Geschichte
Die Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg war im Jahr 1028 die Geburtsstunde der Stadt Naumburg. Damit sollte die um das Jahr 1000 von den Markgrafen von Meißen errichtete neue Burg - "Nuwenburg" - geschützt werden. Der sichere Rückzugsort sowie die Lage in unmittelbarer Nähe zweier Handelsstraßen ließen die Stadt zu einem bedeutenden Handels- und Messeplatz aufblühen. In diesem Zusammenhang war Naumburg 1432/33 sogar Mitglied der Hanse. Schließlich verlor die Stadt 1667 ihr Messeprivileg als formale Besiegelung des wirtschaftlichen Niedergangs.
Die seit dem Mittelalter getrennten Stadtteile der Domfreiheit, Bürgerstadt und Vorstädte werden 1832 zu einer Kommune zusammen geschlossen. Gleichzeitig wird mit dem Abbruch großer Teile der Stadtbefestigung und der Stadttore begonnen. Ab 1870 erlebt die Stadt eine Phase des infrastrukturellen Ausbaus und der zweiten Blüte - verbunden ist dies mit der Ansiedlung zahlreicher Militäreinrichtungen und Stadterweiterungen wie dem Bürgergartenviertel. Naumburg wird zur Beamten-, Garnisons- und Pensionärsstadt. Nach der Wende wird Naumburg 1991 Modellstadt für Stadtsanierung und 1994 Kreisstadt des Burgenlandkreises.
Durch die Gemeindegebietsreform 2010 vergrößerte sich das Stadtgebiet auf knapp 130 km². Als größter Ortsteil kam das Heilbad Bad Kösen dazu.
Kultur und Tourismus
Die Domstadt Naumburg gehört unbestritten zu den schönsten Städten Mitteldeutschlands. Der besondere Reichtum an Sehenswürdigkeiten wie dem Dom "St. Peter und Paul" mit dem Domschatzgewölbe und den Glasfenstern des Künstlers Neo Rauch (Leipzig) in der Elisabeth-Kapelle, der Charme der historischen Altstadt mit seinen Bürgerhäusern und dem Marktplatz versprechen einen unvergesslichen Aufenthalt.
Die Stadt lädt in ihre 31 Ortsteile zu einer Entdeckungsreise ein. Die "Straße der Romanik" und der Saale-Radwanderweg sind nur zwei Fährten, über die man die wunderschöne Burgen- und Weinregion betrachten und genießen kann. Liebhaber der Natur, der Kultur und des Weins werden von diesem Flair angezogen.
Fest verankerte Höhepunkte des Stadtlebens sind das traditionelle Kirschfest, der Internationale Orgelsommer, die Neun Naumburger Nächte, das Weinfest sowie die Saale-Weinmeile und die Naumburger Taubenmärkte. Darüber hinaus bietet die Stadt über das Jahr verteilt Einzelveranstaltungen an, die attraktiv für Touristen aus der Region und ganz Deutschland sind.
Heilbad Bad Kösen
Der größte Ortsteil Naumburgs ist die kleine ehemalige Stadt Bad Kösen, die ihrem Ruf als Heilbad seit zwei Jahrhunderten gerecht wird. Die Saale hat sich in weit zurückliegender geologischer Zeit ihren Weg tief ins Kalkgestein eingegraben, Steilhänge erzeugt und an gegenüberliegenden Ufern das Material abgelagert. Damit entstand eine abwechslungsreiche bizarre Landschaft mit dem Tal, das sich nach Norden in die Tiefebene und nach Süden in das ansteigende Thüringer Siedlungsgebiet öffnet - eigentlich nur ein Durchbruch durch die Finneverwerfung.
Zwei Jahrtausende historischer Ereignisse berichten von der Vielfalt menschlicher Spuren. Mit dem ersten Deutschen Reich unter Heinrich I. wuchsen die Burgen als Grenzbefestigungen an der Saale empor, 1826 vom Studenten Franz Kugler in seinem Lied "An der Saale hellem Strande ..." umschwärmt. Aus dem fernen Walkenried ließen sich Zisterziensermönche in einem unwirtlichen Winkel gemäß ihrer Regeln nieder und bauten mit Hilfe des Ordens ihr Kloster Pforta, heute Landesschule Schulpforte. Sie leisteten eine segensreiche Kulturarbeit im Saaletal. Sie erweiterten den bescheidenen Bestand des Weinbaus in einen heute kaum vorstellbaren Umfang. Es entstand eine Weinlandschaft, die schon Luther bei seinen Durchreisen immer wieder erfreute.
Die erfolgreiche Förderung der Sole - im sächsischen Gebiet ein besonderer Reichtum - hatte die Ortsentwicklung vorangebracht, nachfolgend setzte die Nutzung der Sole zur Heilbehandlung ein und war der Beginn eines Heilbades, selbst als die Salzgewinnung eingestellt werden musste.
Dem Besucher steht heute eine Vielfalt der Sehenswürdigkeiten zur Auswahl: das Gradierwerk mit den Resten der alten Salineanlage, der Weinbau mit seinen gerühmten Weinen. Wanderwege führen zur Rudelsburg und Burg Saaleck, zur Landesschule Schulpforta mit den Resten des alten Klosters oder laden ein zum Besuch des Museums in Hassenhausen mit seinen einmaligen Ausstellungsobjekten oder nicht zuletzt zur Käte-Kruse-Puppenausstellung, der größten ehemals privaten in Deutschland. Neue Rehakliniken sind in den letzten 15 Jahren entstanden, die Heilung für zahlreiche Erkrankungen versprechen.
Wirtschaft und Verwaltung
Naumburg ist mit seinen über 34 000 Einwohnern Kreisstadt des Burgenlandkreises und erfüllt die zentralörtliche Funktion eines Oberzentrums. Die gegenwärtige Wirtschaftsstruktur der Stadt ist durch Branchenvielfalt gekennzeichnet.
Wichtige produzierende Branchen der Stadt sind der Maschinenbau, die Metallverarbeitung sowie das Druckgewerbe. Zahlreiche Bauhandwerksbetriebe verfügen auf dem Gebiet der Stadtsanierung und Denkmalpflege über ein hohes Wissen und Können.
Durch die Nähe zum mitteldeutschen Wirtschaftsraum Leipzig-Halle und dem Thüringer Städteband Jena-Weimar-Erfurt ergeben sich günstige Kooperations- und Absatzmöglichkeiten für Unternehmen.
Die gute Verkehrsanbindung der Stadt an die Autobahnen BAB9/BAB38 und den ICE-Bahnhof Naumburg sowie die hohe Wohn- und Lebensqualität der Domstadt wird von der Unternehmerschaft besonders geschätzt.
Naumburg besitzt mit den Gewerbegebieten "Steinkreuzweg" und "Flemmingen" zwei vielfältige Gewerbestandorte. Die Stadt verfügt dort zur Ansiedlung von Unternehmen über Flächen zu günstigen Preisen. Hier stehen erschlossene Flächen in variablen Größen kurzfristig zur Verfügung.
Die Kreisstadt Naumburg ist aber auch ein stark entwickelter Standort für Verwaltung, Dienstleistung im Süden Sachsen-Anhalts und beherbergt das Oberlandesgericht sowie die Generalstaatsanwaltschaft des Landes Sachsen-Anhalt, die Bundeswehrfachschule und die Kreisverwaltung des Burgenlandkreises, zudem das Finanzamt.
Wohnen in Naumburg
Im Zentrum der mitteldeutschen Burgen- und Weinregion gelegen, verfügt Naumburg als ehemalige Modellstadt für Stadtsanierung über eine liebevoll restaurierte Innenstadt mit attraktiven Wohnstandorten.
Stilvoll lässt es sich in dem Gründerzeitviertel des Bürgergartens wohnen. Wer ein modernes Wohngebiet bevorzugt, findet interessante Wohnbaustandorte im Neubaugebiet "Flemminger Weg" im Süden der Stadt oder im ländlichen Bereich in den Ortsteilen Kleinjena "Fuchslöcher" und Eulau "Am Kirschberg". Momentan laufen in der Naumburger Altstadt die Vorbereitungen für die Neubebauung der Jakobsgasse als attraktiver Wohnbaustandort im Herzen der Stadt.
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