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Kirche in Kaufungen - 1970 bis 2020

Ev. Kirchengemeinde Niederkaufungen

Gottfried Bormuth - Bis 1946 wurde Niederkaufungen kirchlich von Oberkaufungen aus versehen. Johannes Standau war der erste Pfarrer in Niederkaufungen (1946 -1958). Es folgten Wolfgang Zeihe (1985-1970), Kurt Nierenköther (1970 -1976), Horst Kiehne (1977-1991), der u. a. die Partnerschaft mit Süd-Afrika mit ins Leben rief. Von 1957 an gestaltete Prädikant Eugen Rosenthal das kirchliche Leben für mehr als 30 Jahre aktiv mit.

Da die Gemeinde immer größer wurde, wurde 1984 eine zusätzliche halbe Pfarrstelle für Niederkaufungen und Papierfabrik eingerichtet, die mit Pfrin. Astrid Thies-Lomb besetzt wurde - bis 2001. In diesen Jahren wurde das Kirchengebäude grundsaniert und ein zweites Pfarrhaus gebaut. Mit dem Pfarrerehepaar Claudia Brinkmann-Weiß und Stefan Weiß (1992-1999) kam es zur Einrichtung einer 30-Stunden-Stelle für Jugendarbeit, und einer Zivildienststelle. Das Gemeindehaus wurde u. a. nach energetischen Erkenntnissen umgestaltet.

Im Jahr 2000 kam Pfarrer Gottfried Bormuth nach Niederkaufungen. Nachfolger von Astrid Thies-Lomb wurde 2001 Pfarrer Andres Synofzik. Beide Pfarrer setzten neue Akzente - etwa monatlich zusätzliche Abendgottesdienste in moderner Form, Familiengottesdienste mit Mittagessen sowie eine intensive Freizeitarbeit. Aus regelmäßigen Glaubenskursen entstanden neue Gesprächskreise. In der Männer-, Frauen- und Konfirmandenarbeit kam es zu Kooperationen mit der Ev. Kirchengemeinde Oberkaufungen - mit dem Höhepunkt der weit über Kaufungen hinaus bekannten Aktion "Kirche im Zelt". Möglich wurde die Ausweitung der Gemeindearbeit u. a. dadurch, dass für Andres Synofzik ab 2007 erstmalig in der Landeskirche eine zusätzliche halbe Stelle eingerichtet wurde, die in erster Linie von der Gemeinde selbst durch Spenden finanziert wird.

Im Jahre 2005 übernahm die Kirchengemeinde die Trägerschaft der Schulsozialarbeit an der IGS, Dadurch konnte die Verbindung zwischen Schule, Ort und Kirche gestärkt werden. Daneben wurden in den letzten Jahren weitere Projekte ins Leben gerufen und vertieft: Chorarbeit, Eltern-Kind-Gruppen, Endlich-Leben-Gruppen für Frauen, diakonische Zusammenarbeit mit St. Josef in Rothenditmold, Unterstützung eines Straßenkinderprojekts in Uganda, Trauercafé etc.

Durch das große Engagement sehr vieler ehrenamtlich Mitarbeitenden und der Hauptamtlichen ist das alles möglich geworden. Da das Gemeindehaus zu klein wurde, wurde 2014 die ehemalige Gaststätte Allmeroth erworben. Zum größten Teil durch Spenden, Eigenleistung, Unterstützung durch EU Mittel und Gelder der politischen Gemeinde konnte eine Begegnungs- und Veranstaltungsstätte für den ganzen Ort geschaffen werden. Es finden neben Familienfeiern und Beerdigungskaffeetrinken auch Vereinstreffen, das Lossecafé sowie zahlreiche Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene statt.

Der Weg, das kirchliche Leben und die menschlichen Verbindungen zu stärken, hat viele Früchte getragen. Aus der Eigenständigkeit ist eine sehr gute Kooperation mit den anderen Kirchengemeinden gewachsen.

Landeskirchliche Gemeinschaft Niederkaufungen

Margret und Herbert Brethauer - Wir blicken auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Im aus Spenden finanzierten, 1928 erbauten Haus im Steinweg nehmen Erwachsene, Kinder und Jugendliche an verschiedenen Angeboten teil, die meistens von ehrenamtlicher Mitarbeit und Spenden getragen werden.

Bis in die 1990er Jahre gab es eine blühende Jugendarbeit - unter Obhut des Gemeinschafts- und des Deutschen EC-Jugendverbandes. Es gab auch eine gute Zusammenarbeit mit der Baptistengemeinde Oberkaufungen.

Die Arbeit gestaltete sich finanziell und personell zunehmend schwierig. So kam es Anfang der 2000er Jahre zum Zusammengehen mit der Kirchengemeinde. Gruppen und Aktivitäten der Gemeinschaft profitierten von dieser Zusammenarbeit, z. B. Posaunenchor, Frauen- und Gesprächskreise, Bibel im Gespräch, 55+, Studienreisen und Seminare. Die Hauptverantwortung liegt beim Pastor der Landeskirchlichen Gemeinschaft Lossetal/Großalmerode - zurzeit Frank Wachsmuth.

Zu erwähnen sind auch Gruppen, die im Haus am Steinweg zu Gast sind: Trauercafé, Spieleabend, Fit im Kopf, Gymnastik für Frauen. Seit kurzem feiert eine Sintigemeinde wöchentlich ihren Gottesdienst bei uns. Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde!

Ev. Kirchengemeinde Oberkaufungen

Bernd Hartmann - Als Pfarrer waren 1970 Hans-Ludwig Weimann (Pfarrstelle 1) und Hans-Christian Braun (Pfarrstelle 2) tätig. 1971 übernahm Gerhard Schaefer die Pfarrstelle 1, 1981 Gustav Ohlendorf die Pfarrstelle 2. Letzterem folgten 1988 Gottfried Bormuth, 1994 Bernd Müller, 2007 Johannes Barth. Die Pfarrstelle 1 wurde 1999 mit dem Ehepaar Bernd Hartmann und Christel Hartmann besetzt, Christel Hartmann schied 2003 aus.

Auf Pfarrer Gerhard Schaefer ging die offene Jugendarbeit des Jugendclubs Tempel im Stephanushaus zurück. Grundsätzlich spielte der CVJM in der Kinder- und Jugendarbeit und darüber hinaus eine wichtige Rolle. 1989 wurde gemeinsam mit dem CVJM eine Stelle für Jugendarbeit eingerichtet.

Anfang und Mitte der 70er Jahre wurde die Stiftskirche saniert, die historische Wilhelm-Orgel stillgelegt, die neue Noeske-Orgel gebaut. Kindertagesstätte und Schwesternstation sowie Friedhof wurden von der politischen Gemeinde übernommen. Die Gemeindeschwester - Diakonissin Lina Mägdfessel - ging in Ruhestand. Orgeldienst und Chor- bzw. Kantoreileitung wurden bis heute in unterschiedlichem Umfang und im Rahmen unterschiedlicher Anstellungsverhältnisse ausgeübt.

1984 wurde Christian Hilmes Dekan des neuen Kirchenkreises Kaufungen. Vom eigens erbauten Pfarrhaus im Hessenring aus versah er die neu eingerichtete Pfarrstelle 3. Das Dekanatsbüro befindet sich bis heute im Pfarrhaus Zur schönen Aussicht. Seit 1998 ist Carmen Jelinek Dekanin und Inhaberin der Pfarrstelle 3 (inzwischen ohne Gemeindebezirk).
Die Küsterstelle wurde in den 80iger Jahren in eine hauptberufliche Stelle umgewandelt, seit 1999 gibt es ein Gemeindebüro mit einer Gemeindesekretärin.

Als der Kirchenvorstand sich 1985 gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Pfr. Gustav Ohlendorf aussprach, kam es zu einer Unterschriftenaktion für den Verbleib des Pfarrers, der dann aber doch Oberkaufungen verließ. Aufsehen erregten auch 1999 die pointiert kritischen Anmerkungen Pfr. Gerhard Schaefers in seinem Abschiedsgottesdienst, die für ihn den Verzicht auf die Rechte des geistlichen Standes zur Folge hatten.

Nachdem 1993 ein Umbau des Stephanushauses erfolgt war, kam es 1998/1999 zu einer grundlegenden Sanierung des Pfarrhauses "Zur schönen Aussicht".

Die aktive Kirchengemeinde bietet heute ein vielfältiges Angebot, das nur wegen des Engagements der vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden und auch das der Hauptamtlichen möglich ist. Es haben sich drei Schwerpunkte der Gemeindearbeit neben vielen anderen Aktivitäten herausgebildet: der Gottesdienst (in verschiedenen Formen und zu verschiedenen Zeiten), die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit - und die Kirchenmusik. Das Gemeindeleben spielt sich vor allem im Stephanushaus und in der Stiftskirche ab, die in den Jahren 2008 -2018 eine grundlegende Sanierung erfuhr. Die Stiftskirche ist ein großer Schatz, stellt aber auch eine große Verantwortung dar. Sie ist Eigentum des Ritterschaftlichen Stifts Kaufungen, die Kirchengemeinde hat das Nutzungsrecht. Grundlegend saniert wurde auch die historische Wilhelmorgel (2015 -2019).

Ein engagierter Kirchenvorstand stellt sich den neuen Herausforderungen wie die der sozialen Medien und der zunehmenden Aufgaben bei zurückgehenden finanziellen Mitteln. Der Förderverein Stiftskirche verantwortet die über Kaufungen hinaus bekannte Stiftsweihnacht. Ursprünglich von Oberkaufungen ausgehend organisieren die Kirchengemeinden Kaufungens die ökumenische Zeltwoche "Kirche im Zelt" (1998, 2001, 2004, 2007, 2010, 2014, 2018) - ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit!

CVJM Oberkaufungen

André Momberg - Bis in die 90er Jahre hinein hat der CVJM die Kirchengemeinde maßgeblich mitgeprägt. Dies betraf nicht nur die Kinder- und Jugendarbeit, die durch den CVJM ehrenamtlich verantwortet wurde. Zu den Angeboten gehörten Jungschar und Minijungschar, Jugendgruppen und der Posaunenchor. Für die Gruppen wurden regelmäßig Freizeiten angeboten.

Die enge Verwobenheit von Kirchengemeinde und CVJM zeigte sich auch daran, dass das Sommerfest des CVJM zugleich das Gemeindefest der Kirchengemeinde war und bis in die 80er Jahre hinein die Mehrheit der Kirchenvorstandsmitglieder dem CVJM angehörten! Der CVJM-Posaunenchor gestaltete regelmäßig Gottesdienste musikalisch mit und war lange auch durch sein Ständchen-Blasen bei runden Geburtstagen insbesondere älterer Gemeindemitglieder präsent.

Mit Einrichtung der Jugendarbeiterstelle Ende der 80er Jahre übernahm die Kirchengemeinde die Verantwortung für die Kinder- und Jugendarbeit, begleitet und unterstützt vom CVJM bis zu dessen Auflösung im Jahr 2018. Der Posaunenchor ist, jetzt in kirchlicher Trägerschaft, weiter aktiv und bereichert Gottesdienste und Feste.

Katholische Kirche in Kaufungen

Franz Kracheletz und Sabine Fröba - Der Anfang katholisch-kirchlicher Präsenz in Kaufungen liegt im Jahr 1935. Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Bosco übernimmt die Seelsorge an der Kirche St. Kunigundis in Kassel-Bettenhausen und beginnt mit der Betreuung der Katholiken entlang der Losse und der Söhre. Für die beiden damals selbstständigen Gemeinden Ober- und Niederkaufungen gibt es seit 1953 die eigenständige Pfarrei St. Heinrich mit der gleichnamigen Kirche in Oberkaufungen (1961 geweiht) und der Filialkirche "Franz von Sales" in Niederkaufungen.

Zur Katholischen Pfarrei gehören neben den Kaufunger Ortsteilen die Orte Helsa mit den Ortsteilen Eschenstruth, St. Ottilien, Waldhof und Nieste mit Sensenstein. Zunächst leitete ein Pfarrer die Gemeinde mit Unterstützung eines Kaplans. Bereits in den 60er Jahren gab es einen Kirchenvorstand (heute Verwaltungsrat). Ende der 60er Jahre kam der Pfarrgemeinderat dazu, der die Pastoral mitgestaltete.

Immer mehr Ehrenamtliche wurden aktiv und übernahmen Verantwortung. Es entstanden Kirchenchor, Band, eine Gruppe jüngerer Frauen, die Frauengruppe der KFD mit dem Volkstanzkreis, eine Männer- und zwei Seniorengruppen, Festausschuss, Liturgiekreis, Ausschuss Entwicklung-Frieden und vieles mehr. Alle diese Gruppen tragen das Leben der Pfarrei. Auch gibt es Familiengottesdienste, Kindergottesdienste, Sternsingeraktion etc.

Geändert hat sich, bedingt durch den eklatanten Priestermangel, die personelle Betreuung. Ein großer Anteil der Seelsorge wird nun von Gemeindereferentinnen, ehrenamtlichen ständigen Diakonen und Laien übernommen. Die Veranstaltungen in der Faschingszeit und die Gemeindewallfahrten mussten eingestellt werden.

Das Gemeindeleben hat sich verändert: temporäre Mitarbeit ja, Übernahme einer Verpflichtung auf längere Zeit eher nein.
Der Zahn der Zeit machte an beiden Kirchen und am Pfarrhaus eine Erneuerung der Elektro- und Heizanlagen, der Sanitärräume und die Schaffung eines behindertengerechten Zugangs zum Saal erforderlich.

Seit 2019 ist St. Heinrich keine eigenständige Gemeinde mehr, sondern durch Fusion ein Kirchort der Pfarrei St. Antonius von Padua, gemeinsam mit den drei Nachbargemeinden St. Johannes Bosco, Lohfelden - St. Kunigundis, Kassel - Bettenhausen und St. Andreas, Kassel Forstfeld. Für alle vier Kirchorte gibt es jetzt zwei Priester: einen leitenden Pfarrer und einen Subsidiar - des Weiteren eine Verwaltungsleiterin, drei Sekretärinnen und vier Gemeindereferentinnen, die fast alle in Teilzeit tätig sind und die Priester bei deren Arbeit unterstützen.

Ohne eigenen Beitrag bleibt die Evangelisch-freikirchliche Gemeinde der Baptisten in Oberkaufungen (Jägerhof), die 1999 ihr 150-jähriges Jubiläum feierte, sich aber ca. zehn Jahre später auflöste. Betreut von einem Pastor aus Hessisch-Lichtenau hatte es in früheren Jahren eine Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit gegeben sowie Bibelstunden und Gottesdienste.