Gehe zum Inhalt, überspringe Menüs

 

Freibier, Fettenbrote und saure Gurken

Große Feste in Kaufungen

Kaufunger*innen haben schon immer gern gefeiert. Nach dem Gemeindezusammenschluss wurde im Jahr 1973 das erste Heimatfest durchgeführt - damals noch behelfsweise auf einem geschotterten Grundstück nördlich der Gesamtschule. Der Erfolg war so groß, dass man beschloss, alle zwei Jahre ein Heimatfest stattfinden zu lassen. Nachdem der Alte Festplatz zwischen Ober- und Niederkaufungern errichtet worden war, fanden dort seit 1975 regelmäßig Heimatfeste statt. "[Es] hat sich gezeigt, daß eine lebendige örtliche Gemeinschaft wohl in der Lage ist, ein heiteres und beschwingtes Volksfest zu einem offenen Treffen für Jung und Alt zu gestalten", so heißt es in der Sonderausgabe "10 Jahre Kaufungen" (1980). 13 Heimatfeste hat es seitdem in Kaufungen gegeben.

Viele Kaufunger*innen erinnern sich noch gut an die Heimatfeste in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren auf dem Alten Festplatz: Konzerte, Folklore, Ausstellungen, Sport, Spiel und farbige Umzüge verwandelten die Lossetalgemeinde in ein festliches Mekka. "Die große Zahl der teilnehmenden Vereine und Gruppen hat dabei jedesmal bestätigt, daß das Heimatfest einmal mehr eine Einrichtung der Bürger ist, die mit ihrer Teilnahme auch Bekenntnis zur Gemeinde Kaufungen ablegen", so heißt es weiter in "10 Jahre Kaufungen" (1980).

1986 stand für die Lossetalgemeinde ein noch größeres Fest an: Gefeiert wurde über drei Wochen hinweg die 975-Jahrfeier. Unter anderem etablierte sich in diesem Rahmen der Montagsfrühschoppen im Festzelt unter dem Motto: "Freibier, Fetten-Brote und Saure-Gurken". Zum ersten Mal wurden in 1986 auch die Dorftage in den Ortskernen von Ober- und Niederkaufungen ins Leben gerufen. "Wir wollten mit diesem Format noch näher bei den Leuten sein", berichtet Gerhard Iske, damaliger Bürgermeister von Kaufungen. Das Konzept ging auf. Seit vielen Jahren werden die Dorftage gut von Einheimischen und Besuchern angenommen. Dabei spielt das Ambiente und Flair in den Ortskernen immer eine besondere Rolle:
Im Jahr 2015 kamen 9.000 Besucher*innen nach Niederkaufungen, um vor der Kulisse des Kirchplatzes, entlang der Losse, an zahlreichen Kunsthandwerkständen zu schmökern, bei einem Gläschen Wein die Abendsonne zu genießen oder das Bühnen- und Aktionsprogramm zu verfolgen.

Die größten Feierlichkeiten in der Gemeindegeschichte wurden im Jahr 2011 begangen: Über ein ganzes Jahr hinweg feierte Kaufungen seinen 1.000sten Geburtstag. Nahezu 100.000 Besucher*innen kamen zu den zahlreichen Veranstaltungen im Festjahr. Die Stehenden Festzüge in Ober- und Niederkaufungen, das Mittelalterspektakel im Stiftsbereich, das Bohnenbiedelfest in Niederkaufungen, der Festakt in der Stiftskirche, zahlreiche Konzerte - unter anderem von den berühmten Künstlern Juli und Bosse, Ausstellungen, ein großes Familienfest auf dem Alten Festplatz und zahlreiche Veranstaltungen von Kaufunger Vereinen und Institutionen standen unter anderem im Festprogramm. Karl Hellmich, Vorsitzender der Gemeindevertretung und der damaligen Lenkungsgruppe der 1000-Jahrfeier bilanzierte nach dem Festjahr: "Die 1000-Jahrfeier war ein voller Erfolg und hat Maßstäbe gesetzt." Dabei wurde von Anfang an das Ziel verfolgt, dem von tausend Jahren geprägten Ort ein Geburtstagsgeschenk zu bereiten, das sich von anderen Festen abhebt. Das tat sie auch - die 1000-Jahrfeier verband im Rahmen der Veranstaltungen Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Gemeinde Kaufungen miteinander und hat dabei Menschen aller Altersgruppen zusammengeführt.

Die Ausbreitung des Coronavirus im Jahr 2020 hat nicht nur Kaufungen, sondern die gesamte Welt vor beispiellose Herausforderungen gestellt. Das geplante Heimatfest zu "50 Jahre Großgemeinde Kaufungen" mit Dorftagen, Open-Air-Disco, Mittelalterspektakel und Festzelttagen mit Konzertabenden musste zum Schutz der Gesundheit abgesagt werden. Es sollte ein großes Fest werden und viele Vereine hatten sich bereit erklärt, die Festwochen mit eigenen Aktionen und Beiträgen zu bereichern. Viele Bürger*innen haben Ideen eingebracht und waren in die Planungen und die Organisation eingebunden. Es bleibt die Hoffnung, dass das Jubiläum zu einem späteren Zeitpunkt gefeiert werden kann!