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Nichts geht ohne Kommunikation

Das ganze Leben basiert auf Sprache und Kommunikation. Erst wenn wir Gegenstände und Situationen benennen können, sind wir in der Lage, die Welt zu begreifen. Nur innerhalb des Gefüges unser Begrifflichkeiten können wir denken, handeln und planen. Somit ist Kommunikation sowohl Grundlage als auch Voraussetzung für ein menschliches Zusammenleben. Sich mitteilen bedeutet, am Leben teilnehmen.

Der Mensch verfügt zwar über die Fähigkeit, auch non-verbal über die Körpersprache zu kommunizieren, aber Sprache und Sprechen gelten als Basis des Zusammenlebens. Indem wir unsere Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle, Erfahrungen und Erlebnisse ausdrücken und uns verständlich machen, gelingt es, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Kommunikation und Sprache reflektieren unser Selbstbild. Erst im Austausch mit anderen Menschen erfahren wir uns als soziale Wesen, entwickeln Identität und Selbstbewusstsein.

Ohne Stimme keine Sprache
Treten durch Krankheit, Stress, Ängste oder Überlastung Schwierigkeiten in der Kommunikation auf oder verlieren wir plötzlich unser Vermögen zu sprechen, kann dies zu Missverständnissen führen und den Umgang miteinander einschränken.

Hilfe bietet hier die Logopädie. Dieses medizinisch-therapeutische Fachgebiet befasst sich mit Funktionen und Funktionseinschränkungen von Sprache und Sprechen im weitesten Sinne. Logopäden behandeln Menschen, die unter einer der vielen verschiedenen Formen von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen leiden und dadurch in ihrer Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind.

Zum Aufgabengebiet eines Logopäden zählen u. a. auch
Prävention, Beratung (auch von Angehörigen), Diagnostik, Therapie und Rehabilitation, Lehre und Forschung.

Zu Störungen und Krankheiten gehören u. a.
  • Sprachstörungen (z. B. Aussprache)
  • Sprechstörungen (z. B. Stottern)
  • Stimmstörungen (z. B. Stimmbandlähmung)
  • Schluckstörungen Zungenfehlfunktionen bei kieferorthopädischen Problemen, Gebissfehlstellungen
  • Sprachstörungen nach Schlaganfall, Hirntumor, Unfall/Koma und anderen neurologischen Erkrankungen
  • Sprachstörungen bei Höreinschränkungen, Schwerhörigkeit
  • Aktive Wahrnehmungsprobleme, Teilleistungsstörungen
  • Störungen der Sprache bei psychiatrischen, neurotischen, hysterischen und psychosomatischen Krankheiten
Medikamente werden von Logopäden weder verordnet noch angewandt. Sie setzen stattdessen z. B. auf Übungen zur Verbesserung der Artikulation, der Atmung und Stimmgebung und des Sprechflusses. Außerdem führen sie Wortschatz-, Wortfindungs- und Grammatikübungen sowie Dialogübungen durch und vermitteln Kommunikationstechniken, wobei sie von Biofeedbacktechniken und Computerprogrammen unterstützt werden.

Zur Unterstützung der Therapie arbeiten Logopäden meist eng mit Ärzten, Pflegeheimen, Kindergärten, Schulen und Horten zusammen. Eine Behandlung kann auch der Professionalisierung von Ausdruck, Stimme und Rhetorik dienen.