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Schmerz, lass nach

Ob Entzündungen, Migräneattacken, Verbrennungen, operative Eingriffe, Verstauchungen und Knochenbrüche als Folgen eines Unfalls - jeder Mensch leidet im Laufe seines Lebens an Schmerzen. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden rasch wieder ab. Wird der Schmerz zum ständigen Begleiter und beeinträchtigt Ihren Alltag massiv, sollten Sie einen Facharzt konsultieren. Dieser wird gemeinsam mit Ihnen die Ursache ermitteln, damit eine individuelle Schmerztherapie durchgeführt werden kann.

Was genau ist eigentlich Schmerz?
Es handelt sich um ein Warnsignal unseres Körpers, eine Schutzfunktion, die uns über Schädigungen von Geweben wie Muskeln, Sehnen, Gelenken oder Nerven informiert. Es wird zusammen mit anderen Informationen wie Druck, Berührung, Kälte oder Wärme von unzähligen Fühlern
im Körper wahrgenommen und über das Rückenmark zum Gehirn weitergeleitet. Es hängt von vielen Faktoren ab, ob und wie stark ein Mensch Schmerzen empfindet.
So befinden sich Verletzte nach einem Unfall häufig in einem Schockzustand, durch den sie Schmerzen nicht wahrnehmen. Das liegt an der hohen Ausschüttung des körpereigenen Stresshormons Cortisol, das wie ein Schmerzmittel wirkt. Lässt der Schock nach, werden auch wieder Schmerzen empfunden.

Alle therapeutischen Maßnahmen, die zu einer Reduktion von Schmerz führen, sind unter der Bezeichnung "Schmerztherapie" zusammengefasst.

Bei ständig auftretenden Schmerzen, die Arbeitsfähigkeit und Psyche eines Menschen beeinträchtigen, handelt es sich um dauerhafte bzw. chronische Schmerzen. Betroffene finden mittels der Behandlung in der Schmerzambulanz und in der stationären Schmerztherapie Hilfe und Begleitung.

Die Behandlung chronischer Schmerzen setzt einen interdisziplinären Ansatz voraus. Der Begriff Schmerzmanagement steht dabei für alle planenden, überwachenden und steuernden Maßnahmen, die für die die Gestaltung einer effektiven Schmerztherapie erforderlich sind.

Ambulante Schmerztherapie
  • Behandeln von Patienten mit chronischen Schmerzen mittels diverser Verfahren der Schmerztherapie
    (Medikamente, Akupunktur, implantierte Schmerzpumpen
  • Diagnostische und therapeutische Infiltrationen von Blockaden
    (Einspritzen von Betäubungsmitteln und Entzündungshemmern)
  • Chiropraktische Behandlung
    (Beseitigen von Muskelverspannungen durch Druck und Zug, Lösen von Blockaden in den Wirbeln, Vermindern von Belastungen der Nerven)
  • Gesprächstherapie
    (psychiatrisch und psychotherapeutisch)
Stationäre Schmerztherapie
  • Postoperative Therapie nach größeren Eingriffen
    (in der Regel über ein Schmerzkathederverfahren)
  • Vom Patienten geregelte Schmerzbehandlung über eine computergesteuerte Infusionspumpe
    (Der Patient bestimmt selbst Zeitpunkt, Menge und Notwendigkeit) - Ähnliche Schmerzlinderungsverfahren: Geburtserleichterung
  • Intravenöse oder orale (über Tabletten) Schmerzbehandlungen
    (auch in Verbindung mit physiotherapeutischen Maßnahmen)
Orthopädie/Unfallchirurgie
Wird der Schmerz durch Fehlbildungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates verursacht, ist die Behandlung ein Fall für den Orthopäden. Unfallchirurgie gilt als ein Teil der über die chirurgischen Aspekte hinausgehenden Traumatologie. In beide Fachgebiete fließt die ständige Weiterentwicklung der Wissenschaft und Medizintechnik ein.
Während Orthopäden in erster Linie in Praxen oder Kliniken tätig sind, umfassen die Arbeitsstellen der Unfallchirurgen u. a. Traumazentren mit Notaufnahme, Intensivstation, Operationssaal, Notarzteinsatzfahrzeug, Rettungshubschrauber.
Die Fachmediziner in der Orthopädie und der Unfallchirurgie verfügen über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, manuelle Geschicklichkeit, biomechanisches Verständnis und Kreativität. Auch der handwerkliche Aspekt ist ausgeprägt.
Die Arbeitsbereiche in der Orthopädie und der Unfallchirurgie decken sich in vielen Tätigkeiten.

So zählt die operative Versorgung und Rekonstruktion von Verletzungen des Bewegungsapparates wie z. B. von Knochen, Muskulatur, Bändern und Sehnen gleichermaßen zu den Aufgaben des Orthopäden und des Unfallchirurgen wie die gesamte endoprothetische Versorgung des Skelettsystems und die minimal-invasive Gelenkchirurgie. Des Weiteren umfasst das gemeinsame Aufgabenspektrum die konservativen Therapien von Frakturen sowie Verletzungen und Erkrankungen des muskolo-skelettalen Systems. Auch die Notfallversorgung von Schwerverletzten in der Trauma-Ambulanz und die Therapie von Sportverletzungen werden gewährleistet.

In der Unfallchirurgie werden auch Verletzungen der großen Körperhöhlen (Thorax, Abdomen) und der Haut versorgt. Ein eigenes Fachgebiet bildet die Handchirurgie. Zur Unfallchirurgie zählen auch die Kindertraumatologie, die Sporttraumatologie und die Rehabilitation in der Unfallchirurgie. Spezialabteilungen von Unfallkrankenhäusern sind zuständig für die Versorgung von Patienten mit Verbrennungen und Strahlenschäden und decken hier auch das Gebiet der Plastischen Chirurgie ab.

Patienten werden ganzheitlich betreut, d. h. vom Unfall bis zur Wiedereingliederung in das Arbeitsleben.