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Aufwachsen in Kaufungen

Wie sich das Kita- und Schulleben verändert hat

Kaufungen verfügt über ein vielfältiges Angebot für Familien sowie ein gutes Zusammenleben der Generationen und darf sich zu Recht familienfreundliche Gemeinde nennen. Ein bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuung und eine organisierte Schulbetreuung für Kinder aller Altersklassen bieten die Grundlage für einen guten Start ins Leben. Die Gemeinde Kaufungen ist heute Träger von sieben Kindertagesstätten, Kinder ab dem 10. Lebensmonat werden fachgerecht in dieser prägenden Lebensphase betreut. Die Kita Schöne Aussicht ist die am längsten existierende Betreuungseinrichtung in Kaufungen. Ein ehemaliger Kreispfarrer ließ im Jahr 1930 an der Stelle einer abgerissenen Pferdescheune im Oberkaufunger Stiftsareal eine sogenannte Kinderschule errichten. Sie wurde von der Evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeinde in Kooperation betrieben, bevor die Gemeinde 1973 die alleinige Trägerschaft übernahm. Als erste und lange Zeit einzige gemeindliche Einrichtung öffnete sie sich sehr früh mit ihren Hortgruppen der Betreuung von Schulkindern. Im Februar 1972 öffnete im Niederkaufunger Feldhof der zweite Kindergarten und erhielt bereits zwei Jahre später eine Erweiterung. Der erhöhte Zuzug von Familien mit Kindern hatte 1975 eine weitere Inbetriebnahme zur Folge: Der Kindergarten Zwergenburg in der Oberkaufunger Teichstraße öffnete seine Türen. Zur damaligen Zeit mussten die Kinder noch drei Jahre alt und sauber sein, bevor sie in den Kindergarten kamen. Die geburtenstarken Jahrgänge der 1990er Jahre und ihre Bedürfnisse führten zum Kindergarten Pusteblume, ebenfalls in Oberkaufungen, der von der Gemeinde als Kindergarten 1993 von der AWO übernommen wurde und in den Folgejahren Erweiterungen erhielt (Anbauten 1995 und 2009/2010). Feierlich übergeben werden konnte auf dem Gebiet zwischen Ober- und Niederkaufungen 1998 die Kita Kunterbunt und auch der Ortsteil Papierfabrik kann seit April 2002 eigene Betreuungsplätze aufweisen - die Kita Sternschnuppe ist als kleinste Kita Kaufungens mit ihren überschaubaren Räumlichkeiten fast eine "familienähnliche Institution". Seit August 2013 besteht der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr. Mit dem "Konzept für eine zukunftsfähige Kinderbetreuung" von 2012 wurde dieser in Kaufungen in sehr guter Weise umgesetzt. Die hohe Inanspruchnahme der Kaufunger Kindertagesstätten sowie vorliegende Anmeldezahlen für kommende Betreuungsjahre machte in den Folgejahren deutlich, dass weitere Räume für Krippen- und altersübergreifende Gruppen benötigt würden. Da Erweiterungen der bestehenden Kindertagesstätten wegen der beschränkten Flächenverfügbarkeit nicht möglich waren, wurde auf dem Alten Festplatz eine neue Kindertagesstätte errichtet - die Kita Eulennest konnte am 01. Januar 2018 die ersten Krippenkinder willkommen heißen. Neben den sieben gemeindlichen Einrichtungen gibt es mit den "Wühlmäusen" eine privat geführte Kita in freier Trägerschaft des Vereins für Ökologie, Gesundheit und Bildung e. V. Kaufungen und dem Kollektivbetrieb der Lebensgemeinschaft Kommune Niederkaufungen, die im Jahre 1991 die behördliche Anerkennung als "Altersübergreifende Kindertagesstätte mit drei Einzelintegrationsplätzen" erhielt.

Die Lebenssituationen der Familien haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Die Berufstätigkeit von Frauen und Männern und Kindererziehung müssen miteinander verbunden werden. Dies hat auch Auswirkungen auf den schulischen Bereich. Die Gemeinde Kaufungen stellt sich diesem gesellschaftlichen Wandel und empfiehlt sich mit einem guten Betreuungsangebot für Kinder als attraktiver Wohnsitz für Familien.

Zwei Grundschulen gibt es in Kaufungen, die beide auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Die Ernst-Abbe-Schule in Oberkaufungen unterhält seit 1969 eine Eingangsstufe - Kinder ab dem fünften Lebensjahr werden eingeschult und das erste Schuljahr erstreckt sich über zwei Jahre. In 2013 ging dort auch die Kooperative Schulbetreuung an den Start, die von der Gemeinde Kaufungen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Kassel organisiert wurde. Sie stellte eine neue Form der Betreuung dar, bei der die bisherige Schulbetreuung mit dem bestehenden Hort zusammengelegt wurde. Mit dem Start des "Paktes für den Nachmittag" Mitte August 2017 wurde die Ernst-Abbe-Schule schließlich zur Ganztagsschule. Die Kooperative Schulbetreuung wurde in den Ganztagsbetrieb integriert. Aufgebaut ist "der Pakt" als Kooperationsprojekt zwischen Land Hessen, Landkreis Kassel, Schule und Gemeinde Kaufungen. Verlässliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr und eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung durch Lehrkräfte in der sogenannten Lernzeit werden in der Schule gewährleistet und Schüler*innen können durch die bestehenden Arbeitsgruppen stärker individuell gefördert werden. Vielfältige, kostenfreie Angebote werden von Lehrkräften oder von Kooperationspartnern (z. B. Sportvereinen, Musikschulen) gemacht, einige werden auch vom Förderverein der Ernst-Abbe-Schule finanziert (Yoga, kreatives Zeichnen oder Tanzen). Das Konzept an der Ernst-Abbe-Schule wird insgesamt sehr gut angenommen und entspricht den Wünschen vieler berufstätiger Eltern. "Der Pakt für den Nachmittag trägt zu mehr Bildungsgerechtigkeit und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Dabei ist das Zusammenwirken von Gemeinde, Schule und Landkreis wertvoll für die pädagogische Arbeit im Bereich der Schulbetreuung", stellt Bürgermeister Arnim Roß heraus. Weitere wichtige Maßnahmen werden verwirklicht, wie der Anbau eines neuen Gebäudetraktes, den der Landkreis Kassel errichtet und an dem sich die Gemeinde mit 612.000 Euro beteiligt.
Das Betreuungsangebot an der Grundschule Niederkaufungen existiert seit 1995 und wird vom Förderverein Grundschule Niederkaufungen e. V. in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Kassel als Schulträger getragen. Neben Spielen und Basteln wird ein Mittagessen sowie Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben angeboten. Zur Ferienbetreuung nutzen die Niederkaufunger Grundschüler die Möglichkeiten des "Pakts für den Nachmittag".

Schon vor dem Zusammenschluss von Nieder- und Oberkaufungen wurde der "Schulverband Kaufungen" im Jahre 1965 gegründet - mit dem Ziel, eine Mittelpunktschule als weiterführende Schule zu bauen. Anfang 1970 ging die Schulträgerschaft auf den Landkreis Kassel über und der erste Bauabschnitt der Integrierten Gesamtschule konnte eingeweiht werden. Die Sporthalle wurde ein Jahr darauf ihrer Bestimmung übergeben und 1972 bezog man den dritten Bauabschnitt. Eine umfangreiche Asbest- und PCB-Sanierung wurde im Zeitraum von 1989 bis 1995 notwendig, weitere Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen folgten sowie eine ÖPP-Grundsanierung im Jahr 2007. Hierbei wurden an der Fassade Unregelmäßigkeiten festgestellt und erhöhte PCB-Werte in den Klassenräumen gemessen. Letztlich führte dies zu der Entscheidung, das betroffene Gebäude abzureißen und neu zu errichten. Bei der offiziellen Übergabe der neuen Gesamtschule an den Schulträger Landkreis Kassel stellte Landrat Uwe Schmidt im Juni 2012 fest: "Wir führen zwar keine Statistik über so etwas, aber ich glaube, dass wir heute eine der am längsten andauernden Schulbaumaßnahmen im Landkreis Kassel zu Ende führen können" und wies damit auf die lange, wechselhafte Baugeschichte der Kaufunger Gesamtschule hin.

Die Notwendigkeit zum Neubau der Schule bot aber auch die Chance, das neue Gebäude auf das ebenfalls neue und innovative Konzept der Schule als "Teamschule" auszurichten. Dadurch ist die IGS heute in der glücklichen Lage, dass das pädagogische und das bauliche Konzept hervorragend zusammenpassen. Auch die IGS ist eine Ganztagsschule mit offenem Angebot.

Im September 2018 präsentierte sich die IGS als vielfältige, moderne Schule mit einer Festwoche zum 50 jährigen Bestehen - ein Tag der offenen Tür sowie ein großes Ehemaligentreffen lockte viele Gäste an.