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Geschichte Osterholz

Die Entwicklung des bremischen Stadtteils Osterholz

Der Stadtteil Osterholz liegt an der östlichen Grenze Bremens in Nachbarschaft zur niedersächsischen Gemeinde Oyten, im Norden angrenzend an den Stadtteil Oberneuland sowie im Süden und Westen an den Stadtteil Hemelingen.

Der Stadtteil Osterholz wurde bereits in seinen Vorläufern als Dorf Osterholz 1181 das erste Mal urkundlich erwähnt. Aus den Dörfern Osterholz, Tenever, Ellen und Schevemoor entstanden fünf Ortsteile, u. a. auch mit dem Ortsteil Blockdiek, der erst 1968 von Oberneuland abgegeben und in den Stadtteil Osterholz eingegliedert wurde. Der Stadtteil konnte im Jahr 2006 sein 825-jähriges Bestehen feiern. Um das 1181 hatten die aus Holland stammenden Siedler das Land urbar gemacht. Allerdings belegen Ausgrabungen um das Jahr 2000, dass Osterholz auch bereits in der Zeit zwischen 500 v. Chr. und bis 500 n. Chr. von dem Germanenstamm der Chauken besiedelt wurde.

Osterholz bedeutet "Holz (Wald) im Osten". Reste eines 2000 Jahre alten Holzbrunnens sind restauriert im Ortsamt Osterholz zu besichtigen. Ebenso Fundstücke der damaligen Ausgrabung vom Jahr 2000.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt sich die dörfliche Siedlungsstruktur des Stadtteiles Osterholz. Erst danach erfolgte eine städtische Besiedlung, insbesondere durch den Bau des St. Jürgen-Asyls (später Klinikum Bremen-Ost), aber auch zuvor durch den Ellener Hof wurden Einrichtungen, die für die gesamte Stadt Bremen notwendig waren, im Stadtteil Osterholz gebaut. Die planmäßige Besiedlung begann in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts und zwar im Großen Kuhkamp und beidseitig der Großen Vieren. Schon zuvor um 1800 war durch die Anlage der Osterholzer Heerstraße (napoleonische Zeit) das ursprüngliche Dorf Osterholz in zwei Teile geteilt. Nach dem 2. Weltkrieg erhöhte sich die Einwohnerzahl von knapp 10.000 bis nahezu 43.000 Einwohner in den 80iger Jahren. Maßgeblich am Baugeschehen wirkten sich hierbei die Neubauvorhaben der Gewoba im Bereich des Schweizer Ecks (Ellenerbrok-Schevemoor), der in Blockdiek und zuletzt im Ortsteil Tenever aus.

Der Bau des Weserparks vor 25 Jahren veränderte das Gesicht des Stadtteils wesentlich bis zum heutigen Tag hinein und bedeutete neben dem Klinikum Bremen-Ost mit 1.800 Mitarbeitern einen weiteren großen Arbeitgeber, der nunmehr für 2.500 Arbeitsplätze, durch attraktive Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten das Gesicht des Stadtteils positiv prägte und prägt.

Der erfolgreiche Umbauprozess des ehemaligen Demonstrativbauvorhabens Tenever mit dem Rückbau von leer stehenden Wohnungen einerseits und der qualitativ hochwertigen Sanierung des weiteren Bestandes um das Jahr 2010 führte zu einer Vollvermietung und Aufwertung des Bremer Ostens.

Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 vom Schweizer Eck über Tenever, den Weserpark bis zum Bahnhof Mahndorf war eine weitere deutliche Aufwertung in der Infrastruktur und eine Investition von über 80 Millionen Euro in den Personennahverkehr.

Dem Stadtteil Osterholz gehören folgende Ortsteile heute an:
Ellener Feld, Ellenerbrok-Schevemoor, Tenever, Osterholz, Blockdiek.

Der Stadtteil Osterholz hat eine Flächenausdehnung von 1.289,4 ha.
Derzeit wohnen ca. 38.200 Einwohner hier in 6.297 Wohngebäuden und 17.374 Wohnungen. Die städtische Gewoba hält mit einem Anteil von über 5.000 Wohnungen im Stadtteil Osterholz ihren zweitgrößten Bestand nach dem Stadtteil Vahr. Neben den großen Arbeitgebern wie Klinikum Bremen-Ost und Weserpark ist die hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen prägend. Bei einer ungefähr vergleichbaren Einwohnerzahl wie der bürgerliche Stadtteil Schwachhausen hat Osterholz eine doppelt so hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen. Daher gibt es im Stadtteil auch 12 Schulen und 23 Kitas, die ein reichhaltiges Bildungsangebot von öffentlichen und frei gemeinnützigen Trägern darstellt.

Nicht zuletzt sind die großen Senioreneinrichtungen wie die Egestorff-Stiftung, aber auch die Einrichtungen der Bremer Heimstiftung Begegnungsstätten für Senioren und bieten Aufenthaltsmöglichkeiten. Ein weiteres prägendes Merkmal sind großzügige Grünanlagen in Blockdiek, aber auch Tenever sowie die halböffentlichen Parks wie der Osterholzer Friedhof und auch der Park der Egestorff-Stiftung, die zu jeder Jahreszeit zum Verweilen einladen.

In jüngster Zeit gab es wie auch in den Jahrzehnten zuvor eine hohe Anzahl von Einwanderern und Geflüchteten, die in Osterholz auf eine Vielzahl gemeinnütziger Einrichtungen, Stiftungen, aber auch über 80 Vereine treffen, die ein lebenswertes Miteinander in Osterholz ermöglichen. Wer neu in den Stadtteil zieht, seien diese Vereine ans "Herz gelegt". Hier lernt man Freunde und Nachbarn am schnellsten kennen.

Zudem gibt es evangelische und katholische Kirchengemeinden, die gemeinsam wie die drei Moschee-Gemeinden die Gemeinschaft mit dem Stadtteil pflegen.

Der Verein "Aktiv für Osterholz e. V." (Kaufleute, u. a. Weserpark) veranstaltet jedes Jahr im Frühjahr eine Gewerbeschau, die genau wie das herbstliche "Ellener Dorffest" ein Spiegelbild des quirligen Stadtteiles Osterholz darstellt.

In Tenever, Schweizer Viertel und Blockdiek gibt es ebenfalls Frühjahrs- und Sommerfeste, die das Miteinander im Ortsteil stärken, sowie jedes Jahr das sog. "Kuhkampfest", das bereits 2017 das 66. Mal stattfand.

Wer Näheres über den Stadtteil erfahren möchte, kann dies im Internet unter www.ortsamt-osterholz.bremen.de oder kann folgende neuere Literatur nachlesen:
  • "Osterholz nach 1945", von Stefan Heesch (Autor), Ulrich Schlüter (Herausgeber), Falkenberg-Verlag
  • "Osterholz 1860-1945", von Gerda Engelbracht, Edition Temmen
  • "50 Jahre Blockdiek", von Ulrich Schlüter, Falkenberg-Verlag