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Schulabsentismus

Schulverweigerung ist keine Lösung

In einer Schulbiografie kann es - bedingt durch vielerlei Probleme - dazu kommen, dass der Schulbesuch nicht mehr so genau genommen wird oder sogar gänzlich verweigert wird. Der Landkreis Oldenburg (und die Gemeinde Ganderkesee für die Ganderkeseer Schülerinnen und Schüler) ist für die Bearbeitung von Schulverweigerung zuständig. Dort wird nicht nur versucht, den Schulbesuch zu erzwingen, sondern es besteht die Möglichkeit, die Gründe für die unentschuldigten Schultage offen darzustellen, die Beratung zu suchen und sich Kontakte für Unterstützung zu holen.

Ziel aller Maßnahmen ist es, nachhaltig den durchgängigen Schulbesuch sicherzustellen, denn nur dann besteht die berechtigte Chance, einen erfolgreichen Schulabschluss zu erreichen. Um deutlich zu machen, wie ernst es mit der Schulpflicht in Niedersachsen bestellt ist, sollen nachfolgende Informationen dienen.

Nach dem niedersächsischen Schulgesetz sind Kinder, die zu Beginn des Schuljahres das sechste Lebensjahr vollendet haben oder es bis zum 30. September des Jahres vollenden werden, schulpflichtig. Die Schulpflicht endet nach zwölf Jahren, nicht aber mit Erlangen der Volljährigkeit. In dieser Zeit ist für mindestens neun Jahre eine allgemeinbildende Schule mit Vollzeitunterricht zu besuchen, die restlichen drei Jahre sind durch den Besuch einer berufsbildenden Schule, einer Oberstufe oder durch den Beginn einer Ausbildung zu erfüllen. Auszubildende sind während der gesamten Dauer ihrer Ausbildung berufsschulpflichtig, auch wenn sie bereits vor Beginn der Ausbildung zwölf Jahre oder mehr zur Schule gegangen sind.

Wenn ein Schüler oder eine Schülerin, obwohl er oder sie schulpflichtig ist, dem Unterricht fernbleibt, ist dies der Schule unverzüglich schriftlich oder telefonisch mitzuteilen. Gegebenenfalls kann die Schule Nachweise, wie zum Beispiel ärztliche Atteste, die das Fehlen entschuldigen, verlangen.

Liegen keine hinreichenden Gründe vor, die das Fernbleiben entschuldigen oder wenn jegliche pädagogische Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg erzielen, kann die Schule über das Schulamt ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Betroffenen eröffnen lassen, wenn der oder die betroffene Schülerin bzw. Schüler weiterhin unentschuldigt fehlt. Dabei kann gegen mindestens 14-Jährige, aber auch gegen die Erziehungsberechtigten ein solches Verfahren eröffnet werden. Vor dem 14. Lebensjahr sind Maßnahmen grundsätzlich nur gegen die Erziehungsberechtigten möglich.

Der Landkreis entscheidet dann darüber, ob es ausreicht, den Schulpflichtigen und/oder dessen Erziehungsberechtigten zu verwarnen oder ob ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird. Das Bußgeld, das mit einem solchen Verfahren einhergeht, kann zwischen fünf und eintausend Euro liegen. Die Höhe richtet sich nach der Häufigkeit der Wiederholung und wird vom Landkreis festgesetzt.

Wird das Bußgeld durch den Schüler nicht beglichen, kann eine Umwandlung in eine Arbeitsauflage beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden. Dies erfolgt von Seiten des Landkreises spätestens dann, wenn zwei Wochen nach Rechtskräftigkeit des Bußgeldbescheides noch nicht gezahlt worden ist. Die Anzahl der abzuleistenden Stunden legt der Jugendrichter fest. Wenn dieser Arbeitsauflage schuldhaft nicht oder nur teilweise nachgekommen wird, kann nach entsprechender Belehrung gegen den Beschuldigten im nächsten Schritt ein Jugendarrest verhängt werden.

Bei Verfahren gegen die Erziehungsberechtigten erfolgen nach der Rechtskräftigkeit des Bußgeldbescheides keine Maßnahmen wie Arbeitsauflagen oder Jugendarrest, sondern Mahnverfahren, Pfändungen oder auch Erzwingungshaft, wenn das Bußgeld nicht gezahlt wird.

Auskünfte erteilt im Schulamt des Landkreises Oldenburg Herr Keuter unter 04431 85239.