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Wo Alt und Jung zusammenkommen

Die Begegnungsstätte im Spiegel der letzten 20 Jahre

Mit dem Bau einer Begegnungsstätte und barrierefreien Wohnungen im Jahr 1999 legte die Gemeinde Kaufungen den Grundstein für eine "neue Mitte", die Verbindung zwischen den Ortsteilen Ober- und Niederkaufungen. Die Begegnungsstätte entwickelte sich schnell zu einem lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt. Vorwiegend ältere Menschen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen aber auch Familien mit Kindern leben in der integrierten Wohnanlage, die aufgrund ihrer hohen Nachfrage in den Jahren 2002 und 2003 erweitert wurde. Die Begegnungsstätte wird nicht nur von Menschen aus der Wohnanlage besucht, sondern ist auch Treffpunkt für viele ältere Menschen aus Kaufungen. Mit dem Projekt "Alt und Jung - Gemeinsam statt einsam" initiierte die Gemeinde mit der Begegnungsstätte und dem Verein Familienzentrum e. V., der im benachbarten Gebäudetrakt untergebracht ist, Anfang der 2000er Jahre ein Pilotprojekt, das der sozialen Isolation alter und junger Menschen entgegenwirken und ein lebendiges Netzwerk mit Beratungs- und Beschäftigungsangeboten anbieten sollte. Das Projekt gewann im Februar 2002 einen Preis im Wettbewerb "Familienfreundliche Kommune Hessen", der vom Hessischen Staatsministerium und der gemeinnützigen Hertie-Stiftung ausgelobt wurde.

Drei Jahre später errichtete die Gemeinde ein neues Gebäude als Erweiterung der Begegnungsstätte und deren generationsübergreifender Arbeit. Der Verein Partner für psychisch Kranke im Landkreis Kassel e. V. unterhält darin eine Tagesstätte sowie Wohngemeinschaften für betreutes Wohnen. 2006 entstand in der "Kaufunger Mitte" ein weiteres Unterstützungsnetzwerk: Das Projekt BARKE - Hilfe und Unterstützung für Menschen mit Demenz und deren Angehörige wurde durch die Sozialstation, die Begegnungsstätte und die Beratungsstelle für ältere Menschen ins Leben gerufen. Viele weitere Beratungsangebote haben sich seitdem etabliert.

Der Erfolg und der große Zulauf der Begegnungsstätte basieren auf drei Säulen: Im Vordergrund der Arbeit steht die Begegnung. Spielnachmittage, Mittagstische, Ausflugsfahrten, Beratungsangebote und Jahreszeitenfeste unterstützen das Miteinander der Menschen in der Wohnanlage und die Verbindung zwischen älteren Menschen in Kaufungen. Daneben fördern Kurse verschiedenster Art, von der Wirbelsäulengymnastik über Gedächtnistraining bis Gesellschaftstanz, die geistige und körperliche Beweglichkeit älterer Menschen und tragen so zur Gesundheitsvorsorge bei. Und auch die Kultur nimmt einen wichtigen Stellenwert im Konzept der Begegnungsstätte ein: Wechselnde Ausstellungen, künstlerische Projekte, Lesungen und Konzerte machen das Haus zu einem lebendigen, kulturellen Treffpunkt.

Im Zuge der Migrationsthematik hat sich die Arbeit in der Begegnungsstätte verändert. Seit 2015 werden Projekte zur Integration von geflüchteten Menschen, insbesondere Familien, angeboten. Hierzu gehört die Pflege eines Patensystems, das Willkommenscafé, interkulturelle Aktivitäten wie gemeinsames Kochen und Kennenlernen von Traditionen, Deutschkurse und die Vermittlung der Kaufunger Geschichte, in Zusammenarbeit mit dem Regionalmuseum "Alte Schule". Außerdem wurden neue Freizeitformate ins Leben gerufen: Eine Großeltern-Enkelkinder-Gruppe trifft sich regelmäßig, um gemeinsam zu kochen, zu basteln oder andere Aktivitäten zu unternehmen. In Zeiten zunehmender Digitalisierung finden vor allem die Smartphone- und PC-Kurse für Senioren, die von Jugendlichen angeleitet werden, großen Zuspruch. Wie bei der "Herbstfreizeit für Alleinerziehende" oder dem "Repair-Café" entwickeln sich immer wieder neue Angebote und Ideen. Und auch das Netzwerk der Begegnungsstätte hat sich innerhalb der letzten Jahre ausgeweitet: Wichtige Kooperationen gibt es mit den Kindertagesstätten, den Schulen, der Nachbarschaftshilfe und den Kaufunger Vereinen. Alte und junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich bei den Mittagstischen, bei Fahrdiensten und im täglichen Miteinander. Diese offenen Begegnungsmöglichkeiten sind das Herzstück der generationsübergreifenden Familienarbeit und unterstützen das Miteinander der Menschen in der Wohnanlage und die Verbindung zu allen gesellschaftlichen Gruppen Kaufungens.