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Standort Ochtrup

Die in der landschaftlich reizvollen münsterländischen Parklandschaft gelegene Töpfer-, Textil- und Einkaufsstadt Ochtrup blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Zeitzeugen hierfür sind das Stift Langenhorst, die Bergwindmühle, das Töpfereimuseum Ochtrup sowie der Beltmann-Bau des ehemaligen Textilunternehmens Gebr. Laurenz, in dessen Gefilde das heutige FOC zu Hause ist. Ochtrup entwickelte sich aus ihren Anfängen als einstige Töpferstadt über eine von der Textilindustrie dominierten Stadt hinaus zu einer heutigen modernen und liebenswerten Einkaufsstadt und einem attraktivem Wirtschaftsstandort.

Wirtschaftliche Entwicklung

Am Anfang waren es die Landwirtschaft, das Töpferhandwerk und die Weberei, welche die Bevölkerung am Nordwestrand der "Westfälischen Bucht" ernährten. Das erstmals in einer Stiftsurkunde des Klosters Klarholz im Jahre 1134 erwähnte "Ohtepe" profilierte sich schon früh als Zentrum handwerklicher Kunst. Über den lokalen Bedarf hinaus wurde Leinen aus dem Flachs der Umgebung, später Wolle aus der sich entwickelnden Schafhaltung hergestellt. Als Besonderheit galten Ochtruper Töpferwaren, die bereits seit dem Ende des 16. Jahrhunderts aus den Tonen der Brechte gefertigt wurden. Zur Blütezeit um 1800 fertigte man hier in 23 Töpfereien Schüsseln, Töpfe und Krüge mit den typischen Formen und Dekoren. Die "Pöttker" vertrieben ihre Produkte auf den Wochen- und Jahrmärkten, dienten als Zwischenhändler zu den Krämern und wanderten entlang der alten westmünsterländischen "Pöttkerspätte" bis weit ins Emsland und in die Niederlande.

Mit dem 18. Jahrhundert kam eine weitere wichtige Erwerbsquelle, die Leinenweberei, im 19. Jahrhundert dann die Baumwollweberei und mit ihr das Textilverlegerwesen nach Ochtrup. In Faktoreien wurden schließlich mit modernen halbmechanischen Webstühlen Baumwollgarne aus England verarbeitet. Allein die 1854 gegründete erste Weberei der alteingesessenen Familie Laurenz aber sollte Ochtrup zu einem der bedeutenden Zentren der westmünsterländischen Textilindustrie machen. Der umfangreiche Werkskomplex der Gebr. Laurenz umfasste Spinnereien, Webereien, Färbereien und Stätten für die Bearbeitung des Grundstoffs Baumwolle sowie die Veredelung der Endprodukte. Der imposante gründerzeitliche Verwaltungsbau erinnert noch heute an Größe und Einfluss der Firma Laurenz, aber auch an die industrielle Monostruktur mit der Dominanz eines Unternehmens, welches mit seinem Gewicht die Geschicke der Kommune wesentlich beeinflusste.

Die Krise der münsterländischen Textilindustrie in den 60er Jahren stellte auch Ochtrup vor gravierende Probleme. Die Stadt sowie die ortsansässigen Betriebe nahmen die neuen Herausforderungen an, stellten sich mit neuen Produkten auf neue Märkte ein und vollzogen so als starker mittelständisch geprägter Standort mit optimalen Rahmenbedingungen den Strukturwandel. Durch Ansiedlung von Unternehmen aus anderen Branchen und das kontinuierliche Wachstum bzw. die Weiterentwicklung ortsansässiger Betriebe entstand eine breite industrielle und handwerkliche Unternehmensbasis, die durch innovative und vielschichtige Wirtschaftsstruktur geprägt ist. In den Industrie- und Gewerbegebieten ist die Bekleidungsindustrie heute genauso beheimatet wie die Kunststoff- oder Metallverarbeitung sowie die Produktion von Hygienemittel und verschieden Dienstleistungsbetrieben. Das ansässige Handwerk entwickelte sich vielfach zu kleinen und mittleren Betrieben, die mit speziellen Produkten als Zulieferer der Großindustrie fungieren.

Gelegen im Länderdreieck Nordrhein-Westfalen, Niederlande und Niedersachsen, im Schnittpunkt der großen Verkehrsadern BAB A 31/BAB A 30 und B 54, der Schienenverbindung Münster - Gronau - Enschede (NL) sowie unweit des Dortmund-Ems-Kanals, des Kanalhafens Enschede sowie des Flughafens Münster/Osnabrück bietet Ochtrup eine hervorragende Infrastruktur für verschiedenste Investitionsvorhaben. Die stetige Zuwanderung und Neugründung von Firmen, insbesondere im Industrie- und Gewerbepark Weiner, und die Nachfrage nach Industrie- und Gewerbegebieten sowie Wohnbauland sind Indizien für die gute Weiterentwicklung des Mittelzentrums Ochtrup, das heute über 20.000 Einwohner zählt.

Entwicklung der Stadtstruktur

Nicht zuletzt die 1969 erfolgte Eingliederung der bis dato selbstständigen Orte Langenhorst und Welbergen als Stadtteile Ochtrups forderte die so gewachsene Stadt zum Ausbau ihrer Infrastruktur heraus.

Die Ursprünge des Ortsteils Langenhorst liegen bei der Wasserburg der Grafen von Wettringen, wo es 1178 zu einer Klostergründung kam. Das Kloster wurde 1576 in ein freiweltliches Damenstift umgewandelt. Die Anlage mit der einzigartigen Stiftskirche, der heutigen Kath. Pfarrkirche St. Johannes Baptist, die kirchengeschichtliche Kleinodien beherbergt, dem Kloster und der Abtei stellt ein kulturhistorisch bemerkenswertes Baudenkmal des nördlichen Münsterlandes dar.
Am Zusammenfluss von Vechte und Gauxbach befinden sich der Dorfkern und die zwei Kirchen des fast tausendjährigen Welbergen. Mit der alten Kirche aus romanischer Zeit, der neugotischen Pfarrkirche sowie der Wasserburg "Haus Welbergen" verfügt auch dieser Teil Ochtrups über beeindruckende Baudenkmäler.

Einkaufen in Ochtrup

Seiner Rolle als Mittelzentrum im nordwestlichen Münsterland wird die Stadt Ochtrup heute mit einem vielfältigen Angebot für Bürger und Besucher gerecht. Die Sanierung des alten Stadtkerns in den siebziger Jahren erhöhte die Attraktivität Ochtrups als Einkaufsstadt. Die Modernisierung sorgte zwar für einen Ausbau zahlreicher Gebäude nach zeitgemäßen Gesichtspunkten, verfälschte aber nicht den historischen Charakter der Altstadt und seiner Häuser, die jetzt gehobene Einzelhandels- und Fachgeschäfte, Restaurants, Cafés und Banken beherbergen. Vom umfangreichen Waren- und Dienstleistungsangebot machen neben Ochtrupern auch viele Kunden der Umgebung Gebrauch.

Weiterhin gibt es in Ochtrup das erste und einzige Factory Outlet Center (FOC) in Nordrhein-Westfalen. Das Center bietet ein ganz besonderes Einkaufsambiente aus imposantem Verwaltungsgebäude der Gebrüder Laurenz, Böhm'schen Rundbau und den beschaulichen münsterländischen Häuserzeilen. Bereits rund zwei Millionen FOC-Besucher im ersten Jahr zeigen, dass Ochtrup inzwischen ein bedeutender Shoppingtourismusstandort mit regionaler Ausstrahlung geworden ist.

Weiche Standortfaktoren

Das Mittelzentrum Ochtrup legt besonderen Wert auf eine familienfreundliche Infrastruktur. Das soziale Spektrum umfasst zwölf Kindergärten, drei Grundschulen, eine Gemeinschaftshauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium sowie eine Förderschule mit den Förderschwerpunkten Sprache und Lernen. Mit ihrem breiten Angebot ergänzen die ortsansässige Volkshochschule und die Musikschule die Weiterbildungsmöglichkeiten in Ochtrup. Ein Autismushof sowie verschiedene Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gehören ebenso wie zwei Altenwohnheime, zwei Seniorenwohnheime sowie eine Seniorenbegegnungsstätte zum Stadtbild von Ochtrup.

Vielfältig präsentiert sich die Ochtruper Kultur. Das Töpfereimuseum, in einem 1678 erbauten Ackerbürgerhaus im Dreiständerbau zu Hause, vermittelt mit Zierschüsseln, Küchengeschirr oder Blumentöpfen aus zwei Jahrhunderten einen guten Eindruck von der in Ochtrup hergestellten Irdenware. In den Räumlichkeiten des Museums finden stetig Ausstellungen auch internationaler Keramikkunst statt. Ferner prägen Konzertveranstaltungen, zum Beispiel auf "Haus Welbergen" oder in der "Villa Winkel", die "Ochtruper Kulturtage" das kulturelle Leben der Stadt.

Da Infrastruktur und ein umfangreiches Sportangebot als sogenannte weiche Standortfaktoren große Bedeutung haben, offeriert Ochtrup selbstverständlich auch attraktive Sportmöglichkeiten, die in den verschiedenen Sportanlagen wahrgenommen werden können. Reiten, Tennis und Fußballspielen, Schwimmen - alles ist möglich. Radeln kommt natürlich auch in Ochtrup nicht zu kurz. Gekennzeichnete Radwanderwege wie z.B. die Aa-Vechte- sowie die 100-Schlösser-Route und die reizvolle Umgebung Ochtrups laden zu fröhlichen Radtouren ein.

Baudenkmäler

Unter Kennern westfälischer Baudenkmäler hat der Name Welbergen gleich mehrmals einen guten Klang. Denn im Gebiet der ehemaligen Landgemeinde geben drei ungewöhnlich gut erhaltene Zeugen früherer Zeiten ein einmaliges Bild aus dem Alltagsleben der Kirche, des Adels und der Bauern.

Die Wasserburg "Haus Welbergen" wurde als alter westfälischer Adelssitz bereits anno 1282 urkundlich erwähnt. Die ersten Besitzer, die Herren von Welleberghe, gaben dem Hofplatz den Namen, welcher im 14. Jahrhundert an die Ritterfamilie de Blome überging. 200 Jahre später gelangte die Burg an die Familie von Oldenhuis; das schmale spätgotische Haus wurde in der Folge um den Vorplatz der Hauptburg zu einem großen schlichten Renaissance-Bau innerhalb einer Zweiinselanlage erweitert. Das Gut ging 1624 an Sweder Schele, der Mauern und Türme zum Schutz im Dreißigjährigen Krieg verstärkte. Über den Richter Roye aus Metelen kam das Haus Welbergen an Henrich Franz Bucholtz, der große Umbauten im Stil des Barock veranlasste. Im 19. Jahrhundert schließlich übernahm die Familie von Druffel den Besitz Welbergen, welche die bis dahin eigenbewirtschaftete "hovesath" in elf kleine Pachthöfe aufteilte. 1929 erwarb die Holländerin Bertha Jordaan-van Heek die Wasserburg Welbergen samt Landbesitz. 1959 errichtete sie die "Bertha Jordaan-van Heek Stiftung", welche die Erhaltung von Haus Welbergen als historisches Bauwerk sowie seine Nutzung als Stätte der Heimatpflege und des Austausches von Kunst und Wissenschaft zwischen Deutschland und den Niederlanden bezweckt. Zugleich bietet Haus Welbergen eine förderliche Atmosphäre für Tagungen.

Auch das 1598 als Gasthaus erbaute Haus Krumme wurde von der Bertha Jordaan-van Heek Stiftung erworben und an neuem Standort, nämlich am ehemaligen Postweg Münster-Gronau-Zwolle, errichtet.

In den fünfziger Jahren konsequent restauriert und wieder in Gebrauch genommen wurde die Alte Kirche im Dorf Welbergen, die als einschiffiger romanischer Bau im 11. Jahrhundert entstand. Die historische Verbindung mit Haus Welbergen schaffen das große Renaissance-Epitaph mit der Wappentafel der Familie von Oldenhuis in der Kirche sowie Gräber der Familie von Druffel auf dem Kirchhof.

Die parkartige Landschaft um Ochtrup hat Besuchern und Bürgern der Stadt viel zu bieten. Ihre besonderen Züge im Ochtruper Hügelland, an der Vechte und im Venn haben hier zu einem wachsenden Tourismus geführt. Die historische Bauten in Langenhorst und Welbergen, die restaurierte Altstadt in Ochtrup sowie die Kornwindmühle auf dem Berg sind nicht nur interessante Sehenswürdigkeiten, sondern zugleich Wahrzeichen einer bewegten Geschichte. Nicht zuletzt das Angebot an Ausflugslokalen, Hotels und besonderen Einkaufsmöglichkeiten lockt neben attraktiven Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten für einen Kurzurlaub in Ochtruper Gefilde.