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Kaufungens kulturelle Schätze

Kultur ist Bildung. Kultur hilft Brücken zu bauen und Grenzen zu überwinden. Schon lange ist die Kulturarbeit ein prägender Teil von Kaufungen. Über einen langen Zeitraum hinweg sind die kulturellen Facetten in der Lossetalgemeinde gewachsen. In den 1970er, 1980er und 1990er Jahren war Kaufungen vor allem durch das kulturelle Angebot im Bereich der klassischen und kirchlichen Musik überörtlich bekannt. Am 8. Juni 1974 fand die erste Aufführung der "Kaufunger Konzerte" in der Stiftskirche statt. Die neue Konzertreihe wurde zur damaligen Zeit auf Anregung von Ehrenbürgermeister Gerhard Iske und in Zusammenarbeit mit den gemeindlichen Gremien und der evangelischen Kirchengemeinde Oberkaufungen ins Leben gerufen. Seitdem fanden bis heute 223 Veranstaltungen statt. Neben den Kaufunger Konzerten, die in Fachkreisen hohes Ansehen genossen, wurden weitere Veranstaltungen wie Matineekonzerte in der St. Georgskapelle, Kreuzwegandachten oder der internationale Orgelsommer angeboten. Der Schwerpunkt lag zur damaligen Zeit im Bereich der klassischen Musik. Heute sind die Kaufunger Konzerte häufig Koproduktionen mit dem Kultursommer Nordhessen. Neben klassischen Konzerten werden nun auch Aufführungen mit zeitgenössischen Künstler*innen veranstaltet. So fand im Juli 2019, zum 994. Kirchengeburtstag, eine große italienische Operngala mit internationalen Solisten und einem Orchester auf der Stiftskirchenbühne statt. Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich auch der Auftritt von Konstantin Wecker anlässlich der 1000-Jahrfeier im Jahr 2011 in der Stiftskirche.

Früh wurden auch zwei Museen auf- und ausgebaut: Das Regionalmuseum "Alte Schule" (Eröffnung 1986) und das Bergwerkmuseum Roßgang (Eröffnung 1977), die bis heute die Kaufunger Geschichte auf vielfältige Weise erlebbar machen. Museumspädagogische Kulturwerkstätten für große und kleine Gäste lassen seitdem weiter in die Vergangenheit aber auch in die Zukunft blicken.

In 1989 war Kaufungen die erste Gemeinde im Landkreis Kassel, die eine hauptamtliche Stelle für die Kulturarbeit einrichtete. Dies war der Auslöser für eine dynamische Weiterentwicklung der Kaufunger Kulturlandschaft. So wurde im Jahr 1997 der Kaufunger Stiftssommer ins Leben gerufen, der immer in den Sommermonaten Juni bis September den geschichtsträchtigen Stiftshof und die Zehntscheune bespielt. In malerischer Kulisse erfreuen sich jedes Jahr rund 1500 Besucher*innen an modernen Konzerten, Theatervorführungen und ausgewählten Filmvorführungen.

Darüber hinaus umfasst das alljährliche Kaufunger Kulturprogramm Lesungen, Konzerte, Vorträge und vieles mehr. Neben der Stiftskirche und dem Stiftshof werden dabei auch weitere interessante Orte bespielt, wie das Bürgerhaus Kaufungerwald, die Haferbachhalle, die Büchereien, das Museum und der Steinertseepark. Tausende Kulturinteressierte aus Kaufungen und der Region können jedes Jahr als Gäste und Besucher*innen begrüßt werden. Die Künstler*innen werden nach besonderen Kriterien ausgesucht. Es ist die Kombination aus einzigartigen Kulturschaffenden, exklusiven Arrangements und besonderen Spielstätten, die das Kaufunger Kulturprogramm auszeichnen.

Kultur ist Bildung und Kultur ist Geschichte. Seit 2011 können Einheimische und Auswärtige die Kaufunger Historie hautnah erleben. 13 ausgebildete Gästeführer*innen vermitteln auf geführten Rundgängen durch die Ortskerne, den Stiftsbereich oder das Regionalmuseum die Kaufunger Geschichte und das Leben früherer Generationen auf vielfältige und kreative Weise. Das Themenangebot hat sich innerhalb der letzten Jahre erweitert, die Führungen sind stets gut gebucht.

Im Rahmen des Kulturprogramms hat sich auch die künstlerische Szene in Kaufungen weiter etabliert. An vielen Stationen im Ort ist bildende Kunst zu sehen: So ist zum Beispiel die Skulptur der Knottenfresser und Bohnenbiedel auf dem Rathausvorplatz oder die Gänserammel in Niederkaufungen Teil des Kaufunger Kunstangebotes. Auch die Begegnungsstätte und seit 2011 das Rathausfoyer haben sich zu beliebten Orten für Kunst- und Themenausstellungen entwickelt. Dabei lässt sich feststellen: Es sind vor allem Kaufunger Künstler*innen, die sich dort präsentieren. Die Lossetalgemeinde beherbergt viele Künstler*innen mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen. Jede/r bereichert die Kaufunger Kunstlandschaft auf eigene Weise.

Die Kulturlandschaft in Kaufungen wird auch von zahlreichen kulturschaffenden Vereinen und Institutionen geprägt. Ihre ehrenamtlichen Aktivitäten sind ein unermesslicher kultureller Schatz für die Gemeinde. So ist zum Beispiel das Kaufunger Kindertheater weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt und erfreut Alt und Jung mehrmals im Jahr mit kreativen Theaterinszenierungen. Der Geschichts- und Museumsverein trägt mit Ausstellungen, Exkursionen und Vorträgen zur kulturhistorischen Bildung bei. Brauchtumspflege betreibt der Mittelalterverein Coufunga mit Mittelalterfesten und Theaterspielen. Angebote der Kirchengemeinden, des Musikzuges, der Musikschule Söhre-Kaufunger Wald, der Gesangs- und Musikvereine, der Schreibwerkstätten und von vielen weiteren Vereinen bereichern das kulturelle Leben in der Lossetalgemeinde. Sie waren, sind und bleiben das Herzstück der Kaufunger Kulturlandschaft.

Im Jahr 2018 hat die Gemeinde Kaufungen dazu aufgerufen, das kulturelle Angebot weiterzuentwickeln. Mehr als 60 Bürger*innen, Kulturschaffende, Interessierte aus den Bereichen Bildung, Politik, Kirche und Vereine beschäftigten sich im Rahmen von vier Kulturwerkstätten über mehrere Monate hinweg intensiv mit dem Thema "Kultur in Kaufungen". Das Vorhaben wurde begleitet und moderiert vom Planungsbüro akp-Stadtplanung + Regionalentwicklung, das mithilfe der Ergebnisse aus den Werkstätten das Kaufunger Kulturkonzept weiterentwickelte und neben einer Bestandsaufnahme der verschiedenen kulturellen Facetten in der Lossetalgemeinde, neue Ideen zu den Themen "Vernetzung" und "Gemeindefeste" hervorbrachte.