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Lassan

Die Stadt Lassan mit ihren Ortsteilen Pulow, Klein Jasedow, Papendorf und Waschow befindet sich unmittelbar am Peenestrom und ist eine sehenswerte Kleinstadt. Die weichen Moränenflächen, die Wälder, die weiten Felder und Niedermoorflächen bieten viele Naturschönheiten. Entdecken kann man stille Sölle, ruhige Badeseen und den Vogelreichtum am Peenestrom. In allen Ortsteilen befinden sich Gutshäuser, die teilweise noch auf eine umfangreiche Sanierung warten. Im Ortsteil Papendorf ist in den letzten Jahren auf ca. 4.000 m² ein "Duft- und Tastgarten" mit seltenen Pflanzen entstanden. Weitere Attraktionen sind das "Klanghaus" in Klein Jasedow und der Park am ehemaligen Gutshaus in Waschow mit seinen prachtvollen Baumriesen.
Kleine und mittlere Handels- und Gewerbebetriebe und einige kleine Tourismusbetriebe sind der Haupterwerbszweig der Einwohner. Im Rahmen der Städtebausanierung wurden umfangreiche Eigen- und Fördermittel für die Sanierung von Strassen und Gebäuden aufgewendet, so dass die Stadt in den letzten Jahren enorm an Attraktivität gewonnen hat.

In Lassan befindet sich ein Bürgerbüro als Anlaufpunkt für Einwohner und Gäste.

Der Name Lassan ist wendischen (also slawischen) Ursprungs und bedeutet "Waldheim" oder "ein im Wald gelegener Ort". Im Zeitraum zwischen 1264 und 1278 erhielt der Marktflecken vom Pommernherzog Barnim der I. das Stadtrecht. Im Spätmittelalter spielte der Ort als Hafenplatz der rasch aufblühenden Hansestadt Anklam eine gewisse Rolle, die durch die günstige Lage am Peenestrom bedingt war.

Die Haupterwerbszweige waren über Jahrhunderte der Fischfang, die Landwirtschaft und das holzverarbeitende Handwerk. In heutiger Zeit haben diese Erwerbszweige eine geringe Bedeutung für die Stadt.

Die heute rund 1.470 Einwohner zählende vorpommersche Kleinstadt kann in ihrer kulturellen Geschichte auf einige Glanzpunkte verweisen. Zwischen 1430 und 1440 wurde Bernt Notke, der bedeutendste Bildhauer des 15. Jh. im Ostseeraum, in der Peenestadt geboren. In den Jahren 1749-1757 wirkte Johann Joachim Spalding, evangelischer Pastor und "Begründer" der Aufklärung in Pommern, in Lassan. Der 1858 geborene Theodor Bartus erlangte durch seine vier Expeditionen nach Turfan (heute China) eine Bedeutung für seine Heimatstadt.

Zwei Sehenswürdigkeiten der Stadt sollen kurz vorgestellt werden.

Die Stadtkirche St. Johannis, deren ältester Teil aus dem 13. Jh. stammt, ist der markanteste Bau Lassans. Das Langhaus ist eine spätgotische dreischiffige Halle, der Turm trägt eine geschweifte Haube mit achteckigem Pyramidendach aus dem 17. Jh. Der Altaraufsatz und die Kanzel vom Stralsunder Meister Elias Kessler aus dem Jahre 1727 sind wertvolle Bildhauerarbeiten. Die Triumphkreuzgruppe aus der Zeit vor 1450 wurde 1955 restauriert und bei Umbauarbeiten in den 70er Jahren vor dem Altarraum angebracht. An der Westseite der Kirche sind Reste der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten.

Die "Lassaner Mühle" beherbergt neben den Maschinen der ehemaligen Wassermühle Exponate der Stadtgeschichte.

Der kleine Hafen ist seit Mitte 1996 ein Anziehungspunkt für Wassersportler und Touristen.

Die Stadt Lassan, die in ihrem Grundriss durch das 18. Jh. geprägt ist, bietet Urlaubern und Touristen innerhalb ihrer Mauern sowie auch in der Umgebung Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Erholung.

Der Ortsteil Pulow mit dem Gut Pulow wurde 1291 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Jahre 1843 wechselte in Pulow öfter der Besitzer. Im Jahre 1870 wurde das Dorf vom ältesten Sohn des Papendorfer Grundherrn von Le Fort als selbständiges Gut ausgebaut, der es 1902 verkaufte. Aber auch ab diesem Zeitpunkt hatte das Dorf ständig wechselnde Herren.
Das Guthaus stammt aus der Zeit um 1870, einzelne Gebäudeteile schon aus früherer Zeit. Das Gutshaus wurde zwischen 1917 und 1921 zu einem Wohnhaus ausgebaut und modernisiert.

Im Gutsbereich gab es 1908 vier Häuser für Arbeiter und Angestellte, einen Tagelöhnerkaten und wahrscheinlich eine Schnitterkaserne. Infolge der Bodenreform gab es auch in Pulow bauliche Veränderungen. Zwischen 1948 und 1960 wurden 9 Wohnhäuser errichtet. Auch die Hoflage des Gutes wurde, wie in den anderen Dörfern, parzelliert und das Gutshaus wurde geteilt, um Umsiedlerfamilien wohnlich unterzubringen. In den 70er Jahren zogen die letzten Bewohner aus. Um einen totalen Verfall des Gebäudes zu verhindern, wurde es später wieder als Wohnraum genutzt.

Waschow ist aus einem fürstlichen Domänengut hervorgegangen. Seit 1843 bis in die 70er Jahre gehörte es den Herren auf Waschow oder war selbständige Gemeinde. Der Mittelpunkt des Dorfes waren das Gutshaus und das benachbarte Verwaltungsgebäude. Auf diese Gebäude sind das Wirtschaftshaus und die Katen der Landarbeiter ausgerichtet worden. Infolge der Bodenreform entstanden nach 1945 in Waschow mehrere Neubauernhäuser, da mit dem Ende des 2. Weltkrieges viele Vertriebene angesiedelt wurden. Das Gutshaus wurde zum Wohnhaus umgebaut. Als solches wird es auch heute noch genutzt.

Bis Mitte des 17. Jh. gehörte das Gut Papendorf zum Vorwerk bei Lassan, später wurde es selbständiges Rittergut. Im Jahre 1843 wurden das Gut und das gesamte Dorf von der Familie Le Fort erworben, der es bis 1945 gehörte. Nach 1945 wurde in Papendorf eine Umsiedlergruppe aus einem hinterpommerschen Dorf angesiedelt. Es wurde erforderlich, neue Häuser zu bauen. Dazu wurden alte zum Gut gehörende Häuser abgerissen oder zu Wohnhäusern umgebaut.

Von 1895 bis 1945 hatte Papendorf einen eigenen Güterbahnanschluss an die Kleinbahn Anklam - Lassan, der sogenannten "Papendorfer Weiche".
Seit dem Jahr 2017 verfügt Papendorf über einen Waldkindergarten und eine private Schule "Kleine Dorfschule Lassaner Winkel".

Klein Jasedow gehörte bis 1843 dem Gut als Vorwerk. Eigentum der Familie Le Fort-Pulow war es bis 1911, von 1911 bis 1933 hatte es verschiedene Pächter. Das Gutshaus wurde nur in Form eines Verwalterwohnhauses gebaut, da Klein Jasedow nie ein selbständiges Rittergut war. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurden 24 Familienreihenhäuser gebaut.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kamen Umsiedler nach Klein Jasedow und ließen sich als Neubauern nieder. Aufgrund dessen wurden fünf Neubauernhäuser gebaut.

Ein Hügelgrab zeugt davon, dass das Gebiet schon zu germanischer und slawischer Zeit besiedelt gewesen sein muss.

Die Landschaft der Gemeinde Pulow lädt durch ihre ruhige Lage und reizvolle Gegend zum Wandern, Ruhen und Entspannen ein.