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Geschichte

798 Jahre Rathenow - 1216 bis 2014 -
Aus der Geschichte und zur baulichen Entwicklung der Stadt

1216
Erste urkundliche Erwähnung Rathenows in einer Urkunde von Siegfried II., Bischof von Brandenburg, doch bereits 375 siedeln sich Slawen in der Rathenower Gemarkung an, es entstehen 4 Burganlagen

1220
entsteht auf dem Kirchberg eine spätromanische Kreuzbasilika, als Vorgängerbau der heutigen Sankt-Marien-Andreas-Kirche

1288
erhält der Ort die Gerichtsbarkeit und

1295
das Stadtrecht durch Otto IV. Markgraf von Brandenburg.

1517 - 1562
Umbau der Kirche zu einer spätgotischen Hallenkirche; um

1540
zählt Rathenow etwa 2.500 Einwohner.

1564
Bau des Rathauses (1945 zerstört).

1636
Bau einer Walk- und

1646
einer Schneidemühle.

1648
nach dem 30jährigen Krieg, leben noch 40 Bürger in Rathenow.

1662
Wiederaufbau der zerstörten Ratsziegelei

1675
Das Heer des Großen Kurfürsten befreit die Stadt von den Schweden.

1733
wird Rathenow Garnisonsstadt. Dadurch macht sich eine Stadterweiterung notwendig. Zwischen

1733 und 1738
entsteht so die Neustadt. Um

1740
Bau einer Zollmauer um die Neustadt mit dem Berliner und Brandenburger Tor. Zu dieser Zeit hat Rathenow etwa 3.820 Einwohner. Es gibt 22 Baustellen, in denen 9.375 Liter Bier unter dem Namen "Ehrenpreis" gebraut werden.

1765 - 1767
entsteht die Webersiedlung (heutige Neufriedrichsdorfer Straße).

1801
Der Prediger J.H.A. Duncker erhält das Privileg zum Bau einer optischen Industrieanstalt.

1815
Rathenow wird Kreisstadt.

1816
In Rathenow leben - einschließlich des Militärs - etwa 4.000 Menschen. Es erscheint die erste Rathenower Zeitung unter dem Titel "Rathenowisches gemeinnütziges Wochenblatt für alle Stände".

1825 - 1828
der Kirchturm wird erneuert.

1830
Gründung der Schützengilde.

1836
findet das 1. Märkische Musikfest statt. Das Erbe wird durch den "Wolffschen Männergesang-Verein" fort gesetzt.

1843
stirbt Johann Heinrich August Duncker, der Begründer der optischen Industrie in Rathenow.

1848 - 1856
Bau der ersten von Rathenow ausgehenden Chaussee über Bamme nach Brandenburg.

1851
ziehen die Zietenhusaren nach Rathenow ein.

1854
wird die Schule am Schulplatz (heute Schule "Am Weinberg") gebaut.

1856
erfolgt der Abriss des Rathausturmes.

1866
Bau der ersten Gasanstalt (1902 Neubau südlich des Weinberges, bis 1965 in Betrieb).

1867 - 1871
Bau der Eisenbahnstrecke Berlin-Stendal-Hannover. Der Hauptbahnhof ist 1870 fertiggestellt. Es erfolgt eine rasche Entwicklung dieser Linie zur führenden Ost-West-Verbindung in Europa.

1874
entsteht die Chaussee über Hohennauen nach Rhinow.

1883
werden das Hauptpostamt

1885
wird der Stammbau des heutigen Paracelsus-Krankenhauses errichtet. Im gleichen Jahr werden die Chausseen nach Süden (Premnitz/Milow) und Westen (bis Tangermünde/Elbe) zu wichtigen Verkehrsstraßen. Rathenow hat in dieser Zeit etwa 13.000 Einwohner.

1887
wird die Kanalisation in der Stadt installiert.

1889 - 1891
werden die Kasernen in der Bahnhofstraße gebaut.

1893 - 1895
Bau des Kreishauses und

1894
der Neustädtischen Gemeindeschule (heute Teil der Schule "Am Weinberg"). In dieser Zeit hat Rathenow etwa 18.400 Einwohner.

1898 - 1900
Bau der kreiseigenen Kleinbahn Rathenow - Senske - Nauen ("Stille Pauline", 1945 Abbau zu Reparationszwecken für die damalige SU).

Ein Jahr länger dauerte der Bau der Neuen Schleuse bei Rathenow auf Steckelsdorfer Katholische Kirche Gebiet. Der Großschifffahrtsweg von Berlin nach Hamburg führt nun nicht mehr durch die Stadtschleuse. Gleichzeitig entsteht eine Siedlung bei der Neuen Schleuse, die zunächst noch zu Steckelsdorf gehört. Erst 1910 wird diese Siedlung selbstständig und erhält offiziell den Namen Neue Schleuse. Im Zuge der Verwaltungsreform wird 1952 Neue Schleuse dem neugebildeten Kreis Rathenow zugewiesen und erhält die Bezeichnung Rathenow-West.

1902
Mit dem Bau des Wasserwerkes werden auch die Wasserleitungen in der Stadt verlegt. Im gleichen Jahr wird die Altstädtische Gemeindeschule (1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut) errichtet.

1904
Betriebseröffnung der Brandenburgischen Städtebahn. Im gleichen Jahr entsteht das Elektrizitätswerk auf dem Gelände der ehemaligen Ratsziegelei in der Altstadt. Ein Jahr später,

1905
wird das Amtsgericht gebaut. Zu dieser Zeit leben etwa 23.000 Einwohner in Rathenow.

1908 - 1910
werden die Jederitzer Brücke als Hubbrücke und die Lange Brücke aus Stein und Beton gebaut.

1913
beginnt der Unterricht am Lyzeum in der Schleusenstraße.

1914
wird auf dem Weinberg der Bismarckturm errichtet. Der Erste Weltkrieg hinterlässt auch seine Spuren in Rathenow. Um die große Wohnungsnot zu lindern, werden in den Jahren

1919 bis etwa 1924
die Nord- und Südsiedlung gebaut. Beide Siedlungen erweitern sich kontinuierlich durch Neubauten bis in die Gegenwart.

1925
wird Rathenow kreisfreie Stadt (bis 1952) und hat etwa 25.000 Einwohner. 1927 sind es bereits 27.700.

1928
beginnt der Neubau modernerer sozialer Wohnbauten am heutigen Friedrich-Ebert-Ring nach dem Vorbild des berühmten Bauhauses in Dessau unter der Leitung des Architekten Haesler. Die Arbeiten sind im wesentlichen 1929 abgeschlossen. Im Zuge des Baugeschehens entstehen in den Jahren

1928 - 1930
die Jahnschule (heutiges Jahngymnasium und heutige Jahn-Grundschule) in der Jahnstraße.

1936 - 1938
werden von der optischen Firma Emil Busch AG große Industrieanlagen in der Berg- und Fabrikenstraße (heute Wilhelm-Külz-Straße) errichtet. Sie sind noch teilweise erhalten.
In etwa der gleichen Zeit entsteht die sog. "Frontkämpfer-Siedlung" (ab 1945 Waldsiedlung). Sie bietet Wohnraum für die Geschädigten des Ersten Weltkrieges.

1937 - 1940
wird im Norden der Stadt ein riesiges Kasernenviertel erbaut. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wird zwischen

1938 und 1939
der Nordbahnhof fertiggestellt.
In der gleichen Zeit entsteht in Heidefeld ein Zweigwerk der ARADO-Flugzeugwerke. Die Beschäftigten erhalten Wohnungen in den sogenannten "Aradobauten" (heute Heinrich-von-Rosenberg-Straße, Friedrich-Ebert-Ring und am Bahnhof).

1938
wird in der "Kristallnacht" die Synagoge der Stadt geplündert und teilweise zerstört.

1939
Rathenow ist eine blühende Stadt. Es leben 31.600 Einwohner in ihr (ohne Garnison). Man registriert 2.655 Wohnhäuser mit 10.587 Haushaltungen. Die Zahl der Erwerbstätigen der Rathenower gliedert sich wie folgt:

Ungelernte Arbeiter: 2.577
Facharbeiter: 5.209
Selbstständige Handwerker und Fabrikanten: 795
Selbstständiger Einzelhandel: 564
Landwirtschaft und Gärtnerei: 130
Kaufm., techn. und sonstige Angestellte: 2.237
Leitende Angestellte und freie Berufe: 357
Beamte in Verwaltung, Verkehr und Schulwesen: 981
Witwen, Rentner und Pensionäre: 2.791

(Zu den Zahlen müssen die Familienangehörigen hinzugezählt werden.)

Berufsvertretungen:
Reichsbahn, Brandenburgische Städtebahn, Kreis-Kleinbahn, Postamt (mit allen Nebenstellen wie Post- und Telegrafeneinrichtungen), Finanzamt, Kreisverwaltungsamt (Landratsamt), Amtsgericht (mit Gerichtsgefängnis in der Bahnhofstraße), Wasserbauamt, Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst, der Polizeipräsident in Berlin (Schutzpolizei, Polizei-Reitschule, Schutzpolizei-Ausbildungsabteilung), Wasserschutzpolizei, Kreisfeuerwehr- Verband Rathenow, Stadtverwaltung mit 47 Ämtern bzw. Verwaltungen, wie z.B. Betriebsverwaltung der Stadtwerke, des Städtischen Warmbades, der Städtischen Flußbadeanstalt oder Gesundheitsverwaltung. Die Stadt ist in 22 Stadtbezirke eingeteilt, für die je ein Bezirkswart und sein Stellvertreter verantwortlich zeigen.
In Rathenow sind zwei evangelische, die Sankt-Marien-Andreas-Kirche und die Lutherkirche, und eine katholische, die Sankt-Georgs-Kirche mit je einem Kindergarten und einem Kinderchor aktiv.
In 7 Schulen werden 2.888 Mädchen und Jungen unterrichtet, in der Hilfsschule 109, in der gewerblichen, kaufmännischen und hauswirtschaftlichen städtischen Berufsschule 1.646 Schüler. Hinzu kommt eine Landwirtschaftsschule.
19 Krankenkassen (mit Betriebs-, Ersatz- und Privatkassen) ringen um die Gunst der Bürger.
Weiterhin haben die Deutsche Arbeiterfront und Amtliche Berufsvertretungen (wie z.B. Handwerkskammer, Landesbauernschaft) ihren Sitz in Rathenow.
Das Vereinsregister weist etwa 180 Innungen, Klubs, Vereine, Verbände, Vereinigungen usw. aus. Allein 30 Turn- und Sportvereine sind eingetragen.
3 Kinos - wobei das "Apollo-Theater" auch für Gastspiele deutscher Schauspielbühnen und Orchester genutzt wird - bieten neben 73 Restaurants, Cafés, Ausflugslokalen, Hotels und Tanzsälen Möglichkeiten der Erholung und Entspannung.
17 Ärzte, 8 Zahnärzte und 6 Dentisten, 3 Heilkundige (Homöopathen), 5 Hebammen, 4 Apotheken, 7 Drogerien und 3 Tierärzte sind um die Gesundheit unserer Bürger und Vierbeiner besorgt.
Die Commerz- und Privatbank, die Dresdner Bank, die Kreis- und Stadtkasse, die Beamten-Spar- und Darlehnskasse, die Land- und die Volksbank und 11 Helfer in Steuersachen regeln die Finanzen der Stadt.
Interessant sind auch die Angaben zu den Geschäften und Dienstleistungsbetrieben der Stadt. 1933 gibt es in Rathenow (Auswahl): 106 Lebensmittelgeschäfte und -großhändler, jeweils 145 Bäckereien/Konditoreien und Fleischereien und Hausschlächter, 23 Obst- und Gemüsehandlungen, 6 Fischhändler, 13 Konfitüren- und 3 Feinkosthandlungen, 45 Zigarren und Tabakwarenhandlungen, 14 Blumengeschäfte, 32 Fachgeschäfte für Herren-, Damenoder
Kinderbekleidung, 7 Handarbeitsgeschäfte, 5 Kunsthandlungen, 12 Rundfunk-, 11 Farb-, 9 Seifenwaren-, 7 Schuh- und 10 Uhrengeschäfte, 19 Buchhandlungen und Büchereien, 14 Fotografen, und Fotofachgeschäfte, 34 Schuhmacher, 46 Schneider und 68 Schneiderinnen, 45 Frisöre, 11 Dachdecker, 3 Malermeister, 7 Autohäuser, 17 Brennstoffhändler. Hinzu kommen noch diverse Spezialgeschäfte, wie z.B. Autofuhr-, Fahrrad-, Wäsche-, Gardinen-, Teppichgeschäfte, technische Bedarfsartikel, optische Ladengeschäfte, Futtermittelhandlungen, Parfümerien, Galanteriewaren, Gold- und Silberwaren und ... und... und ...
82 Handelsvertreter, 4 Architekten, 6 Anwälte, 42 Versicherungsvertreter und 4 Auskunfteien
bieten ihre Dienste an.

1939 - 1945
Zweiter Weltkrieg. Die Rathenower Garnison mit dem I. und II. Infanterieregiment 68 und dem Panzerpionierbataillon 39 wird an allen Fronten eingesetzt. In der Schlacht um Stalingrad gehören beide Einheiten zur 6. Armee und wurden - wie die gesamte Armee -
vollständig vernichtet.

1944
Am 18. April erlebt Rathenow einen schweren Luftangriff. Über 60 Bürger der Stadt werden getötet. 2.200 obdachlos. Zahlreiche Bauten werden zerstört, darunter das "Apollo-Theater" in der Berliner Straße.

1945
Vom 25. April bis zum 6. Mai wird Rathenow auf Befehl Keitels (im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zum Tode verurteilt) "verteidigt". Heftige Kämpfe fordern große Opfer: über 400 Einwohner kommen ums Leben; die Ost-West-Achse der Stadt wird fast restlos zerstört. 90% der Innenstadt liegt in Schutt und Asche. Die Gesamtzerstörung wird mit 70% angegeben. Rathenow gehört nach der Beendigung des Krieges zur sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. "Trümmerfrauen" und Bürger der Stadt beginnen mit der Beseitigung der Schuttmassen.

1948 - 1951
beginnt die erste Etappe des Wiederaufbaus. Anknüpfend an die "Haesler-Bauten" des Friedrich-Ebert-Rings wird der Platz um den ehemaligen Markt (heute Platz der Jugend) völlig neu gestaltet. Gleichzeitig entstehen die Gebäude an der Schleusenbrücke.

1953
setzt sich der kontinuierliche Wiederaufbau der Stadt mit den Wohnanlagen am Lutherplatz fort. Es folgen

1954
die Bauten in der Friesacker, Goethe- und Forststraße.

1956
in der Berliner Straße und am Schleusenplatz. Die Schule "Am Weinberg" wird fertiggestellt.

1958
wird das Kulturhaus seiner Bestimmung übergeben.

1961 - 1962
ist mit dem Bau des Kaufhauses, des Tanz-Cafes und des Ladenblocks (Möbelkaufhaus, Eiscafe) die Wiederherstellung der Hauptstraße vorläufig abgeschlossen. Am Ostrand entsteht ab

1968
das Wohngebiet Rathenow-Ost.

1970
beginnt der Unterricht für die Schüler der neu erbauten Erich-Weinert-Schule

1980 - 1984
entstehen die neue Poliklinik (jetzt Ärztehaus) am Lutherplatz und das Feierabend-Pflegeheim in der Forststraße.

1989
findet die Zentrumsbebauung mit der Neugestaltung des Märkischen Platzes und den umliegenden Wohn- und Geschäftsbauten ihren endgültigen Abschluss.

1989 - 1991

Die Stadt verändert zusehends ihr Gesicht. Neue Fassaden, frische Farben, schmucke neue Wohnhäuser am Körgraben, buntes, reges Markttreiben, viele Geschäfte mit einem mannigfaltigen Angebot... kündigen von einer neuen Zeit und lassen optimistisch in die Zukunft blicken.

1992 - 1994
Der ganz große Aufschwung bleibt bisher jedoch leider aus. Dennoch gibt es zahlreiche Veränderungen im Stadtbild, die von ungebrochenem Aufbauwillen zeugt. Die Stadtverwaltung führt ein großes Renovierungs- und Restaurierungsprogramm an den ihr
unterstellten Bildungseinrichtungen durch. Schulen, Turnhallen, Kindertagesstätten erleben den Ausbau zu modernen und zeitgemäßen Einrichtungen. Schwerpunkt ist der Komplex der Jahnschule. Mit der Übergabe der ehemaligen GUS-Schule am Friedrich-Ebert-Ring bekommt die Stadt ein dringend benötigtes Schulgebäude in die Hand. Dieses wird vollständig rekonstruiert und neu eingerichtet. Nur die Außenwände bleiben die alten. Mit dem Beginn des Schuljahres 1993/94 wird dieses Haus als Jahn-Grundschule übergeben.
Die Berliner Straße erlebt die Umwandlung des aus dem Jahre 1962 stammenden Laden/Wohngebäudes. Anstelle eines großen Geschäftes (Möbelkaufhaus) gibt es nunmehr mehrere kleinere Geschäfte, die das Straßenbild positiv beeinflussen.
Das Radwegeprogramm wird weitergeführt. Alle wichtigen Straßen bekommen gesicherte Radwege. Neue Ampeln werden installiert. Innerhalb des Stadtgebietes entstehen drei wichtige Erholungsgebiete: der große Park am Körgraben, die schönen Anlagen an der Stadtmauer und dem Stadtgraben sowie an den Karpfenteichen mit dem Kleintiergehege im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.
Ein auf städtischem Gelände am Wolzensee gelegener Platz wird eingezäunt, um künftig als Festplatz für Stadtfeste und andere Großveranstaltungen zu dienen. Der damalige Landkreis Rathenow stellt eine amtliche Denkmalliste auf, wonach zahlreiche Gebäude der Stadt nunmehr nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert werden müssen. So bildet z. B. das Krankenhaus ein vorbildliches Ergebnis aus der denkmalpflegerischen Gestaltung und einem hochmodernen Innenausbau.
Durch die Bereitstellung von Fördermitteln ist es der Stadtverwaltung möglich, die Schwimmhalle in Rathenow-Ost bis Ende 1994 vollständig zu restaurieren und zu einem echten Erlebnisbereich werden zu lassen.
Projekte für eine Neugestaltung des Zentrums liegen vor. Höhepunkt des politischen Lebens sind die wegen der Kreisgebietsreform im Land Brandenburg am 5. Dezember 1993 notwendig gewordenen vorgezogenen Kommunalwahlen. Bei der erstmalig durchgeführten direkten Wahl des Bürgermeisters setzt sich nach Stichwahl der bisherige Amtsinhaber, Hans-Jürgen Lünser durch. Zum Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung wird Klaus Müller gewählt.

1995 - 1996
Auch diese Jahre stehen ganz im Zeichen der weiteren baulichen Veränderung unserer Stadt. Im Norden Rathenows entstehen in der Theodor-Lessing-Straße aus den ehemaligen Offizierswohnungen der GUS-Streitkräfte Sozialwohnungen für die Bevölkerung. Das Vorhaben ist 1998 abgeschlossen.
Für den gesamten Kasernenkomplex an der Rudolf-Breitscheid-Straße werden Planunterlagen für den "Nordpark" Rathenow - eine völlig neue Wohnsiedlung mit allen Nachfolgeeinrichtungen - erstellt.
Im Süden Rathenows wächst das Wohngebiet "Rotkehlchenweg" aus der Erde. In weiteren Bauvorhaben geht es um die Wiederbelebung von Altstandorten. So erstrahlt das Hotel "Fürstenhof" wieder in alter Pracht; auf dem Gelände der Zietenkasernen ist Bautätigkeit angesagt.
Mit der Rekonstruktion der B188, dem Neubau der "Langen Brücke" und dem Schnellbahnbau Berlin-Hannover verbessert sich die Infrastruktur in erheblichem Maße.

1997 - 2000
Im März 1997 erfolgt die Zentralisierung der Stadtverwaltung durch den Umzug in das von der Fielmann AG rekonstruierte ehemalige Verwaltungsgebäude der Rathenower Optischen Werke (vor 1945 Fa. Nitsche und Günther).
Alle Ämter sind nun "unter einem Dach" angesiedelt und bilden somit eine bürgerfreundliche "Verwaltung ohne lange Wege".
Das Wohngebiet "Kiebitzsteig, die Wohnanlage "Zietenkasernen" und der Wohnpark "Rathenow-Nord" und "Lange Pannen" werden fertiggestellt.

2000
Mit den Vorarbeiten für die Rekonstruktion des Bismarckturms sowie des touristischen Wegesystems wird begonnen. 2003 steht dieser wichtige Freizeitbereich sowohl den Bürgern der Stadt als auch den Besuchern wieder zur Verfügung.

2002
Die Sanierung des Bismarckturms ist abgeschlossen - der Turm erstrahlt wieder in seinem alten Glanz.

2003 - 2005
beginnen die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2006 in Rathenow. Viele Baustellen künden von dem bevorstehendem Ereignis. Als Beispiel für die umfangreichen Baumaßnahmen seien die Erneuerung der Seitenbereiche der Bahnhofstraße, die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die Neugestaltung des Alten Hafens, des Südhangs und der Stadtschleusenbrücke, die Sanierung des Kirchberg- Komplexes mit der Modernisierung der Gehwege und Straßen sowie der Errichtung einer Gasbeleuchtung und die komplette Erneuerung des Sportgeländes am Schwedendamm mit dem neuen Sportfunktionsgebäude, einer neuen Laufbahn, einem neuen Rasenplatz, einer Kunstrasenanlage, den Beachvolleyballplätzen und der Skateranlage genannt.

2005
wird die Uferpromenade um die Altstadtinsel fertiggestellt. Sie ist eine Bereicherung für das touristische Wegesystems Rathenows und bietet neue Möglichkeiten Rathenow und seine Geschichte zu entdecken.
Das Schulgebäude der Realschule Altstadt, ehemals Polytechnische Oberschule "Erich Weinert" in der Baustraße 5 wird abgerissen. Die Schule zieht in das Schulgebäude Schulplatz 3 und erhält den Namen Oberschule Rathenow.
Am 28.12.2005 wird die sanierte Mühle der Öffentlichkeit übergeben. Die umgebaute Mühle dient während der Landesgartenschau als Funktionsgebäude mit Blumenhalle, Pressezentrum, Wasserwanderstützpunkt und Verwaltungskomplex. Ab 2007 wird die städtische Musikschule und das Haus der Jugend dort untergebracht.
Zum 31.12.2005 sind ca. 1.680 Unternehmen in Rathenow ansässig.

2006
führt der stetige Rückgang der Einwohnerzahlen Rathenows zum großflächigen Rückbau von Wohnraum. Bereits 2002 werden 88 Wohneinheiten in der Bergstraße und der Brandenburger Straße abgerissen. Derzeit wird der Rückbau von 566 Wohneinheiten, im 1968 entstandenen Wohngebiet Rathenow-Ost, im Bereich der Klara-Zimmermann-Straße, der Dr.-Salvador-Allende-Straße und des Bruno-Baum-Rings realisiert.
2006 erfolgt der Abriss von weiteren 57 Wohneinheiten in der Potsdamer-, Perleberger-, Spandauer- und Havelberger Straße. Diese Fläche wird als Stadtplatz hergerichtet. Von April bis Oktober findet in Rathenow die dritte Landesgartenschau des Landes Brandenburg statt.

2007
Einwohnerzahlen (Stand 01.01.2007)
Rathenow: 24.294
Böhne: 290
Göttlin: 498
Grütz: 143
Semlin: 501
Steckelsdorf: 815
Gesamt: 26.541
Im April wird der Optikpark eröffnet. Die Schwedendamminsel, das ehemalige Gelände der Landesgartenschau Rathenow, wurde nach dem Ende der Landesgartenschau zu einem Erlebnispark umgestaltet. Farbenquell, Stadtplatz, Optikskulpturen, Installationen, Farbräume, Spielbereiche, Steganlagen, Floßfahrten, Café, Weltzeituhr, Strahlenbeete, Ruhebereiche, Luftbild des Westhavellandes - all das wird auch weiterhin erlebbar sein.
Die Gesellschafterversammlung der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft entscheidet am 15. November 2007 in Köln, dass die Bundesgartenschau im Jahr 2015 in der Havelregion stattfindet. Die Städte Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow und Havelberg sowie das Amt Rhinow haben sich gemeinsam um die Austragung beworben. Das Konzept, aber auch der Willen und die Entschlossenheit der Bewohner der Havelregion haben die Jury überzeugt. Die Entscheidung fällt einstimmig.

2008
Im Juli wird das Traditionszimmer im Bismarckturm feierlich eröffnet. Gleichzeitig wird das Zimmer als Außenstelle des Rathenower Standesamtes für Eheschließungen angeboten. Weitere Räumlichkeiten für Eheschließungen sind der Festsaal der Mühle, das Schleusenwärterhäuschen am Stadtkanal und das Standesamt im Rathaus.
Die Arbeiten an der Umgestaltung des Stadtplatzes beginnen. Im Optikpark trifft der Leuchtturm auf einem Transport-Leichtschuber aus Warnemünde ein. Dieser ist ein Geschenk, da die benutzte Leuchtoptik aus Rathenow stammt. Das Rolf'sche Brachymedialfernrohr zieht ebenfalls in den Optikpark um, nachdem es jahrelang auf dem Hof der Gesamtschule "Bruno-H.-Bürgel" stand.
Der Bau der Umgehungsstraße B 188n wird weiter vorangetrieben. Die Fertigstellung ist für 2010 geplant. Die alte Eisenbahnbrücke über die Havel wird abgebaut. Der Bau einer neuen Brücke wird vorbereitet.

2009
Im Februar beginnen die Arbeiten am Stadtplatz Ecke Perleberger Straße und Potsdamer Straße. Nach gut acht Monaten Bauzeit wird der Stadtplatz im September der Öffentlichkeit übergeben.

Am 6. Mai wird das Ehrenbürgerrecht an Günter Thonke und Klaus Eichler verliehen. Die Verleihung findet im Rathenower Kulturzentrum statt.
Im Mai wird ein neuer und moderner Sportplatz den Schülerinnen und Schülern der Geschwister-Scholl-Grundschule übergeben.
Die Rathenower Bibliothek feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Gegründet wurde sie 1909 auf Initiative des Lehrers, Heimatforschers und damaligen Stadtarchivars Walther Specht, der zunächst auch die nebenamtliche Leitung übernahm. Rund 35.000 Bücher, davon 8.000 Kinder- und Jugendbücher, sowie mehr als 5.000 andere Medien stehen in den Bibliotheksregalen. Mehr als 100 Besucher nutzen täglich die Stadtbibliothek.

2010
Im Frühjahr finden Bürgermeisterwahlen statt. Ronald Seeger wird erneut zum Bürgermeister gewählt.
1. September - seit 15.45 Uhr rollt der Verkehr auf der B 188n. Zahlreiche Rathenower kamen an diesem Nachmittag, um die Freigabe der Umgehungsstraße live zu erleben. 8,8 Kilometer neue Straße verbinden Rathenow Ost und West auf dem schnellsten Wege miteinander.
Der Breitbandausbau (DSL) ist gegen Ende des Jahres großflächig abgeschlossen. Die Versorgung mit schnellem Internet ist zu 99% für jeden Haushalt gesichert.
Der Bürgerpreis der Stadt Rathenow für den ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle der Stadt wird erstmals vergeben. Preisträger ist Dr. Heinz-Walter Knackmuß.

2011
Zu Beginn des Jahres wird für Rathenow die Hochwasseralarmstufe ausgerufen. Die Havel führt im Ober- und Unterpegel sehr viel Wasser. Der Abfluss der Havel ist durch das Elbehochwasser nicht gesichert. Zahlreiche Keller in der Stadt stehen auf Grund des hohen Grundwasserspiegels unter Wasser.
Die Sanierung der Bergstraße beginnt am 9. Mai. Die Übergabe erfolgt am 25. Oktober 2011.
Das Stadtzentrum Rathenows, die Berliner Straße mit den angrenzenden Freiflächen und Plätzen wird aufwändig umgestaltet. Am 30. Mai beginnen die Umbauarbeiten, die Berliner Straße wird in den kommenden Monaten zur Großbaustelle. Viele Bürgerinnen und Bürger erleben den 1. Spatenstich auf dem Märkischen Platz.
Am Nachmittag des Tages beginnen auch die Arbeiten am Schleusenparkplatz und der Uferpromenade.
Der Bürgerpreis wird in diesem Jahr an Manuela Neubüser vergeben.

2012
Die Arbeiten im 1. Abschnitt der Berliner Straße kommen voran und werden zum Ende des Jahres abgeschlossen. Fertig sind der Märkische Platz, der August-Bebel-Platz (Postplatz), die Berliner Straße mit Geh- und Radwegen von der Goethestraße bis zum Kreisverkehr am August-Bebel-Platz.
Die Übergabe des Schleusenparkplatzes und der Uferpromenade erfolgt im März des Jahres.
Umgestaltet wird ebenfalls die östliche Seite des Stadtkanals. Ein 170 m langer Uferweg ermöglicht nun eine Zugangsmöglichkeit von der Berliner Straße in Form einer Treppe und Rampe bis zur Havel.

Der Eichenprozessionsspinner befällt zahlreich einige innerstädtische Baumbestände und muss großflächig bekämpft werden. Zum einen erfolgt eine Bekämpfung aus der Luft mit einem Pflanzenschutzmittel. Zum anderen werden die Nester von einem Schädlingsbekämpfer abgesaugt.
Im Rahmen der Bundesgartenschau im Jahr 2015 laufen die notwendigen Bauvorhaben an. Dazu gehört der Neubau des Wassersportzentrums auf dem Gelände an der Kothlanke (Gelände Wassersport). Die öffentliche Übergabe erfolgt am 21. Dezember.
Auch findet der 1. Spatenstich zum Neubau der Brücke vom Schwedendamm zum Weinberg statt. Der Optikpark und Weinbergpark sollen zukünftig durch eine spektakuläre, über 300 Meter lange Fußgängerbrücke, miteinander verbunden werden.
Giesela Kanitz wird mit dem Bürgerpreis der Stadt der Rathenow ausgezeichnet.
In der Nacht zum 21. Dezember fällen unbekannte Täter den Weihnachtsbaum auf dem Märkischen Platz.

2013
Die Fläche des ehemaligen Reitplatzes am Körgraben wird dem Diakonischen Werk Havelland übergeben. An dieser Stelle soll ein Jugendfreizeitpark entstehen.
Die Friedensbrücke wird auf Grund von Sanierungsarbeiten im März für einige Tage vollständig gesperrt.
Am 27. Juni startet der nächste Bauabschnitt der Berliner Straße. Dafür gibt es eine Vollsperrung der Hauptkreuzung Berliner Straße/Brandenburger u. Fehrbelliner Straße.
Bernd Gensicke wird mit dem Bürgerpreis der Stadt der Rathenow ausgezeichnet.

Einwohnerzahlen
(Stand 31.01.2013)
Rathenow: 22.670
Böhne: 279
Göttlin: 457
Grütz: 131
Semlin: 496
Steckelsdorf: 780
Gesamt: 24.813