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Aus der Chronik - Die Stadtgeschichte

Mittweida hat, wie viele Städte in Mittelsachen, eine bewegte Geschichte, die sich im Stadtbild ablesen lässt. Die Besiedlung setzte in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts ein. Verheerende Brände und kriegerische Ereignisse zerstörten über mehre Jahrhunderte immer wieder die Stadt. Dank des Fleißes ihrer Einwohner wurde sie jedoch immer wieder aufgebaut. Mit Beginn der industriellen Produktion begann die Ausdehnung der Stadt an der Peripherie und der Verlust des bis dahin mittelalterlichen Charakters des Stadtbildes, in der die Stadt einen beachtlichen Aufschwung nahm.
Die Gründung des Technikums 1867, der heutigen Hochschule, verhalf Mittweida zu einem überregional beachtenswerten Ansehen. Die Stadt entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer prosperierenden Textil- und Metallindustriestadt.
  • 1209 Das Dorf Mittweida wird erstmalig urkundlich erwähnt (Ausstattung des Geithainer Hospitals).

  • 1286 In einer Urkunde des Landesherrn Heinrich des Erlauchten, Markgraf von Meißen, wird u.a. die Stadt Mittweida an seinen Enkel Friedrich dem Jüngeren verpfändet.

  • 1400 Die Stadt ist von einer Mauer mit vier Toren umgeben. Es ist ein sichtbarer Ausdruck der politischen wie wirtschaftlichen Abgrenzung gegenüber dem Umland. Damit kam die mittelalterliche Stadtentwicklung mit ihrem heute noch erkennbaren Grundriss zum Abschluss.

  • Anfang des 15. Jh. erhalten z. B. die Tuchmacher (1401), Schuhmacher (1402) sowie die der Bäcker und Schneider (1403) ihre Innungsbestätigungen durch den Markgrafen.

  • 1423 Erlangung der hohen Gerichtsbarkeit (Blutgericht).

  • 15./16.Jh. Aufblühen der Leineweberei und Tuchmacherei, die neben der von Chemnitz zur bedeutendsten wird.

  • 1551 Die Blütezeit Mittweidas wird durch den Stadtbrand endgültig beendet.

  • 1632 bis 1648 Kaiserliche Soldaten brennen 1632 die Freiberger Vorstadt ab, 18 Häuser werden vernichtet.

  • 17./18. Jh. Die weitere Entwicklung wird durch mehrer Brände (1624, 1693), Belastungen durch den Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) stark unterdrückt.

  • 1778 Geburt des berühmten Theologen Heinrich Gottlieb Tzschirner im Pfarrhaus.

  • Ende 18./Anfang 19.Jh. Der Kammsetzergeselle Christian Gottlieb Lossius begründet 1798 auf der Neustadt die erste Kammsetzerei. Damit war der Grundstock der ersten fabrikmäßigen Produktion gelegt (1800 Stückfärberei Dehnert, 1805 Weberei Rüdiger, 1816 Lederfabrik Meißner und 1828 Weberei Backofen).

  • 1848/49 An der Revolution beteiligen sich 141 Mittweidaer in Dresden.

  • 1852 Anschluss an die Chemnitz - Riesaer - Staatseisenbahn, der für die weitere industrielle Entwicklung von hervorragender Bedeutung ist.

  • 1865/66 Übergang zum mechanischen Webbetrieb durch die Firmen Rüdiger und Backofen.

  • 1867 Die Gründung des Technikums unter Carl Georg Weitzel markiert in technischer Hinsicht eine rasante Entwicklung, die die Gesellschaft und Wirtschaft nach und nach durchdringt.

  • 1870 wird der spätere Abenteuerschriftsteller Karl May im königlich - sächsischen Bezirksgericht (heutiges Rathaus am Markt) zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.

  • Zunehmende Aufschlüsse von Steinbrüchen im Weichbild der Stadt und im Zschopautal (u.a. Straßen- und Chausseebau)

  • 1899/1900 Errichtung der 1. Bezirksschule (Fichte-) aufgrund des Ansteigens der Schülerzahlen und Aufnahme der Realschule.

  • 1908 Der Missstand, dass die Realschule über kein eigenes Gebäude verfügt, wird mit dem Bau eines eigenen Gebäudes am Schwanenteich behoben.

  • 1905 bis 1909 Bau der Industriebahnstrecke zwischen Mittweida - Dreiwerden - und Ringethal (Stilllegung 1996)

  • Letztes Viertel 19. Jh., Entfaltung des Tourismus im Zschopautal (1875 Bau der künstlichen Ruine "Zschopenburg", 1877 wird der Wanderweg Via mala) angelegt.

  • 1929/30 Bau der Talsperre Kriebstein, an deren Umgebung sich Gartenlokale sowie Eigenheimsiedler niederlassen (beliebtes Ausflugsgebiet)

  • 1952 Es werden die 81 Wohnungen im ersten Neubaugebiet bezogen (Goethestraße).

  • 1972 Verstaatlichung der letzten privaten und halbstaatlichen Betriebe.

  • 1975 bis 1982 Errichtung von 1.240 Wohnungen in Montagebauweise. Standort: Lauenhainer Straße/Ernst-Thälmann-Straße

  • 1990 Nach der friedlichen Revolution erfolgt ein umfassender Strukturwandel, der die Textilindustrie fast zum Erliegen bringt. Historisch gewachsene Industriezweige brechen weg, dies führt zu Arbeitslosigkeit, Industriebrachen entstehen.

  • ab 1991 entstehen völlig neue Handels- und Gewerbestrukturen (z.B. Kaufland-Warenhandel 1993, Gewerbegebiet West 1994). Die Gründung weiterer innovativer und leistungsstarker Firmen wie Ingenieurbüro für Elektroprojektierung Detlev Müller (IMM Gruppe) und 1993 MPT(Mittweidaer Präzisionsteile GmbH) leiten eine neue Wirtschaftsstruktur ein.

  • 1994 (01.08.) wird Mittweida Kreisstadt und Sitz der Kreisverwaltung

  • 2001 Einweihung der Zentralomnibushaltestelle auf dem ehemaligen Gelände des Schlachthofes, Bau der Mehrzwecksporthalle an der Leipziger Straße

  • 2000/05 Neubau bzw. Weihe des zweiten Krankenhauskomplexes

  • 2003-2005 Umfangreiche städtebauliche Neugestaltung der Innenstadt (Fertigstellung Gebäudekomplex "Bürgerkarree", Einweihung der Städtischen Bibliothek am Pfarrberg und Eröffnung des Johannes Schilling - Hauses am Kirchhof 4 als Teilobjekt des Museums "Alte Pfarrhäuser")

  • 2008 verliert Mittweida seinen Kreisstadtstatus an Freiberg, wird dafür zur Großen Kreisstadt erhoben.

  • 2009 Die Stadt begeht ihr 800-jähriges Jubiläum der Ersterwähnung des Ortes Mittweida (mannigfaltige Veranstaltungen werden über das Jahr durchgeführt, Höhepunkt ist der "Tag der Sachsen")