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Aarbergen und seine sechs Ortsteile

Aarbergen
und seine sechs Ortsteile

Mit dieser Rubrik möchte wir Ihnen einen kurzen Einblick über die Geschichte und Entstehung der Gemeinde Aarbergen mit seinen sechs Ortsteilen geben.

Aarbergen
Im Jahr 2026 feiert Aarbergen seinen 55. Geburtstag. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen entstand Ende 1970 die Großgemeinde Aarbergen. Der freiwillige Zusammenschluss, der bis dahin eigenständigen Gemeinden Kettenbach, Michelbach, Hausen über Aar, Rückershausen, Panrod und Daisbach, wurde zum 31. Dezember 1970 beschlossen. Die Initiative für diesen Zusammenschluss kam von den beiden größten Gemeinden Kettenbach und Michelbach. Es dauerte nicht einmal ein Jahr und die Fusion wurde abgeschlossen. In der Zeit vom 01.01.1971 bis 31.07.1971 hat Hans Hermann das Amt des ersten (kommissarischen) Bürgermeisters Aarbergen wahrgenommen. Zum 26.06.1971 wurde dann Wolf Schrader zum Bürgermeister gewählt und trat das Amt zum 01.08.1971 an.

Ortsteil Kettenbach
Erstmals im Jahr 845 urkundlich erwähnt, gilt der Ort als ältester Siedlungsteil an der Aar. In diesem Jahr gründete Graf Gebhard im Lahngau, der Ahnherr des bedeutenden Adelsgeschlechts der Konradiner, an der Aar ein Stift zu Ehren St. Dalvator und St. Peters. Sein Schwager, König Ludwig der Deutsche, unterstützte die Gründung noch im selben Jahr durch die Schenkung des Dorfes Lierschied (heute Rhein-Lahn-Kreis) sowie 70 Morgen Land in Hahnstätten. Die Gründung blieb jedoch nur eine kurze Episode: Bereits zwei Jahre später wurde das Stift nach Gemünden im Westerwald verlegt.

Heute finden Sie hier u. a.: Kindergarten, Betreute Grundschule, Freie Schule, Gastronomie, Unterkünfte, Brennerei, Handel, Ärzte, Aartalradweg, E1-Wanderweg, Aarhöhenwanderweg, Skulpturenweg, Modellflugplatz, Moto-Cross-Strecke, Tennisplatz

Einwohnerzahl: 1.571

Michelbach
Michelbach wurde erstmals 1184 in einer Schutzurkunde des Klosters Bleidenstadt erwähnt und ist heute der größte Ortsteil der Gemeinde Aarbergen. Die ehemalige Pfarrkirche, eine romanische Wehrkirche in beherrschender Lage oberhalb der Aar, entstand um 1200. Das Bauwerk wird heute als Trauerhalle genutzt und prägt bis heute das Ortsbild. Die 12-Apostellinde, benannt nach ihren zwölf mächtigen Seitenästen, steht unter Denkmalschutz. Sie wurde anlässlich der Einführung des neuen Lehrers Kern 1752 gepflanzt. Zwischen Kettenbach und Michelbach gründete Graf Johannes von Nassau-Idstein und Wiesbaden nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Eisenhütte. Ab 1655 wurden dort vor allem Öfen, Ofenplatten, Töpfe sowie Bau- und Schmiedeeisen hergestellt. Im Jahr 1884 ging die sogenannte "Michelbacher Hütte" in den Besitz der Familie Passavant über.
Heute finden Sie hier u. a.: Kindergarten, Gesamtschule, DRK-Seniorenzentrum, Wohnhaus der Lebenshilfe, Gastronomie, Unterkünfte, Musikschule, Bücherei, Passavant-Waldschwimmbad, Wohnmobilstellplatz, Handel, Ärzte, Aartalradweg, E1-Wanderweg, Aarhöhenwanderweg, Skulpturenweg

Einwohnerzahl: 2.357

Hausen über Aar
Der Ortsteil Hausen wird erstmals in der Gemündener Stiftungsurkunde von 879 erwähnt. Darin heißt es, dass Graf Gebhard von Niederlahngau den Kanonikern zur Vermehrung ihrer Einkünfte seine Güter in den Dörfern Kettenbach, Ouvenhusen, Ryckershusen und Haynhusen überließ. Orhusen gilt dabei als der frühmittelalterliche Name des heutigen Ortsteils Hausen. Im Jahr 1839 wurde in Hausen feierlich die erste eigene Schule eingeweiht. Die malerische Aarbrücke aus Bruchsteinmauerwerk mit gusseisernem Geländer entstand 1863 und ist bis heute ein prägendes Bauwerk des Ortes. Ein denkmalgeschütztes Ehrenmal von 1926 erinnert an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs und bildet einen zentralen Ort des Gedenkens.
Heute finden Sie hier u. a.: Gastronomie, Unterkünfte, Aartalradweg, Aarhöhenwanderweg, Skulpturenweg

Einwohnerzahl: 740

Rückershausen
Rückershausen wurde 879 unter der Herrschaft des Grafen Gebhard von Niederlahngau gegründet. Die Besitz- und Herrschaftsverhältnisse des Ortes wechselten im Laufe der Jahrhunderte mehrfach: zeitweise gehörte Rückershausen zu Nassau-Idstein, dann zu Nassau-Katzenelnbogen oder zu Nassau-Usingen. Um 1326 wurde unter der Herrschaft der Grafen von Katzenelnbogen die erste Kirche errichtet. Dabei handelte es sich um eine einfache Kapelle, die als Pfarrkirche der Hauptkirche in Kettenbach diente. Der Friedhof wurde rund um die Kirche angelegt. Im Jahr 1532 erhielt Rückershausen unter der Herrschaft von Nassau-Idstein das Marktrecht, das bis heute gepflegt und bewahrt wird. Der traditionelle Krammarkt findet jährlich Ende Oktober im Rahmen des "Rückershäuser Marktes" statt. Von besonderer Bedeutung ist der Sauerwasserbrunnen. Bis ins 16. Jahrhundert wurde er - wie andere Mineralquellen in Nassau - als Schwalbrunnen bezeichnet. Später setzte sich der Name Sauerbrunnen durch. Die Herkunft der Bezeichnung,,Antoniussprudel" ist historisch nicht eindeutig nachvollziehbar.

Heute finden Sie hier u. a:. Gastronomie, Unterkünfte, Arzt, Aartalradweg, Aarhöhenwanderweg, Skulpturenweg, Aar-Schleife "Aarway to heaven" (Premiumwanderweg), Minigolf, Kelterei, Sauerwasserbrunnen "Antoniussprudel"

Einwohnerzahl: 774

Panrod
Nach der Überlieferung des Kirberger Dekans und Pfarrers C. D. Vogel wurde Panrod erstmals im Jahr 888 urkundlich erwähnt. Der Ort war zunächst unter unterschiedlichen Namensformen bekannt, darunter Panroyde, Pannerod oder Rodde-Pannsti. Im laufe der Zeit setzte sich schließlich der heutige Name Panrod durch. Im Jahr 1321 wurde die bis heute erhaltene und architektonisch bedeutende Kirche des Ortes errichtet. Im nordöstlichen Teil der Gemeinde Aarbergen befindet sich der Ringwall "Altschloss". Er liegt etwa 1,5 Kilometer nördlich von Panrod im Rudolfswald des Hintertaunus. In unmittelbarer Nähe entspringt der Seelbach. Aufgrund seiner baulichen Merkmale wird der Ringwall vermutlich in die Zeit vom 8. bis 10. Jahrhundert datiert. Genauere Erkenntnisse fehlen jedoch, da urkundliche Erwähnungen nicht überliefert sind.

Heute finden Sie hier u. a.: Naturlehrpfad, Ringwall Altschloss ist in den Naturlehrpfad Palmbachtal integriert und mit einer Schautafel versehen, Skulpturenweg

Einwohnerzahl: 636

Daisbach
Im Jahr 879 bildeten die Orte Daisbach, Kettenbach und Hausen ein sogenanntes Eigen- oder Hubengericht. An der Stelle, an der der Daisbach die zum Gericht gehörende Markung durchfloss oder einst begrenzte, befindet sich heute eines der beeindruckendsten Fachwerkensembles des Rheingau-Taunus-Kreises: die katholische Pfarrkirche St. Josef mit dem angrenzenden Pfarrhaus in Daisbach. Die Kirche ist die einzige katholische Fachwerkkirche Hessens. Das Gebäude wurde ursprünglich 1677 als Wohn- und Amtshaus errichtet, jedoch bereits kurz darauf für Gottesdienste genutzt. Im Laufe der Zeit wurden Chor und Turm angebaut und das Bauwerk zur Pfarrkirche erweitert. Um 1860 veränderte sich das bis dahin idyllisch geprägte Dorfleben durch die Erschließung eines Silbervorkommens. Die heutige Straße "Am Silberberg" erinnert noch an diese Phase. Die neu erschlossene Grube wurde unter dem Namen "Haus Nassau" in das Bergregister eingetragen. Nachdem die Ergiebigkeit des Vorkommens nachließ, wurde der Bergbau 1879 eingestellt.

Heute finden Sie hier u. a.: Gastronomie, Skulpturenweg, Katholische Fachwerkkirche Daisbach

Einwohnerzahl: 455

Aartalbahn - Michelbach, Kettenbach, Hausen über Aar, Rückershausen
Durch die Gemeinde verläuft die 1894 eröffnete und heute denkmalgeschützte Aartalbahn - ein echtes Stück Eisenbahngeschichte. Mit Steigungen von bis zu 34 % zählt sie zu den zehn steilsten Bahnstrecken Deutschlands ohne Zahnradantrieb und gilt zugleich als eine der schönsten Mittelgebirgstraßen Hessens. Über Jahrzehnte prägte die Bahn das Aartal und verband die Menschen der Region (von Wiesbaden über den Taunus, das Aartal bis nach Diez). Am 28. August 1987 wurde sie schließlich offiziell als "Hessens längstes Denkmal" unter Schutz gestellt - ein Titel, der ihre historische Bedeutung eindrucksvoll unterstreicht. Heute lebt die Strecke auf besondere Weise weiter: Bei einer Draisinentour (www.arbeitskreis-aartalbahn.de) von Aarbergen in Richtung Diez können Besucher die ehemalige Bahntrasse selbst erkunden. Mit eigener Muskelkraft geht es entlang der idyllischen Landschaft des Aartals - eine außergewöhnliche Mischung aus Naturerlebnis, Bewegung und Eisenbahnromantik. Vom Bahnhof Wiesbaden aus werden immer wieder Sonderfahrten durch den Nassauischen-Tourisitk-Bahn e. V.(www.aartalbahn.de) angeboten.