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Finanzielles und Rechtliches

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich Ihr Leben tiefgreifend. Nach meist neunmonatiger Vorfreude dürfen Sie endlich Ihren langersehnten Nachwuchs in den Händen halten. Neugeborene brauchen viel Nestwärme, Zuwendung und Liebe, denn insbesondere in den ersten Lebensmonaten soll Ihr Kind die existentiell notwendige Urgeborgenheit erfahren. Dazu gehören eine friedvolle Umgebung, viel Körperkontakt und das Eingehen auf die Bedürfnisse Ihres Kindes. Die eigenen Bedürfnisse müssen zurückgenommen werden und die des Kindes rücken in den Mittelpunkt. Außerdem gibt es auch Klärungsbedarf zu den rechtlichen und finanziellen Punkten, die zu bedenken sind. Wo kann ich welche Anträge stellen oder wo gibt es welche Unterstützungsmöglichkeiten für junge Eltern?

2.1 Finanzielle Leistungen
Um zu überprüfen auf welche Familienleistungen Sie voraussichtlich einen Anspruch haben, kann das neue Infotool vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als erste Anlaufstelle dienen. Unter der Internet-Adresse www.infotool-familie.de finden Sie eine Anleitung sowie weitere Informationen hierzu. Gern können Sie sich auch nach der Geburt bei einer Schwangerenberatungsstelle (siehe unter "Schwangerenberatungsstellen"), dem Jugendamt (siehe unter "Beratung und Aufgaben des Jugendamtes") oder einer anderen Beratungsstelle beraten lassen.

2.1.1 Mutterschaftsgeld
Das Mutterschaftsgeld wird von den gesetzlichen Krankenkassen während der Schutzfristen vor und nach der Entbindung (im Normalfall 6 Wochen vor der Entbindung und 8 Wochen nach der Entbindung, bei Früh- oder Mehrlingsgeburten 12 Wochen nach der Entbindung) gezahlt. Das Mutterschaftsgeld kann frühestens sieben Wochen vor dem mutmaßlichen Geburtstermin bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden, da eine diesbezügliche ärztliche Bescheinigung frühestens eine Woche vor Beginn der Schutzfrist ausgestellt werden darf.

2.1.2 Kindergeld
Das Kindergeld wird einkommensunabhängig gezahlt.
Es ist nach der Zahl der Kinder gestaffelt und beträgt:
  • für das erste und zweite Kind monatlich 194 Euro
  • für das dritte Kind monatlich 200 Euro
  • für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 225 Euro Kindergeld gibt es grundsätzlich
  • für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr,
  • für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr,
  • für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr.
Die Auszahlung des Kindergeldes erfolgt in der Regel durch die Familienkassen bei den Agenturen für Arbeit. Weitere Details zum Kindergeld sind im Serviceportal "Familienwegweiser" des Bundesfamilienministeriums abrufbar
www.familien-wegweiser.de

2.1.3 Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag ist ein Freibetrag im deutschen Steuerrecht. Nach der Anmeldung des Kindes beim Standesamt werden die Daten automatisch an das zuständige Finanzamt übermittelt. Der Kinderfreibetrag wird dann ab Geburt als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) bei beiden Elternteilen je zur Hälfte berücksichtigt. Eine Zustimmung zur Übertragung von Kinderfreibeträgen ist nur bei Änderungswünschen, z. B. volle Berücksichtigung des Freibetrages bei einem Elternteil notwendig und ist per Download unter www.ofd.niedersachsen.de, Suchwort "Antrag Kinderfreibetrag" oder bei Ihrem Finanzamt erhältlich:

Finanzamt Hildesheim
Kaiserstr. 47
31134 Hildesheim
Fax: 05121 302-480
E-Mail: poststelle@fa-hi.niedersachsen.de
bzw. Finanzamt Alfeld
Ravenstr. 10
31061 Alfeld
Fax: 05181 705-240
E-Mail: poststelle@fa-alf.niedersachsen.de

2.1.4 Elterngeld und ElterngeldPlus
Das Elterngeld schafft nach der Geburt eines Kindes den notwendigen Schonraum für einen guten Start in das gemeinsame Leben mit dem neuen Familienmitglied. Das Elterngeld macht es für Mütter und Väter einfacher, vorübergehend ganz oder auch nur teilweise auf eine Erwerbstätigkeit zu verzichten und so mehr Zeit für die Betreuung ihres Kindes zu haben. Für die Eltern von Kindern, die ab dem 01.07.2015 geboren wurden, besteht die Möglichkeit zwischen dem Bezug von dem bisherigen Elterngeld (Basiselterngeld) und dem Bezug von ElterngeldPlus zu wählen oder beides zu kombinieren. Nähere Informationen finden Sie im Internet unter www.familien-wegweiser.de, Suchbegriff "Elterngeld". Die Elterngeldstellen beraten qualifiziert und kostenfrei zu allen Fragestellungen zur Elternzeit für Mütter und Väter.

Antragsformulare erhalten Sie auch bei Ihrer Gemeinde-, Samtgemeinde- oder Stadtverwaltung oder im Internet unter www.ms.niedersachsen.de, Suchbegriff "Elterngeldstellen oder Antrag auf Elterngeld"

2.1.5 Kinderzuschlag
Der Kinderzuschlag ist eine gezielte Förderung von gering verdienenden Familien mit Kindern, die zwar ihren eigenen Bedarf durch Erwerbseinkommen grundsätzlich bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken, siehe im Internet www.familien-wegweiser.de

Antragsformulare und Informationen gibt es bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit und zum Herunterladen im Internet unter www.familienkasse.de oder www.kinderzuschlag.de

2.1.6 Kinderbetreuungszuschlag
Auszubildende oder Studierende, die mit eigenen Kindern unter zehn Jahren in ihrem Haushalt zusammenleben, können neben dem normalen BAföG-Satz einen Kinderbetreuungszuschlag beantragen. www.bafög.de

2.1.7 Wohngeld
Das Wohngeld hilft Haushalten mit geringem Einkommen, die Wohnkosten zu bezahlen.
Wohngeld gibt es
  • als Mietzuschuss für die Mieterin/den Mieter einer Wohnung und bei Heimunterbringung
  • als Lastenzuschuss für die Eigentümerin/den Eigentümer eines Eigenheimes oder einer Eigentumswohnung.
Grundsätzlich nicht wohngeldberechtigt sind Schüler und Schülerinnen, Auszubildende und Personen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung für Arbeitssuchende) oder XII (Sozialhilfe) erhalten. Kinder von Arbeitssuchenden und Empfängern von Sozialhilfe die ihren Lebensunterhalt (Regelsatz plus Kosten der Unterkunft) aus eigenem Einkommen (Kindergeld, Unterhalt, Wohngeld) decken können, haben einen Wohngeldanspruch.
Der Wohngeldanspruch hängt von verschiedenen Faktoren ab:
  • Zahl der Haushaltsmitglieder
  • Höhe des Familieneinkommens
  • Höhe der Miete/Belastung
Wohngeld wird nur auf Antrag gewährt. Die entsprechenden Antragsvordrucke sowie Auskünfte erhalten Sie hier:

Einwohnende der Stadt Hildesheim: Stadt Hildesheim,
Fachbereich Bürgerangelegenheiten, Bürgerdienste -
Wohngeldstelle/Elterngeldstelle
Markt 2
31134 Hildesheim
Fax: 05121 301-2805
E-Mail: wohngeldstelle@stadt-hildesheim.de

Restliche Einwohnende im Landkreis Hildesheim:
Landkreis Hildesheim, Amt für Familie, Team Wohngeld
Bischof-Janssen-Str. 31
31134 Hildesheim
E-Mail: wohngeld@landkreishildesheim.de

2.1.8 Sozialhilfebezug
Wenn Sie Grundsicherung oder Sozialhilfe beziehen sollten Sie nach der Geburt Ihren Nachwuchs bei ihrem zuständigen Sozialhilfeträger melden. Von dort werden dann die eigenen Ansprüche des Kindes geprüft.

Einwohnende der Stadt Hildesheim: Stadt Hildesheim,
Fachbereich Soziales und Senioren, FD 50.1.2
Hannoversche Str. 6
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 3014200
E-Mail: soziales@stadt-hildesheim.de

Restliche Einwohnende im Landkreis Hildesheim:
Landkreis Hildesheim, Sozialamt
Bischof-Janssen-Str. 31
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 309-3431
E-Mail: birgit.loewensen@landkreishildesheim.de

2.1.9 Eingliederungshilfe
Falls nach der Geburt bei Ihrem Kind eine Behinderung festgestellt wird, steht Ihnen Eingliederungshilfe zu. Sie sollten dies nach der Feststellung ihrem örtlichen Sozialhilfeträger bekannt geben, der dann die Ansprüche des Kindes überprüfen kann.

Einwohnende der Stadt Hildesheim:
Stadt Hildesheim - Fachbereich Soziales und Senioren
Hannoversche Str. 6
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 301-4200
E-Mail: soziales@stadt-hildesheim.de

Restliche Einwohnende im Landkreis Hildesheim:
Landkreis Hildesheim, Sozialamt
Bischof-Janssen-Str. 31
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 309-3341
E-Mail: elke.wirries@landkreishildesheim.de

2.1.10 Asylbewerberleistungsbezug
Wenn Sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, dann steht mit der Geburt eines Kindes dem Kind ein eigener Bedarf zu.

Einwohnende der Stadt Hildesheim: Stadt Hildesheim
Fachbereich Soziales und Senioren, FD 50.1.2
Hannoversche Str. 6
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 301-4200
E-Mail: soziales@stadt-hildesheim.de

Restliche Einwohnende im Landkreis Hildesheim:
Landkreis Hildesheim, OE 913 Migration und Integration
Bischof-Janssen-Str. 31
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 309-0
Internet: www.willkommenhier.de

2.1.11 Leistungen des Jobcenters bei Arbeitslosigkeit
Beim Jobcenter Hildesheim bekommen Menschen Unterstützung, die ihren Lebensunterhalt aus eigenem Einkommen oder Vermögen nicht oder nicht ausreichend bestreiten können, jedoch in ausreichendem Maße erwerbsfähig sind. Neben leistungsrechtlichen Angelegenheiten berät, vermittelt und fördert das Jobcenter seine Kunden mit dem Ziel, eine Beschäftigung aufzunehmen, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Bereich der wirtschaftlichen Grundsicherung für Arbeitsuchende und ihre Angehörigen zahlt das Jobcenter, abhängig vom jeweiligen Bedarf, u. a. Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Beiträge zu Sozialversicherungen, die Kosten für angemessene Unterkunft und Heizung sowie Wohnungserstausstattungen. Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) werden ebenfalls vom Jobcenter bearbeitet. Die Kundengruppen Jugendliche unter 25 Jahren, Alleinerziehende, Rehabilitanden und schwer behinderte Menschen werden durch speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreut. Darüber hinaus werden interessierte Arbeitgeber durch den gemeinsamen Arbeitgeber-Service vom Jobcenter Hildesheim und der Agentur für Arbeit bei der Suche nach geeignetem Personal unterstützt.

Weitere Informationen bekommen Sie bei Ihrem Jobcenter in Alfeld, Gronau, Sarstedt, Bad Salzdetfurth und Hildesheim unter: www.jobcenter-hildesheim.de

2.1.12 Bildungs- und Teilhabepaket
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die noch keine 25 Jahre, beziehungsweise im Fall sportlicher, kultureller und sozialer Angebote, noch keine 18 Jahre alt sind (Anspruchsberechtigte), die Leistungen nach dem SGB II, dem SGB XII, dem WoGG oder nach §§ 2 oder 3 AsylbLG erhalten oder für die ein Kinderzuschlag nach dem BKGG gezahlt wird, können zusätzlich einen Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) haben, sofern keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Personen nach dem SGB XII können unter Umständen sogar noch über das 25. Lebensjahr hinaus einen Anspruch haben. Grundsätzlich gilt allerdings hier, dass nur Aufwendungen, die nicht bereits durch die entsprechenden Leistungsvereinbarungen umfasst sind, überhaupt geltend gemacht werden können! Mit der Änderung des AsylbLG ab dem 01.03.2015 werden alle Asylbewerberkinder gleich behandelt.
Gem. § 3 Abs. 3 AsylblG werden die Bedarfe für Bildung und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen neben den Leistungen nach Absatz 1 oder Absatz 2 entsprechend den §§ 34, 34a und 34b des Zwölften Buches Sozialgesetzbuches gesondert berücksichtigt.

Das BuT beinhaltet die folgenden Leistungen:
  • Kosten für Ausflüge der Schule / Kindertageseinrichtung
  • Kosten für mehrtägige Klassenfahrten
  • Kosten für Schulbedarf (Schulbedarfspaket)
  • Schülerbeförderungskosten
  • Kosten für eine ergänzende angemessene Lernförderung
  • Kosten für ein gemeinschaftliches Mittagessen in Schule oder Kindertageseinrichtung
  • Kosten zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben (Aktivitäten im Verein, Musikunterricht, Freizeiten)
Welche Kosten werden bei "eintägigen Schulausflügen" und "mehrtägigen Klassenfahrten" übernommen?
Für schulpflichtige Kinder und für Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, können die von dieser Einrichtung in Rechnung gestellten Kosten für eintägige Ausflüge und für mehrtägige Klassenfahrten übernommen werden.

Was gehört zum "Schulbedarf"?
Schulpflichtige Kinder erhalten für die Schulausstattung jeweils zum 1. August 70 Euro und zum 1. Februar 30 Euro. Anschaffungen wie Schulranzen, Sportzeug und Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien (z. B. Füllhalter, Malstifte, Taschenrechner, Hefte) sollen dadurch erleichtert werden.

Wann werden "Schülerbeförderungskosten" übernommen?
Schulpflichtige Kinder, die die nächstgelegene Schule besuchen und diese nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können, erhalten einen Zuschuss zu ihren Schülerbeförderungskosten, wenn die Kosten nicht von anderer Seite übernommen werden.

Was bedeutet "Lernförderung"?
Kinder brauchen manchmal Unterstützung, um die Lernziele in der Schule zu erreichen. Wenn die schulischen Angebote nicht ausreichen, um bestehende Lerndefizite zu beheben und damit das Klassenziel zu erreichen, kann eine ergänzende angemessene Lernförderung gewährt werden.

Was bedeutet "Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben"?
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten ein Budget von 10 Euro monatlich für Vereins-, Kultur- oder Ferienangebote, um z. B. am Musikunterricht, am Sport, an Spiel und Geselligkeit oder an Freizeiten teilnehmen zu können.

Wie werden die Leistungen erbracht?
Die Leistungen werden mit Ausnahme des Schulbedarfes und der Kosten für die Schülerbeförderung nicht als Geldleistungen erbracht. Sie erhalten einen Bewilligungsbescheid, welchen Sie beim entsprechenden Anbieter vorlegen. Dieser rechnet dann direkt mit der bewilligenden Stelle ab.

Antragstellung
Für die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket ist für jedes Kind ein gesonderter Antrag erforderlich. Für die Leistungen an Personen, die SGB II-Leistungen empfangen, ist das Jobcenter Hildesheim zuständig. Anspruchsberechtigte von Wohngeld, Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz oder von Leistungen nach dem SGB XII (Sozialhilfe) sowie nach § 2 und 3 des Asylbewerberleistungsgesetzes stellen ihren Antrag bitte bei der Stadt oder dem Landkreis Hildesheim, wo sie ihren Wohnsitz haben. Ein einheitlicher Antragsvordruck steht Ihnen unter www.landkreis-hildesheim.de/formulare und www.hildesheim.de zur Verfügung.

Ausführliche Informationen über die einzelnen Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten Sie bei den bewilligenden Stellen:
Jobcenter Hildesheim
Internet: www.jobcenter-hildesheim.de

Stadt Hildesheim - Bildungs- und Teilhabepaket
Fachbereich 50.1
Hannoversche Str. 6
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 301-4260 (A - K)
Telefon: 05121 301-4261 (L - Z)

Landkreis Hildesheim - Amt für Familie
Bischof-Janssen-Str. 31
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 309-2741 oder -2742
Außenstelle Alfeld - Amt für Familie
Ständehausstr. 1
31061 Alfeld
Telefon: 05181 704-8451

2.2 Weitere finanzielle Entlastungen
Kinder sollten nicht die Ursache dafür sein, dass Familien in Geldnot geraten. Die staatlichen Einrichtungen gewähren deshalb Familien ohne oder mit schwachem Einkommen Unterstützung, das Familienleben finanziell zu meistern. Im nachfolgenden finden Sie auch einige lokale Unterstützungsmöglichkeiten.

2.2.1 Hildesheimer Glückskarte
Die Hildesheimer Glückskarte bekommen zudem alle Kinder, die bzw. deren Eltern einen Anspruch auf Leistungen nach dem BuT haben. Sie dient als Berechtigungsnachweis für Ermäßigungen einiger ausgewählter Hildesheimer Angebote.
www.hildesheim.de, Suchbegriff "Glückskarte".

2.2.2 Unterstützende soziale Einrichtungen
Bedürftige Menschen können im sozialen Mittagstisch Guter Hirt im Altfriedeweg 2 in 31135 Hildesheim (www.guter-hirt.de) mit einem täglichen Mittagstisch sowie Lebensmittelzuwendungen rechnen. Außerdem werden dort gespendete Kleidung und Flohmarktartikel weitergegeben. Weiterhin gibt es in Hildesheim auch einen Second-Hand-Laden der ProWerkstätten Himmelsthür (www.proladen.de) sowie einen Flohmarktladen vom Malteser Hilfsdienst (www.malteser-hildesheim.de), wo man Gebrauchtes günstig erwerben kann. Beim Roten Kreuz Hildesheim gibt es moderne DRK-Shops in Hildesheim und Bockenem, wo zeitgemäße, tragbare und saubere Kleidung angenommen und Bedürftigen angeboten wird. Die Kunden finden sortierte Kleidung vor und werden beraten.
www.drk-hildesheim.de/angebote/sozialeunterstuetzung/kleidershop oder
www.drk.hildesheim-marienburg.de/angebote/soziale-unterstuetzung/kleiderkammern/kleiderkammer-in-bockenem.html

Die Hildesheimer Tafel e. V. finanziert sich ausschließlich über Spenden und sammelt Lebensmittelspenden für Menschen mit geringen finanziellen Mitteln und gibt diese am Cheruskerring 53 in 31137 Hildesheim weiter. Ein soziales Projekt des Hildesheimer Tafel e. V. ist das Kinder- und Jugendrestaurant K.bert. In der Kardinal-Bertram-Straße 9 in 31134 Hildesheim wird Kindern und Jugendlichen aus finanziell schwachen Familien ein gesundes, abwechslungsreiches Essen zum geringen Preis angeboten.
www.hildesheimer-tafel.de

Auf der Online-Tauschbörse vom Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) kann man Sachen verschenken, suchen oder tauschen.
www.tauschboerse.zah-hildesheim.de

Basare für Kleidung, Spielzeug usw. bieten eine gute Gelegenheit, Kleidung, der Ihre Kinder entwachsen sind sowie abgelegte Spielsachen zu verkaufen und günstig Secondhandware wieder einzukaufen. Termine sind aus der örtlichen Presse, Aushängen (meist in Schulen und Kindertagesstätten) oder dem Internet zu entnehmen.

2.2.3 Stiftungen
Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt. Im nachfolgenden sind einige Stiftungen genannt, die für Familien von Interesse sein könnten:
Die Bundesstiftung "Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens" hilft schwangeren Frauen in Notlagen. Sie erhalten auf unbürokratischem Weg ergänzende finanzielle Hilfen, die ihnen die Entscheidung für das Leben des Kindes und die Fortsetzung der Schwangerschaft erleichtern soll.
www.bundesstiftung-mutter-und-kind.de

Die Stiftung "Familie in Not" fördert vorrangig kinderreiche Familien mit mindestens drei kindergeldberechtigten Kindern, Alleinerziehende und schwangere Frauen, die ihren ersten Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Niedersachsen haben.
www.soziales.niedersachsen.de, Suchbegriff "FiN"

In und um Hildesheim sind weitere, das gesellschaftliche Leben prägende Stiftungen ansässig. Neben den bei der Stiftungsverwaltung der Stadt Hildesheim betreuten, bestehen viele weitere, auf unterschiedlichen Gebieten tätige, selbstständige Stiftungen.
www.hildesheim.de/stiftungen

2.2.4 Familienurlaub
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung hält auf ihrer Internetseite www.urlaub-mit-der-familie.de/zuschuesse Informationen für einen Familienurlaubszuschuss bereit. In Hildesheim bietet der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) hierzu Informationen auf seiner Internetseite www.skf-hildesheim.de/familienferien-zuschüsse an.

2.2.5 Schuldnerberatung
Die Schuldnerberatung hat das Ziel, bei der wirtschaftlichen Sanierung überschuldeter Privathaushalte zu unterstützen. Dies soll durch Präventivarbeit, Einzelfallberatungen und Einleitung sowie Durchführung von Verbraucherinsolvenz erreicht werden. In der Einzelfallberatung sind im Gebiet des Landkreises Hildesheim verschiedene Verbände tätig, die auch gleichzeitig als "geeignete Stelle" nach Insolvenzrecht anerkannt sind:
www.landkreishildesheim.de/schuldnerberatung

2.3 Beratung und Unterstützung für alleinerziehende Elternteile
Das Amt für Familie bietet qualifizierte und kostenlose Beratung, Unterstützung und Beistand für alleinerziehende Eltern und junge Volljährige.

Kontakt beim Landkreis Hildesheim: Amt für Familie
Bischof-Janssen-Str. 31
31134 Hildesheim
Telefon: 05121 309-5771
E-Mail: AL407@landkreishildesheim.de
Internet: www.landkreishildesheim.de/jugendhilfe

Beistandschaft/Beurkundung, Telefon: 05121 309-1528
Negativattest, Telefon: 05121 309-2691
Vormundschaften, Telefon: 05121 309-4738
Unterhaltsvorschuss, Telefon: 05121 309-4018
Sprechzeiten:
Mo 8:30 - 15:00 Uhr
Di u. Fr 8:30 - 12:30 Uhr Mi geschlossen
Do 8:30 - 16:30 Uhr sowie nach Vereinbarung bis 18:00 Uhr
Einige Formulare und Anträge können Sie sich im Internet unter www.landkreishildesheim.de/formulare herunterladen.

Hilfe wird bei folgenden Fragestellungen gegeben:

2.3.1 Beurkundung
Folgende Beurkundungen können im Amt für Familie kostenfrei aufgenommen werden:
  • Vaterschaftsanerkennung und die erforderliche Zustimmung (auch vorgeburtlich möglich)
  • Erklärungen zur Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge (auch vorgeburtlich möglich)
  • Unterhaltsurkunden
  • Rückständige Unterhaltsbeträge der Unterhaltvorschusskasse sowie anderer Sozialleistungsträger
2.3.2 Abstammung
Es besteht häufig Klärungsbedarf zur Vaterschaft, wenn das Kind z. B. in einem laufenden Scheidungsverfahren geboren wird oder wenn die Mutter nicht verheiratet ist und eine Vaterschaft bislang nicht anerkannt wurde.

2.3.3 Vaterschaftsfeststellung
Die Beratung umfasst die Themenbereiche Vaterschaftsfeststellung, Vaterschaftsanfechtung und freiwillige Anerkennung der Vaterschaft. Die freiwillige Beurkundung der Vaterschaftsanerkennung kann beim Amt für Familie oder beim Standesamt erfolgen. Ist eine gerichtliche Feststellung der Vaterschaft erforderlich, kann das Jugendamt das Kind im Verfahren im Rahmen einer Beistandschaft vertreten.

2.3.4 Sorgerechtserklärung
Einer Mutter, die zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes nicht verheiratet ist, steht zunächst gemäß § 1626 a BGB das Sorgerecht für ihr Kind allein zu. Wenn sie jedoch wünscht, dass der Vater des Kindes ebenfalls am Sorgerecht beteiligt werden soll, so kann sie zusammen mit dem Vater erklären, dass sie das Sorgerecht gemeinsam mit ihm ausüben will. Hierzu wird im Amt für Familie Beratung angeboten und auch die hierfür erforderliche Beurkundung kann hier erfolgen.
Der nicht sorgeberechtigte Elternteil eines Kindes kann das Sorgerecht beim Amtsgericht antragen. Diesem Antrag kann grundsätzlich nur widersprochen werden, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Ansprechstelle in dieser Angelegenheit ist das Familiengericht beim örtlichen Amtsgericht in Alfeld, Elze oder Hildesheim.
www.niedersachsennavigator.niedersachsen.de/nn/gerichte/

2.3.5 Umgangsrecht
Das Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen. Dies ist von besonderer Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet. Auch Großeltern, Geschwister und andere enge Bezugspersonen des Kindes, die tatsächlich Verantwortung für das Kind tragen oder getragen haben (sozial-familiäre Beziehung), haben ein Umgangsrecht, wenn es dem Wohl des Kindes dient. Das Umgangsrecht kann durch das Familiengericht eingeschränkt werden, wenn dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Umgangsrecht bedeutet nicht nur Besuchsrecht, sondern schließt auch andere Formen des Kontaktes zum Kind wie z. B. Informationen, Briefe, Telefonate und Fotos ein.

2.3.6 Namensrecht
Das Kind erhält bei verheirateten Eltern den Ehenamen der Eltern. Bei nicht verheirateten Eltern mit gemeinsamer elterlicher Sorge bestimmen die Eltern den Namen und Nachnamen des Kindes gemeinsam. Mit der Abgabe einer Sorgeerklärung steht Ihnen die elterliche Sorge für Ihr Kind gemeinsam zu. Diese gemeinsame Sorge bedeutet für Sie unter anderem auch, sich über den Familiennamen Ihres Kindes Gedanken zu machen.

Dabei sind zwei Gruppen zu unterscheiden:
A) Abgabe einer Sorgeerklärung, bevor die Geburt des Kindes beim Standesamt beurkundet wird: Die Geburt Ihres Kindes steht noch bevor oder das Kind ist bereits geboren. Sie stehen daher beide als Sorgeberechtigte vor der Aufgabe, für Ihr Kind - neben einem oder mehreren Vornamen - auch einen Familiennamen zu bestimmen (§ 1617 BGB). Zur Auswahl stehen hier die Namen, die der Kindesvater bzw. die Kindesmutter im Zeitpunkt der Namenserklärung führen. Diese Namensbestimmung ist - durch formlose Erklärung - bei dem Standesamt abzugeben, das die Geburt des Kindes beurkunden wird. Sie gilt auch für Ihre weiteren Kinder!

B) Abgabe einer Sorgeerklärung, nachdem die Geburt des Kindes beim Standesamt beurkundet wurde: Mit der Geburtsbeurkundung hat Ihr Kind bereits Vor- und Familiennamen erhalten. Nachdem Ihnen nunmehr die Sorge für Ihr Kind gemeinsam zusteht, haben Sie das Recht, innerhalb von drei Monaten nach Begründung der gemeinsamen Sorge den Familiennamen des Kindes neu zu bestimmen (§ 1617b BGB).

Hinweis: Diese Information hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann ein Beratungsgespräch beim Standesamt nicht ersetzen. Gehen Sie rechtzeitig zum Standesamt (bei dem Sie mit dem ersten Wohnsitz gemeldet sind) und lassen Sie sich dort beraten.

2.3.7 Negativattest
Bei einigen Rechtsgeschäften müssen sorgeberechtigte Elternteile den Nachweis führen, dass sie das alleinige Sorgerecht haben. Dies ist beispielsweise bei der Beantragung eines Personalausweises oder Reisepasses oder auch bei der Einrichtung eines Sparbuches für das Kind erforderlich. Die sorgeberechtigten Elternteile benötigen dann ein Negativattest. In diesem Fall wird der Mutter oder dem Vater, auch wenn die Kinder nicht im Kreisgebiet oder in der Stadt Hildesheim geboren sind, eine Auskunft aus dem Sorgeregister schriftlich und kostenlos erteilt, aus der hervorgeht, das für dieses Kind eine gemeinsame Sorgeerklärung registriert wurde. Teilweise ist hierfür eine Rückfrage beim Geburtsjugendamt bzw., sofern der Geburtsort des Kindes im Ausland liegt, auch über die zentrale Senatsverwaltung in Berlin erforderlich. Die Anträge für das Negativattest können Sie sich auf der Web-Seite des Landkreises Hildesheim herunterladen.
www.landkreishildesheim.de/formulare

2.3.8 Vormundschaft
Sofern die Eltern nicht in der Lage sind, die Sorge für ihr Kind auszuüben, wird vom Familiengericht eine Vormundschaft bestellt. In diesen Fällen übernimmt die Person, der die Vormundschaft übertragen wurde, die Aufgaben der Eltern und damit die rechtliche Vertretung des Kindes. Dies kann das Jugendamt sein. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Privatvormundschaft vorzuschlagen. Hierfür kommen Verwandte oder Bekannte aus dem Umfeld des Kindes in Betracht, aber auch Interessierte, die diese Aufgabenstellung ehrenamtlich übernehmen möchten. Weitere Informationen erhalten Sie beim örtlichen Amtsgericht oder Jugendamt.

2.3.9 Betreuungsunterhalt
Soweit die Vaterschaft festgestellt ist, kann die Kindesmutter, die das Kind betreut und deshalb nicht erwerbstätig ist, vom Vater Betreuungsunterhalt verlangen. Zur Berechnung und Geltendmachung dieses Anspruchs hält das Amt für Familie ein Beratungsangebot bereit.

2.3.10 Beistandschaft
Kinder und Jugendliche können von dem Elternteil, mit dem sie nicht in einem Haushalt leben, Unterhalt fordern. Die Beratung hierzu umfasst die Berechnung des Unterhaltsanspruchs und die Geltendmachung des Anspruchs. Im Rahmen einer Beistandschaft werden diese Ansprüche auch gerichtlich geltend gemacht und notfalls auch mit Zwangsmaßnahmen durchgesetzt. Gerade dieses Beratungsangebot kann auch von jungen Volljährigen in Anspruch genommen werden. Das Thema ist ausgesprochen umfangreich und eine Beratung wird daher sehr empfohlen. Beim Jugendamt ist diese kostenfrei und unverbindlich. Grundlage für die Ermittlung des Unterhaltsanspruches ist die Düsseldorfer Tabelle. Im Internet können Sie unter www.olg-duesseldorf.nrw.de, Suchwort: "Düsseldorfer Tabelle", die jeweils aktuelle Fassung der Tabelle mit den entsprechenden Erläuterungen nachlesen. Zusätzlich ist es Aufgabe der Beistandschaft, die Feststellung der Vaterschaft zu unterstützen, dies ggf. auch mit einem Gerichtsverfahren.

2.3.11 Unterhaltsvorschuss
Der Unterhaltsvorschuss dient der Sicherstellung des Unterhalts von minderjährigen Kindern, wenn ein unterhaltspflichtiger Elternteil keinen Unterhalt für ein Kind zahlt oder dies nicht kann bzw. der andere Elternteil unbekannt ist. Bei Bewilligung des Unterhaltsvorschusses gehen die Unterhaltsansprüche des Kindes in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses auf den Staat über, der sich die verauslagten Geldleistungen vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurückholt und gegebenenfalls einklagt. Die zuständige Stelle tritt zunächst in Vorlage. Unterhaltsvorschuss bis zum 18. Geburtstag des Kindes. Zurzeit gibt es folgende Unterhaltsvorschussbeträge:
  • bis 6 Jahre: 154 Euro monatlich
  • 6 bis 12 Jahre: 205 Euro monatlich
  • ab 13 Jahre: 273 Euro monatlich
Aktuelle Informationen können Sie auch auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhalten: www.bmfsfj.de, Suchbegriff "Unterhaltsvorschuss".

Das Antragsformular bekommen Sie bei Ihrer Stadt-, Samtgemeinde- oder Gemeindeverwaltung, oder direkt bei Ihrer Unterhaltsvorschussstelle sowie zum Herunterladen im Internet unter www.landkreishildesheim.de/unterhaltsvorschuss

2.3.12 Alleinerziehende
Im Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) haben sich geschiedene, getrennt lebende, nicht verheiratete, verwitwete oder die Trennung anstrebende Mütter und Väter zusammengeschlossen, um einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen und dabei neue Wege zu gehen. Der Landesverband Niedersachsen e. V. ist eine Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für rund 238.200 Einelternfamilien in Niedersachsen. Der bundesweit organisierte Verband vertritt Alleinerziehende, die mit ihren Kindern leben.

Kontakt zu Ortsgruppen: www.vamv-niedersachsen.de