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Chronik 8. bis 11. Jahrhundert

772
Nachdem bereits in der fränkischen Chronik des Fredegar 631 / 632 die Surbi als slawische Volksgruppe erwähnt wurden, wird in der Poeta Saxo von einem Feldzug Karl des Großen gegen die Sorben berichtet. Slawische Siedler waren seit dem 6. Jahrhundert in den Südosten Europas eingewandert. Die Volksgruppe der Lusici wurde in unserer Region, der späteren Niederlausitz, im 8. Jahrhundert ansässig.

802 / 803
Mit der Aufzeichnung des Lex Saxonum wird im ostelbischen Sachsen erstmalig die Grundlage für juristische Entscheidungen gelegt.

806
Der Sohn Karl des Großen führt einen Kriegszug gegen die in der Niederlausitz siedelnden Sorben.

930
Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage einer Burg und damit auch die Gründung der Stadt Cottbus in das Jahr 930 datiert. Der angebliche Historiker Abraham Hosemann, lateinisiert: Cnemiander, aus Lauban schrieb dieses Ereignis dem deutschen Kaiser Heinrich I. zu, der damit den Schutz des Reiches gegen die einfallenden Ungarn und Slawen sicherte und der nachweislich 927 / 928 die Hauptfestung der Heveller "Brennabor" in Brandenburg erobert hatte. Im Cottbus selbst fanden deshalb 1730 und 1830 Stadtgründungsfeiern statt. Für das Jahr 1930 waren bereits alle Vorbereitungen für eine Tausendjahrfeier angelaufen, so erschien zum Beispiel ein kleines Heft unter dem Titel "Tausend Jahre Cottbus" als Chronik, bevor die lokalen Geschichtsforscher endgültig diesen Irrtum ins Reich der Fabeln verbannen konnten. Noch im Jahre 1830 feierten die Cottbuser eine 900-Jahrfeier.

963
Markgraf Gero unterwirft die Lusizer, damit wird die sogenannte Ostmark dem deutschen Kaiserreich angegliedert. 971 erhält das 968 gegründete Erzbistum Meißen den sogenannten Honigzehnten aus der Lausitz. Jedoch wird im Jahre 973 diese Abgabe aus der Lausitz, "decimem mellis in lusici", an das am 11.1.965 von König Otto I. zum Erzbistum Magdeburg umgewandelte Moritzkloster überwiesen.

11. Jahrhundert
Archäologen weisen bei Ausgrabungen 1985 eine Flachsröste auf dem heutigen Altmarkt nach. Damit bestätigten diese Ausgrabungen, daß bereits eine Siedlung unterhalb des seit dem 10. Jahrhundert nachweisbaren, von Slawen erbauten mittelslawischen Burgwall auf dem heutigen Schloßberg existierte. Diese Anlage weist mehrere Phasen auf, so konnten Archäologen mindestens drei slawische und eine frühdeutsche Bauphase bestimmen.

1002 - 1025
Der König von Polen Boleslav Chroby ist im Besitz der Lausitz. Erst 1029 - 1032 erobert der deutsche Kaiser Konrad II. das Gebiet der heutigen Niederlausitz. Von den Kämpfen um den Spreeübergang zeugt auch eine umfangreiche Brandschicht auf dem Cottbuser Schloßberg.