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Ausblick

Abschließend soll noch ein allgemeiner Ausblick auf das "Universum" Familie gerichtet werden, welches sich ständig weiter verändert und ein Leben lang verbindet.

Zum gesunden Aufwachsen brauchen Kinder einen sicheren Ort - eine Familie, wo sie sich anbinden können. In der Familie kommen die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, die man sich, bis auf den Partner, so nicht aussuchen konnte. Verliebt, verlobt, verheiratet, verschieden: Männer und Frauen sind so unterschiedlich, dass aus dem "verschieden" schnell ein "geschieden" wird. Es gehören Mut und viel Aufmerksamkeit dazu, die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau zu erkennen, zu akzeptieren und konstruktiv damit umzugehen. Zwar ist die eheliche Kernfamilie weiterhin die häufigste Lebensform im mittleren Erwachsenenalter, ihre dominante Stellung hat sie aber eingebüßt. Der Wandel weg von der traditionellen lebenslangen Ehe und Familie ist zudem an den gestiegenen Scheidungsraten ablesbar. Kinder werden immer häufiger verhaltensauffällig und haben eher digitale Freunde als den Kumpel von nebenan. Meistens reicht ein Gehalt zum Leben nicht mehr aus und es stellt sich die Frage: Krippe oder Elterngeld? Neben dem demografischen sind wir nun auch im familiären Wandel angekommen. Dieser Wechsel in der Familienstruktur ist nicht nur ein Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Veränderungen, sondern er hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Veränderung in der Paarbeziehung
Das klassische Familienbild verändert sich. Durch die zunehmende Anzahl von nichtehelichen Partnerschaften mit Kindern, von Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil sowie durch viel mehr Stieffamilien bzw. Patchworkfamilien als früher, werden andere Strukturen geprägt.

Veränderung in der Einstellung zu Kindern
Die Geburtenraten sind deutlich zurückgegangen. Moderne Verhütungsmöglichkeiten und die Entkoppelung von Sexualität und Fortpflanzung machen die Entscheidung für Kinder immer mehr zu einem bewusst getroffenen und selbstbestimmten Schritt. Insgesamt lässt sich eine Stabilisierung des Musters der Zwei-Kind-Familie feststellen.

Veränderung in der Rollenteilung
Deutliche Veränderungen haben hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung von Müttern stattgefunden. Im Vergleich zu früheren Generationen treten die Frauen zwar später in das Berufsleben ein, dafür bleiben sie aber häufiger in Lohn und Brot oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit für eine kürzere Zeit. In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl der arbeitenden Frauen mit Kindern im Vorschulalter erhöht, und über einen längeren Zeitraum hinweg ist eine generelle Steigerung der Teilzeittätigkeit von Müttern, unabhängig vom Alter der Kinder, festzustellen. Auch Väter beanspruchen vermehrt Elterngeld, um in ihrer Erziehungsrolle sichtbarer zu werden. Die meisten Väter entscheiden sich derzeit für eine zweimonatige Auszeit vom Beruf. Durch die größere Flexibilisierung der Elternzeit und die erweiterten Möglichkeiten, neben der Elternzeit auch berufstätig zu sein, sind zukünftig weitere Anreize auch für Väter geschaffen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Beiden Elternteilen wird damit erleichtert, den Kontakt zum Arbeitsmarkt zu halten.

Veränderung in der "Familienlandschaft"
Familie ist auf Schutz und Unterstützung durch Staat und Gesellschaft angewiesen. Dazu gehört unter anderem die adäquate soziale Anerkennung der Leistungen, die in und um der Familien erbracht werden. Weiterhin bedarf es auch einer angemessenen Rücksichtnahme auf familiale Erfordernisse durch andere gesellschaftliche Teilsysteme, wie etwa dem Wirtschafts- und dem Bildungssystem. Eines der wesentlichen Bereitstellungs- und Unterstützungsmerkmale, auf die die Familie im Sinne des "Doing Family" angewiesen ist, ist ein notwendiges Maß an Zeit für Familie. Familien brauchen auch Zeit, um sich als solche zu erfahren und zu existieren. Die Qualität des Zusammenlebens von Familien ist mit den zeitlichen Ressourcen, zeitlichen Verpflichtungen und Zeiterfahrung der Familienmitglieder eng verbunden. Familien benötigen diese Zeit, damit emotionale Bindungen, Vertrauen und wechselseitige Fürsorge entstehen und aufrechterhalten werden können.
Familie ist heutzutage vor allem ein Ergebnis von individuellen Wahlentscheidungen und von äußeren Einflüssen. Während der Fünfte Familienbericht Familie als Ort definiert, "wo Kinder" sind, hebt der Achte Familienbericht in seiner Definition von Familie vor allem die Solidarität, Wahlverwandtschaft und Elternschaft hervor. Familie sollte demnach eine "Gemeinschaft mit starken Bindungen" sein, "in der mehrere Generationen füreinander da sind".
Der Landkreis Hildesheim möchte mit diesem Wegweiser unter anderem für Familien sorgen, Unterstützung anbieten sowie mit der Bereitstellung von lebenspraktischen Angeboten Familien stärken. Die Familie ist ein Geschenk, mit dem umzugehen oft ganz schön kompliziert ist.

Dennoch: Nur Mut - Familie tut gut!