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Friedhofswesen im Amtsbereich

In Deutschland sterben jährlich rund 900.000 Menschen, aber die Friedhöfe werden leerer und leerer.

In unserem Amtsbereich gibt es 14 kommunale und 4 kirchliche Friedhöfe mit insgesamt rund 3.000 Grabplätzen für unterschiedliche Bestattungsarten. Diese reichen vom herkömmlichen Einzel- und Doppelgrab, über Urnengräber bis zur halb- und anonymen Urnenbestattung. Im Jahre 2016 verstarben im Amtsbereich 98 Personen, die überwiegend in Urnengräbern beigesetzt wurden.

Früher trauerten die Hinterbliebenen am offenen Grab, in dem der Verstorbene im Sarg beigesetzt wurde. Immer seltener wird diese Erdbestattung. Ehedem religiös-traditionelle Beerdigungen werden zunehmend durch individuell gestaltete Beisetzungen ersetzt. Parallel ist die Bereitschaft Angehöriger gesunken viel Geld für Beerdigungen auszugeben. Auch Alternativen im Ausland werden genutzt. Eine klassische Sargbeisetzung wünschen sich lt. Statistik nur noch etwa 25% der Menschen. Oftmals tragen sich Hinterbliebene mit finanziellen Sorgen. Seit die Krankenkassen kein Sterbegeld mehr zahlen habe sich der Trend zur Urnenbestattung verstärkt. Für eine traditionelle Bestattung sollte man ca. 3.000 € kalkulieren. Für die Friedhofsgebühren, Grabpflege und den Steinmetz fällt nochmals ein vergleichbarer Betrag an. Dies führt zur Nachfrage nach preisgünstigen Alternativen.

Der Umgang mit dem Tod hat sich in den vergangenen Jahren verändert. So hat sich die Bedeutung familiärer Bindungen, Tradition und Religion abgeschwächt und rückt die Kommerzialisierung zunehmend in den Fokus der Überlegungen und Handlungen. Auch die amtsangehörigen Gemeinden haben auf diesen Trend reagiert und daher die Möglichkeit der Urnenbestattung, teilweise auch halbanonym und anonym, eröffnet.

Aber gerade auch die Friedhöfe erzählen Orts- und Dorfgeschichte. So war in vergangenen Zeiten der Ort des Begräbnisses und die Grabausführung ein Spiegelbild vom Status des Lebens des Verstorbenen und seiner Familie. Ältere Grabsteine zeugen oftmals vom Beruf des Verstorbenen, vom Ehepartner(in) aber auch vom Sterbeort und Todes-Umständen wie Krieg oder Unglücksfall. Heutige Grabtafeln und Grabsteine sind der Bestattungsart folgend oftmals kleiner und filigraner und beinhalten (leider) weniger Angaben zum Leben des Verstorbenen. Friedhöfe sind Plätze der Erinnerung, Erinnerung die leichter fällt, wenn man sie vor Augen hat, sie sehen und fassen kann...