feiern sind; daß Bettler und Zigeuner des Landes verwiesen werden und daß die Häuser mit Feuerlöschgeräten ausgestattet sein müssen. Weiterhin sind am Sonntag die Schenken bis zum Abend sowie die Kram- und Hökerbuden ganztägig geschlossen zu halten und zu Michaelis die Maße und Gewichte zu eichen.

1562
Die Stadt Cottbus erwirbt das Dorf Dissen.

1564
Am 2.1. weilt auf dem Schloß in Cottbus der Deutsche Kaiser Maximilian I. Im kaiserliche Troß werden etwa 1.000 Pferde gezählt. Bei dem vom hiesigen Amtshauptmann Berthold von Mandelsloh ausgerichteten Festessen werden fünf Rehe, sieben Wildschweine, ein Hase sowie 1 ½ Zentner Karpfen verzehrt, Bier und Wein sollen fässerweise geleert worden sein. Maximilian I. war der einzige deutsche Kaiser, der Cottbus besuchte, denn er war befreundet mit dem Markgrafen Johann.

1568
Markgraf Johann von Küstrin erteilt seinem Astronomen und Kalendermacher Peter Hosemann 25.9. am das Privileg, in Cottbus eine Apotheke zu eröffnen. Peter Hosemann wurde 1527 geboren, studierte um 1540 Medizin in Wittenberg und weilte bereits 1562 in Cottbus. 1564 erhält er eine Anstellung als Stadtarzt in Cottbus und nur vier Jahre später darf er die erste Cottbuser Apotheke eröffnen - die Löwenapotheke, die erst Ende des 18. Jahrhunderts Konkurrenz erhält. 1573 wird das Gebäude der Apotheke errichtet, die jedoch beim Stadtbrand 1471 stark beschädigt und im 18. Jahrhundert einen umfangreichen Umbau erfährt. Seit dieser Zeit prägen der Staffelgiebel und die Hygieia auf dem Dach die Ansicht. Heute befindet sich am Altmarkt 21 das Brandenburgische Apothekenmuseum. Cnemiander stirbt 1592.

1566
In der Spremberger Straße vernichtet ein Feuer 29 Häuser. In einem Privileg der Cottbuser Bäcker vom 21.10.1566 wird festgeschrieben, daß nur die Bäcker als Meister das Gewerbe ausüben durften, die Verkaufsstände am Markt, die sogenannten "Semmelbänke", besaßen.

1571
Nach dem Tod des Markgrafen Johann von Küstrin am 13.1. fallen seine Ländereien und Besitzungen wieder an Kurbandenburg zurück. Damit ist die Teilung des hohenzollerschen Besitzes wieder aufgehoben, die Regierung auch der Cottbuser Besitzungen übernimmt nun Kurfürst Johann Georg.

1574
In diesem Jahr erscheint das erste gedruckte Buch in niedersorbischer Sprache. Es ist ein wendisches Gesangbuch mit einem kleinen Katechismus von Albin Moller aus Straupitz. Im gleichen Jahr übereignete die Gemahlin des Kurfürsten, Catharina, der Stadt Cottbus das am Ufer der Spree gelegene Hospital mit allen seinen Gütern. Der Kurfürst bestätigte diese Schenkung 1579. Die Cottbuser Schützengilde erhält am 7.8.1574 neue Privilegien: Der Schützenkönig ist für ein Jahr von allen Steuern befreit, zusätzlich darf er zwei Biere (etwa 52 Hektoliter) steuerfrei brauen.

1576
Das Dorf Dissenchen wird am 12.11. Ratsdorf und geht damit in das Eigentum der Stadt Cottbus über.

1579
Die Cottbuserin Anna Lehmann wird zur "Perpetuierten Schulmeisterin" für die Jungfrauen ernannt. Sie soll "von einer jeden persohn allhier in der Stadt wöchentlich vier gute Pfennige, wie bisher geschehen, gewertig sein". Sie soll "die Jungfrauen in aller Zucht und Ehrbarkeit erziehen". Schon aus dem Jahre 1577 ist eine Rechnung der Oberkirche für eine "Jungfrauen-Schulmeisterin" überliefert.

1581
In diesem Jahr führte die Spree Hochwasser. Durch den Eisgang und das Hochwasser werden Brücken und Mühlen beschädigt, das Wasser soll bis zum Rathaus auf dem Marktplatz gestanden haben. Auch im Jahr 1595 hat die Spree infolge des strengen Winters wieder Hochwasser, durchbricht die Dämme und "bahnt sich ein neues Bett nach der Gegend des Schießhauses". Dabei versandet der Mühlgraben.

1583/84
Hinter der Oberkirche wird ein neues Gebäude für das Lyzeum gebaut. Neben einer Wohnung für den Lehrer befinden sich zwei Unterrichtsräume in dem Gebäude, welches am Standort der bisherigen Schule errichtet wird. Dieses Gebäude brennt jedoch schon 1600 bei dem großen Stadtbrand am 3. September wieder ab. Ein "Cottbuser Schulgesetz" ist erstmals aus dem Jahre 1617 überliefert. Hier sind die wichtigsten Regeln der Ausbildung am Lyzeum festgeschrieben.

1589
Otto von Hacke residiert auf dem hiesigen Schloß bis 1609 als Amtshauptmann. Er läßt etwa um 1600 den Amtsteich anlegen, in dem Karpfen ausgesetzt werden.

1599
Eine Bürgerzählung wird durchgeführt. Innerhalb der Stadtmauern gab es 490 Einwohner, die das Bürgerrecht besaßen. Nicht gezählt wurden die Familienangehörigen, Dienstleute und Tagelöhner. In der Stadt lebten damals insgesamt ca. 3.500 Menschen. Bei dieser Zählung erfolgte auch eine Musterung der Waffen und es wurden 118 Personen mit neuen Harnischen, 176 mit Hellebarden und Federspießen und 6 mit Äxten und Spaten aufgelistet. 51 Cottbuser waren mangelhaft gerüstet. Verstärkt wurde diese Streitmacht durch 211 Vorstädter mit Spießen und Äxten.

1600
Am 3.9. erleben die Cottbuser eine der größten Katastrophen der Stadt. Bei einem Brand wird fast der gesamte Ort in Schutt und Asche gelegt, nur 9 kleine Buden sollen den Brand überstanden haben. Die Kirchen werden zerstört, lediglich die Bibliothek der Oberkirche kann gerettet werden. Das halbe Schloß, das Rathaus mit dem Archiv, die Lateinschule an der Oberkirche und die Stadtmühle sowie ein Teil von Sandow und das Hospital fallen den Flammen zum Opfer. Das Feuer brach bei dem Ratsverwandten Martin Meurer in der Mühlenstraße aus, jedoch konnte sein Verschulden nicht nachgewiesen werden. Der Kurfürst unterstützte den Wiederaufbau der Stadt, indem er den Bürgern Bauholz zur Verfügung stellte, sie für fünf Jahre von Steuern befreite und das 1543 geliehene Kirchensilber zurückgab. In den folgenden Jahren wurden nicht nur die Wohnhäuser wiederaufgebaut, auch die zerstörten Kirchen und die beschädigten Bereiche der Stadtmauer wurden repariert. So erhielt z. B. der Münzturm 1603 ein neues Dach mit einer Wetterfahne und dem Cottbuser Stadtwappen, dem Krebs auf der Spitze. Nach dem Wiederaufbau des Rathauses ließ die Stadt bei dem Glockengießer Sebastian Preger in Frankfurt / Oder 1607 eine Glocke gießen. Später war diese die kleine Rathausglocke, die die Viertelstunden schlug. Aber auch in den folgenden Jahrzehnten wurden die Cottbuser immer wieder von Katastrophen heimgesucht. So ist aus dem Jahre 1612 eine Pest überliefert, der mehr als 1.000 Menschen zum Opfer fielen. Auch soll damals die Spree über die Ufer getreten sein und fürchterliche Überschwemmungen angerichtet haben. Wenige Jahre später, 1615, wütete ein Feuer in Sandow, und brannte 55 Häuser nieder.