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Geschichte im Überblick

um 9000 v. Chr.
archäologische Funde belegen den Aufenthalt späteiszeitlicher Rentier-Jäger der "Ahrensburger Kultur" im heutigen Gemeindegebiet

um 3500 v. Chr.
Siedlungsspuren der "Trichterbecher Kultur" und weiterer jungsteinzeitlicher bäuerlicher Kulturen sind archäologisch nachweisbar

2000 - 700 v. Chr.
ein Gräberfeld der Bronzezeit/Eisenzeit mit zahlreichen Urnengräbern wird 1989 beim Bau der Umgehungsstraße östlich von Saerbeck entdeckt

um 1100 n. Chr.
der Name Saerbeck taucht erstmals in schriftlichen Quellen auf, in der Abgabenliste des Stifts Freckenhorst (Freckenhorster Heberolle) wird die Hofstelle "sarbikie Hoio" als abgabepflichtig genannt

1122
in einer kaiserlichen Urkunde wird die "curtis Sorbeke" (Oberhof Saerbeck) genannt

1161
eine kaiserliche Urkunde nennt erstmals eine Kirche in Saerbeck ("ecclesiam de Sorbeke")

1400 - 1803
das Kirchspiel Saerbeck gehört zum Amt Rheine-Bevergern im Fürstbistum Münster

um 1500
im Dorf und den Bauerschaften leben ca. 700 Einwohner

1618 - 1648
der "Dreißigjährige Krieg" hinterlässt seine blutigen Spuren auch in Saerbeck

11. Juli 1628
ein unter spanischer Führung stehendes Söldnerheer (120 Reiter, 700 Mann Fußvolk) kommt auf seinem Weg von Hamm nach Lingen durch Saerbeck, nach einer Auseinandersetzung mit den Dorfbewohnern metzeln die Söldner 25 Saerbecker sowie 14 zu Hilfe gekommene Emsdettener nieder

1647
Truppen des schwedischen Generals Königsmarck legen das Dorf in Schutt und Asche

1664
im Personenschatzungs-Register (Steuererhebung) sind neben dem Dorf Saerbeck auch die Dorfbauerschaft und die Bauerschaften Middendorf, Westladbergen und Sinningen aufgeführt, im Dorf gibt es 27 Haushaltungen

1784
das Dorf bekommt Hausnummern, es werden 85 Häuser gezählt

1803 - 1815
wechselnde politische Zugehörigkeiten

1803 - 1807
Landkreis Münster im Königreich Preußen

1807 - 1813
Kaiserreich Frankreich (1807 Herzogtum Berg, dann Emsdepartement, Canton Greven, Arrondissement Münster; ab 1810 als Mairie Saerbeck-Hembergen; schließlich Ober-Emsdepartement, Arrondissement Lingen)

1813
Saerbeck wird nach der napoleonischen Zeit wieder preußisch

1815/1816
Zuordnung zur preußischen Provinz Westfalen im Landkreis Münster

1832
ein Hagelschlag vernichtet nahezu die gesamte Ernte, Hilfslieferungen des preußischen Königs sind notwendig

um 1850
Saerbeck hat etwa 1.900 Einwohner

19. Jahrhundert
ausgedehnte Heideflächen prägen das Landschaftsbild um Saerbeck

ab Ende 19. Jahrhundert
Entwässerungsmaßnahmen und Kunstdünger verbessern die landwirtschaftlichen Erträge

1900
Saerbeck hat ca. 1.570 Einwohner, Rückgang infolge Abwanderungen in Städte (Industrialisierung) und Auswanderung

1914 - 1918
im 1. Weltkrieg werden ab 1916 auch Kriegsgefangene zu den Bodenverbesserungsarbeiten eingesetzt

1933 - 1945
öffentliche Aktivitäten und die politische Verwaltung des Dorfes werden durch den Nationalsozialismus geprägt

1940
Saerbeck hat rund 2.400 Einwohner

1942
nördlich des Dorfes wird im Bereich des heutigen Gewerbegebietes "Am Schulkamp" die militärische Funkmess- und Flugleitstelle "Rheinsalm" eingerichtet

1944
um den Dortmund-Ems-Kanal vor alliierten Bomberangriffen zu schützen, werden Flakstellungen östlich des Dorfes aufgebaut

1. April 1945
bei der militärisch völlig sinnlosen Auseinandersetzung um die Flakstellung Nahe Hof Richter sterben etliche 17 - 18jährige Flakhelfer

1945 - 1950
die Einwohnerzahl des Dorfes steigt von 2.450 auf 3.300, viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene müssen untergebracht werden

ab 1950
um Wohnraum für die wachsende Bevölkerung zu schaffen, werden Neubaugebiete um den alten Dorfkern erschlossen

1960
Saerbeck hat rund 3.400 Einwohner

1974
rund 5.200 Menschen leben in der Gemeinde

1974 / 1975
im Zuge der kommunalen Neugliederung in NRW kann Saerbeck seine politische Selbstständigkeit bewahren, verliert aber 860 ha seiner Fläche und über 1.000 Einwohner an die Nachbargemeinden Emsdetten und Ladbergen

1. Januar 1975
nach Auflösung des Landkreises Münster kommt Saerbeck zum Kreis Steinfurt

1980 - 2010
die Einwohnerzahl steigt in drei Jahrzehnten von rund 4.300 auf rund 7.300

2002
Umzug der Gemeindeverwaltung in das heutige Rathaus; das Sandsteingebäude aus dem Jahr 1870 steht an der Stelle der mittelalterlichen "curtis Sorbeke"

2008
für den Wettbewerb "Aktion Klima plus" des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbrauerschutz NRW erarbeitet die Gemeinde ein "Integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungs-Konzept" (IKKK)

2009
die Gemeinde Saerbeck und die Stadt Bocholt gewinnen den Wettbewerb Saerbeck erhält 1,1 Mio. Euro Preisgeld

2011
die Gemeinde kauft das frühere, nördlich des Dorfes gelegene 90 ha große Bundeswehrmunitionsdepot und errichtet dort den "Bioenergiepark" mit dem Ziel der kommunalen Energieautarkie

2014
durch den Bioenergiepark sowie die übrigen Erneuerbaren-Energien-Anlagen deckt Saerbeck bereits 317 % des eigenen Strombedarfs

2016
im Bioenergiepark wird der außerschulische Lernstandort "Saerbecker Energiewelten" eröffnet