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Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche St. Salvator
Sakralbau aus dem Jahre 1655 mit achteckigem Langhaus, welches in einem um vier Stufen erhöhten Altarraum abschließt. Orgel mit Barockprospekt, freistehendes Glockenhaus. Reich verziertes Westportal vom Vorgängerbau aus der Übergangszeit Spätgotik/Renaissance.
Als besondere Zierde der Kirche gilt die Moses-Kanzel aus dem Jahre 1652. Sie ist im Ganzen eine Predigt. Vor dem Kanzelpfeiler steht als lebensgroße Figur Moses mit den Steintafeln. Er verkörpert das "Gesetz", die Einhaltung der 10 Gebote, darüber, an der Kanzelbrüstung sind in geschnitzten Reliefs die Propheten und Männer des Alten Testamentes figürlich zu sehen: Hesekiel, Jesaja, David, Daniel, Jeremia und Tobias.
Marterwerkzeuge in den Händen von Putten weisen auf dem darüberliegenden Schalldeckel auf die Kreuzigung Jesu hin. Die Bekrönung des Ganzen bildet der Auferstandene selbst mit Strahlenkreuz und Weltkugel.

Heilig-Kreuz-Kirche
Die Heilig-Kreuz-Kirche, im Volksmund Kreuzkirche, auf dem Alten Markt ist die älteste Kirche der Stadt und besteht aus dem langen rechteckigen Chorraum, welcher das Untergeschoss des Turmes bildet und aussen mit Strebepfeilern versehen ist, und dem etwas breiteren, einschiffigen kurzen Schiff. Als sie im Jahre 1681 repariert wurde, fand man einen Stein, auf welchem die Jahreszahl 1014 eingehauen gewesen sein soll. Wenn dieselbe überhaupt richtig gelesen worden ist, so kann sie sich nicht auf die Erbauung des jetzigen Kirchengebäudes bezogen haben; denn der älteste Teil der Kirche, der Chor, gehört in seiner Anlage der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts an. Er ist später im 14./15. Jahrhundert gotisch angebaut worden. Er hat zwei Joche mit spätgotischen Kreuzgewölben, deren Schlusssteine das Lamm und der Christuskopf tragen, während die kehlprofilierten Rippen auf Menschen- und Tierköpfen als Konsolen ruhen. Der den Chor nach dem Schiff zu abschließende Triumphbogen ist rechteckig profiliert und schwach spitzbogig. Das 1681 erneuerte Schiff hat eine flache Decke, rechteckige Fenster und in der Nord- und Südseite je eine rechteckige Tür.
Die Kirche als ursprüngliche Pfarrkirche der Stadt verlor ihre Bedeutung nach der Reformation. Die Stadtkirche übernahm ihre Funktion. Die Kirche dient als Friedhofskirche. In den Sommermonaten werden hier musikalische Vespern unter dem Namen "KreuzKirchenMusik" veranstaltet.

St. Jakobskirche
- Pfarrkirche der römisch-katholischen Kirchgemeinde
Die Veranlassung zur Anlage eines neuen Friedhofes außerhalb der damaligen Stadtgrenze am Töpferberg gab die 1611 herrschende Pest. Der Platz wurde innerhalb von sieben Wochen hergerichtet und mit einer Steinmauer umgeben, zu welcher die verfallenen Klostergebäude die Steine lieferten. Der Friedhof erhielt die Benennung "Gottesacker" zu St. Jakob" und war auch unter den Namen "Töpferbergsfriedhof" bekannt. Da im Anfang die Leichenpredigten unter freien Himmel gehalten werden mussten, wurde nach 1684 eine kleine Überdachung gebaut, unter welcher die Pfarrer standen und predigten. Für die Trauergäste aber baute man seitlich dazu einen hölzernen, langen, überdachten Gang. Im Jahre 1730 baute man dann die Gottesackerkirche St. Jakob, der nunmehr dritte Kirchbau der Stadt.
Eingeschossige Emporen ziehen sich an der Süd-, West- und Nordseite entlang und werden über eine Treppe unter dem Dachturm erreicht. Sie ist ein einfaches rechteckiges Gebäude, dessen einzige Ziede ein Dachreiter bildet. Im Jahre 1968 ging die Kirche in Besitz der katholischen Pfarrgemeinde über, die sie mit schmückenden Elementen aufwertete und in ihr erstmals eine Orgel weihen konnte. Im Jahr 2001 erfolgten aufwendige Sanierungsarbeiten. Das Dach wurde neu eingedeckt, das Fachwerk instand gesetzt, das Gebäude trocken gelegt und der Innen- und Aussenputz erneuert.

Das Kloster Roda
Mit der Stiftung des Klosters durch die Herren von Lobdeburg wurde die Entwicklung der Siedlung Roda zu einem Marktflecken mit vollem Stadtrecht begünstigt. Das 1240 gegründete Zisterzienser-Nonnenkloster war Hauskloster und Begräbnisstätte jenes edelfreien Geschlechts, welches Kaiser Friedrich I. Babarossa zum Schutz gegen das weitere Vordringen der Slawen um 1160 aus Schwaben an die mittlere Saale befohlen hatte. Einzige Überreste dieses Klosters sind die Umfassungsmauern der ehemaligen Kirche. Das Kloster hatte neben seiner wichtigen sozialen Funktion, dem Unterbringen der unvermählten weiblichen Angehörigen, auch die Aufgabe der Mitwirkung bei der Christianisierung des hiesigen Gebietes. Das Gründungsjahr 1240 fällt in die Übergangszeit von der romanischen zur gotischen Bauweise im Kirchenbau des mitteldeutschen Raumes.
Die Ruine lässt noch deutlich den frühgotischen Baustil an den Fenstern und Arkaden der West- und Nordwand erkennen, während ein späterer Erweiterungsbau an der Ostseite Fensterfragmente in bester Hochgotik zeigt. Das Kloster hatte Münzrecht, wie es Brakteaten aus jener Zeit beweisen. Noch bis 1530 wurde hier der Jahrmarkt in Verbindung mit dem Ablasshandel abgehalten. Nach der Reformation in Thüringen wurde das Kloster sekularisiert und 1534 aufgehoben.
Zur Erschließung und kulturellen Nutzung des Denkmales Klosterruine finden hier Konzerte, Theateraufführungen und heimatgeschichtliche Veranstaltungen statt.

Stadtmuseum "Alte Suptur"
Zu den ältesten weltlichen Bauten in Stadtroda gehört das Gebäude Kreuzstraße 2, welches das Stadtmuseum beherbergt, ein Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert.
Zwischen dem Gebälk eines historisch sehr wertvollen dreistöckigen Dachstuhles befindet sich die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Sonderausstellungen und Veranstaltungen finden im Festsaal statt. Er beeindruckt durch seine wertvolle Decke in Fischgrätenmuster aus der Erbauungszeit des Hauses. Öffnungszeiten:
Donnerstag, Samstag 15.00 - 18.00 Uhr

Stadtbefestigungsanlage Rotes Tor
Als sein Vorgänger, das alte "Töpfertor" verfiel und aus rotem Sandstein neu entstand, bekam dieses Stadttor den Namen "Rotes Tor". Es ist das einzig erhaltene von ehemals fünf Stadttoren und stand am Stadtausgang der alten Straße nach Gera. Mit ihm verbindet sich die Sage von der Rod´schen Möhre aus dem Jahre 1450. Als nämlich 1450 die Stadt mit dem Klosterprobst wegen der Braurechte in Streit geriet, suchte dieser bei Heinrich von Gera um Hilfe nach. Der Probst kannte seine Rodaer genau und wusste um deren zahlreiche Streiterein und Prügelein in den Nachbardörfern, wenn es um das liebe Bier ging. Als Heinrich mit seinen bewaffneten Männern heranrückte, konnte der Torriegel nicht gefunden werden. Kurzerhand musste eine große Mohrrübe diese Funktion übernehmen. Eine dahergelaufene Ziege fraß die Rübe und der Feind konnte in die Stadt eindringen. Seit dieser Zeit müssen sich die Stadtrodaer den Necknamen "Möhrenschaber" gefallen lassen.

Schloss
Ein Vorgängerbau des Schlosses, um 1500 errichtet, ist dem Stadtbrand von 1638 zum Opfer gefallen. Der Neuaufbau erfolgte in mehreren Etappen in den Jahren 1663 bis 1780. Von 1736 bis 1780 gab es hier fürstliche Hofhaltung nachgeborener Prinzen und Prinzessinnen aus dem Fürstenhaus Sachsen-Gotha-Altenburg. Ab 1780 diente es dem Sitz verschiedener Ämter. Mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Altenburg im Jahre 1826 zog hier 1831 der herzogliche Kreishauptmann zur Verwaltung des Altenburger Westkreises ein. Ab 1878 Sitz des Landratamtes, beherbergt es heute nach der Kreisgebietsreform 1994 das Amtsgericht des Saale-Holzland-Kreises.

Gymnasium
Das schlossartige Gebäude auf hohem Bergsporn beherbergt heute das Gymnasium. Die Einweihung des Schulgebäudes erfolgte 1907 als "Knabenschule" und galt damals als die schönste Schule Thüringens. Besonders auffällig ist der Dachreiter mit Uhr und die zahlreichen Schmuckgiebel.
Besuchten früher fast ausschließlich Stadtrodaer diese Schule, hat sich heute der Einzugsbereich des Gymnasiums wesentlich erweitert. Mädchen und Jungen aus Stadtroda und den umliegenden Gemeinden, insgesamt etwa 650 Kinder und Jugendliche, nutzen die modernen Einrichtungen des Gymnasiums, um sich auf ihre Reifeprüfung vorzubereiten.
Das Gymnasium trägt den Namen des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi.

Mittelalterliche Steinkreuze
Bahnhofstraße - strittig, ob Sühnekreuz oder Markierung der alten Flurgrenze.
Ortsteil Gernewitz - Sühnekreuz, 1974 an anderem Gernewitzer Flurort gefunden. Wegen der Dominanz des jetzigen Standortes 1997 hier aufgestellt.

Geologie
Stadtroda liegt am Rande des sogenannten Altenburger oder "Thüringer" Holzlandes auf der Saale-Elster-Sandsteinplatte am Südostrand der Thüringer Triasmulde. In und um Stadtroda sind die Gesteine des mittleren Buntsandsteins aufgeschlossen bzw. anstehend. Der mittlere Buntsandstein besteht aus weitestgehend karbonatfreien Sandsteinen, in die Tonbänder und Geröllhorizonte eingelagert sind.Nur an wenigen Stellen ist dem Buntsandstein Löß aufgelagert: am Nordhang des Grüntals, auf der Schawe und im Lohmholz nördlich der Straße nach Qiurla.
An der Flurgrenze zu Quirla südlich der Landstraße stehen glazifluviale Bildungen (Schmelzwasserbildungen des Inlandeises) an, die aber größtenteils abgebaut sind. In den Talauen sind holozäne Auensedimente abgelagert worden.
Eine Besonderheit sind kleintektonische Faltungen, die an zwei Stellen im Stadtgebiet deutlich zutage treten: Bahnhofsaufgang (als Geologisches Naturdenkmal seit 1991 unter Naturschutz) und "An der Roda". Diese Faltungen dokumentieren Auslaugungsprozesse im Zechstein, der unter dem Buntsandstein lagert, wie sie letztlich auch für das Stadtrodaer Erdbeben von 1926 verantwortlich gemacht werden können.

Wassermühle Ortsteil Hainbücht
Die 1617 erstmals erwähnte Mühle ist die letzte produzierende in der Region. Sie arbeitet mit ursprünglichen Produktionstechniken. Das mittelschlächtige Stahlrad mit Holzverstrebungen hat einen Durchmesser von 3,80 m bei einer Schaufelbreite von 1,80 m. Mit der Kraft von 20 PS setzt das Mühlrad zwei Schrotgänge, einen Walzenstuhl, eine Quetsche und Mischmaschinen in Bewegung. Das technische Denkmal kann nach vorheriger Absprache besichtigt werden.