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Technische Hilfen

Beleuchtung und Bewegungsmelder

Ein Muss für die barrierefreie Gestaltung eines Wohngebäudes ist eine ausreichende und geeignete Beleuchtung. Damit wird die Orientierung von Bewohnern und Besuchern unterstützt und die Sturzgefahr für die Nutzer gemindert. Dies gilt insbesondere für den Bereich von Stufen und Treppen, die sich bei vielen Mehrfamilienhäusern unmittelbar vor oder im Eingangsbereich befinden. Aber auch bei Einfamilienhäusern, die von Menschen mit Beeinträchtigung bewohnt werden, ist die ausreichende Beleuchtung aller Bewegungsflächen unerlässlich. Der Hauseingangsbereich steht da zunächst natürlich an erster Stelle. Der Einsatz von Bewegungsmeldern vor dem Hauseingang, hinter der Haus- oder Wohnungstür, aber nicht zuletzt auch in Wohn- und Sanitärräumen von Einfamilienhäusern oder Wohnungen, verbessert die Sicherheit, Orientierung und selbständige Lebensführung der Bewohner erheblich. Wenn nämlich beispielsweise Lichtschalter nicht mehr manuell betätigt werden müssen, hat der Bewohner stets zwei Hände frei.

Steckdosen und Schalter

Die elektrische Unterstützung vieler alltäglicher Prozesse hat in den vergangenen Jahren zu einem enormen Anstieg notwendiger Elektroverkabelungen innerhalb von Wohnungen geführt; beispielsweise wird heute kaum noch ein Rollladen ohne Zeitschaltung oder manuelle elektronische Schaltung eingebaut. Die Zunahme elektrischer Steuerungsprozesse in Wohnungen führt aber auch zu einer Mehrung der Kabelmenge. Um Stolperfallen durch Kabelsalat zu vermeiden, sollten daher stets mehr Steckdosen und Schalter eingesetzt werden als zunächst für nötig gehalten werden. Dafür sollen Leerrohre und zunächst nicht genutzte Schalter eingebaut werden. Steckdosen und Schalter sollten mindestens 50 cm von inneren Gebäudeecken entfernt und grundsätzlich in einer Höhe von 85 bis 105 cm oberhalb des Bodens angebracht werden. Alternativ ist eine Sprachsteuerung und eine Bedienung der Bedienelemente über sogenannte "Smart-Speaker" denkbar. Ratsam ist aber nicht die ausschließliche Steuerung hierüber.

Schwerhörigen- und Blindentelefon

Der Einsatz spezieller Telefone für Menschen mit Hörbehinderung stellt heutzutage keine besondere technische Herausforderung mehr dar. Inzwischen ist im Handel ein ansehnliches Angebot verschiedenster schnurloser Telefone für Menschen mit Seh- und Hörbeeinträchtigung erhältlich. Dabei leisten diese Telefone durchaus Unterschiedliches: beispielsweise durch eine Hörverstärkung, eine Verstärkung des Klingeltons oder die Unterstützung durch Vibrations- und Lichtsignale bei eingehenden Anrufen. Blindentelefone zeichnen sich durch große tastbare Telefontasten aus. Es gibt auch Telefone, bei denen die Tasten zusätzlich mit Brailleschrift (Blindenschrift) ausgestattet sind. Besondere akustische Signale und eine reduzierte Funktionsvielfalt von Telefonen sind inzwischen durchaus marktüblich geworden. Eine Alarmunterstützung des Telefons mittels Vibration und/oder Blinken wird getreu dem Zwei-Sinne-Prinzip gerne eingesetzt. Idealerweise werden Blindentelefone fest an der Wand montiert. Dies erleichtert die Auffindbarkeit und mindert dabei gleichzeitig die Sturzgefahr des Nutzers.

Notfall- und Warnsysteme

Spezielle Notfallschutztelefone, die zu ausgewählten Hilfseinrichtungen aufgeschaltet sind, können mit Armband und/oder Halsschlaufe versehen werden. Auf diese Weise können Menschen mit körperlichen Einschränkungen in ihrer Wohnung noch weitgehend selbstständig leben, sind aber jederzeit in der Lage, sich im Bedarfsfall - z. B. bei einem Sturz - mittels eines von ihnen selbst abgegebenen Signals, Hilfe zu holen.

AAL (= ambient assisted living)

Altersgerechte Assistenzsysteme zur Unterstützung eines selbstbestimmten Lebens umfassen (elektronische) Systeme, Produkte und Dienstleistungen, die das Leben von Menschen im Alter, in einer Pflegesituation oder bei Vorliegen von Behinderungen unterstützen. Die vielfältigen Möglichkeiten der Informationstechnologie werden hierbei eingesetzt, um vor allem alleinlebende Menschen mit einem Bedarf an Hilfe oder Pflege zu unterstützen. So kann ihr Alltag weitgehend eigenständig bewältigt werden. Gleichzeitig kann hiermit der Gesundheitszustand länger bewahrt werden und die Sicherheit in den eigenen vier Wänden wird erhöht. In den vergangenen Jahren wurden hierzu eine Reihe von Forschungen unternommen und eine entsprechend große Zahl von Produkten und Dienstleistungen wurden auf den Markt gebracht, die mit technischen Mitteln den Alltag von Menschen mit Behinderungen erleichtern. Das AAL-System funktioniert als eine intelligente Vernetzung, über die beispielsweise die Haushaltsgeräte gesteuert und beim Verlassen der Wohnung abgeschaltet werden. Wird dieses System außerdem an ein externes Notrufsystem angeschlossen, erhöht dies die Sicherheit des Nutzers im Falle eines medizinischen Notrufs. Ein solcher Notruf wird automatisch angezeigt, was eine selbständige Lebensführung auch im Alter oder bei Vorliegen von Behinderungen deutlich unterstützt. Es ist auch möglich, die Steuerung der Wohnungstechnik (Komfort und Sicherheit) und verschiedener Kommunikations- und Unterhaltungsfunktionen miteinander zu verbinden, beispielsweise mit dem elektronischen Assistenten PAUL (= persönlicher Assistent für unterstütztes Leben). PAUL wurde von der Universität Kaiserslautern entwickelt. Mittels eines Sensorbildschirms (Touchscreen) können verschiedene Funktionen aufgerufen und gesteuert werden. Mehr Informationen unter www.aal-deutschland.de.

Technische Systeme zur Unterstützung von Hilfs- und Pflegebedürftigen

Lifte und Aufzüge
Zur Überwindung von Höhenunterschieden, die aus einzelnen Stufen, Treppen oder stark geneigten Flächen im Haus oder in der Wohnung bestehen, können Aufzüge, Treppenlifte oder Hubplattformlifte eingebaut werden. Bei der Wahl des Mittels, mit dem ein Höhenunterschied ausgeglichen werden soll, kommt es ganz auf den jeweiligen individuellen Bedarf des Nutzers an, die vorhandene Bausubstanz und um welche Art von Barriere es sich handelt.
Zur Überwindung einer Geschosstreppe ist der Einbau eines Treppenlifts häufig eine zwar kostspielige, aber durchaus machbare Alternative. Damit lassen sich insbesondere Einfamilienhäuser derart sinnvoll umgestalten, dass oft trotz erheblicher Einschränkung der Mobilität den Bewohnern ein längerer Verbleib in der gewohnten Umgebung ermöglicht werden kann. Auch Lifttreppen als Hebebühnen können im Wohnungsbau eingesetzt werden. Sie bestehen aus einer begehbaren kurzen Treppe, die im Bedarfsfall als Hebebühne zusammengefahren werden kann. Lifttreppen werden überwiegend in engen Eingangsbereichen von Ein- oder Mehrfamilienhäusern eingesetzt. Bei ausreichend großen Vorgärten sollte die Möglichkeit einer Umgestaltung dieser Fläche mit einer Rampe untersucht werden, wenn ein Höhenunterschied zwischen Verkehrsfläche und Haus/Wohnungseingang überwunden werden muss (siehe auf der Seite "Barrierefreies Wohnen"). Gerade im Geschosswohnungsbau können auch individuelle Einzellösungen den Verbleib eines älteren oder behinderten Menschen in der eigenen Wohnung ermöglichen, wenn beispielsweise eine Hebebühne oder eine Rampe für eine Hochparterrewohnung am Balkon angebracht wird.